
Schwimmenten, Säger & Co
(Unterfamilie Anatinae)

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Die Anatinae sind eine Unterfamilie der Entenvögel, deren Feingliederung von Taxonomen unterschiedlich vorgenommen wird und deren Gattungs- beziehungsweise Artumfang wegen neuer morphologischer Erkenntnisse teilweise stark im Umbruch ist. Früher wurden dieser Unterfamilie alle „Nicht-Gänse“ unter den Entenvögeln zugeordnet, so dass das Taxon Anatinae sinnvollerweise mit dem deutschen Namen Enten belegt war. Inzwischen wird den Halbgänsen und Ruderenten eine Sonderstellung innerhalb der Ordnung der Anseriformes zugebilligt, so dass die Schwimmenten, die Tauchenten, die Meerenten und Säger sowie zwei wenig bekannte Gattungen als Anatinae übrig bleiben. Auf unserer Seite folgen wir der Abgrenzung, wie sie die auf Entenvögel spezialisierte Ornithologin Janet Kear in der als Standardwerk angesehenen Abhandlung vorgeschlagen hat. Diese Zuordnung ist noch nicht als allgemeingültig zu betrachten. Eine Reihe von Zoologen bevorzugen andere Zusammenstellungen der Anatinae.
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Klasse: Vögel (Aves)
Ordnung: Gänsevögel (Anseriformes)
Familie: Entenvögel (Anatidae)
Unterfamilie: Anatinae
Brautenten-Erpel (Aix sponsa)
(c) Jason Headley
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Stockente (Anas platyrhynchos)
(c) anonymous

Europäische Gänsesäger (Mergus merganser ssp. merganser) (c) Bengt Nyman

Kappensäger (Lophodytes cucullatus)
(c) gregslak

Spießente (Anas acuta)
(c) Guy L. Monty
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Prachteiderente (Somateria spectabilis)
(c) Joanne Muis

