Karnivoren
(Fleischfressende Pflanzen)
Als fleischfressende Pflanzen, auch Karnivoren oder Insektivoren, bezeichnet man Pflanzen, die mittels umgewandelter Blätter meist Einzeller oder Gliedertiere fangen und verdauen und so ihre Versorgung mit Mineralstoffen, vor allem Stickstoff, an extremen Standorten wie Mooren oder blanken Felsen verbessern. In der Regel besteht die Beute aus kleinen Insekten wie Mücken, Ameisen und Fliegen; größere Kannenpflanzen (Nepenthes) können auch kleine Nagetiere verdauen. Reusenfallen sind auf Protozoen (tierische Einzeller) spezialisiert. Bei den Wasserschläuchen (Utricularia) bilden zusätzlich zu Insekten planktonische Algen einen erheblichen Teil (bis zu 50 %) der Beute, bei den Fettkräutern sogar Pollen (bis zu 70 %).

Winterharte Karnivoren:
Es gibt verschiedene winterharte Karnivoren, die sich hervorragend für die ganzjährige Haltung im Freien eignen, insbesondere im Moorbeet oder Moorkübel. Zu den bekanntesten Arten gehören die Schlauchpflanzen, die Venusfliegenfallen und viele Sonnentau-Arten.
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Tropische & Subtropische Karnivoren:
Die meisten Karnivoren, insbesondere tropische Arten, benötigen viel direktes Sonnenlicht, oft einen Platz am Südfenster oder eine künstliche Beleuchtung im Terrarium. Tropische Arten wie viele Kannenpflanzen gedeihen nur bei hoher Luftfeuchtigkeit, oft über 60 %, weshalb sie sich gut für Terrarien eignen. Subtropische Arten, wie z.B. Cephalotus benötigen im Winter eine kühle aber frostfreie Überwinterung.


Mount Roraima, Venezuela
AuthorM M from Switzerland
Karnivoren und Begleitpflanzen der Tepuis:
Tepuis sind durch Erosion entstandene, einzeln stehende, bis nahezu 3000 Meter hohe Tafelberge am nördlichen Rand des Amazonasbeckens. Sie liegen in den Gebieten von Venezuela, Guyana und Brasilien. Die Tepuis bestehen meist aus Sandstein und besitzen teils schroff abfallende Schluchten und Spalten. Oftmals sind die Plateaus nur aus der Luft zu erreichen.
Die Karnivoren der Tepuis sind fleischfressende Pflanzen wie die Gattungen Heliamphora, Brocchinia, Drosera und Genlisea, die sich an die nährstoffarmen Bedingungen auf diesen Tafelbergen angepasst haben. Zu den bekanntesten Vertretern gehören die Sumpfkrüge (Heliamphora). Eine weitere Karnivore der Tepuis ist die Bromelie Brocchinia reducta, die einzige fleischfressende Bromelienart, die auf den Gipfeln einiger Tepuis endemisch ist.
Tagsüber herrschen auf den Tepuis konstante Temperaturen von 25 Grad, nachts, wenn es sich abkühlt, gehen die Temperaturen auf 10 Grad zurück. Je nach Jahreszeit können die Temperaturen auch noch tiefer fallen. Diese Temperaturschwankungen sind bei der Pflege von Tepui-Arten zu berücksichtigen.

































































