Heliamphora ionasii
(Ilu Tepui, Venezuela)
Heliamphora ionasii ist eine präkarnivore Pflanzenart aus der Gattung der Sumpfkrüge (Heliamphora). Sie wurde 1978 durch Bassett Maguire nach ihrem Entdecker Jonah Boyan benannt.
Sie ist eine ausdauernde, krautige Pflanze. Ihre ausgesprochen großen, bis zu 45 cm hohen, am oberen Ende im Durchmesser bis zu 18 Zentimeter weite, schräg geöffnete Schläuche stehen in einer bodenständigen Rosette. Am Ansatz sind sie trichterförmig, auf halber Höhe wie zugeschnürt und in der oberen Hälfte breit trichterförmig. Ihre Färbung variiert je nach Standort, der Blattansatz ist jedoch stets rötlich. Bei vollsonnigem bis halbsonnigem Standort entwickelt Heliamphora ionasii kraftvoll rosaorangene Färbungen mit stark dunkelroter Nervatur.An der Innenseite der Öffnung sind die Schläuche besetzt mit 5 bis 11 Millimeter langen, trichterwärts weisenden Härchen. An der Spitze findet sich ein leicht über die Öffnung gebeugter kleiner, helmförmiger Deckel, der stets dunkelrot bis purpurn ist.
Verbreitung und Habitat:
Heliamphora ionasii ist ausschließlich in einem Tal der Gran Sabana zwischen dem Ilu- und dem Tramen-Tepui in Venezuela in Höhenlagen zwischen 1800 und 2150 m beheimatet, wo sie gelegentlich vergesellschaftet mit Heliamphora elongata auftritt, mit der sie dann auch hybridisiert. Sie besiedelt vollsonnige bis halbschattige Standorte in Laubhumus in Wolkenwäldern.
Heliamphora ionasii
Pflegebedingungen von Tepui-Pflanzen:
Die Klimaverhältnisse auf den Tepuis unterscheiden sich drastisch von denen in der Ebene. Dort sind vor allem die Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht ausgeprägter, die Temperaturen sind im Allgemeinen niedriger, die Sonneneinstrahlung ist höher und durch konstanten Nebel und Regen ist es nasser als in der Ebene, wenn auch Niederschlagswasser nicht gespeichert wird, weil kaum Boden vorhanden ist und das Wasser sofort oberirdisch abläuft.All diese Bedingungen müssen auch bei der Pflege von Tepui-Pflanzen beachtet werden. Ähnlich wie auch bei anderen tropischen Hochlandpflanzen, brauchen die Tepui-Gewächse eine Nachtabsenkung. Am Tag sollte es nicht wärmer als 25° C und in der Nacht am besten nicht wärmer als 15° C.
Umso kühler es Nachts wird, umso besser. Temperaturen bis 5° C sind kein Problem. Auf manchen Tepuis kommen gelegentlich sogar Fröste vor. Am Tage wird es dann aber trotzdem wieder relativ warm.Außerdem ist eine hohe Luftfeuchtigkeit wichtig. Ein Überbrausen mit Regenwasser oder Osmosewasser, einmal am Tag kommt dem Wohlbefinden der Pflanzen sehr entgegen. In Terrarien lassen sind Beregnungsanlagen von Vorteil, welche per Zeitschaltuhr mehrmals tägliche Regenschauer simulieren. Wenn ein Terrarium für Tepui-Bewohner nicht an einem ausreichend kühlen Ort (z.B. Keller) steht um die nächtliche Temperaturabsenkung zu garantieren, so muss auch dafür Technik, in Form von Kühlaggregaten, Ventilatoren etc. eingesetzt werden.

