Azooxanthellate Korallen 1
(Hexacorallia)

Dickhörnige Seerosen (Urticina felina) und Seenelken (Metridium senile)
Unterwasseraufnahme vom St. Lawrence Estuary (Quebec, Kanada).
Diese azooxanthellaten Blumentiere sind, in den gemäßigten Zonen des nördlichen Atlantiks, weit verbreitet.

Azooxanthellate Weichkoralle Dendronephthya (pink) und azooxanthellate Steinkoralle Tubastraea (gelb-orange) im Mergui Archipel in Myanmar.
Korallen ohne Zooxanthellen
Bei azooxanthellaten Korallen handelt es sich, um all jene Arten, die keine photosynthetischen Dinoflagellaten in ihrem Gewebe einlagern und somit auch keine Stoffwechselprodukte von diesen Mikroorganismen beziehen können. Azooxanthellate Korallen sind deshalb auf eine ausreichende Futterversorgung angewiesen und können nicht, wie die meisten tropischen Korallen, hauptsächlich vom Licht leben. Viele azooxanthellate Blumentiere sind besonders intensiv gefärbt, wie zum Beispiel die Nephthyigorgia (Bild oben) oder die Dendronephthya (Bild unten) veranschaulichen. Daher werden azooxanthellate Korallen gerne in Aquarien gehalten, wo jedoch, um ein längerfristiges Gedeihen, dieser heiklen Tiere zu gewährleisten, ihre speziellen Haltungsanforderungen erfüllt werden müssen.

Auf dem Bild:
Kalifornische Korallenanemonen (Corynactis californica) gehören zur Familie der Scheibenanemonen, stammen aus dem nordöstlichen Pazifik und sind für die Haltung in subtropischen und gemäßigten Aquarien geeignet.
Korallenanemonen können zu großen Kolonien heranwachsen.
Kaltwasser- und Tiefseekorallen
Neben den Steinkorallen der Tropen findet man auch Kaltwasserkorallen (oder Tiefseekorallen). Sie besitzen keine Zooxanthellen und ernähren sich ausschließlich durch die Filtration von Plankton. Nicht mit Zooxanthellen in Symbiose lebende Korallen wie die Kaltwasserkorallen oder in dunklen Höhlen und Felsspalten lebenden Gattungen wie Tubastraea sind vollständig auf den Nahrungsfang angewiesen. Außerdem können Korallen im Wasser gelöste organische Stoffe direkt durch die Haut aufnehmen.
Sie werden erst seit den 1990er Jahren näher erforscht. Seitdem wurden sie in allen Weltmeeren (einschließlich Mittelmeer, aber nicht im Schwarzen Meer und nicht in der Ostsee) in Meerestiefen von 40 Metern (New England Seamount Chain) bis zu 3383 m (Nordatlantik) bei Temperaturen von 4 bis 12 °C nachgewiesen; hauptsächlich kommen sie aber in Tiefen zwischen 100 und 200 m unter dem Welleneinflussbereich vor.
Bis 2007 war eine vierstellige Zahl an Tiefwasserkorallenarten bekannt, die vor allem zu den Feuerkorallen, Octocorallia, Steinkorallen, Filigrankorallen und Schwarzen Korallen gehören. Die dominierenden riffbildenden Arten sind Lophelia pertusa und die zu den Oculinidae zählende Madrepora oculata. Kaltwasserkorallenriffe sind unterhalb des Wellenbereiches, also unterhalb 100–300 m, zu finden. Sie bieten dann ähnlich wie ihre oberflächennahen Verwandten einer vielfältigen Tierwelt Lebensraum. Etwa 4000 Tierarten wurden in den Kaltwasserkorallenriffen nachgewiesen.
An der Küste des südlichen Norwegens befinden sich fossile Lophelia-Stöcke aus dem jüngeren Pleistozän in einer Höhe von 100 Metern über dem Meeresspiegel. Sie müssen entstanden sein, als die Landmasse der Skandinavischen Halbinsel wegen des Gewichtes des eiszeitlichen Eisschildes 150 Meter tiefer lag als heute.

Auf dem Bild:
Lophelia-Riff am Kontinentalhang von North Carolina.
Die Mission Life on the Edge 2004 hat eine vielfältige Vielfalt wirbelloser Lebewesen rund um Tiefseekorallen gesammelt. Springkrebse sind nur eine der vielen Arten von Organismen, die Tiefseekorallen als Unterschlupf nutzen.
Was sind Zooxanthellen?
Zooxanthellen sind Protisten, die als Endosymbionten in einer Reihe von Lebewesen leben können. Bei den Zooxanthellen handelt es sich meistens um Dinoflagellaten, aber auch Chrysomonaden, Cryptomonaden oder Diatomeen kommen vor. Als Wirte kommen Rhizaria wie Kammerlinge (Foraminifera) und Strahlentierchen (Radiolaria), Steinkorallen (Scleractinia), viele Octocorallia, sonstige Blumentiere (Anthozoa), Feuerkorallen (Millepora), Riesenmuscheln (Tridacnidae), aber auch einige Quallenarten vor. Auch Nacktkiemer (Nudibranchia, z. B. Pteraeolidia ianthina) und Schwämme besitzen manchmal Zooxanthellen. Fast alle riffbildenden Steinkorallen, haben Zooxanthellen als Endosymbionten.
Die Zooxanthellen leben im Körper des Wirts und versorgen ihn mit Zucker, Stärke und anderen organischen Produkten. Sowohl der Wirt als auch die Protisten profitieren von der Symbiose, es handelt sich also um einen Mutualismus. Bei den Foraminiferen ist die Symbiose fakultativ, das heißt, beide Lebewesen gedeihen prinzipiell auch ohne einander. Die riffbildenden Steinkorallen tropischer Korallenriffe sterben dagegen, wenn sie ihre Zooxanthellen unter Stress ausgestoßen haben, ein Phänomen, das als Korallenbleiche bekannt ist.

