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Steckbrief:

Großfrüchtige Moosbeere, Cranberry

Vaccinium oxycoccos

 

Die Großfrüchtige Moosbeere (Vaccinium macrocarpon), niederdeutsch Kraanbeere oder Kranbeere, auch Kranichbeere, ist vor allem unter der englischen Bezeichnung Cranberry bekannt. Sie ist eine Pflanzenart aus der Gattung der Heidelbeeren (Vaccinium) in der Familie der Heidekrautgewächse (Ericaceae). Die Form der Blüten erinnert an einen Kranichschnabel.

 

Beschreibung:

Die Kranbeere ist ein immergrüner Zwergstrauch (Chamaephyt), der etwa 10 bis 20 cm hoch wächst und sich mit niederliegenden Zweigen etwa 0,5 bis 1,5 m am Boden kriechend ausbreitet. Die Wuchsform ist niederliegend-aufsteigend, das heißt: Die älteren Abschnitte der Zweige liegen dem Boden auf und bewurzeln sich auf ganzer Länge, die Enden der Zweige sind dagegen aufrecht gestellt. Die Zweige wachsen unbegrenzt weiter (bis zu 1 m pro Jahr), wobei die alten rückwärtigen Abschnitte nach einigen Jahren absterben, wenn sie von Nachbarpflanzen und (Torf-)Moosen überwachsen werden. Deshalb erscheint ein Bestand an Moosbeeren als eine rasenartige Struktur (Einzelpflanzen sind nicht erkennbar).

Die einfachen, ganzrandigen und kurz gestielten, fast kahlen, wechselständigen Laubblätter sind ledrig-dicklich, 0,9 bis 1,9 cm lang, eiförmig bis elliptisch, länglich und abgerundet. Die Blätter sind unterseits blassgrün und teils „bereift“, glauk, der Blattrand ist knapp umgebogen, der kurze Blattstiel ist teils rötlich.

Die Blüten sind meist vierzählig mit doppelter Blütenhülle. Sie stehen in „erst endständigen“ und traubigen, wenigblütigen (bis 10) Blütenständen an der Basis der Triebe des laufenden Jahres. Oberhalb wächst der dann wieder beblätterte Trieb weiter. Die nickenden, langstieligen Blüten sind weiß bis leicht rosarötlich mit stark zurückgeschlagenen, eilanzettlichen Kronblättern. Der Kelch, am becherförmigen Blütenbecher, besitzt nur sehr kleine Lappen. Die Blüten stehen jeweils an einem Tragblatt (oder reduziertes Blatt); auch sind zwei Vorblätter vorhanden. Die rötlichen, leicht haarigen Blütenstiele sind 1,5–3 Zentimeter lang. Die röhrig stehenden 5–8 Staubblätter mit priemlichen, gehörnten (Tubules) Antheren besitzen kürzere und rötliche, flache Staubfäden. Der mehrkammerige Fruchtknoten ist unterständig, mit einem langen Griffel mit kleiner, kopfiger Narbe. Es ist ein Diskus vorhanden.

Die glatten vielsamigen und eiförmigen bis rundlichen oder ellipsoiden Früchte (Scheinfrucht), Beeren mit Kelchresten an der Spitze, sind in der Größe vergleichbar mit kleineren Kirschen. Sie sind etwa 10 bis über 25 Millimeter groß (kultivierte Sorten sind größer). Die reifen Früchte sind leuchtend rot gefärbt und haben vier Luftkammern im Inneren. Dadurch sind sie wesentlich leichter als Wasser. Die vielen (etwa 30), orange-bräunlichen, leicht furchigen Samen sind eiförmig bis rundlich, abgeflacht und etwa 1,8–2,5 mm groß.

 

Verbreitung:

Die natürliche Heimat von Vaccinium macrocarpon liegt in Hochmooren im östlichen Nordamerika. Das Verbreitungsgebiet reicht von New Brunswick und Neufundland in Kanada bis zu den US-Bundesstaaten North Carolina, Tennessee und Virginia. Die Art kommt dort in Gesellschaften der Klasse Eriophoro-Kalmietea vor.

Vaccinium macrocarpon wurde in mehreren Mooren Deutschlands sowie auf den niederländischen Inseln Terschelling und Vlieland als Neophyt eingebürgert. Sie kommt hier in Gesellschaften der Ordnung Sphagnetalia vor. Weitere Einbürgerungen durch Kulturflüchtlinge erfolgten im Westen der USA (Kalifornien und Washington) und in England.

Cranberry (Vaccinium macrocarpon)

Artikelnummer: AKW0410
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