Steckbrief:
Schmalblättriges Torfmoos
Sphagnum angustifolium
Sphagnum angustifolium ist ein zur Sektion Cuspidata gehörendes, zierliches Torfmoos und durch die deutlich langen, zugespitzten Astblättern, den kleinen dreieckig stumpfgespitzten Stammblättern und der grünlichen Färbung bereits makroskopisch von anderen Sphagnen differenzierbar. Es wird im deutschen Sprachraum Schmalblättriges Torfmoos und auch Kurzblättriges Torfmoos genannt.
Erkennungsmerkmale
Die mittelkräftigen Pflanzen sind meist gelblich braun gefärbt, seltener treten reingrüne Pflanzen auf. Die Äste sind in Büscheln zu viert oder fünft organisiert, meist stehen 2 oder 3 von ihnen ab.
Die Epidermis des Stammes ist nicht ausgebildet. Die kleinen, dreieckig geformten Stammblätter sind zugespitzt, haben eine abgerundete oder ausgefranste Spitze und sind etwa 1 mm im Durchmesser.
Verwechslungsgefahr besteht vor allem mit dem Trügerischen Torfmoos (Sphagnum fallax), dessen Schopfästchen gerade und gestutzt sind. Die anliegenden Äste sind länger als die abstehenden. Auch sind die Astblätter trocken nur wenig wellig und etwas schmaler als beim Trügerischen Torfmoos. Die Stängelblätter sind dreieckig und an der Spitze leicht abgerundet und etwa so lang wie breit, was Sphagnum angustifolium auch von Baltisches Torfmoos (Sphagnum balticum) und Sphagnum flexuosum unterscheidet. Ein sicheres mikroskopisches Merkmal ist aber immer die fehlende Epidermis.
Vorkommen:
Sphagnum angustifolium besiedelt oligo- bis mesotrophe, mittelsaure Moore und sumpfige Standorte. Es besitzt eine circumboreale Verbreitung. In den temperierten kontinentalen Regionen ist es häufiger, während es an den Küsten seltener vorkommt. Typische Begleitmoose sind das Gefranste Torfmoos (Sphagnum fimbriatum) oder auch Zierliches Torfmoos genannt, in Hochmooren das Trügerische Torfmoos (Sphagnum fallax), Magellans Torfmoos (Sphagnum magellanicum) oder das Rötliche Torfmoos (Sphagnum rubellum) und in Niedermooren das Russow-Torfmoos (Sphagnum russowii) oder Sphagnum teres.
Kultivierung von Shagnum-Moosen im Moorbeet und am Teich:
Es gibt eine ganze Reihe einheimische Torfmoosarten, die sich hervorragend für einen Platz im Moorbeet eignen. Sie wachsen sowohl auf torfigem Boden als auch unter Wasser. Sphagnum-Moose sind die Grundlage unserer Moorbildung und Torflieferanten. Im Moorbeet bilden sie zahlreichen kleinen Tieren Schutz und zugleich eine Grundlage für andere Moorbeetpflanzen wie z.B. den rundblättrigen Sonnentau.
Beispiele zur Kultivierung werden im folgenden Abschnitt an drei verbreiteten Spagnum Arten, nämlich Sphagnum capillifolium, Sphagnum rubellum und Sphagnum angustifolium beschrieben.
Das Hain-Torfmoos Sphagnum capillifolium, auch Halbkugelkopfiges Torfmoos genannt wird am besten an den Rand des Moorbeetes gesetzt, denn auch in der Natur wächst in der Randzone der Moore, in lichten Wäldern und an moorigen Heideflächen.
Das Rote Torfmoos Sphagnum rubellum kommt dagegen in das etwas tiefer gelegene Zentrum des Moorbeetes; es braucht keinen Bodenkontakt, sondern wächst auf sich zersetzenden älteren Torfmoosschichten. Ersatzweise kann als Substrat auch ungedüngter Torf (Torf ist ja schließlich aus unter Luftabschluss zersetztem Sphagnum entstanden) oder – um unsere letzten europäischen Torfmoore zu schützen – gepresste Kokosfaser genommen werden. Torfmoose dürfen nur vom Regenwasser benetzt werden oder man verwendet ersatzweise auch weiches, kalkfreies Wasser aus dem Gartenteich, aber nie Leitungswasser!
Das Schmalblättrige Torfmoos Sphagnum angustifolium ist eine unserer häufigsten und am weitesten verbreiteten Hochmoorpflanzen. Es kann daher besonders vielseitig im Moorbeet eingesetzt werden, da es sowohl trockenere als auch unter Wasser stehende Bereiche toleriert. Torfmoose finden sogar Verwendung als Füllmaterial von Hanging Baskets oder Blumengestecken. Auch die im Gartenfachhandel erhältlichen Torfquelltöpfchen bestehen zum großen Teil aus gepresstem Torfmoos.
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Artikelnummer: AKW0391
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