Auf dem Bild:
Tropisches Meerwasseraquarium mit Weichkorallen und riffbildenden Steinkorallen. Für solche Aquarien ist eine sehr leistungsfähige Beleuchtung nötig, da hier in der Regel fast ausschließlich Korallen, die den Großteil ihres Energiebedarfs von den, im Gewebe eingelagerten Zooxanthellen beziehen, gehalten werden.
Haltung azooxanthellater Korallen im Aquarium
Azooxanthellate Korallen lassen die Herzen vieler Meerwasseraquarianer höherschlagen. Leider ist ihre Pflege oftmals recht schwierig, wobei man auch hier nicht verallgemeinern sollte, da jede Korallenart andere Ansprüche an Standort und Nahrung stellt. Die Pflegeansprüche unterscheiden sich also von Art zu Art. Es gibt azooxanthellate Korallen, die ein spezielles, schwach bis gar nicht beleuchtetes Filtriererbecken benötigen aber auch Arten, die sich selbst im stark beleuchteten, nährstoffarmen Riffbecken halten lassen.
Azooxanthellate Korallen, die keine Symbiosealgen enthalten, sondern sich allein durch Planktonfang und die Aufnahme gelöster Substanzen ernähren, besitzen meist eine kräftige, plakative Färbung. Mit Rot, Rosa, Gelb oder sogar Blau und Violett-Tönen faszinieren sie viele Riffaquarianer.
Unglücklicherweise ist ihre langfristige Haltung weit schwieriger als die ihrer Verwandten aus der Lichtzone welche photosynthetische Symbioten in ihrem Gewebe enthalten.
Die Steinkorallen unter ihnen bezeichnet man auch als NPS (Non Photosynthetic Scleractinians, nicht fotosynthetische Steinkorallen). Die weitaus meisten Arten azooxanthellater Korallen, die für die Pflege im Aquarium infrage kommen, gehören jedoch zu den achtstrahligen Blumentieren, den Octocorallia. In der Meerwasseraquaristik tauchen diese Korallen nur selten auf, was vor allem daran liegt, dass ihre Pflege sich als sehr schwierig herausgestellt hat. Folglich sind sie auch nicht sehr oft im Aquaristikfachhandel anzutreffen.

Die Rote Seemannshand (Nephthyigorgia sp.), eine äußerst farbige, bis zu 12 cm große azooxanthellate Weichkoralle aus dem Indo-Pazifik.
Links & Downloads zum Thema Azoo-Korallen:
👉 Haltung und Pflege azooxanthellater Korallen (von Florian Gaudig)
👉 Beckenvorstellung und Erfahrungsbericht (von Elisabeth)

Sehr gelungenes Azoo-Becken von Elisabeth mit verschiedenen Gorgonien, Peitschenkorallen, Tubastraeas und Seefedern.
Einen interessanten Vortrag über die Haltung und Pflege azooxanthellater Korallen hielt der Biologe und Azoo-Experte Florian Gaudig auf der Messe Fisch und Reptil in Ulm.
Fütterungsempfehlung des Azoo-Experten Florian Gaudig für verschiedene azooxanthellate Korallen:


Sechsstrahlige Azoo-Korallen Art für Art:
Auf dieser Seite stellen wir die azooxanthellaten Blumentiere aus der Unterklasse der Hexacorallia vor. Zu dieser Gruppe gehören viele Vertreter aus den Ordnungen der Seeanemonen, der Schwarzen Korallen, der Zylinderrosen, der Krustenanemonen, der Scheibenanemonen und der Steinkorallen.
Azooxanthellate Korallen
(Hexacorallia, Ordnung Actiniaria)
Seeanemonen (Actiniaria), auch Seerosen, Seenelken oder Aktinien genannt, sind eine arten- und gattungsreiche Ordnung der Sechstrahligen Blumentiere (Hexacorallia). Es handelt sich ausschließlich um im Meer vorkommende, stets solitär lebende, meist relativ große Tiere, die vom Flachwasser bis in abyssale Tiefen vorkommen. Derzeit sind etwa 1200 Arten bekannt.
Seenelke
Metridium senile
Die Seenelke ist eine Art aus der Ordnung der Seeanemonen (Actiniaria). Seenelken können bis zu 30 cm groß werden. Hunderte bis tausende von schlanken Tentakeln verleihen ihr ein federartiges Aussehen. Die Farbe variiert von weiß bis bräunlich-orange.

Metridium senile ist zirkumpolar in Nordsee, Ostsee, Nord-Atlantik und Nordost-Pazifik verbreitet. Im westlichen Atlantik südlich bis New Jersey; im östlichen Atlantik bis zur Bucht von Biscaya; im östlichen Pazifik bis Süd-Kalifornien und im westlichen Pazifik bis Südkorea. Eingeführte Populationen sind in Südafrika und dem Adriatischen Meer gefunden worden.
Wächst auf Felsen, Holz und anderen harten Substraten, von der Zwischengezeitenzone bis in eine Tiefe von 166 m und duldet Temperaturen zwischen 0 und 27 °C.Seenelken regulieren die Länge der Körpersäule, um sich der aktuellen Strömung anzupassen. Es verwendet spezielle mit Nematocyten ausgestattete Fangtentakel, um andere Arten im Kampf um Lebensraum anzugreifen.
Die Spitzen der Fang-Tentakel bleiben am Opfer hängen. Die Art ernährt sich passiv von herumschwebenden Partikeln, die an den schleimigen Tentakeln hängen bleiben und durch die Wimperbewegung zum Mund geführt werden.
Seenelken (Metridium senile) in unserer Aquarienanlage:




Dickhörnige Seerose, See-Dahlie
Urticina felina
Die Dickhörnige Seerose ist eine Seeanemone (Actiniaria), die im nördlichen Atlantik, im Nördlichen Eismeer, im Ärmelkanal, in der Nordsee und der westlichen Ostsee vorkommt. Dort lebt sie auf felsigen Untergründen, an Molen und Brückenpfeilern von der Gezeitenzone bis in 600 m Tiefe.


