Graue Mangrove
Avicennia marina
Avicennia marina ist eine auch als Graue Mangrove bezeichnete Mangrovenart aus der Gattung Avicennia, die von der Ostküste Afrikas über Asien und Australien bis Fidschi vorkommt. Sie hat sowohl bezüglich der Längen- als auch der Breitengrade das größte Verbreitungsgebiet aller Mangrovenarten. Wie alle Arten der Gattung Avicennia gehört sie zur Familie der Akanthusgewächse (Acanthaceae).
Charakteristisch für die gesamte Gattung Avicennia sind Atemwurzeln, die in regelmäßigen Abständen senkrecht aus dem Boden ragen, sowie das Ausscheiden von salzhaltiger Flüssigkeit an den Blättern. Trocknet die Flüssigkeit, entstehen zahlreiche Salzkristalle, die auf den Blättern gut sichtbar sind.
Avicennia marina ist ein immergrüner Baum, der unter günstigen Bedingungen Wuchshöhen von 30 Metern erreicht und breite Baumkronen bildet. Unter weniger günstigen Bedingungen und an den Randbereichen des Verbreitungsgebiets wächst die Art strauchförmig, so zum Beispiel auf der Nordinsel von Neuseeland.
Von der Stammbasis gehen mehrere Meter lange, flach verlaufende Wurzeln aus. Diese bilden wie bei anderen Avicennia-Arten in regelmäßigen Abständen Pneumatophoren (Atemwurzeln), die bis zu 30 Zentimeter vertikal in die Höhe ragen und in einer deutlich ausgeprägten Spitze enden. Die Atemwurzeln sind selten verzweigt und haben eine korkartige Oberfläche. Sie dienen zur Versorgung des Wurzelsystems mit Sauerstoff, der im Schlickboden nicht ausreichend vorhanden ist. Daneben werden auch in den Boden wachsende Wurzeln gebildet, die zur Verankerung und Nährstoffaufnahme dienen. Diese werden etwas länger als die Atemwurzeln und verzweigen sich. Avicennia marina bildet manchmal auch Stelzwurzeln aus, was bei Avicennia-Arten sonst selten ist.
Avicennia marina hat eine graue, schuppige, mit Korkporen bedeckte, sich ablösende Borke, die gelblich-grüne Flecken aufweist.
Zur Regulation des Salzhaushalts sind sowohl an den Ober- als auch Unterseiten der Blätter Salzdrüsen, die eine salzhaltige Flüssigkeit ausscheiden. Trocknet die Flüssigkeit, bilden sich auf den Blättern Salzkristalle.
Die Blüten stehen in rispenähnlichen Blütenständen, sind radiärsymmetrisch, gelb-orangefarben, wohlriechend und haben Durchmesser von bis zu sechs Millimeter.Die Kapselfrüchte haben einen Durchmesser von zwei Zentimetern und eine runde bis etwas ovale Form. Die Keimung des Samens erfolgt schon in der Frucht, ohne dass der Keimling die Frucht verlässt, bevor sie abfällt.
Verbreitung und Standortansprüche:
Das Verbreitungsgebiet der Art erstreckt sich von Ostafrika über das Rote Meer entlang tropischer und subtropischer Küsten des Indischen Ozeans bis zum Südchinesischen Meer. Man findet sie an den Küsten Australiens und der Nordinsel Neuseelands, auf Inseln von Polynesien und Fidschi. Das Verbreitungsgebiet liegt zwischen 25° nördlicher und 38° südlicher Breite.Mangroven treten an tropischen und subtropischen Meeresküsten auf. Ihre Umwelt ist gekennzeichnet durch das Salzwasser, die Gezeiten, durch den aus sauerstoffarmen Schlick bestehenden Untergrund und durch hohe Temperaturen und hohe Luftfeuchtigkeit. Dabei sind sie nicht auf Salzwasser angewiesen, sondern können auch an Armen von Süßwasserflüssen bestehen. Avicennia marina zeigt bei einem Salzgehalt, der etwa der Hälfte von Meerwasser entspricht, ein optimales Wachstum.
Es werden mehrere Varietäten unterschieden, wobei es zu starken Überschneidungen in der Zuordnung kommt. Durch genetische Untersuchungen lassen sich zumindest drei Varietäten unterschieden:
- Avicennia marina var. marina kommt an der Westküste Australiens und den westlich gelegenen Gebieten vor. Sie unterscheidet sich von den anderen Varietäten durch die größere Blütenkrone und den behaarten Blütenkelch.
- Avicennia marina var. eucalyptifolia kommt an der Nordküste Australiens vor. Sie hat länglichere Blätter, einen behaarten Blütenkelch und eine kleinere Corolla.
- Avicennia marina var. australasica kommt an der Ostküste Australiens und östlich gelegenen Gebieten vor. Sie hat einen kaum behaartem Blütenkelch.
Graue Mangrove (Avicennia marina)
Avicennia marina vertägt:
- Süßwasser
- Brackwasser
- Meerwasser (nicht optimal)
Avicennia marina ist nicht auf Salzwasser angewiesen, sondern können auch an Süßwasserflüssen vorkommen. Avicennia marina zeigt bei einem Salzgehalt, der etwa der Hälfte von Meerwasser entspricht, ein optimales Wachstum. Eine Haltung in Süß- oder Brackwasser ist daher optimal.