Rosenohrente (Malacorhynchus membranaceus)
(c) Terry Sohl
Allgemeine Merkmale
Die der Unterfamilie Anatinae zugeordneten Enten weisen einheitliche Körpermerkmale auf, wie sie sich auch entweder bei allen oder bei einer Vielzahl anderer den Anseriformes zugehörigen Arten finden. Dazu gehören der gedrungene Körperbau, die kurzen Beine, die relativ weit hinten am Körper angesetzt sind und die zu dem charakteristischen watschelnden Gang führen, der Schnabel, der am inneren Schnabelrand Hornleisten sowie eine Hornkappe an der Schnabelspitze aufweist, und die durch Schwimmhäute verbundenen Vorderzehen der Füße. Die Küken weisen ein dichtes Dunenkleid auf und sind Nestflüchter, die wenige Stunden, nachdem sie das Ei verlassen haben, bereits schwimmfähig sind. Charakteristische Körpermerkmale und Verhaltensweisen finden sich eher bei den einzelnen Triben.
Die Mauser
Die meisten Entenarten der Anatinae wechseln zweimal im Jahr ihr Gefieder, wobei der Gefiederwechsel bei Männchen und Weibchen zeitlich leicht versetzt voneinander verläuft. Die Mauser vor der Brutzeit wird als pränuptiale Mauser bezeichnet und ist der Wechsel vom Ruhekleid ins Pracht- beziehungsweise Brutkleid. Nach der Brutzeit wird in der postnuptialen Mauser dieses Kleid wieder ins Ruhekleid gewechselt. Für nicht alle Anatinae-Arten liegen ausführliche Mauserstudien vor. Am besten untersucht ist der Mauserverlauf bei der Stockente, wobei es auch innerhalb dieser Art erhebliche individual- und populationsspezifische Unterschiede im zeitlichen Verlauf der Mauser gibt. Bei mitteleuropäischen Stockenten wechseln die Erpel zu Beginn der praenuptialen Mauser im Zeitraum von Juli bis August das Schwingengefieder und sind dann für drei bis fünf Wochen flugunfähig. Anschließend erfolgt der Wechsel des übrigen Gefieders, was sich bis zum Beginn des Dezembers hinzieht. Die Enten tragen ab dann das vollentwickelte Pracht- beziehungsweise Brutkleid. Die postnuptiale Mauser beginnt bei Stockentenerpeln bereits Mitte Mai mit dem Abwurf der mittleren Steuerfedern, während die Weibchen noch brüten. Es folgt dann die Mauser des Kleingefieders. Bei Weibchen findet die Schwingenmauser im September statt und der Kleingefiederwechsel ins Brutkleid im Zeitraum zwischen Oktober und November.
Stimme
Anatinae verfügen über eine große Bandbreite von Lautäußerungen. Die Laute werden in der sich am Ende der Luftröhre befindlichen Syrinx erzeugt. Die Rufe der Männchen und Weibchen können sich erheblich unterscheiden, wobei dies dann in der Regel mit einem Unterschied in der Aufbauweise des Kehlkopfes einhergeht. Bei einer Reihe von Arten ist die Stimme unauffällig. Besonders in der Tribus der Meerenten und Säger finden sich Arten, deren Rufe weithin zu vernehmen sind. Das noch aus weiter Entfernung vernehmbare uh-huh-uu der Eiderente erinnert an den Ruf der Hohltaube. Die klangvollen garu-kolik der gruppenbalzenden Eisenten-Erpel erinnern aus der Ferne an helles Glockengeläut. Die meisten Entenrufe sind wie das räb-räb-rab der Stockentenerpel weniger melodisch. Die Rufe der Weibchen sind grundsätzlich weniger auffällig als die der Erpel.
Anatinae erzeugen auch eine Reihe von Instrumentallauten. Dazu zählt das matte, klingelnde wich wich wich …, das für den Flug der Stockenten charakteristisch ist und mit den Flügeln erzeugt wird. Männliche Stockenten zeigen während der Balz ein ritualisiertes Scheinputzen, bei dem sie mit dem Schnabel von hinten her die Kiele der Handschwingen berühren. Das erzeugt ein ratterndees rrp-Geräusch.[3] Andere Anatinae erzeugen während der Balz lautes Wasserplatschen, indem sie während des Eintauchens mit den Füßen auf die Wasseroberfläche aufschlagen oder mit den Flügeln aufs Wasser schlagen.
Ernährung
Bereits die unterschiedlichen Schnabelformen der Anatinae-Arten weisen auf die verschiedenen Nahrungsstrategien der einzelnen Arten hin. Im Folgenden wird dies exemplarisch an vier Arten aufgezeigt, deren deutlich unterschiedliche Schnabelformen Anpassungsmerkmale an ihre jeweilige Ernährungsform aufweisen.
Die zu den Gründelenten zählende Löffelente besitzt einen vorne breit auslaufenden, klobigen Schnabel, an dessen Rändern sich eine besonders hohe Zahl von feinen Hornlamellen befindet. Oberflächennahes Wasser wird von ihr seihend durchschnattert, wobei das aufgenommene Wasser seitwärts durch die kammartigen Lamellen hinausgedrückt wird. Sie nimmt dabei Insekten, Schnecken, Würmer sowie treibende Samen und grüne Pflanzenbestandteile auf.
Die zu den Tauchenten zählende Moorente weist einen gleichmäßig breiten Schnabel mit einer gut ausgebildeten Hornspitze auf. Sie kann damit an der Oberfläche treibende Pflanzenbestandteile aufnehmen. In der Regel taucht sie jedoch und fasst mit ihrem Schnabel Samen, Rhizome, Wurzelknollen und Pflanzenbestandteile der submersen Gewässervegetation sowie der Pflanzen der Schwimmblattzone auf. Sie nimmt dabei auch kleine Wasserschnecken sowie freischwimmende Wasserinsekten zu sich, auch wenn der tierische Nahrungsbestandteil bei ihr insgesamt einen geringeren Anteil der Nahrung ausmacht. Tauchenten sind grundsätzlich etwas besser als Gründelenten an ein Leben auf dem Wasser angepasst. Viele von ihnen sind Herbivoren. Sie besetzen in vielen Regionen der Welt eine ähnliche ökologische Nische wie Schwäne. Während diese allerdings mit Hilfe ihrer langen Hälse unter Wasser nach Futter suchen, tauchen die Tauchenten.
Bei der zu den Meeresenten und Sägern zählenden Trauerente ist der Schnabel kurz und kräftig. Sie ist darauf spezialisiert, tauchend am Meeresboden Muscheln und in geringerem Umfang auch Schnecken aufzunehmen und mit ihrem kräftigen Schnabel zu zerkleinern. Krebstiere, Ringelwürmer und Stachelhäuter sowie im Sommer auch in geringerem Umfang Pflanzenbestandteile gehören gleichfalls zu ihrer Nahrung. Fische werden von ihr nur sehr selten aufgenommen. Der Gänsesäger dagegen ernährt sich ausschließlich von Fischen.
Tribus Schwimmenten (Anatini)
Diese artenreiche Tribus umfasst Enten, die unter anderem durch einen ausgeprägten Saison- und Geschlechtsdimorphismus gekennzeichnet sind. Bei vielen Arten haben die Männchen ein stark kontrastierendes Prachtkleid. Im Ruhekleid weisen sie ähnlich wie die Weibchen ein braunes, unauffälliges Gefieder auf. Schwimmenten ernähren sich gründelnd. Sie stehen dabei mit dem Kopf nach unten im Wasser, so dass sich neben dem Kopf auch Hals und Brust im Wasser befinden.
Der übrige Rumpf sowie die Beine halten dabei das Gleichgewicht durch leichte Beinbewegungen. Deshalb hat sich für diese Tribus auch die Bezeichnung Gründelenten etabliert, den eine Reihe von Ornithologen für eine bessere, als die Bezeichnung Schwimmenten halten. Schwimmenten sind zwar grundsätzlich in der Lage mit dem ganzen Körper im Wasser einzutauchen, sie nutzen diese Fähigkeit jedoch in der Regel nur zur Feindvermeidung. Charakteristisch für Schwimmenten ist, dass der Körperschwerpunkt so zur Körpermitte hin verlagert ist, dass das Körperende leicht aus dem Wasser gehoben wird. Grundsätzlich weisen Schwimmenten ein spezifisch leichteres Körpergewicht als Tauchenten auf. Sie liegen deshalb höher im Wasser als diese.
Typisch ist für Gründelenten außerdem, dass sie in der Lage sind, sich unmittelbar aus dem Wasser in die Luft zu erheben, ohne dafür eine Anlauffläche zu benötigen. Zu den anatomischen Besonderheiten der Schwimmenten zählt die dünne Hinterzehe sowie die am Ende der Luftröhre befindliche Syrinx, die zu einer Trommel erweitert und bei Gründelenten vollständig verknöchert ist.