Diese Seerose erkennt man leicht an ihrem gedrungenen, zylindrischen und sehr kräftigen Rumpf, der mit einer starken, jedoch nicht überstehenden Fußscheibe am Untergrund befestigt ist. Um das große Mundfeld stehen 80 bis 160 kräftige Fangarme, die nicht wie bei der Pferdeaktinie spitz auslaufen, sondern stumpf enden. Zahlreiche Saugwarzen an der Rumpfaußenseite halten viele Algen, Sand- und Schillpartikel fest und verdecken so die eigentliche Körperwand. Die Färbung der Tiere ist sehr variabel. Neben einfarbigen Exemplaren (z. B. leuchtend rot oder grün, dann leicht zu verwechseln mit der Pferdeaktinie) existieren zahlreiche Zeichnungsvariationen. Die Fangarme selbst sind häufig bunt gebändert. Die Farben schwanken zwischen schmutzigweiß, Gelb, Rot, Braun, Grün, Blau und fast Schwarz. Im ausgestreckten Zustand erreichen die Tiere eine Höhe von 15 cm. Die Spannweite der Tentakelkrone beträgt bis 20 cm.
Lebensweise:
Besonders häufig kann man die Seedahlie in kleineren Gruppen, dicht beieinander stehend in größeren, Licht durchfluteten Gezeitentümpeln finden. Ihre volle Aktivität entfalten die Seerosen mit Einbruch der Nacht. Dann fangen sie mit ihren kräftigen Armen aus dem Wasser kleine Fische, Garnelen und andere Kleinkrebse. Im Ruhezustand werden die Fangarme zurückgezogen. Das gleiche Verhalten kann man auch beobachten, wenn die Tiere, die in der Gezeitenzone leben, trocken fallen und ihnen ein zu großer Wasserverlust droht. Dem Betrachter erscheinen sie dann nur noch als unansehnlicher, kleiner, weicher Klumpen, der nichts von der Schönheit erahnen lässt, die die Anemone unter Wasser entfaltet. Durch die Tarnung mit angehefteten Partikeln und Algen sind die Seerosen im Freiland ohnehin sehr schwer auszumachen. Längere Hungerphasen überstehen die Seerosen durch ihre niedrige Stoffwechselaktivität ohne Schaden. Im Notfall können sie sich von den eigenen Körperreserven ernähren. Ihre Genügsamkeit macht sie zu beliebten Schauobjekten in öffentlichen Meeresaquarien. Seerosen sind getrennt geschlechtlich. Zur Fortpflanzung geben die Männchen ihre Spermien ins freie Wasser ab. Von dort aus gelangen sie in den Innenraum der Weibchen und befruchten die Eier. Je nach Umweltbedingungen (z. B. Salzgehalt des Wassers, Temperaturhöhe und -schwankungen) werden die befruchteten Eier entweder ins freie Wasser abgegeben oder im Körperhohlraum so lange zurückgehalten, bis sich schließlich vollständig entwickelte Jungtiere gebildet haben. Diese werden durch die Körperöffnung ausgestoßen und verdriften mit der Wasserströmung.

Urticina felina (c) anonymous

Urticina felina (c) Travis

Urticina felina (c) Asbjørn Hansen

Urticina felina (Torbay, Neufundland)
Foto: Ryan Murphy

Grün gefärbte Seedahlie
Azooxanthellate Korallen
(Hexacorallia, Ordnung (Antipatharia)
Die Schwarzen Korallen (Antipatharia), wegen ihres stacheligen, organischen Skeletts auch Dörnchenkorallen genannt, sind eine weltweit verbreitete Ordnung der Blumentiere (Anthozoa). Meistens leben sie in tropischen Meeren in Tiefen über 100 Metern. Im flachen Wasser lebende Arten wachsen meist in Höhlen. Sie bilden immer Kolonien. Derzeit kennt man etwa 235 Arten, die in sieben Familien mit über 40 Gattungen eingeordnet werden.
Schwarze Korallen (Antipatharia)
Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Hexacorallia
Ordnung: Antipatharia

Schwarze Koralle (Antipathella fiordensis)

Antipathes lenta
Merkmale:
Die kleinen, 1 bis 1,5 mm im Durchmesser messenden Polypen haben sechs Tentakel und ernähren sich von winzigen planktonischen Organismen. Die Kolonien sind strauch-, feder- oder fächerförmig, Cirrhipathes spiralis sieht aus wie eine Peitsche, deren Ende spiralig aufgerollt ist. Die verwandte Art Cirrhipathes rumphii ist mit 6 Meter Höhe die größte Art.
Das braune oder schwarze Skelett besteht aus einer sehr harten, hornartigen, proteinhaltigen Substanz. Es wird bei einigen Arten, vor allem das der Gattung Antipathes, zu Schmuckstücken verarbeitet. Das lebende Gewebe kann eine Vielzahl von hellen Farben annehmen, einschließlich weiß. In letzter Zeit wurden die Bestände so stark ausgebeutet, dass sie vielerorts verschwunden sind. In einigen Ländern sind sie deswegen geschützt.
Lebende Exemplare der Gattung Leiopathes wurden vor Hawaii auf ein Alter von 4265 Jahren datiert.

Rhipidipathes reticulata

Cirrhipathes spiralis
Azooxanthellate Korallen
(Hexacorallia, Ordnung (Ceriantharia)
Die Zylinderrosen (Ceriantharia) sind eine Ordnung der Blumentiere (Anthozoa), die ausschließlich solitär lebende Vertreter umfasst. Sie leben weltweit sowohl in tropischen wie auch gemäßigten Meeren in 1 bis 50 Meter Tiefe. Derzeit sind etwa 100 Arten beschrieben. Der Bearbeitungsstand dieser Gruppe ist allerdings ziemlich mangelhaft und neuere Teilbearbeitungen ergaben zahlreiche Synonyme.
Zylinderrosen (Ceriantharia)
Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Hexacorallia
Ordnung: Ceriantharia
Zylinderrosen haben einen Rumpf ohne Fußscheibe. Sie sind Zwitter, die sich anders als andere Blumentiere fast nur geschlechtlich vermehren, ungeschlechtliche Knospung kommt nur selten vor.
Die Zylinderrosen leben in einer aus Sandkörnern, verhärtetem Schleim und ausgestoßenen Nesselkapseln gebauten Wohnröhre in Schlamm- oder Sandböden. Bei Gefahr können sie sich blitzschnell darin zurückziehen. In der Nordsee und Teilen der Ostsee lebt die Nordsee-Zylinderrose (Cerianthus lloydi), die 15 cm lang wird und 60, bis 70 cm lange Tentakel hat.

