top of page
kmatt-artz-Fu2v5drnMBA-unsplash-copy.jpg

Enten-Rassen im Portrait

original.jpg

Smaragdenten sind eine intensiv, metallisch-grün gefärbte Hausentenrasse (c) richardjaybee

Die Warzenente ist die Haustierform der Moschusente und somit die einzige Entenrasse, die nicht von der Stockente abstammt.

Der Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter (BDRG) erkennt rund 40 verschiedene Entenrassen in zahlreichen Farbenschlägen an. Dabei gehen die meisten Hausenten auf die wild lebende Stockente zurück – mit einer Ausnahme, der markanten Warzenente, die aus der, aus Südamerika stammenden wilden Moschusente gezüchtet wurde.

Im ersten Abschnitt stellen wir euch Entenrassen vor, die wir selbst schon einmal gehalten und gezüchtet haben. Weiter unten gibt es noch Rasse-Portraits zu weiteren empfehlenswerten Entenrassen.

Indische Laufente

Die Laufente oder Indische Laufente, auch Flaschenente genannt, ist eine von der Stockente (Anas platyrhynchos) abstammende Entenrasse. Sie gehört zu den Pinguinenten. Die nur teilweise flugfähige Laufente wurde um 1850 von Südostasien nach Europa eingeführt und dann vor allem in England gezüchtet. Die Laufente, die mit steil nach oben gerichtetem Hals läuft, hat einen langen schlanken Körper. Sie hat einen lebhaften Charakter, ist sehr aufmerksam und agil.

Zwei Laufenten, rehbraun-weiß-gescheckt
(Foto: Bjoern Clauss)

0428ad92-3064-468e-bd95-e4c8eaac69cf_edi

Unsere Laufenten-Gruppe im Winter
(c) Boensch

Laufenten sind als Schneckenvertilger bekannt und außerdem durch ihre sehr aufrechte Haltung sowie die ausgesprochene „Marschfestigkeit“ eine auffällige Erscheinung. Dieses Äußere kommt nicht von ungefähr, sondern hat sich über einen Zeitraum von vielen Jahrtausenden entwickelt: Laufenten sind eine sehr alte Entenrasse. Sie stammen aus Asien, vornehmlich aus China, wo es auch heute noch in vielen Gegenden üblich ist, Enten über die Reisfelder zu treiben. Auf diese Weise soll jedes noch so kleine Reiskorn genutzt werden, wobei die Tiere auf der Suche nach Futter oft große Distanzen zurücklegen. Laufenten werden in ihren Ursprungsländern stark auf Legeleistung selektiert, denn Enteneier spielen in Asien eine erheblich wichtigere Rolle als in Europa. Laufenten sind sehr genügsam und kommen gut mit Grünfutter sowie einer Basisfütterung, bestehend aus einem Alleinfuttermittel, aus. Die nur teilweise flugfähige Laufente wurde um 1850 von Südostasien nach Europa eingeführt und dann vor allem in England gezüchtet. Die Laufente, die mit steil nach oben gerichtetem Hals läuft, hat einen langen schlanken Körper. Sie hat einen lebhaften Charakter, ist sehr aufmerksam und agil.

In Europa werden Laufenten häufig in Gärten gehalten, da sie mit Vorliebe Schnecken und Schneckeneier vertilgen. In Asien wurden die auf Legeleistung gezüchteten Tiere in erster Linie als Eierlieferanten gehalten. Legeleistungen von mehr als 150 Eiern pro Jahr sind auch bei reiner Gartenhaltung keine Seltenheit. Die Eier sind etwas größer als Hühnereier und haben einen größeren Eidotter.

Laufenten werden durchschnittlich 12–15 Jahre alt. Es gibt auch Aufzeichnungen einzelner Tiere, die bis zu 20 Jahre alt wurden.

Laufenten werden in folgenden Farbenschlägen gezüchtet:
wildfarbig (vergleichbar der Stockente), forellenfarbig, silberwildfarbig, rehfarbig-weißgescheckt, erbsgelb, blaugelb, weiß, schwarz, braun und blau.
Die in Deutschland anerkannten Farbenschläge müssen durchgezüchtet sein und dürfen nach der Verpaarung nicht in andere Farben aufspalten.