Eurasische Krickente (Anas crecca ssp. crecca) beim Gründeln (c) abujudy
Beim Gründeln tauchen insbesondere Schwimmenten Kopf und Hals in flache Gewässer, um am Grund nach Nahrung wie Wasserpflanzen, Samen, Schnecken oder Larven zu suchen, während der Körper auf der Oberfläche bleibt und der Bürzel in die Höhe ragt.
Die Stockente, die sich regelmäßig auf den Gewässern in städtischen Grünanlagen einfindet, ist die vermutlich bekannteste Schwimmente. Weitere in Europa heimische Arten sind Pfeif-, Schnatter-, Krick-, Spieß-, Knäk- und Löffelente. Mandarin- und Brautente wurden nach Europa eingeführt und kommen als Gefangenschaftsflüchtlinge auch wild vor. Die früher oft als eigenständige Tribus geführten Glanzenten werden heute größtenteils bei den Schwimmenten, zwei Arten auch bei den Halbgänsen eingeordnet.
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Subtribus Cairinina
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Gattung Cairina
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Moschusente (Cairina moschata)
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Gattung Asarcornis
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Weißflügelente
(Asarcornis scutulata)
manchmal zu Cairina gerechnet
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Gattung Pteronetta
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Hartlaubente
(Pteronetta hartlaubii)
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Gattung Aix
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Brautente (Aix sponsa)
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Mandarinente (Aix galericulata)
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Subtribus Nettapodina
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Gattung Chenonetta
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Mähnenente (Chenonetta jubata)
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Gattung Zwergenten, Nettapus
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Schmuckzwergente
(Nettapus auritus) -
Koromandelzwergente
(Nettapus coromandelianus) -
Smaragdzwergente
(Nettapus pulchellus)
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Subtribus Anatina
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Gattung Amazonetta
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Amazonasente
(Amazonetta brasiliensis)
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Gattung Eigentliche Enten (Anas) über 30 Arten
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Gattung Callonetta
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Rotschulterente
(Callonetta leucophrys)
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Gattung Lophonetta
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Schopfente
(Lophonetta specularioides)
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Gattung Mareca
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Kanadapfeifente
(Mareca americana) -
Sichelente (Mareca falcata)
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Amsterdamente
(Mareca marecula), ausgestorben -
Pfeifente (Mareca penelope)
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Chilepfeifente (Mareca sibilatrix)
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Schnatterente (Mareca strepera)
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Subtribus Anatina (Fortsetzung)
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Gattung Sibirionetta
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Gluckente (Sibirionetta formosa)
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Gattung Löffelenten (Spatula)
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Zimtente (Spatula cyanoptera)
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Löffelente (Spatula clypeata)
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Blauflügelente (Spatula discors)
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Pünktchenente
(Spatula hottentotta) -
Halbmond-Löffelente
(Spatula rhynchotis) -
Kaplöffelente (Spatula smithii)
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Fuchslöffelente (Spatula platalea)
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Punaente (Spatula puna)
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Knäkente (Spatula querquedula)
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Silberente (Spatula versicolor)
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Gattung Speculanas
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Kupferspiegelente
(Speculanas specularis)
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Moschusente (Cairina moschata)
(c) Bernard DUPONT