Zylinderrose bei Koh Phangan (Thailand)

Hohlkreuzgarnelen (Thor amboinensis) an einer Zylinderrose
Systematik:
Die Zylinderrosen werden derzeit in zwei Unterordnungen Penicillaria und Spiralia mit insgesamt drei Familien unterteilt. Die Penicillaria sind durch das Vorhandensein von sog. Pencilli-Nematocysten charakterisiert, die in anderer Terminologie auch als mikrobasisische p-Mastigophoren oder mikrobasische Amastigophoren bezeichnet werden. Die Spiralia haben diese Penicilli nicht; sie sind damit wahrscheinlich paraphyletisch.
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Ordnung Zylinderrosen (Ceriantaria)
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Familie Arachnanthidae
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Gattung Arachnanthus Carlgren, 1912
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Gattung Isarachnanthus Carlgren, 1924
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Gebänderte Zylinderrose (Isarachnanthus nocturnus)
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Gattung Arachnactis Sars, 1846
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Familie Botrucnidiferidae
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Gattung Botruanthus McMurrich, 1910
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Gattung Botrucnidifer Carlgren, 1912
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Familie Cerianthidae
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Gattung Cerianthus del Chiaje, 1830
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Gattung Ceriantheomorphe Carlgren, 1931
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Gattung Ceriantheopsis Carlgren, 1912
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Gattung Pachycerianthus Roule, 1904
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Gebänderte Zylinderrose (Arachnanthus nocturnus)

Mittelmeer-Zylinderrose (Cerianthus membranaceus)
Phylogenie:
Die Zylinderrosen gehören zu den Hexacorallia, den Sechsstrahligen Blumentieren. Sie gelten als basales Taxon der Hexacorallia und stehen allen anderen Hexacorallia als Schwestergruppe gegenüber. Eine einzelne Studie aus dem Jahr 1995 sieht die Zylinderrosen allerdings als basale Blumentiere (Anthozoa) außerhalb der Taxa der Hexacorallia und Octocorallia.

A: Cerianthidae, Ceriantheomorphe brasiliensis
B: Pachycerianthus schlenzae
C: Arachnactidae, Isarachnanthus nocturnus
D: Botrucnidiferidae, Botruanthus mexicanus (Foto: Ricardo Gonzalez-Muñoz)
Haltung im Aquarium:
Optimal ist ein reines Artenbecken mit großer Bodenfläche, damit man genügend Abstand zwischen den einzelnen Tieren erhält. Alleinhaltung ist anzuraten, da diese Tiere durch ihr sehr starkes Nesselgift andere Mitbewohner schädigen können. Auch von Tentakeln getroffene Fische sehen nicht sehr gut aus. Bei der Haltung von Zylinderrosen in Aquarien mit einem gemischten Besatz ist besonders auf genügend Abstand zu anderen sessilen Tieren, wie z.B. Korallen und Röhrenwürmern zu achten, da diese ansonsten vernesselt werden könnten.
Beim Einsetzen in das Aquarium muss man den Tieren einen 8 – 10 cm hohen Bodengrund, am besten Korallensand in der Körnung 1-3 mm, anbieten. Der Körperschlauch, der sich wie ein nasses Fensterleder anfühlt, wird auf eine dünne Schicht Korallensand gelegt und dann mit Sand so abgedeckt, dass die Öffnung der Hülle ca. 5-10 cm aus dem Boden ragt. Wir haben außerdem gute Erfahrungen mit der Haltung von Zylinderrosen in Blumentöpfen, welche mit feinem Sand aufgefüllt werden, gemacht.
Da diese Tiere in der Natur in der Tiefe zwischen 5 und 3o m leben und nachtaktiv sind, ist keine starke Beleuchtung notwendig. Viele Arten fluoreszieren. Um diese Fluoreszenzen heraus zu kitzeln ist eine blau-lastige Beleuchtung empfehlenswert.
Die Wasserparameter und Temperatur entsprechen denen von Korallenriff-Aquarien. Auch an die Strömung werden nur geringe Ansprüche gestellt. So ist eine leichte Wechselströmung für die Tiere am zuträglichsten. Ein hoher Sauerstoffgehalt des Wassers ist ein zwingendes Muss, dazu ist in der Regel der Betrieb eines guten Abschäumers ausreichend.
Gefüttert wird zwei bis dreimal pro Woche mit Artemia, Mysis, Cyklops und ähnliches Kleinfutter. Bei optimaler Haltung und Fütterung sind die Zylinderrosen dankbare und interessante Pfleglinge, die im Aquarium viele Jahre alt werden. Im Haus der Natur in Salzburg werden Mittelmeer-Zylinderrosen gepflegt, die schon seit mindestens 50 Jahren unter Aquarienbedingungen gedeihen. Ein Zylinderrosen-Artaquarium kann durch die unterschiedlichen Farben der Tiere zu einer wahren Augenweide werden.