Durchschnittliches Gewicht:
Erpel bis zu 2 Kilogramm, Ente 1,75 Kilogramm
Eifarbe und -gewicht: 
zumeist weiß mit grünlicher Tönung, bis zu 65 g. Legeleistung: 90 bis 150 Eier
Rasse des Jahres 2018 

Als Stammform der Laufente gilt die Pinguinente aus Ost – Südostasien. Seit dem 20. Jahrhundert in Deutschland rassisch veredelt, erfreut sich die schlanke, aufrecht stehende Ente mit ihrem lebhaften Wesen,  immer größerer Beliebtheit. So liegt die Meldezahl auf Ausstellungen meistens unter den “Top 3” der Wassergeflügelrassen. 

Haltung:

Wegen ihrer für Enten relativ hohen Läufe sind Laufenten besser zu Fuß als Stockenten oder Nutzrassen wie die Pekingente. Jedoch ist auch die Laufente ein Wasservogel und benötigt Wasser sowohl zur Nahrungsaufnahme als auch zur Gefiederpflege, weiterhin gehört Schwimmen zu ihren normalen Grundbedürfnissen. Eine Haltung ohne ausreichende Badegelegenheit ist nicht artgerecht. Pro Ente sollten mindestens 100 m² Fläche zur Verfügung stehen. 
 

Rechtliche Bestimmungen:

Rechtlich wird Wassergeflügel der Haustierrassen häufig als Nutztier behandelt. Dann müssen die Tiere in Deutschland, je nach Rechtsgrundlage der Bundesländer, beim zuständigen Veterinär- oder Ordnungsamt bzw. der Tierseuchenkasse angemeldet werden. Beim örtlichen Bauamt kann in Erfahrung gebracht werden, bis zu welcher Größe am vorgesehenen Standort ein Stall oder eine Voliere errichtet werden darf. Unter Umständen ist der Stall, je nach Wohngebietstyp und Bundesland, genehmigungspflichtig.

Impressionen von unseren Laufenten:

Peking-Ente

Die Pekingente ist eine domestizierte Form der Stockente und die häufigste Form der Hausente. Die meisten im Handel angebotenen Enten sind Zuchtformen der Amerikanischen Pekingente. Ursprünglich stammte die Rasse aus Südostasien. In Asien wurde gleichermaßen viel Wert auf die Fleischleistung einer Rasse gelegt wie auf die Legeleistung. Die Ente wurde traditionell auf Karpfenteichen gehalten. Sowohl die Deutsche Pekingente als auch die Amerikanische Pekingente stammen von 1872 durchgeführten Importen ab, bei denen jedoch unklar ist, ob es sich vielleicht um verschiedene Schläge oder gar Rassen handelte.

Amerikanische_Pekingenten_2013_02_edited

Schwimmende Amerikanische Pekingenten

(Foto: Martin Backert)

1e50e16d-e4d1-49e2-a5b5-4b04bd587cb0_edi

Unsere Laufenten-Gruppe im Winter
(c) Boensch

Die heute in der westlichen Welt vorherrschenden Zuchtformen der amerikanischen sowie der deutschen Pekingente gehen beide auf die Ende des 19. Jahrhunderts aus Südostasien importierten Pekingenten zurück. Während die Amerikanische Pekingente vor allem auf Wirtschaftlichkeit gezüchtet wurde, legten deutsche Züchter von Anfang an großen Wert auf die äußere Erscheinung der Tiere. Allgemein zählen Pekingenten zu den am häufigsten gehaltenen Hausentenrassen.

Die Deutsche Peking-Ente unterscheidet sich vor allem durch ihre aufrechte Körperhaltung von den amerikanischen Vettern. Es handelt sich um eine massige Entenrasse mit einem ruhigen und zutraulichen Charakter. Bei der entsprechenden Haltung werden Pekingenten sehr schnell zahm und sind daher ideale „Familienenten“. Zudem brauchen die Tiere keinen allzu großen Auslauf, jedoch unbedingt eine Badegelegenheit. Pekingenten – ganz gleich ob amerikanischen oder deutschen Typs – gibt es nur im weißen Farbenschlag.

