
Heimische Vogelarten in Deutschland

Kohlmeise (Parus major) (c) Oscar Valencoso - Salomé Planas

Auerhuhn (Tetrao urogallus) (c) Christoph Moning
Liste der Vögel Deutschlands
Die Liste der Vögel Deutschlands führt die Arten der Vögel (Aves) auf, deren Vorkommen in Deutschland beobachtet worden sind.
Sie enthält nur Arten, deren Feststellung von den zuständigen ornithologischen Gremien (zum Beispiel durch die Deutsche Avifaunistische Kommission (DAK)[1] oder entsprechende Einrichtungen auf Länderebene) anerkannt und in einschlägigen Fachzeitschriften publiziert wurden. Außerdem werden an dieser Stelle nur die Arten berücksichtigt, deren Beobachtung auf Feststellung wildlebender Tiere zurückzuführen ist sowie diejenigen, die eingebürgert sind, das heißt, die ursprünglich in anderen Regionen vorkommen, die sich jedoch inzwischen durch Fortpflanzung längerfristig etabliert haben.

Amsel (Turdus merula) (c) Luiz Lapa
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Eichelhäher (Garrulus glandarius) (c) Kurilin M S
NABU & LBV
Der Naturschutzbund Deutschland e. V. (NABU) ist eine deutsche nichtstaatliche Organisation mit dem Ziel, Natur und Umwelt zu schützen. Der NABU setzt konkreten Naturschutz im In- und Ausland um. Dazu gehören der Erhalt von Flüssen, Meeren, Wäldern und vieler weiterer Ökosysteme sowie der Schutz einzelner Tier- und Pflanzengruppen und Arten. Er setzt sich als einer der großen, anerkannten Naturschutzverbände in Deutschland für ein gutes Zusammenspiel von Mensch und Natur ein und ist die nationale Partnerorganisation von BirdLife International.
Zu den Aufgaben gehört die überparteiliche, politische Arbeit. Leitbild ist dabei eine lebenswerte Umwelt. Die Organisation „mischt“ sich auf gesetzlicher Grundlage ein, wird an behördlichen Naturschutzverfahren beteiligt und begutachtet Eingriffe in die Natur. Dabei geht es vor allem darum, Umweltschäden zu vermeiden und hierfür konstruktive, praktikable Lösungen vorzuschlagen.
Zu den Zielen gehört es, Bewusstsein für die Natur zu schaffen und über sie zu informieren. Über den Erhalt einzelner Schutzgebiete hinaus sind auch langfristige Lösungen und ein konsequentes Umdenken gefragt. Deshalb bringt die Organisation die Umwelt in die Medien – zum Beispiel mit Kampagnen für naturnahe Waldwirtschaft, ökologische Landwirtschaft oder für eine ökologische Steuerreform. Verteilt über ganz Deutschland bieten außerdem rund hundert eigene Naturschutzzentren Information und Umweltbildung an. Oft wird dort gleichzeitig praktische Naturschutzarbeit geleistet, indem ein bestimmtes Gebiet geschützt und gepflegt wird.
Der LBV - Landesbund für Vogel- und Naturschutz in Bayern e. V. ist ein gemeinnütziger Umwelt- und Naturschutzverband in Bayern. Er hat seinen Sitz in Hilpoltstein und wirkt neben seinem Schwerpunkt in Bayern auch auf nationaler und internationaler Ebene bei überregionalen Naturschutzaufgaben mit. Der organisatorisch selbstständige LBV ist der bayerische Partnerverband des Naturschutzbund Deutschland (NABU).


Die „Stunde der Gartenvögel“
Eine Stunde am Wochenende auswählen und die heimische Vogelwelt beobachten, zählen und melden – das ist die Stunde der Gartenvögel, Deutschlands größte Vogelzählaktion.
Jedes Jahr im Mai ruft der LBV gemeinsam mit dem NABU alle Naturfreundinnen und -freunde dazu auf, eine Stunde lang Vögel im Garten, auf dem Balkon oder im Park zu zählen. Mitmachen ist ganz einfach und liefert wertvolle Daten für den Vogelschutz. Ob mit der Familie, der Schulklasse oder alleine – jede Beobachtung hilft, mehr über unsere heimischen Gartenvögel zu erfahren. Und nebenbei kann man die faszinierende Vielfalt direkt vor der eigenen Haustür entdecken.