Mittelmeer-Zylinderrosen (Ceriantharia membranacea) in einem Aquarium

Cerianthus membranaceus
(Grand Aquarium Saint-Malo, Frankreich)
Azooxanthellate Korallen
(Hexacorallia, Ordnung Corallimorpharia)
Die Scheibenanemonen (Corallimorpharia) sind eine weltweit verbreitete, aber nur sehr unzureichend untersuchte Ordnung der Blumentiere (Anthozoa), denen im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Steinkorallen, jegliches Skelett fehlt. Scheibenanemonen sind ebenfalls sehr beliebte und einfache Pfleglinge im Meerwasseraquarium. Es handelt sich um eine kleine Gruppe mit derzeit etwa 24 bekannten Arten.
Corallimorphidae
Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)
Klasse: Blumentiere (Anthozoa)
Unterklasse: Hexacorallia
Ordnung: Scheibenanemonen (Corallimorpharia)
Familie: Corallimorphidae
Die Korallenanemonen (Corallimorphidae) sind eine gattungs- und artenarme Familie der Scheibenanemonen (Corallimorpharia) innerhalb der Blumentiere (Anthozoa). Sie sind nahezu weltweit meist in den Küstengewässern wärmerer und gemäßigter Meere verbreitet.
Gattungen der Familie Korallenanemonen (Corallimorphidae):
Derzeit umfasst die Familie drei Gattungen mit insgesamt etwa 18 Arten, die z. T. nur schlecht bekannt sind.
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Corallimorphus
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Corynactis
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Paracorynactis
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Pseudocorynactis
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Corallimorphus pilatus
(c) Jackson W.F. Chu
Juwelenanemone (Corynactis viridis)
(c) Ana Santos
Pseudocorynactis caribbeorum
(c) Dan Schofield
Merkmale:
Sie bilden Kolonien und sind, im Unterschied zu den Seeanemonen, an der Basis zusammengewachsen. Kennzeichnend für die Korallenanemonen sind die retraktilen, "geknöpften Tentakel", d. h. die Tentakelenden sind zu kleinen Kügelchen verdickt.
Geographische Verbreitung:
Korallenanemonen leben nicht nur in den Tropen wie die anderen Scheibenanemonen, sondern kommen auch in gemäßigten Meeren und den Subtropen vor. Die Kalifornische Korallenanemone (Corynactis californica) lebt im Golf von Kalifornien, die Juwelenanemone (Corynactis viridis) im nordöstlichen Atlantik, südlich bis zu den Kanarischen Inseln, die Karibische Juwelenanemone (Pseudocorynactis caribbeorum) lebt in der Karibik.
Corallimorphus
Corallimorphus ist eine Gattung kolonialer Blumentiere aus der Ordnung der Scheibenanemonen (Corallimorpharia), die im Aussehen den Seeanemonen und im Körperaufbau den Steinkorallen ähneln. Mitglieder der Gattung leben vor der Pazifikküste der USA.
Arten der Gattung Corallimorphus:
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Corallimorphus denhartogi
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Corallimorphus ingens
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Corallimorphus pilatus
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Corallimorphus profundus
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Corallimorphus rigidus


Corallimorphus pilatus
Corallimorphus pilatus (Barkley Canyon, Nordost-Pazifik)
(c) Ocean Networks Canada
Corynactis
Corynactis ist eine Gattung kolonialer Blumentiere aus der Ordnung der Scheibenanemonen (Corallimorpharia), die im Aussehen den Seeanemonen und im Körperaufbau den Steinkorallen ähneln. Große, noch nicht beschriebene Vertreter dieser Gattung ernähren sich vom Dornenkronen-Seestern Acanthaster planci und können dabei helfen, die Dornenkronen-Population zu kontrollieren.
Arten der Gattung Corynactis:
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Corynactis annulata
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Corynactis australis
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Corynactis californica
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Corynactis carnea
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Corynactis chilensis
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Corynactis delawarei
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Corynactis denhartogi
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Corynactis denticulosa
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Corynactis globulifera
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Corynactis hoplites
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Corynactis mediterranea
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Corynactis parvula
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Corynactis sanmatiensis
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Corynactis viridis

Corynactis annulata

Corynactis californica

Corynactis viridis (Naturpark Arrábida, Portugal)
Foto: "Diego Delso, delso.photo, License CC BY-SA"
Kalifornische Korallenanemone
Corynactis californica
Corynactis californica ist ein farbenprächtiges koloniales Blumentier. Die Korallenanemone gehört zur Ordnung Corallimorpharia und ist der einzige Vertreter dieser Ordnung, der an der nordamerikanischen Westküste vorkommt. Kolonien von Corynactis californica können bis zu einer Tiefe von mindestens 50 Metern an senkrechten Felswänden und am Boden von Kelpwäldern leben. Es ist bekannt, dass sie den Grund einiger Gebiete bedeckt, beispielsweise Campbell River in British Columbia und Monterey Bay in Kalifornien.Corynactis californica wird nicht größer als 2,5 Zentimeter. Die Scheibenanemonen können rot, rosa, lila, braun, gelb oder ganz weiß sein. Sie haben weiße oder transparente Tentakel mit bauchigen Spitzen. Korallenanemonen ähneln Seeanemonen, da ihnen ein Kalkskelett fehlt, sie sind jedoch näher mit Steinkorallen als mit Seeanemonen verwandt. Es handelt sich um eine azooxanthellate Art, die ohne photosynthetische Symbionten lebt und auf aktiven Nahrungsfang zur Nährstoffversorgung angewiesen ist.

Corynactis californica mit weit geöffneten Polypen

Corynactis californica mit weit ausgestreckten Fangtentakeln

Corynactis californica in einem Ebbepool
Reproduktion:
Corynactis californica kann sich durch Teilung und Knospenbildung sowohl sexuell als auch ungeschlechtlich vermehren. Die Scheibenanemonen sind zweihäusig und produzieren synchron sowohl Eistränge als auch Hodenzysten in allen Polypen eines Klons. Die Gameten werden in der Mesoglea, in der gastrovaskulären Höhle, gespeichert. Sie werden typischerweise in einem jährlichen Zyklus zwischen August und November produziert. Von Ende November bis Mitte Dezember wird abgelaicht. Gameten werden in das umgebende Wasser entlassen, wo sie Embryonen bilden, die sich innerhalb von 2–3 Tagen in planktonische Larven verwandeln.
Die asexuelle Fortpflanzung dient außerdem dazu, mehr verfügbares Gebiet in kürzerer Zeit zu besiedeln. Es ist bekannt, dass Corynactis californica andere Seeanemonen- und Korallenarten, mit denen sie konkurriert, angreift, um die von den vorherigen Bewohnern zurückgelassenen Gebiete zu übernehmen. Sie greifen mit Giftstoffen ihrer Nesselzellen an, die durch längeren Kontakt ausgestoßen werden. Die gleiche Methode wird bei der Selbstverteidigung und zum Nahrungsfang angewendet.