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 3,5 kg, Ente 3 kg
Legeleistung: 120 Eier
Eifarbe und -gewicht: 
weiß bis gelblich, 70 g

Da eine unserer Laufenten vom Fuchs geholt wurde bekamen wir von einem Freund kurzerhand eine Pekingente als Ersatz. Dieses Paar waren unsere ersten Enten und unser Einstieg in die Geflügelhaltung. Die schwarze Laufente lebte 6 Jahre bei uns bis auch sie einem Fuchsangriff zum Opfer fiel. Ihr Name war Jasper, weil sie uns zunächst als Erpel verkauft wurde. Das Foto stammt aus dem Jahr 2012.

Streicherente

Die Streicherente wurde in England aus Campbell- und Laufenten erzüchtet und in den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts in Deutschland eingeführt. Sie ist in der ziemlich leicht gebauten, jedoch nicht zu schlanken Form weitgehend mit der nahe verwandten Campbellente übereinstimmend. Streicherenten haben eine leicht aufgerichtete Haltung und sind sehr lebhaft und beweglich. Der klassische Streicherenten-Farbenschlag (silber-wildfarbig) stellt farblich die stärkste Aufhellung der Wildfarbe dar. Die Ente unterliegt im Laufe des Jahres einer Veränderung in der Gefiederfarbe, dabei hellt die Kopffarbe auf und die Mantelgefiederfarbe wird intensiver, die Bürzelzeichnung geht mehr in Strichelung über.

P4033672JPG.jpg

Streicherenten (Foto: Kathrin Haberl)

steckbrief_streicherenten_edited.jpg

Streicherenten (Foto: mauritius images / FLPA / Alamy)

Rassemerkmale:
Der längliche Rumpf wird leicht aufgerichtet getragen. Die Rückenlinie verläuft gerade, die Schultern sind abgerundet. Trotz gut bemuskelter Brust soll diese nicht hervortreten und stets ohne Kiel sein. Die Unterlinie setzt sich fort in den nicht schleppenden Bauch ohne Wammenbildung. Der Schwanz geht in einer Linie mit dem Rücken unter die Waagerechte. Wird das Schwanzgefieder etwas angehoben getragen, gilt das bei der Bewertung nicht als Fehler. Nur mittellange Läufe und in das Gefieder eingebettete Schenkel bilden den "Unterbau". 

Der länglichgezogene Kopf geht mit leicht ansteigender Stirn einerseits in die leicht gebogene Halslinie und nach vorne in den mittellangen Schnabel über. Wichtig dabei ist, dass die Oberkopflinie nicht flach, sondern gut gerundet ist. Die Backen werden "trocken" verlangt, das heißt, nicht durch leicht bauschiges Gefieder hervortretend. Zur eher schlanken Form passt nur ein gut anliegendes, nicht zu weiches Gefieder. Der Neuaufbau der Zucht nach 1945 ging von Ostfriesland aus. 

Gewichte: Erpel 2,5 kg, Ente 2 kg
Bruteier-Mindestgewicht: 65 g
Schalenfarbe der Eier: Weiß
Ringgrößen: Beide Geschlechter 15

Farbschlag: Silber-Wildfarbig

Erpel:
Grundfarbe silbrig rahmweiß; Kopf und Oberhals bis zum geschlossenen, nicht zu schmalen, weißen Halsring schwarz, grün schillernd; Unterhals, Schultern, Brust und Brustüberlauf in die Flanken sind rotbraun mit je nach Federgröße schmaler bis nicht zu breit auslaufender silberweißer Säumung; Unterrücken silbergrau mit dunklen Tupfen, jede Feder weiß gesäumt. Bürzel nahezu schwarz, möglichst mit feinem Silbersaum. Steuerfedern grauweiß bis grauschwarz mit oder ohne heller Säumung. Schwanzlocken schwarz, leicht meliert gestattet. Keilgefieder schwarz, zum Flankengefieder scharf abgegrenzt; Flügel grauweiß gemischt mit hellem Saum und lebhaft grün bis bläulich glänzenden Spiegeln. Die vordere Spiegeleinfassung aus schwarzen Federn, von denen jede weiß gesäumt ist. Den hinteren Spiegelabschluss bildet nach dem Grünblauglanz zunächst ein abgegrenzter schwarzer, dann weißer Streifen. Flügeldecken silbrig aufgehellt mit grauer Rieselung. Schnabelfarbe satt weidengrün, kleine Dunkeleinlagerungen im Nasenbereich gestattet. Lauffarbe orange, etwas dunkel angelaufene Schwimmhäute sind gestattet.

