Wasserschlauch
Utricularia humboldtii
Utricularia humboldtii ist eine fleischfressende Pflanzenart aus der Gattung der Wasserschläuche (Utricularia) in der Sektion Orchidioides innerhalb der Familie der Wasserschlauchgewächse (Lentibulariaceae). Sie kommt in Teilen Brasiliens, Guyanas und Venezuelas vor und lebt sowohl terrestrisch, aquatisch wie auch als Aufsitzerpflanze.
Utricularia humboldtii bildet nur wenige Blätter aus. An den bis zu zwanzig Zentimeter langen, aufrechten, starren Blattstängeln finden sich bis zu neun Zentimeter lange und neunzehn Zentimeter breite, keilförmig bis umgekehrt eiförmige, spröde, dicke, ledrige Blattspreiten. Diese sind in Form und Größe äußerst variabel.
Die Blüte von Utricularia humboldtii gilt als die größte der Gattung. Der aufrechte, wenig oder unverzweigte Blütenstand kann eine Höhe von bis zu 130 Zentimetern erreichen.
Verbreitung und Habitat:
Utricularia humboldtii findet sich in Guyana, Venezuela sowie im Norden Brasiliens an halbschattigen bis vollsonnigen Standorten vorzugsweise in Höhenlagen von 1200 bis 2500 m vor allem auf Tepuis, aber vereinzelt auch in Savannen, wo sie auf bis zu 300 Meter herabsteigt. Sie besiedelt als Epiphyt die Astgabeln von Bäumen, die Blattachseln von Orectanthe-Arten, die Trichter von Sumpfkrügen (Heliamphora) sowie die Trichter von Brocchinia tatei, Brocchinia micrantha und Brocchinia reducta, so tritt der Fall auf, dass eine karnivore Pflanze gleichzeitig das Habitat einer weiteren Karnivore darstellt. Ebenso gedeiht sie jedoch auch subaquatisch in seichten Gewässern oder terrestrisch auf nassem Fels oder in sehr nasser Erde (so häufiger in Savannen und Lichtungen im Buschland).
Utricularia humboldtii
Pflegebedingungen von Tepui-Pflanzen:
Die Klimaverhältnisse auf den Tepuis unterscheiden sich drastisch von denen in der Ebene. Dort sind vor allem die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht ausgeprägter, die Temperaturen sind im Allgemeinen niedriger, die Sonneneinstrahlung ist höher und durch konstanten Nebel und Regen ist es nasser als in der Ebene, wenn auch Niederschlagswasser nicht gespeichert wird, weil kaum Boden vorhanden ist und das Wasser sofort oberirdisch abläuft.All diese Bedingungen müssen auch bei der Pflege von Tepui-Pflanzen beachtet werden. Ähnlich wie auch bei anderen tropischen Hochlandpflanzen, brauchen die Tepui-Gewächse eine Nachtabsenkung. Am Tag sollte es nicht wärmer als 25° C und in der Nacht am besten nicht wärmer als 15° C.
Umso kühler es Nachts wird, umso besser. Temperaturen bis 5° C sind kein Problem. Auf manchen Tepuis kommen gelegentlich sogar Fröste vor. Am Tage wird es dann aber trotzdem wieder relativ warm.Außerdem ist eine hohe Luftfeuchtigkeit wichtig. Ein Überbrausen mit Regenwasser oder Osmosewasser, einmal am Tag kommt dem Wohlbefinden der Pflanzen sehr entgegen. In Terrarien lassen sind Beregnungsanlagen von Vorteil, welche per Zeitschaltuhr mehrmals tägliche Regenschauer simulieren. Wenn ein Terrarium für Tepui-Bewohner nicht an einem ausreichend kühlen Ort (z.B. Keller) steht um die nächtliche Temperaturabsenkung zu garantieren, so muss auch dafür Technik, in Form von Kühlaggregaten, Ventilatoren etc. eingesetzt werden.