Kolonie von Corynactis californica

Corynactis californica (Santa Cruz Island, Kalifornien)
Lebensraum:
An Corynactis californica durchgeführte Studien legen nahe, dass die Scheibenanemone bevorzugt unter den Blätterdächern von Makroalgen wächst und selten außerhalb davon. Zu den Makroalgenarten, unter denen die Korallenanemone lebt, gehören Macrocystis pyrifera und Eisenia arborea. Eisenia arborea kann der Anemone dabei helfen, planktonische Larven zu schützen und Nahrungspartikel zu den Polypen zu leiten.
Aquarienhaltung:
Kalifornische Korallenanemonen (Corynactis californica) gehören zur Familie der Scheibenanemonen, stammen aus dem nordöstlichen Pazifik und sind für die Haltung in Subtropischen und gemäßigten Aquarien geeignet.
Sie sind bei ausreichender Fütterung sehr haltbare Pfleglinge, die zu großen Kolonien heranwachsen können.







Paracorynactis
Paracorynactis ist eine Gattung aus der Ordnung der Scheibenanemonen, die im westlichen Indo-Pazifik vorkommt. Sie sind spezialisiert auf den Fang von Stachelhäutern und zeichnen sich unter anderem dadurch aus, dass sie den zerstörerischen und vielerorts gefürchteten Dornenkronen-Seestern (Acanthaster planci) jagen. Die Gattung ist monotypisch mit der einzigen Art Paracorynactis hoplites.

Paracorynactis hoplites (c) Blogie Robillo

Paracorynactis hoplites (c) deblee5
Taxonomie:
Paracorynactis hoplites ist die einzige Art, die der Gattung Paracorynactis zugeordnet wird. Die Art wurde erstmals 1893 von den britischen Biologen Alfred Cort Haddon und Alice M. Shackleton beschrieben. 1980 wurde sie vom niederländischen Meeresbiologen Jacobus Cornelis den Hartog in die neu geschaffene Gattung Pseudocorynactis überführt. Im Jahr 2010 bemerkten Ocaña et al. einen Unterschied in der Tentakelentwicklung zwischen dieser Art und anderen Mitgliedern der Familie Corallimorphidae. Daraufhin wurde P. hoplites in die neue Gattung Paracorynactis übertragen.
Beschreibung:
Individuen von Paracorynactis hoplites können Scheibendurchmesser von bis zu 21 cm erreichen. Ihre Tentakel enden in extrem klebrigen Kugeln (Akrosphären), die mit Nesselzellen (Nematozysten) bedeckt sind.
Verbreitung und Lebensraum:
Paracorynactis hoplites kommt in Korallenriffen in Australien, Indonesien, Malaysia, den Marshallinseln, Papua-Neuguinea und auf den Philippinen vor und wurde in Kenia gesichtet. Paracorynactis hoplites leben häufig in Riffspalten und unter Korallenvorsprüngen in einer maximalen Tiefe von 28 m. Die meisten Exemplare sind jedoch in Wassertiefen von 1 bis 10 m von der zu finden. Dass diese Scheibenanemonen häufig in Spalten und Felsvorprüngen vorkommen ist kein Zufall, denn diese werden auch von der bevorzugten Beute (Stachelhäutern) als Unterschlupf genutzt.



Paracorynactis hoplites (c) Sylvain Le Bris
Paracorynactis hoplites (c) David R
Anemonen-Partnergarnele (Ancylomenes sarasvati) auf Paracorynactis hoplites

Aquarium mit Scheibenanemonen Discosoma sp. und P. hoplites im Museum der Weltmeere

Paracorynactis hoplites im Museum der Weltmeere
(Kaliningrad, Russland)
Azooxanthellate Korallen
(Hexacorallia, Ordnung Scleractinia)
Steinkorallen (Scleractinia, früher Madreporaria) sind Tiere, die den Hauptanteil an der Entstehung der Korallenriffe haben, der artenreichsten marinen Lebensräume auf der Erde. Die meist winzigen, sessilen Tiere haben die Fähigkeit, an ihrer Basis Kalk abzuscheiden, und bilden so Riffe und im Laufe der Jahrtausende gewaltige Riffstrukturen. Bei der Kalkbildung hilft den meisten Steinkorallen eine Symbiose mit Zooxanthellen, kleinen, einzelligen Algen aus der Gruppe der Dinoflagellaten, die auch für die Ernährung der Korallen wichtig sind. Auf dieser Seite soll es jedoch um all jene Steinkorallen gehen, die nicht mit Zooxanthellen in Symbiose leben.
Caryophylliidae
Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)
Klasse: Hexacorallia (Sechsstrahlige Blumentiere)
Ordnung: Scleractinia (Steinkorallen)
Unterordnung: Dendrophylliina
Familie: Caryophylliidae
Die Familie Caryophylliidae ist wahrscheinlich polyphyletisch, ihre Monophylie wird nicht durch moderne molekularbiologische Analysen bestätigt. In die Familie werden auch zahlreiche ausgestorbenen Steinkorallengattungen gestellt.
Gattungen der Familie Caryophylliidae:
☛ Liste der Arten auf WoRMS (World Register of Marine Species)


Skelette und lebende Korallenkolonien:
Phyllangia americana mouchezii (linke Spalte: A,B);
Polycyathus muellerae (rechte Spalte: C,D).
Beide Korallenarten gehören zur Familie Caryophylliidae.
Maßstabsbalken: A, C = 1 cm; B, D = 0,5 cm.
Rasenkoralle (Cladocora caespitosa) aus dem Mittelmeer;
Nähere Informationen zu Cladocora caespitosa und weiteren Vertretern der Gattung Cladocora gibt es auf der Seite "Steinkorallen der gemäßigten Meere".
Die Caryophylliidae sind eine Familie der Steinkorallen. Zu den etwa 300 Arten gehören neben tropischen, großpolypigen Steinkorallen auch die in gemäßigten Meeren bis in großer Tiefe lebenden Kaltwasserkorallen der Gattungen Lophelia. Die früher in die Familie gestellte Unterfamilie Euphylliinae wurde von Veron in den Rang einer Familie erhoben. Einige Caryophylliidae-Arten leben mit Zooxanthellen in Symbiose und beziehen von ihnen den Hauptteil der benötigten Nährstoffe, andere sind azooxanthellat (ohne Zooxanthellen) und ernähren sich ausschließlich durch den Fang von Plankton. Die Korallenkolonien bestehen oft nur aus wenigen Polypen.
Lophelia
Lophelia ist eine Gattung der Steinkorallen (Scleractinia) aus der Familie Caryophylliidae. Die Gattung ist monotypisch und Lophelia pertusa ist die einzige Art in der Gattung. Manche Autoren geben jedoch mit Lophelia prolifera eine zweite Art an. Da wir uns der Mehrheit der Autoren anschließen, sprechen wir in unseren Ausführungen ausschließlich von Lophelia pertusa.