Ente:

Grundfarbe rahmweiß. Kopf und Oberhals satt bräunlich gelb. Heller Unterhals deutlich abgesetzt. Dunkle Kopfstrichelung möglichst auf Stirn und Oberkopf begrenzt. Obere Brust, Unterhals, Schultern, und Rücken, Flanken und Schwanzkeil sind leicht braunschwarz gestrichelt. Die Grundfarbe muss stark vorherrschen. Unterrücken und Flügeldecken gelbgrau mit dunklen Tupfen und weißer Federsäumung. Bürzel kräftig braun gefleckt. Spiegel blaugrün schillernd mit vorderer und hinterer weißer Spiegeleinfassung wie beim Erpel. Schwingen gelblichweiß mit deutlichen Graueinlagerungen. Schwanzfedern hellbraun. Schnabelfarbe graugrün. Lauffarbe braungrau bis dunkelbraungrau.

Junge Streicherente aus unserer Zucht.
(c) Boensch

Gesamterscheinung:

Als bewegliche, fleißig futtersuchende Landente ist das Körpervolumen nicht schwergewichtig, darf aber nicht zu schlank erscheinen. Ohne extreme Ausprägungen verlaufen die Körperlinien harmonisch, sodass sie in Verbindung mit der kontrastreichen und farbstarken Zeichnung ein ästhetisches Bild darstellen. In Abgrenzung zur Wildfarbe zeigen Streicherenten die stärkste Aufhellung und dennoch, besonders beim Erpel, die wildähnlichen Zeichnungsmerkmale.

Zwergente

Die Zwergente ist eine von der Stockente (Anas platyrhynchos) abstammende Entenrasse, die mit ihrer „gnomenhaft puppigen“ Gestalt dem Kindchenschema entspricht und auch durch ihr keckes und freches Wesen auffällt.

960px-TvkR_MvH_Kwakertjes_P1190202_bw_ed

Zwergenten (Foto: TvkR Marijke)

Witte_kwaker.jpg

Weiße Zwergenten (Foto: Harriemanders)

Die Anfänge dieser Rasse sind unbekannt, sie wurden jedoch in England „rassig durchgezüchtet“. Die englische Bezeichnung „Call Duck“ dieser aus den Niederlanden stammenden Entenrasse macht deutlich, wofür die kleinen Tiere genutzt wurden und auch noch werden: als Lockvogel bei der Entenjagd. Ihr englischer Name wird vom niederländischen Wort „kooi“ für Falle abgeleitet. Zwergenten sind stimmgewaltig und haben einen hohen, weit reichenden und ausdauernden Ruf. Sie wurden zunächst von niederländischen Jägern als Lockente eingesetzt. Diese banden die zahmen Enten am Eingang der Falle fest und je mehr die kleinen Enten riefen, umso mehr wilde Enten lockten sie in eine Falle oder vor die Flinte und sicherten so den Jagderfolg ihres Halters.

Zwergenten benötigen nur wenig Platz – den man allerdings mit einem Netz überspannen sollte, denn Zwergenten können sehr gut fliegen. Heute werden sie vor allem als „Ziergeflügel“ gehalten, vor allem Kinder haben viel Freude an der kleinen Rasse.
Der possierliche Eindruck der Zwergenten wird verstärkt durch kugelige Hamsterbacken, den kurzen breiten Schnabel und die dunklen, runden Augen, die sich fast in der Mitte des Kopfes befinden. Mit 17 anerkannten Farbenschlägen, in denen jeweils auch Zwergenten mit Haube anerkannt sind, zählen die Zwergenten zu den farbenreichen Geflügelrassen.

