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Heliamphora chimantensis

(Apacapa Tepui, Venezuela)
 

Heliamphora chimantensis ist eine fleischfressende Pflanze aus der Gattung der Sumpfkrüge.

Die Schläuche sind 20 bis 35 cm lang, im oberen Teil 3,5 bis 5 cm breit und grün gefärbt. Der obere Teil der Schläuche ist auf der Innenseite komplett unbehaart. Der tiefrote Deckel ist 1 bis 2 cm breit, 2 bis 2,5 cm lang, löffelförmig und spitz zulaufend. Auf der Innenseite des Deckels befinden sich unregelmäßig geformte kleinen Drüsen mit etwa 5 mm Durchmesser. Diese Drüsen produzieren sehr viel Nektar und verbreiten einen honigartigen Duft. An der Vorderseite des Blattes befindet sich ein langer v-förmiger Einschnitt, der als Überlauf für das Regenwasser dient. Die meisten anderen Heliamphora-Arten haben dafür eine lochförmige Öffnung.

 

Vorkommen und Lebensraum:
Heliamphora chimantensis kommt auf dem Chimantá-Tepui im Süden Venezuelas im Grenzgebiet zu Guyana vor. Das Chimantá-Massiv besteht aus elf Tafelbergen, die wegen ihrer steilen Flanken schwer zu erreichen sind. Die inselartige Isolation der Berge hat zu einer endemischen Flora geführt, die erst in den vergangenen Jahrzehnten eingehend erforscht werden konnte. Diese Vegetation ist ombrotrophisch, d. h. von den starken Regenfällen abhängig, die zur Verkarstung und Moorbildung auf den Hochebenen beitragen. Die Torfmoore und Feuchtgebiete sind der Lebensraum von Heliamphora chimantensis und zahlreicher anderer fleischfressender Pflanzen wie Heliamphora minor und Drosera kaieteurensis.

Heliamphora chimantensis wächst in den feuchten Flusstälern des Chimantá-Massivs bis in 2000 Meter Höhe. Die Vegetation ist hier savannennartig niedrig und besteht aus Gräsern wie Xyris und Stegolepis sowie Bromelien. Das Nährstoffangebot der Böden in dieser Umgebung ist gering. Heliamphora chimantensis bevorzugt sonnige Standorte und bildet eine Pflanzengemeinschaft mit Stegolepis ligulata (Rapateaceae), Adenanthe bicarpellata (Ochnaceae) und verschiedenen Brocchinia-Arten (Bromeliaceae).

 

Hybridisierung:
Auf Chimantá kommt es zu einer Hybridisierung zwischen Heliamphora chimantensis und Heliamphora pulchella. Heliamphora pulchella wurde erst 2005 als eigene Art beschrieben, davor war die Population auf Chimantá zu Heliamphora minor gezählt worden.

Die Hybriden unterscheiden sich von Heliamphora chimantensis durch kürzere Schläuche, rote Äderchen und grobe Borsten im Innern der Schläuche. Einige der Hybride zeigen tiefrote Schläuche, ähnlich der Form von Heliamphora pulchella, die auf Chimantá vorkommt. Auch der Helm zeigt deutliche Einflüsse von H. pulchella.

Heliamphora chimantensis

Artikelnummer: AKW0661
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  • Pflegebedingungen von Tepui-Pflanzen:
    Die Klimaverhältnisse auf den Tepuis unterscheiden sich drastisch von denen in der Ebene. Dort sind vor allem die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht ausgeprägter, die Temperaturen sind im Allgemeinen niedriger, die Sonneneinstrahlung ist höher und durch konstanten Nebel und Regen ist es nasser als in der Ebene, wenn auch Niederschlagswasser nicht gespeichert wird, weil kaum Boden vorhanden ist und das Wasser sofort oberirdisch abläuft.

    All diese Bedingungen müssen auch bei der Pflege von Tepui-Pflanzen beachtet werden. Ähnlich wie auch bei anderen tropischen Hochlandpflanzen, brauchen die Tepui-Gewächse eine Nachtabsenkung. Am Tag sollte es nicht wärmer als 25° C und in der Nacht am besten nicht wärmer als 15° C.
    Umso kühler es Nachts wird, umso besser. Temperaturen bis 5° C sind kein Problem. Auf manchen Tepuis kommen gelegentlich sogar Fröste vor. Am Tage wird es dann aber trotzdem wieder relativ warm. 

    Außerdem ist eine hohe Luftfeuchtigkeit wichtig. Ein Überbrausen mit Regenwasser oder Osmosewasser, einmal am Tag kommt dem Wohlbefinden der Pflanzen sehr entgegen. In Terrarien lassen sind Beregnungsanlagen von Vorteil, welche per Zeitschaltuhr mehrmals tägliche Regenschauer simulieren. Wenn ein Terrarium für Tepui-Bewohner nicht an einem ausreichend kühlen Ort (z.B. Keller) steht um die nächtliche Temperaturabsenkung zu garantieren, so muss auch dafür Technik, in Form von Kühlaggregaten, Ventilatoren etc. eingesetzt werden.

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