Korallen rufen bei den meisten Menschen Bilder, farbenfroher Vielfalt in lichtdurchflutetem, klarblauem Wasser vors innere Auge. Doch es gibt auch Arten, die ihre Schönheit im Verborgenen entfalten. Kaltwasserkorallen leben in großen Tiefen, teilweise mehrere tausend Meter unter der Wasseroberfläche und oftmals bei einstelligen Wassertemperaturen.
Verbreitung und Lebensraum:
Lophelia pertusa ist eine weit verbreitete Steinkoralle. Von Nord-Norwegen zieht sich ein Band von Riffen entlang der Kontinentalplatten-Ränder bis nach West-Afrika, ein weiteres erstreckt sich zwischen Neuschottland (Kanada) und dem Golf von Mexiko. Selbst im Mittelmeer und in der Karibik findet man sie.
Größere Lophelia-Riffe gibt es an der Küste Norwegens, um die Färöer-Inseln und am Kontinentalabhang westlich der britischen Inseln (Rockall-Trog). Die Riffe werden noch von der gleichfalls riffbildenden Steinkoralle Madrepora oculata, Weichtieren, Armfüßern, Krebstieren und Fischen besiedelt. Die immer gleiche charakteristische Fauna wird als Lophelia-Assoziation bezeichnet.

Lophelia pertusa kommt weltweit in allen Ozeanen auf Hartböden in Tiefen zwischen 60 und 2100 Metern vor. Die meisten Lophelia-Riffe befinden sich zwischen 200 und 400 Metern Wassertiefe. Jedoch ist ein Vorkommen bei nur 39 Metern im inneren Trondheim-Fjord ebenso bekannt wie eine Fundstelle im New England Seamount Chain in mehr als 3000 Metern Tiefe. In Tiefen wie diese dringt kein Tageslicht. Anders als die meisten tropischen Korallen besitzen Kaltwasserkorallen keine Zooxanthellen als Symbionten, die sie per Photosynthese mit Nahrung versorgen. Sie filtern vorbeischwebendes Plankton aus dem Wasser und gedeihen daher besonders gut in Regionen, in denen starke Strömungen reichlich planktonische Nahrung mit sich bringen. Mit Wassertemperaturen zwischen vier und fast 14 Grad Celsius ist die Toleranzspanne von Lophelia pertusa zwar relativ breit, überwiegend findet man sie aber zwischen 6 bis 8°C.
An der Küste des südlichen Norwegens befinden sich fossile Lophelia-Stöcke aus dem jüngeren Pleistozän in einer Höhe von 100 Metern über dem Meeresspiegel. Sie müssen entstanden sein, als die Landmasse der Skandinavischen Halbinsel wegen des Gewichtes des eiszeitlichen Eisschildes 150 Meter tiefer lag als heute.
Biologie:
Lophelia pertusa sind riffbildende Tiefseekorallen. Im Gegensatz zu ihren tropischen Verwandten leben sie nicht in einer Symbiose mit Zooxanthellen, sondern ernähren sich ausschließlich durch den Fang von Plankton.
Polypen am Ende der Zweige ernähren sich, indem sie ihre Tentakel ausstrecken und dem Meerwasser Plankton entziehen. Sie können Partikel von bis zu 2 cm Größe aufnehmen und mithilfe ihrer Chemorezeptoren zwischen Nahrung und Sediment unterscheiden. Das Wachstum von Polypen hängt von Umweltfaktoren wie Nahrungsverfügbarkeit, Wasserqualität und der Art und Weise des Wasserflusses ab.
Lophelia pertusa gelten als opportunistische Fresser, da sie sich von abgebauten Partikeln organischer Substanz ernähren. Daher stellen die Frühjahrsblüte des Phytoplanktons und die anschließende Zooplanktonblüte die Hauptquelle für den Nährstoffeintrag in die Tiefsee dar. Dieser Regen toten Planktons ist auf Fotografien des Meeresbodens sichtbar und regt einen saisonalen Wachstums- und Fortpflanzungszyklus der Korallen an. Dieser Zyklus wird in Wachstumsmustern aufgezeichnet und kann untersucht werden, um klimatische Schwankungen in der jüngeren Vergangenheit zu untersuchen.
Lophelia-Stöcke wachsen im Jahr durchschnittlich um einen Zentimeter.
Steinkorallen wie Lophelia pertusa bauen ihr Skelett aus Aragonit auf, einer besonders löslichen Form des Kalziumkarbonats.
Lophelia-Riffe können bis zu 35 m hoch werden. Das größte nachgewiesene Lophelia-Riff, das Røst-Riff, misst 3 km × 35 km und liegt in einer Tiefe von 300–400 m vor den Lofoten-Inseln in Norwegen. Betrachtet man dies anhand einer Wachstumsrate von etwa 1 cm pro Jahr, wird das hohe Alter dieser Riffe deutlich.
Die Kolonie wächst durch die Bildung neuer Polypen. An den Rändern abgestorbener Korallen befinden sich lebende Polypen, und die Fragmentierung von Korallenkolonien stellt eine Form der ungeschlechtlichen Fortpflanzung dar. Jede Kolonie ist entweder männlich oder weiblich und die sexuelle Fortpflanzung erfolgt, wenn diese Spermien und Eizellen ins Meer abgeben. Die Larven haben kein Nahrungsstadium, sondern ernähren sich von ihrem Eigelb und treiben mit dem Plankton möglicherweise mehrere Wochen lang umher. Wenn sie sich auf dem Meeresboden niederlassen, durchlaufen sie eine Metamorphose und entwickeln sich zu Polypen, die dann möglicherweise neue Kolonien gründen.
Lophelia-Kolonien sind buschartig und stark verzweigt. Einzelne Zweige können einen halben Meter lang werden. Die Polypen sitzen in dickwandigen Koralliten (Korallenkelche). Lophelia pertusa stellt einen Kolonialorganismus dar, der aus vielen Individuen besteht. Neue Polypen leben und bauen auf den Kalziumkarbonat-Skelettresten früherer Generationen auf. Die Farbe lebender Korallen reicht von weiß bis orangerot. Jeder Polyp hat bis zu 16 Tentakel und ist durchscheinend rosa, gelb oder weiß. Im Gegensatz zu den meisten tropischen Korallen sind die Polypen nicht durch lebendes Gewebe miteinander verbunden. Einige Kolonien haben größere Polypen, während andere kleine, zarte Polypen ausbilden.
Die Radiokarbondatierung weist darauf hin, dass einige Lophelia-Riffe in den Gewässern vor North Carolina möglicherweise 40.000 Jahre und einzelne lebende Korallenstöcke sogar bis zu 1.000 Jahre alt sind. Lophelia-Riffe wachsen äußerst langsam und können durch zerstörerische Fischereipraktiken oder Ölexploration und -förderung geschädigt werden.


