Steckbrief:
Rundblättriger Sonnentau
Drosera rotundifolia
Der Rundblättrige Sonnentau, auch Himmelstau, Herrgottslöffel, Himmelslöffelkraut, Spölkrut, Brunstkraut, Bullenkraut oder Widdertod genannt, ist eine fleischfressende Pflanze aus der Gattung Sonnentau (Drosera). Die Art ist wie alle in Deutschland vorkommenden Sonnentauarten durch die Bundesartenschutzverordnung geschützt.
Beschreibung:
Der Rundblättrige Sonnentau ist ein mehrjähriger krautiger Hemikryptophyt. Die Pflanze erscheint aus einer Winterknospe, dem so genannten Hibernakel, und bildet eine bodenständige Rosette. Nach der Blüte setzt bereits im frühen Herbst die Winterruhe der Pflanze ein, indem sie erneut eine Winterknospe bildet und ihre Blätter komplett einzieht. Das weniger auf Nährstoffversorgung als auf Verankerung ausgerichtete Wurzelsystem der Pflanze ist schwach ausgeprägt und reicht nur wenige Zentimeter tief.
Blätter:
In einer horizontal bis aufrecht stehenden Blattrosette werden an 1 bis 7 cm langen Blattstielen die gattungstypischen Fangblätter gebildet. Die Blätter sind rundlich, oft etwas breiter als lang, mit einem Durchmesser von 0,5 bis 1,8 cm und jeweils mit rund 200 haarfeinen rötlichen Tentakeln besetzt, die an ihrem Ende ein klebriges Sekret ausscheiden, das zum Fang von Insekten dient. Dabei sind die Tentakeln am Rand deutlich länger als in der Blattmitte. Es werden auch Schnelltentakel gebildet. Mit diesen Blättern fängt der Rundblättrige Sonnentau zumeist kleine Insekten wie zum Beispiel Mücken oder Fliegen, gelegentlich aber auch größere Insekten wie Schmetterlinge oder Libellen, letztere mittels mehrerer Blätter zugleich.
Der Rundblättrige Sonnentau unterscheidet sich von den anderen beiden einheimischen Sonnentauarten vor allem durch seine runde Blattform. An den klebrigen Drüsenhaaren der Blätter bleiben anfliegende Insekten hängen, die von der Pflanze verdaut und als Stickstoffquelle genutzt werden. Die Art ist in der Natur streng geschützt; im Fachhandel bekommt man aber zertifizierte Nachzuchten. Im Moorbeet braucht der Sonnentau eine feucht-nasse Stelle, die aber nicht überstaut sein darf, auf torfigem oder moosreichen Untergrund. In einem leuchtend grünen oder rötlich-braunen Sphagnum-Rasen kommt der Sonnentau am besten zur Geltung.
Der Rundblättrige Sonnentau ist in Deutschland noch weit verbreitet, obwohl die Bestände mit dem Verschwinden der Moore drastisch zurückgehen. Man findet ihn vor allem in den Moorgebieten der norddeutschen Tiefebene und des Alpenvorlandes. Der Rundblättrige Sonnentau wächst auf saurem, nährstoffarmem Boden in Zwischen- und Hochmooren. Stellenweise siedelt er sich sogar auf Torfmoosen (Gattung Sphagnum) oder auf reinen Torfflächen an.
Pflege des Rundblättrigen Sonnentaus:
Der Rundblättrige Sonnentau ist eine von drei einheimischen, winterharten Sonnentauarten. Es gibt einige subtropische Arten, die in einem gut temperierten Moorbeet im Sommer ebenfalls im Freien kultiviert werden können, im Herbst aber ins mäßig warme Winterquartier müssen. Im Moorbeet braucht der Sonnentau einen sonnigen Platz in einem wassergesättigten, aber nicht mit Wasser überstauten Areal. Am besten man pflanzt ihn mitten in eine Kolonie von Torfmoosen. Vor Austrocknung muss der Bereich um die Sonnentaurosetten herum unbedingt geschützt und gewässert werden, aber immer nur mit sauberem, abgestandenem Regenwasser.
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Artikelnummer: AKW0390
8,90€Preis
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