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 900 g, Ente 800 g

Legeleistung: 30 Eier

Eifarbe und -gewicht:
weiß bis grünlich, 45 Gramm 

Zwergenten werden in Deutschland in folgenden Farbenschlägen gezüchtet:

Wildfarbig, Blau-Wildfarbig, Silber-Wildfarbig, Weiß, Schwarz, Blau, Gelb, Braun, Blau-Gelb, Butterscotch, ein stark aufgehelltes Blau-Gelb, Gelbbäuchig, Grobgescheckt-Wildfarbig, Grobgescheckt-Blauwildfarbige (seit 2010), Wildfarbig mit (weißem) Latz, Schwarz mit (weißem) Latz, Blau mit (weißem) Latz und Braun mit (weißem) Latz, Schwarz-Geelsterte Zwergente

In „Züchterarbeit“ befinden sich Khakifarbige und Gelbe mit weißem Latz. Weitere Variationen finden sich bei Züchtern in England und den USA: Blaue und Schwarze Zwergenten mit „Elsterscheckung“; Spot, eine Aufhellung der Silber-Wildfarbe; Aleution, die mit Forellenfarbigen zu vergleichen sind; Lavendel oder Lila; sämtliche Farbenschläge in Dunkelwildfarbig; Blau-Silberwildfarbig und einige mehr.

Impressionen von unseren Zwergenten:

kmatt-artz-Fu2v5drnMBA-unsplash-copy.jpg

Weitere empfehlenswerte Entenrassen

Aylesburyente

Bei dieser ursprünglich englischen Hausente handelt es sich um eine sehr alte Rasse, die bereits seit rund 250 Jahren gezüchtet wird. Nach Deutschland kam die Aylesburyente bereits um das Jahr 1860. Rassetypisch sind der lange, breite und tiefe Körperbau sowie der an der Bauchunterseite befindliche „Kiel“. So groß die Tiere auch sind, so brauchen sie doch viel Bewegung, gerade im jungen Alter. Außerdem ist ein ausreichend großes Wasserbecken unbedingt notwendig, vor allem, wenn die Aylesburyenten brüten sollen. Nicht nur, dass die Tiere sich sehr gern im Wasser aufhalten, der im Wasser durchgeführte Tretakt begünstigt die Befruchtungsrate. Halten Sie jedoch maximal zwei Enten pro Erpel – damit ist dieser ausgelastet genug. Die Eier müssen aufgrund des mangelnden Brutinstinktes der Rasse meist per Kunstbrut ausgebrütet werden.

Aylesburyente

Aylesbury_Ducks._(15035592304).jpg

Aylesburyenten (Foto: Bernard Spragg)

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 3,5 kg, Ente 3 kg (Mindestgewicht, da es sich um Mastenten handelt)

Legeleistung: 80 Eier

Eifarbe: weiß 

Campbell-Ente

Die Campbell-Ente wurde ursprünglich vor allem auf eine hervorragende Legeleistung hin gezüchtet. Entstanden ist diese Rasse gegen Ende des 19. Jahrhunderts in Gloucestershire, als die Pastorenfrau Mrs. Campbell zunächst Indische Laufenten mit Rouenenten und schließlich, in den nachfolgenden Generationen, mit Stockenten kreuzte. Es gibt heute eine englische und eine deutsche Zuchtrichtung, die sich teils deutlich voneinander unterscheiden. Die korrekte Bezeichnung dieser leichten Entenrasse lautet in Deutschland: Deutsche Campbell-Ente in braun-wilddunkelfarbig. Ursprünglich wurden Campbellenten nur in diesem gleichmäßig khakifarbenen Ton gezüchtet, mittlerweile gibt es aber auch einen weißen Farbenschlag.

Campbellenten_edited.jpg

Campbell-Ente 
(c) Bund Deutscher Rassegeflügelzüchter e.V. (BDRG)

Paul-Erwin Oswald_edited.jpg

Campbell-Enten (Foto: Paul-Erwin Oswald)

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 2,5 kg, Ente 2 kg 

Legeleistung: 140 Eier

Eifarbe: weiß bis grünlich

Eigewicht: 65 g

Cayuga-Ente

Diese, vermutlich von den Cayuga-Indianern erstmals domestizierte, Entenrasse ist ein echter Hingucker: Das tiefschwarze Federkleid muss laut Rassestandard mit einem intensiv schillerndem Grün überzogen sein. Dieser „Lack“ ist über den ganzen Körper verteilt und besonders intensiv an Kopf, Hals und Rücken. Damit der herrliche grüne Schimmer erhalten bleibt, brauchen diese Enten unbedingt eine ausreichend große Badegelegenheit. Cayuga-Enten sind mittelgroße Enten, die allerdings nur wenige Eier pro Jahr legen und auch keine guten Brüterinnen sind – wer diese Rasse züchtet, wird ohne Kunstbrut kaum erfolgreich sein.