Weißflügelente (Asarcornis scutulata)
(c) Ashley Coates
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Hartlaubente (Pteronetta hartlaubii)
(c) Ebobo

Brautente (Aix sponsa) (c) Kent Ross
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Mandarinente (Aix galericulata) (c) Martin Tremblay

Mähnenente (Chenonetta jubata) (c) Buteo

Schmuckzwergente (Nettapus auritus)
(c) Graeme Baxter

Koromandelzwergente
(Nettapus coromandelianus) (c) sahdevsinh87

Smaragdzwergente (Nettapus pulchellus)
(c) mscaus

Amazonasente (Amazonetta brasiliensis)
(c) KENNEDY BORGES

Spießente (Anas acuta)
(c) silvertop41

Andamanen-Weißkehlente (Anas albogularis)
(c) Uday Agashe



Andenente (Anas andium) (c) David Monroy R
Aucklandente (Anas aucklandica)
(c) Saryu Mae 前 朝琉
Bahamaente (Anas bahamensis)
(c) denismatthey

Fahlente (Anas capensis) (c) Louise Creed


Carolinakrickente (Anas carolinensis) (c) BioBlitz
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Kastanienente (Anas castanea) (c) Terra Occ
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Neuseelandente (Anas chlorotis) (c) Caiden B

Kerguelenente (Anas eatoni) (c) simben
Krickente (Anas crecca) © Alan Burger

Philippinenente (Anas luzonica) (c) kevinpearce
Mexikoente (Anas diazi) (c) letebile

Braunkopfente (Anas flavirostris)
(c) Gonzalo González Mora

Floridaente (Anas fulvigula) (c) nikkikraft

Spitzschwanzente (Anas georgica) Foto: steve b

Australente (Anas gracilis) Foto: John Cull


Laysanente (Anas laysanensis) (c) viweedguy

Madagaskarente (Anas melleri) (c) Mikael Bauer
Campbellente (Anas nesiotis) (c) Alex Fergus

Indien-Fleckschnabelente (Anas poecilorhyncha)(c) sanjaydate

Dunkelente (Anas rubripes)
(c) Lisa Wiencek Gerbec
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Sundaente (Anas gibberifrons) (c) Sid Mosdell

Rotschnabelente (Anas erythrorhyncha) (c) Jenny

Stockente (Anas platyrhynchos) (c) silvertop41

Schwarzente (Anas sparsa) (c) ianrijsdijk

Augenbrauenente (Anas superciliosa) (c) Tim

Gelbschnabelente (Anas undulata)
(c) Francesco Veronesi

Hawaiiente (Anas wyvilliana)

Rotschulterente (Callonetta leucophrys)
(c) Daniel Dias

Schopfente (Lophonetta specularioides)
(c) Leonardo Adrián LEIVA

Kanadapfeifente (Mareca americana)
(c) silvertop41

Sichelente (Mareca falcata) (c) nmoorhatch

Pfeifente (Mareca penelope) (c) Anaís Fidalgo

Chilepfeifente (Mareca sibilatrix)
(c) Kala Murphy King

Schnatterente (Mareca strepera) (c) Luke

Gluckente (Sibirionetta formosa) (c) Xuan Chuan

Zimtente (Spatula cyanoptera) (c) dlbowls

Löffelente (Spatula clypeata) (c) Mikhail Ezdakov

Blauflügelente (Spatula discors) (c) gregslak

Pünktchenente (Spatula hottentotta) (c) jtajax

Halbmond-Löffelente (Spatula rhynchotis)
(c) Amaya M.

Kaplöffelente (Spatula smithii)
(c) pkondrashov

Fuchslöffelente (Spatula platalea)
Foto: Hugo Hulsberg

Silberente (Spatula versicolor)
(c) Guillermo Menéndez
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Knäkente (Spatula querquedula) (c) vyatka

