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Steckbrief:

Kanadische Wasserpest

Elodea canadensis

 

Die Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis) ist eine Wasserpflanze aus der Gattung der Wasserpest (Elodea) in der Familie der Froschbissgewächse (Hydrocharitaceae).

Die Kanadische Wasserpest ist eine krautige Pflanze. Die untergetauchten Sprosse erreichen eine Länge von 30 bis 100 Zentimeter. Häufig können sie auch bis zu drei Meter lange Ausläufer bilden.

An den flutenden Stängeln sitzen die kleinen, dunkelgrünen Blätter dicht quirlig meist zu dritt (zwei bis vier). Sie sind ein bis drei Zentimeter lang, weich oder starr, zungenförmig und vorne abgerundet, in der Mitte meist am breitesten, am Grund verschmälert, grün bis dunkelgrün gefärbt und häufig derb. Die Spitze der Blätter ist manchmal etwas zurückgebogen. Die Länge der Blätter macht das zwei- bis fünffache ihrer Breite (1,5 bis 3,5 Millimeter) aus.

Im Vergleich zur Schmalblättrigen Wasserpest (Elodea nuttallii) wirkt die Art kompakter und gleichmäßiger beblättert.

Es handelt sich um zweihäusig getrenntgeschlechtige (diözische) Pflanzen. Die unscheinbaren, drei bis 5,5 Millimeter kleinen, weißlich-hellvioletten Blüten sitzen an langen weißlichen Stielen, die über die Wasseroberfläche ragen oder auf ihr aufliegen. Die Blüte besitzt grünlich bis rötlich gefärbte Kelchblätter und weißliche Kronblätter, die etwa so groß wie die Kelchblätter sind.

 

Vorkommen und Verbreitung:

Die ursprünglich aus den gemäßigten Breiten Nordamerikas stammende und vor allem in Kanada beheimatete Pflanze zählt in Europa zu den Neophyten, da sie hier fremd ist. Ihre Ansiedlung und Ausbreitung in Europa wurde durch die Seeschifffahrt eingeleitet und durch gezielte Aussetzungen (beispielsweise von Aquarienhaltern) oder durch Wasservögel weiter gefördert.

Massenbestand der Schmalblättrigen Wasserpest gemeinsam mit der Kanadischen Wasserpest im Hengsteysee

Da die Kanadische Wasserpest in Europa vergleichbare klimatische Bedingungen vorfindet wie in ihrer Heimat, hat sie sich rasant ausgebreitet, zumal sie hier keine natürlichen, bestandsregulierenden Feinde hat. Man zählt sie inzwischen zum gängigen Arteninventar vieler Still- und Fließgewässer. Erste Nachweise ihres Auftretens in Europa gibt es 1836 in Irland. 1859 wurde sie in Berlin angesiedelt oder ausgesetzt. Von dort breitete sie sich in nur 20 Jahren über ganz Mitteleuropa aus. Nur in den seltenen oligotrophen (nährstoffarmen) Seen fehlt sie in der Regel.

Elodea canadensis ist zweihäusig; in Mitteleuropa kommen aber nur Exemplare mit weiblichen Blüten vor (Blütezeit: Mai bis August), sodass keine generative Vermehrung stattfindet. Die Ausbreitung geschieht vor allem über abgebrochene Sprossteile, die verdriftet werden oder beispielsweise Wasservögeln anhaften.

Die Kanadische Wasserpest steigt in den Allgäuer Alpen im Tiroler Teil im Vilsalpsee bei Tannheim bis zu 1160 Metern Meereshöhe auf.

Kanadische Wasserpest (Elodea canadensis)

Artikelnummer: AKW0429
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