Hausente1.jpg

Cayuga-Ente (Foto: Hagen Graebner)

b52e619a-bd1f-421f-b557-51225fe0284d_edi

Cayuga-Ente

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 3 kg, Ente 2,5 kg 

Legeleistung: 60 Eier

Eifarbe: weiß bis grünlich

Eigewicht: 65 g

Hochbrutflugente

Diese Entenrasse ist sowohl in ihrem Aussehen, ihrem Verhalten als auch im Geschmack ihres Fleisches der ursprünglichen Stockente sehr ähnlich. Tatsächlich wurde sie aus der Wildform sowie aus verschiedenen Landentenrassen heraus gezüchtet. Allerdings sind sie etwas größer als Stockenten, verfügen allerdings über ebenso ausgezeichnete Flugeigenschaften. Aus diesem Grund bleiben sie nicht immer im Umfeld des heimischen Hofes und können, sofern es keine regelmäßige Fütterung am Abend gibt, leicht verwildern. Eine pünktliche Fütterung im Stall sorgt jedoch dafür, dass die Tiere abends immer wieder kommen. Wenn Sie verhindern möchten, dass die Enten wegfliegen, überspannen Sie das Gehege einfach mit einem Geflügelnetz. Hochbrutflugenten sind außerdem ausgezeichnete Brüterinnen, die erhöht aufgestellte Nistgelegenheiten bevorzugen.

1,0_Hochbrutflugenten_PEO025_edited.jpg

Erpel der Hochbrutflugente 
(Foto: Paul-Erwin Oswald)

3ff46bb4-7856-4f4b-a78e-1a0c5e800440_edi

Schwimmende Hochbrutflugente

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 1,5 kg, Ente 1,25 kg 

Legeleistung: 40 Eier

Eifarbe: grünlich

Eigewicht: 50 g

Krummschnabelente

Bei dieser optisch sehr auffälligen Ente handelt es sich um eine sehr alte niederländische Hausentenrasse, die bereits im Jahre 1676 erstmals literarisch Erwähnung fand und auch auf vielen zeitgenössischen Gemälden niederländischer Meister zu sehen ist. Nach dem Zweiten Weltkrieg war die Population der Krummschnabelente auf lediglich 15 Tiere zusammengeschmolzen, aus denen dann die heutige Zuchtlinie neu belebt wurde. Rassetypisch ist der krumme Schnabel, wobei die Küken zunächst mit einem geraden Schnabel schlüpfen – und sich dieser erst mit zunehmendem Alter krümmt. Krummschnabelenten sind ausgezeichnete Schneckenvertilger, fressen aber auch gern Grünzeug. Die Tiere können zudem fliegen, weshalb der Auslauf mit einem Netz überspannt werden sollte.

Krummschnabelente.jpg

Krummschnabelente, dunkel-wildfarbig 
(Foto: R. Traxl)

429813_186809978089000_691885787_n.jpg

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 2 kg, Ente 1,75 kg 

Legeleistung: 40 Eier

Eifarbe: dunkel- bis hellgrün

Eigewicht: 60 g

Krummschnabelente, weiß mit Haube
(Foto: J. Harteman)

Pommernente

Pommernenten mit ihrem dunklen, schwarzen oder blauen Federkleid sowie dem weißen Latz in der Hals- und Kropfgegend sind eine auffällige Erscheinung. Die kräftigen, sehr robusten Tiere gelten aus äußerst anspruchslos und genügsam, sind zudem durch ihr dichtes Federkleid mit dem daunenreichen Untergefieder unempfindlich gegenüber Nässe und Kälte. Die Rasse entstand bereits im 18. Jahrhundert in der brandenburgischen Uckermark, steht jedoch heute leider auf der Roten Liste der aussterbenden Arten. Aufgrund ihrer Größe sowie ihrer Marschfestigkeit benötigen Pommernenten ein entsprechend weitläufiges Areal. Wie die Indischen Laufenten gelten auch sie als eifrige Schneckenvertilger.