Punaente (Spatula puna)
(c) Ernesto Octavio Guzman Tapia

Kupferspiegelente (Speculanas specularis)
(c) Paul Tavares
Tribus Tauchenten (Aythyini)
Bei den Tauchenten (Aythyini) handelt es sich um meistens süßwasserbewohnende Enten, die ihre Nahrung tauchend finden. Die charakteristische Eintauchbewegung beginnt mit einem leichten Anheben des Oberkörpers aus dem Wasser, der Hals ist dabei nach unten gekrümmt, aber gestreckt. Mit einem gleichzeitigen Schlag der Füße taucht die Ente dann ins Wasser ein. Typisch für die Tauchenten sind die sehr weit hinten angesetzten Beine, die ihnen die erforderliche Kraft verleihen, um auch sehr tief im Wasser einzutauchen. Trauer- und Samtenten erreichen dabei regelmäßig Gewässertiefen von 30 Metern. An Land sind Tauchenten auf Grund ihrer Beinstellung in der Regel schwerfällig und haben einen auf den Menschen unbeholfen wirkenden Gang.
Tauchenten sind im Schnitt etwas kleiner als Schwimmenten und weisen eine gedrungenere Körperform auf. Der Körperschwerpunkt ist weit nach hinten verlagert. Tauchenten haben ein höheres spezifisches Gewicht und liegen, verglichen mit den Schwimmenten, tiefer im Wasser. Ihr Rücken ist gerundet. Um sich aus dem Wasser in die Luft zu erheben, laufen sie meist unter heftigem Flügelschlagen gegen den Wind, wobei die jeweilige Wegstrecke von der Körpermasse beeinflusst ist. Bei einigen der Arten finden sich wie bei den Schwimmenten ein Saison- und Geschlechtsdimorphismus. Die zu den Entenvögeln Südamerikas zählende Rosenschnabelente, die afrikanische Rotaugenente, die Tasmanmoorente und die Madagaskarmoorente sowie die Maoritauchente weisen ein Gefieder ohne starke saisonale Änderung auf. Man spricht deshalb bei ihnen auch von einem Jahreskleid. Auch bei anderen Männchen der Tauchenten sind die Unterschiede zwischen Brut- und Ruhekleid nicht sehr ausgeprägt. Die Moorente ist unter den europäischen Anatinae-Arten die einzige, bei der der Geschlechtsdimorphismus nur schwach ausgeprägt ist.
Zu den anatomischen Besonderheiten der Tauchenten zählt die verdickte Hinterzehe.
Zu den bekannteren Tauchenten, die in Europa zu den regelmäßigen Brutvögeln gehören, zählen die Reiher-, Berg- sowie die Kolbenente.
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Gattung Marmaronetta
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Marmelente
(Marmaronetta angustirostris)
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Gattung Rhodonessa
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Rosenkopfente
(Rhodonessa caryophyllacea)
wahrscheinlich ausgestorben
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Gattung Netta
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Kolbenente (Netta rufina)
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Rosenschnabelente (Netta peposaca)
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Rotaugenente
(Netta erythrophthalma)
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Die Rosenkopfente (Rhodonessa caryophyllacea), auch als Nelkenente bezeichnet, ist eine möglicherweise ausgestorbene Tauchentenart.
Eines der letzten Exemplare wurde 1935 in Dabhanga, Bihar, Indien von C. M. Inglis geschossen, der nicht einmal wusste, was er erlegt hatte. Der letzte gesicherte Nachweis liegt aus dem Jahre 1949 vor. © Latham, 1790
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Gattung Aythya
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Riesentafelente (Aythya valisineria)
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Rotkopfente (Aythya americana)
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Tafelente (Aythya ferina)
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Tasmanmoorente (Aythya australis)
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Madagaskarmoorente
(Aythya innotata) -
Moorente (Aythya nyroca)
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Baermoorente (Aythya baeri)
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Maoriente (Aythya novaeseelandiae)
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Ringschnabelente (Aythya collaris)
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Reiherente (Aythya fuligula)
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Bergente (Aythya marila)
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Kanadabergente (Aythya affinis)
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Marmelente (Marmaronetta angustirostris)
(c) brian fisher

Kolbenente (Netta rufina)
(c) Diego González Dopico

Rosenschnabelente (Netta peposaca)
(c) Gregory Greene
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Rotaugenente (Netta erythrophthalma)
(c) Ian White
Riesentafelente (Aythya valisineria)
Foto: Dario Taraborelli
Rotkopfente (Aythya americana)
(c) Beth Fishkind



Tafelente (Aythya ferina) (c) Jon J. Laysell
Tasmanmoorente (Aythya australis)
(c) Fran Wiesner
Madagaskarmoorente (Aythya innotata)
(c) Nik Borrow

Moorente (Aythya nyroca)
(c) Martin Mecnarowsk
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Baermoorente (Aythya baeri) (c) Zinogre