Die „Stunde der Gartenvögel“ ist eine der größten Citizen-Science-Aktionen Deutschlands, bei der Bürger dazu aufgerufen sind, eine Stunde lang Vögel in Gärten oder Parks zu zählen und zu melden.
So funktioniert das Mitmachen:
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Beobachtungsort wählen: Suchen Sie sich einen Platz im Garten, auf dem Balkon oder in einem Park.
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Eine Stunde lang zählen: Notieren Sie innerhalb dieser Stunde die Höchstzahl jeder Vogelart, die Sie gleichzeitig sehen (um Doppelzählungen zu vermeiden).
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Ergebnisse melden: Die Daten können über die NABU-Webseite oder per App gemeldet werden.
Rückblick auf 2025:
Bei der Zählung im Mai 2025 wurde ein Fortbestehen des Negativtrends bei einigen Arten beobachtet. Zu den häufigsten gesichteten Arten zählten:
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Platz 1: Haussperling
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Platz 2: Kohlmeise
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Platz 3: Feldsperling
Besorgniserregend waren 2025 Rückgänge bei Insektenfressern wie Schwalben und Mauerseglern. Die Daten helfen dem NABU und dem LBV, langfristige Bestandstrends zu analysieren und Schutzmaßnahmen abzuleiten.

Die nächste Stunde der Gartenvögel findet vom 08. bis 10. Mai 2026 statt.

Zählhilfe zur Stunde der Gartenvögel vom LBV
Die "Stunde der Wintervögel"
Die „Stunde der Wintervögel“ ist Deutschlands größte wissenschaftliche Mitmachaktion zur Vogelzählung, die jährlich vom NABU und dem LBV (in Bayern) organisiert wird.

So funktioniert die Teilnahme:
Teilnehmer beobachten eine Stunde lang Vögel an einem festen Ort (Garten, Balkon, Park) und notieren von jeder Art die höchste Anzahl, die gleichzeitig zu sehen war.
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Online-Meldung: Über das NABU-Meldeformular oder das LBV-Portal für Bayern.
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App: Die kostenlose App „NABU Vogelwelt“ bietet eine integrierte Zählhilfe und direkte Übermittlung.
Hintergründe und Ziele:
Ziel der Aktion ist es, ein detailliertes Bild über die Bestandsentwicklung heimischer Wintervögel zu gewinnen. Bei der Zählung im Januar 2025 beteiligten sich knapp 27.000 Menschen, wobei rückläufige Bestände bei Arten wie Amsel und Meise beobachtet wurden. Aktuelle Live-Ergebnisse für 2026 können auf den interaktiven Karten der Veranstalter eingesehen werden.


Zählhilfe zur Stunde der Wintervögel vom NABU
Fütterung heimischer Vögel
Richtig ist, dass Fütterung von Vögeln zum Schutz gefährdeter Vogelarten kaum beiträgt. Trotzdem finden wir: Richtig betrieben ist die Vogelfütterung besonders im Winter von November bis Februar Hilfe und Naturerlebnis zugleich. Besonders an Futterstellen lassen sich die Tiere nämlich aus nächster Nähe beobachten. So lässt sich durch das Füttern nicht nur Natur erleben, sondern es vermittelt zudem Artenkenntnis. Das gilt besonders für Kinder und Jugendliche, die immer weniger Gelegenheit zu eigenen Beobachtungen und Erlebnissen in der Natur haben.
Übersehen werden darf jedoch nicht, dass heute weitreichendere Maßnahmen notwendig sind, um den Rückgang gefährdeter Vogelarten zu stoppen. Im Artenschutz muss deshalb Priorität haben, was die Vielfalt in unserer Kulturlandschaft wirksam und möglichst langfristig fördert. Gezielte Agrarumweltprogramme zählen dazu ebenso wie Maßnahmen zur Pestizidreduktion, die Förderung angepasster Mahdtermine, oder das zeitweise Belassen von Stoppelfeldern nach der Ernte.
Richtig füttern – so geht's
In ihrer Ernährungsweise teilen sich die Vögel in zwei Gruppen: Weichfutterfresser und Körnerfresser.
Weichfutterfresser suchen sich ihre Nahrung bevorzugt am Boden. Sie fressen tierische Kost, feine Sämereien oder Früchte. Reine Weichfutterfresser sind Rotkehlchen, Heckenbraunelle, Zaunkönig, Amsel und Star. Ihnen ist also mit grobem Körnerfutter nicht geholfen. Bieten Sie ihnen daher Haferflocken, Mohn, Kleie, Rosinen und Obst oder in Fachgeschäften erhältliches Mischfutter in Bodennähe an. Ein besonderer Leckerbissen sind in heißem Öl getränkte Haferflocken. Achten Sie darauf, dass dieses Futter nicht verdirbt. Es gibt spezielle Bodenfutterspender, die sich dafür besonders eignen. Keinesfalls sollte man salzige Nahrung wie Speck oder Salzkartoffeln verfüttern. Auch Brot ist nicht zu empfehlen, da es im Magen der Vögel aufquillt und schnell verdirbt.
Die flexibleren Arten unter den Weichfressern, die „Allesfresser“ wie Meisen, Spechte oder Kleiber können im Winter auf Körnerfutter umstellen und nehmen auch Sonnenblumenkerne, Hanf und Mohn an. Für die Weichfutter- und Allesfresser eignen sich auch Fett-Körner-Mischungen (Meisenknödel, Ringe) sofern diese gut erreichbar sind. Die meisten reinen Weichfutterfresser nehmen diese Talgmischungen aber bevorzugt zerbröselt vom Boden auf. Das Fett ersetzt dabei die tierische Kost. Solche Fett-Körner-Mischungen haben zudem den Vorteil, dass die Körner in einem Fettgemisch vor Nässe geschützt sind.
Zu den Körnerfressern zählen beispielsweise Finken, Sperlinge und Ammern. Sie sind mit einem kräftigen Schnabel ausgerüstet und fressen Sonnenblumenkerne, Hanf und andere Sämereien aus Futtermischungen.