Pommernente.jpg

Pommernenten (Foto: Rauna)

f82b8d87-32dd-4037-923c-de6f5ecba17d_edi

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 3 kg, Ente 2,5 kg 

Legeleistung: 70 - 100 Eier

Eifarbe: Schwankt zwischen Weiß, Grau, Grünlich oder Blaugrün.

Eigewicht: 70 g

Pommernente

Rouen-Clair-Ente

Hierbei handelt es sich um eine sehr alte Hausentenrasse, deren Ahnen bereits im Mittelalter aus der Umgebung der Stadt Rouen in der französischen Normandie stammen sollen. Die sehr schwere Ente eignet sich sehr gut für eine Haltung am Bach oder im Auslauf, der jedoch entsprechend groß sein und über eine Schwimmgelegenheit verfügen sollte. Rouen-Clair-Enten sind sehr unkompliziert, hervorragende und fürsorgliche Brüterinnen und haben einen ruhigen Charakter. Es gibt sie ausschließlich in einem etwas aufgehellten wildfarbigen Federkleid. Rouen-Clair-Enten sind keinesfalls mit den etwas kleineren und schwerfälligeren Rouenenten zu verwechseln.

Rouen-Clair-Ente.jpg

Rouen-Clair-Enten (Foto: M. Mettler)

Anas-domestica-Rouen-Clair-Ente-WarderHNTP2025June17-432-BioLib.jpg

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 3,5 - 4 kg, Ente 3 - 3,5 kg 

Legeleistung: 100 - 200 Eier

Eifarbe: von weiß oder cremefarben bis grünlich

Eigewicht: 80 g

Rouen-Clair-Enten (Foto: K. Rudloff)

Sachsenente

Sachsenenten gab es bereits vor dem Zweiten Weltkrieg, sind in dessen Wirren allerdings ausgestorben. Die heutige Sachsenente, eine schwere und gut legende Landente, wurde in den 1950er Jahren aus Rouenenten, Deutschen Pekingenten, blauen Pommernenten und vermutlich Orpingtonenten erneut herausgezüchtet und fanden schnell sowohl in Europa als auch in Nordamerika Verbreitung. Sachsenenten sind in der Haltung absolut unkompliziert und daher sehr gut für Anfänger geeignet – vorausgesetzt, ihnen steht ein geräumiger Auslauf mit Bademöglichkeit zur Verfügung. Jedoch brüten Sachsenenten nicht, weshalb bei der Zucht auf Kunstbrut zurückgegriffen werden muss.

Sachsenente

Sachsenente.jpg

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 3,5 kg, Ente 3 kg 

Legeleistung: 80 - 100 Eier

Eifarbe: weiß

Eigewicht: 80 g

Erpel der Sachsenente (Foto: M. Thieme)

Warzenente

Die auch als Barbarie-Ente oder Flugente bezeichnete Warzenente stammt aus Mittelamerika und wurde von den Spaniern dort bereits domestiziert vorgefunden. Im Gegensatz zu den anderen Entenrassen leiten sie sich nicht von der Stockente ab, sondern stammen von der Moschusente (Cairina moschata) ab. Ihr auffälligstes, namensgebendes Merkmal sind die Gesichtswarzen, die vor allem bei älteren Erpeln imposante Ausmaße annehmen können. Warzenenten gibt es in zahlreichen interessanten Farbenschlägen, unter anderem auch diverse Schecken und blaue Varianten. Besonderheiten sind vor allem die (gering ausgeprägte) Flugfähigkeit mancher weiblicher Tiere sowie die Gewohnheit, vornehmlich an erhöhten Plätzen zu brüten. Warzenenten haben ausgezeichnete Bruteigenschaften, wiederum ganz im Gegensatz zu vielen anderen Hausenten.

Canards_de_Barbarie_edited.png

Warzenenten (Foto: Uikitireza)

Domesticated_Muscovy_duck_(34144161225)_

Männliche Warzenente (Foto: Luc.T)

Durchschnittliches Gewicht: 
Erpel 5 kg, Ente 3 kg 

Legeleistung: 40 Eier

Eifarbe: weiß, manchmal mit gelblichem Schimmer 

Eigewicht: 70 g

Witte_eenden_Witte_kwakers_watervogels_e

So sehen glückliche Enten aus! (Foto: Arnold Bartels)

bottom of page