Maoriente (Aythya novaeseelandiae)
(c) Lindsay Alexander

Ringschnabelente (Aythya collaris)
(c) Stanley Wood

Reiherente (Aythya fuligula)
(c) Frans Vandewalle

Bergente (Aythya marila)
(c) Merrill Peterson

Veilchenente (Aythya affinis)
(c) kathy-115
Tribus Meerenten und Säger (Mergini)
Die Meerenten und Säger (Mergini) umfassen neben den Sägern eine Reihe tauchender Enten, die oft, aber nicht immer, an ein Leben an Meeresküsten angepasst sind. Schellente und Eiderente sind Beispiele für solchen Anatinae-Arten. In ihrem Erscheinungsbild ähneln Meerenten und Säger den Tauchenten. Kennzeichnend für die Säger ist der dünne, sehr schmale Schnabel. Der Nagel an der Schnabelspitze ist hakenförmig umgebogen, an den Rändern von Ober- und Unterschnabel finden sich scharfe, leicht zugespitzte Zähne.
Die Nahrung der zu den Meerenten und Sägern gehörenden Arten ist überwiegend animalisch. Zu den Nahrungsbestandteilen zählen Wasserinsekten, Mollusken, Stachelhäuter und Fische. Die Prachteiderente soll in sogenannten Gradationsjahren, in denen ein überreichliches Angebot an Kleinsäugern vorhanden ist, auch diese gelegentlich fressen. Bei einigen Arten kommen ergänzend die Samen und Grünbestandteile von Wasserpflanzen hinzu.
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Gattung Somateria (Eiderenten)
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Eiderente (Somateria mollissima)
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Prachteiderente
(Somateria spectabilis) -
Plüschkopfente (Somateria fischeri)
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Gattung Polysticta
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Scheckente (Polysticta stelleri)
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Gattung Histrionicus
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Kragenente (Histrionicus histrionicus)
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Gattung Clangula
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Eisente (Clangula hyemalis)
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Gattung Melanitta
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Pazifiktrauerente
(Melanitta americana) -
Höckersamtente (Melanitta deglandi)
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Trauerente (Melanitta nigra)
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Brillenente (Melanitta perspicillata)
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Samtente (Melanitta fusca)
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Kamtschatkasamtente
(Melanitta stejnegeri)
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Gattung Bucephala
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Büffelkopfente (Bucephala albeola)
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Spatelente (Bucephala islandica)
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Schellente (Bucephala clangula)
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Gattung Mergus (Säger)
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Dunkelsäger (Mergus octosetaceus)
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Mittelsäger (Mergus serrator)
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Schuppensäger (Mergus squamatus)
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Gänsesäger (Mergus merganser)
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Gattung Mergellus
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Zwergsäger (Mergellus albellus)
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Gattung Lophodytes
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Kappensäger (Lophodytes cucullatus)
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Eiderente (Somateria mollissima)
(c) Mario Finkel
Prachteiderente (Somateria spectabilis)
(c) Paul Cools
Plüschkopfente (Somateria fischeri)
(c) U.S. Fish and Wildlife Service Headquarters

Scheckente (Polysticta stelleri)
(c) Nigel Voaden

Kragenente (Histrionicus histrionicus)
(c) Pavel Shukov

Eisente (Clangula hyemalis)
(c) clicque

Pazifiktrauerente (Melanitta americana)
(c) Daniel Onea

Höckersamtente (Melanitta deglandi)
(c) Victor Burgett

Trauerente (Melanitta nigra)
(c) Paulo Domingues
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Brillenente (Melanitta perspicillata)
(c) Ross Millikan

Samtente (Melanitta fusca)
(c) Анна Гуляева

Kamtschatkasamtente (Melanitta stejnegeri)
(c) ymmus

Büffelkopfente (Bucephala albeola)
(c) Judy Gallagher

Spatelente (Bucephala islandica)
(c) John D Reynolds

Schellente (Bucephala clangula)
(c) Frank Sengpiel

Dunkelsäger (Mergus octosetaceus)
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Mittelsäger (Mergus serrator)
(c) Mario Finkel

