Heliamphora minor
(Auyan Tepui, Venezuela)
Heliamphora minor ist eine fleischfressende Pflanze und die kleinste Art aus der Gattung der Sumpfkrüge (Heliamphora). Die Pflanze ist nur von einem Tafelberg aus Venezuela bekannt.
Mit 10 bis 15 Zentimetern langen Schläuchen und einer Breite von 3 bis 5 Zentimetern an der Öffnung wirkt Heliamphora minor eher gedrungen. Der untere Teil des Schlauchs ist leicht bauchig, der obere Teil zylindrisch bis leicht trichterförmig. Die Einschnürung zwischen den beiden Teilen ist meist wenig ausgeprägt.
Heliamphora minor ist ein Endemit des Auyan-Tepuis im Nationalpark Canaima im Süden von Venezuela. Sie wurde erstmals 1937 von George Henry Hamilton Tate entdeckt. Die Erstbeschreibung geht auf die Arbeit von Henry Allan Gleason zurück, der 1939 die Flora des Auyan-Tepui beschrieben hatte. Julian Alfred Steyermark beschrieb 1984 eine Form Heliamphora minor f. laevis.
Vorkommen auf dem Chimantá-Massiv und den umliegenden Tepuis wie dem Aprada- und dem Akopan-Tepui, die früher Heliamphora minor zugerechnet wurden, wurden 2005 unter dem Namen Heliamphora pulchella als eigene Art abgetrennt.
Heliamphora minor
Pflegebedingungen von Tepui-Pflanzen:
Die Klimaverhältnisse auf den Tepuis unterscheiden sich drastisch von denen in der Ebene. Dort sind vor allem die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht ausgeprägter, die Temperaturen sind im Allgemeinen niedriger, die Sonneneinstrahlung ist höher und durch konstanten Nebel und Regen ist es nasser als in der Ebene, wenn auch Niederschlagswasser nicht gespeichert wird, weil kaum Boden vorhanden ist und das Wasser sofort oberirdisch abläuft.All diese Bedingungen müssen auch bei der Pflege von Tepui-Pflanzen beachtet werden. Ähnlich wie auch bei anderen tropischen Hochlandpflanzen, brauchen die Tepui-Gewächse eine Nachtabsenkung. Am Tag sollte es nicht wärmer als 25° C und in der Nacht am besten nicht wärmer als 15° C.
Umso kühler es Nachts wird, umso besser. Temperaturen bis 5° C sind kein Problem. Auf manchen Tepuis kommen gelegentlich sogar Fröste vor. Am Tage wird es dann aber trotzdem wieder relativ warm.Außerdem ist eine hohe Luftfeuchtigkeit wichtig. Ein Überbrausen mit Regenwasser oder Osmosewasser, einmal am Tag kommt dem Wohlbefinden der Pflanzen sehr entgegen. In Terrarien lassen sind Beregnungsanlagen von Vorteil, welche per Zeitschaltuhr mehrmals tägliche Regenschauer simulieren. Wenn ein Terrarium für Tepui-Bewohner nicht an einem ausreichend kühlen Ort (z.B. Keller) steht um die nächtliche Temperaturabsenkung zu garantieren, so muss auch dafür Technik, in Form von Kühlaggregaten, Ventilatoren etc. eingesetzt werden.