Quelle: obs/NABU/Diana Neumerke, Jenni Ottilie Keppler
Geeignetes Vogelfutter
Grundsätzlich gilt: Herkömmliche Futtermischungen können den vielfältigen Ansprüchen unserer heimischen Vögel kaum gerecht werden. Die Vielfalt an Nahrungsquellen in einer vom Menschen unberührten Landschaft ist nun einmal von keiner Futtermischung zu erreichen. Sie können jedoch mit natürlichen Futterquellen in Ihrem Garten dafür sorgen, dass Vögel bei Ihnen reichlich Nahrung finden – ganz ohne fertiges Vogelfutter.
Aber es lassen sich auch Futtermischungen zusammenstellen, die von einer größeren Gruppe von Vögeln in Notzeiten gern angenommen werden. Im Handel sind häufig folgende Futtermischungen erhältlich:
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Körner-Mix: Diese Samenmischungen enthalten meist zu etwa zwei Dritteln Sonnenblumenkerne und zu einem Viertel Hanfsaat. Beide Saaten sind aufgrund ihres hohen Ölgehaltes recht energiereich. Der Rest sollte aus Haferflocken, gehackten Nüssen und kleineren Sämereien bestehen.
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Körner- oder Weichfutter-Fett-Mix: Im Handel ist diese Mischung aus Körnern und Fett als Meisenknödel erhältlich. Bitte verzichten Sie auf Meisenknödel in Plastiknetzen – die Vögel verheddern und verletzen sich zu häufig darin.
Billiges Vogelfutter wird meistens mit großen Anteilen an Weizenkörnern gestreckt. Diese werden von den Vögeln erst dann gefressen, wenn alle anderen Samen aufgebraucht sind. Dies führt daher zu großen Mengen ungenutzten Vogelfutters am Boden. Zudem ist bei billigem Vogelfutter nicht gewährleistet, dass durch das Vogelfutter keine invasiven Pflanzenarten, wie zum Beispiel die stark allergieauslösende Ambrosie, verbreitet werden. Es lohnt sich also, hochwertigeres Vogelfutter zu verwenden.
Vogelfutter im Garten, Artenarmut andernorts? Bedenken Sie, dass Vogelfutter irgendwo angebaut werden muss. Meist geschieht dies im Rahmen der konventionellen Landwirtschaft, die heute kaum mehr geeigneten Lebensraum für gefährdete Agrarvogelarten bietet. Daher ist es sinnvoll, Vogelfutter aus biologischem Anbau zu kaufen. Auch Gartenvögel profitieren davon, da Vogelfutter aus konventionellem Anbau durchaus mit Pestiziden belastet sein kann. Aus dem gleichen Grund ist es sinnvoll, im eigenen Garten durch eine naturfreundliche Gestaltung möglichst viele natürliche Nahrungsquellen für die Vögel anzubieten.

Vögel an einer Futterstelle - Foto: getty images pro/blithylad-infocus

Blaumeise an Fettfutter - Foto: Michael Nickel/NABU-naturgucker.de