Schuppensäger (Mergus squamatus)
(c) DickDaniels

Gänsesäger (Mergus merganser)
(c) louisetrussler

Zwergsäger (Mergellus albellus)
(c) Константин Ординарцев

Kappensäger (Lophodytes cucullatus)
(c) Ashley M Bradford
Tribus Malacorhynchini
Als vierte Tribus werden nach Kear die Malacorhynchini. Diese Tribus enthält nur zwei rezente Arten: Die Rosenohrente, die eine endemische Entenart der Fauna Australiens ist, und die Salvadoriente, die nur in den schwer zugänglichen Hochlandregionen Neuguineas vorkommt. Letztere Art wurde erst 1894 wissenschaftlich beschrieben; der erste Gelegefund stammt aus dem Jahre 1959. Malacorhynchus scarletti, als dritte diesem Tribus zugerechnete Art, lebte einst in Neuseeland und wurde schon von den Māori ausgerottet.
Die Rosenohrente ist eine in Australien weit verbreitete Art. Ihr Bestand fluktuiert stark. Der auf Entenvögel spezialisierte Ornithologe Hartmut Kolbe bezeichnete die Spatelschnabelente (Synonym für die Rosenohrente) als die extremsten Invasions-Anatiden Australiens. Dort, wo ökologisch günstige Bedingungen herrschen, kommt es sehr schnell zu Massenansammlungen dieser Art. Ökologisch vorteilhaft sind Binnen- und Brackwasserseen sowie überschwemmtes Grasland. In Regionen, wo es zu heftigen lokalen Niederschlägen gekommen ist, treffen sehr rasch diese Vögel in großer Zahl ein. Bieten die überschwemmten Gebiete ihnen geeignete Lebensbedingungen, beginnen sie sofort mit der Balz und Paarung. Mit den zurückgehenden Wasserständen konzentriert sich ihre präferierte Nahrung – nämlich Zoo- und Phytoplankton – in immer kleiner werdenden Gewässern. Meist sind zu diesem Zeitpunkt bereits die Jungvögel geschlüpft. Nach der Australente gilt die Rosenohrente als die häufigste Art in Australien mit einer Populationszahl, die in für diese Entenart günstigen Jahren mehr als 1 Million Individuen beträgt.
Die Salvadoriente dagegen ist eine sehr seltene Art, die ähnlich wie die Sturzbach- und Saumschnabelente darunter leidet, dass in ihrem Lebensraum Regenbogenforellen eingeführt wurden. Dies geschah, um die Proteinversorgung der dort lebenden Menschen zu verbessern. Für die Salvadoriente, die sich unter anderem von den Larven von Köcher- und Eintagsfliegen ernährt, bedeutet dies eine erhöhte Nahrungskonkurrenz. Von der IUCN wird diese Art daher als „gefährdet“ (vulnerable) eingeordnet. Sie ist bereits seit dem Jahre 1968 unter Schutz gestellt, wird aber nach wie vor von der indigenen Bevölkerung Neuguineas gejagt. Die größte Gefahr geht jedoch von der Lebensraumzerstörung entlang der Flüsse aus, an denen diese Ente lebt.

Rosenohrente (Malacorhynchus membranaceus)
(c) Ian Sutton

Salvadoriente (Salvadorina waigiuensis)
(c) markus lilje
Unterfamilie Ruderenten
Die Ruderenten (Oxyurinae) sind eine Unterfamilie der Entenvögel (Anatidae). Es handelt sich um spezialisierte tauchende Enten, die in vielen Merkmalen so abweichend sind, dass sie in der hier angewandten Systematik nicht mit den anderen Enten in der Unterfamilie Anatinae vereint werden.
Von allen Entenvögeln sind Ruderenten am weitesten an das Wasserleben angepasst. Ihre Beine sitzen so weit hinten am Körper an, dass sie beim Gang auf dem Land viel unbeholfener als andere Enten sind. Die Füße sind außerordentlich vergrößert. Der Schwanz, der bei anderen Entenvögeln kurz und rechteckig ist, ist bei den Ruderenten lang und spitz und steht oft aufrecht. Er dient beim Tauchen als Steuerruder. Da die Schwanzfedern offenbar schnell abgenutzt werden, werden sie zweimal jährlich vollständig ersetzt. Auch durch den Schnabel unterscheiden sich Ruderenten von anderen Enten. Dieser ist an der Wurzel breit und hoch und vorn schaufelförmig nach oben gebogen, der „Nagel“ an der Schnabelspitze ist nach unten hakenförmig gekrümmt. Typisch für Ruderenten ist ein breiter, kurzer Körper. Der Hals ist kurz und vergleichsweise dick. Die Flügel sind kurz und breit.
Bei allen Arten besteht während der Brutzeit ein Geschlechtsdimorphismus, bei dem der Erpel bunter und leuchtender als das Weibchen gefärbt ist. Nach dem Ende der Brutzeit nimmt das Männchen eine unscheinbare, dem Weibchen ähnliche Färbung an. Es verbleibt einen sehr viel längeren Anteil des Jahres in diesem Schlichtkleid als andere Enten.
Ruderenten sind auf allen Kontinenten außer Antarktika verbreitet. In Europa, Asien und Afrika bewohnen sie allerdings nur kleine Areale, während der Artenreichtum auf dem amerikanischen Doppelkontinent am größten ist. Sie sind in allen Klimazonen von der Arktis bis zu den Tropen zu finden. Das Habitat sind Flüsse und Seen, manchmal auch Brackwasser, aber keine Meeresküsten.
In der Ernährungsweise unterscheiden sich Ruderenten kaum von den Tauchenten. Auch sie tauchen auf den Grund von Gewässern und wühlen mit dem Schnabel im Bodenschlamm nach Fressbarem. Das können pflanzliche Stoffe oder wirbellose Tiere sein. Mückenlarven machen für die meisten Arten die Hauptnahrung aus.
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Gattung Biziura
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Lappenente (Biziura lobata)
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Gattung Heteronetta
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Kuckucksente
(Heteronetta atricapilla)
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Gattung Nomonyx
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Maskenruderente
(Nomonyx dominicus)
wird manchmal zur Gattung Oxyura gerechnet
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Gattung Oxyura
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Schwarzkopf-Ruderente
(Oxyura jamaicensis) -
Bindenruderente (Oxyura vittata)
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Schwarzkinn-Ruderente
(Oxyura australis) -
Afrikaruderente (Oxyura maccoa)
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Weißkopf-Ruderente
(Oxyura leucocephala) -
Andenruderente
(Oxyura ferruginea)
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Lappenente (Biziura lobata)
(c) Ray Turnbull

Kuckucksente (Heteronetta atricapilla)
(c) Bird Explorers

Maskenruderente (Nomonyx dominicus)
(c) Robison Araújo Silva

Schwarzkopf-Ruderente (Oxyura jamaicensis)
(c) David Ruíz Domínguez

Bindenruderente (Oxyura vittata)
(c) GS 1311

Schwarzkinn-Ruderente (Oxyura australis)
(c) Elaine McDonald
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Afrikaruderente (Oxyura maccoa)
(c) Gigi Laidler

Weißkopf-Ruderente (Oxyura leucocephala)
(c) jjulio2000

Andenruderente (Oxyura ferruginea)
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Bergenten auf Aquarell von John Gould (London 1862-1873); Die Bergente (Aythya marila) ist eine typische Tauchente. Sie ist nahezu zirkumpolar in der Nadelwaldzone und teilweise auch in der subarktischen Strauchtundra vertreten und damit das nördliche Pendant zur altweltlichen Reiherente und der neuweltlichen Veilchenente. In Mitteleuropa ist die Bergente nur ein sporadischer beziehungsweise lokaler Brutvogel und Sommergast. Sie ist sehr viel häufiger als Durchzieher und Wintergast im Norden Mitteleuropas zu beobachten. Im Binnenland kommt sie auch in dieser Zeit nur lokal oder vereinzelt vor.

Die Prachteiderente, auch Königseiderente, deren Männchen ein unverwechselbares Prachtkleid haben, brütet zirkumpolar an den Küsten und Inseln des nördlichen Eismeers.

Krickenten-Paar (Anas crecca); Krickenten zählen zu den zahlreichsten und am weitesten verbreiteten Entenarten der nördlichen Hemisphäre. Mit 35 bis 36 cm Länge ist sie in Europa und Nordamerika die kleinste Entenart.

Bernierente (Anas bernieri); Die Bernierente zählt zu den seltensten Wasservögeln der Welt. Die Art, die sich aufgrund der langen geografischen Isolation auf Madagaskar wahrscheinlich aus den Vertretern der Weißkehlenten entwickelte, wurde 1850 entdeckt und 1860 erstmals wissenschaftlich beschrieben.

Löffelenten (Spatula clypeata); Die Löffelente ist im gesamten Mitteleuropa ein verstreuter und im nördlichen Mitteleuropa häufiger Brutvogel. Die Art ist ein Mittelstreckenzieher und kommt während des Zuges in weiten Bereichen Mitteleuropas vor. Gebietsweise überwintert sie auch im Binnenland.

Rosenohrente (Malacorhynchus membranaceus); Die Rosenohrente wird auch Spatelschnabelente genannt. Auffällig an dieser Ente ist der ungewöhnlich große, spatelförmige Schnabel. Mit diesem Schnabel ist die Ente hervorragend an eine Lebensweise angepasst, bei der das Wasser nach kleinsten Nahrungspartikeln durchgeseiht wird.

Gänsesägerweibchen mit Nachwuchs; Der Gänsesäger (Mergus merganser) ist der größte Vertreter der Gattung der Säger. In Mitteleuropa ist der Gänsesäger ein verbreiteter, aber nur wenig häufiger Brut- und Jahresvogel. Im Winterhalbjahr ist die Art in Mitteleuropa als Durchzügler und Wintergast häufiger zu beobachten. Am IJsselmeer in Noord-Holland überwintern bis zu 20.000 Individuen.

Fliegende Stockenten; Die Stockente (Anas platyrhynchos) ist die größte und am häufigsten vorkommende Schwimmente Europas (c) zoltan