Lophelia-Riff am Kontinentalhang von North Carolina.
Die Mission Life on the Edge 2004 hat eine vielfältige Vielfalt wirbelloser Lebewesen rund um Tiefseekorallen gesammelt. Springkrebse sind nur eine der vielen Arten von Organismen, die Tiefseekorallen als Unterschlupf nutzen.
Ökologische Bedeutung:
Lophelia-Riffe bilden einen speziellen Lebensraum, der von einigen Arten von Tiefwasserfischen bevorzugt wird. Untersuchungen haben ergeben, dass Meeraale, Haie, Zackenbarsche, Seehechte und die Wirbellosengemeinschaft bestehend aus Schlangensternen, Weichtieren, Amphipoden und Krabben auf diesen Ufern leben. In den Gewässern über den Lophelia-Böden wurden hohe Dichten kleinerer Fische wie Beil- und Laternenfische festgestellt, was darauf hindeutet, dass sie möglicherweise wichtige Beutetiere für die darunter liegenden größeren Fische sind.


Lophelia pertusa, Leiopathes glabberima und Venusfliegenfallen-Anemonen (Actinoscyphia aurelia) und verschiedene andere Anemonen am Roberts Reef (Golf von Mexiko).
Ein orangefarbener, tiefseebewohnender Seestern aus der Gattung Brisingida am großen Lophelia pertusa-Riff im Golf von Mexiko in 450 m Tiefe. Oben im Bild ist ein Schwarm Schleimköpfe (Beryx sp.) zu sehen, der über der Riffspitze schwimmt.
Lophelia pertusa geht auch eine Symbiose mit dem Borstenwurm Eunice norvegica ein. Es wird vermutet, dass E. norvegica einen positiven Einfluss auf L. pertusa hat, indem es Verbindungsröhren bildet, die später verkalkt werden, um das Riffgerüst zu stärken. Während E. norvegica einen teilweisen Verzehr der von L. pertusa gewonnenen Nahrung erhält, hilft der Wurm dabei, das lebende Korallengerüst zu reinigen und es vor potenziellen Raubtieren zu schützen.

Wissenschaftler extrahiert einen Borstenwurm aus einer Lophelia pertusa aus dem Nordatlantik.

Ein weißer Kropfschwamm in einem Beet aus Lophelia pertusa. Außerdem zu sehen ein paar Kelchkorallen und ein kleiner Skorpionsfisch.
Foraminiferen (Einzellige, zumeist gehäusetragende Protisten) einschließlich Hyrrokkin sarkophaga, stehen ebenfalls in einer parasitären Beziehung zu L. pertusa, indem sie sich an Polypen der Koralle anheften. Obwohl die Besiedlung und Fortpflanzung durch H. sarchophaga erfolgt, ist dieser Parasitismus für die Koralle nicht schädlich.
In den von Lophelia pertusa begründeten Riffen findet sich mit Madrepora oculata eine weitere wichtige Steinkorallen-Art. Auch sie ist ein Kosmopolit und lebt zwischen 55 und knapp 2000 Metern Wassertiefe. Ihre Zickzack-Zweige sind jedoch zu zerbrechlich, um ausgedehnte unterseeische Dickichte zu bilden. Auch zwei Weichkorallen- bzw. Gorgonienarten sind häufig zusammen mit Lophelia anzutreffen: Die rot, pink- oder cremefarbene Paragorgia arborea wird wegen ihrer dicken knollenartigen Zweige auch „Kaugummi-Koralle“ genannt. In deren weicher äußerer Schicht leben unzählige Polypen, die zum Fressen ihre Tentakel so ausstrecken, sodass die Zweige wie von Blüten übersät wirken. Die bis zu drei Meter hohe Paragorgia wird im Riff noch von der orangefarbenen Primnoa resedaeformis überragt. Sie wächst bis zu sechs Meter in die Höhe und wurde in Tiefen bis zu 3200 Metern gefunden. Oft klettern Gorgonenhäupter, eine Schlangenstern-Art, in die Primnoa-Zweige, um von dort aus Plankton als Futter einzufangen.
Phyllangia americana mouchezii
Phyllangia americana ist eine azooxanthellate Korallenart, die an der Ostküste des Atlantischen Ozeans, vor den Kanaren und in Teilen des Mittelmeers, wie beispielsweise vor Malta und Israel vorkommt.
Phyllangia americana mouchezii ist eine Unterart von Phyllangia americana, die im Westatlantik sehr weit verbreitet ist und von der Küste Floridas bis zu den westindischen Inseln reicht. Die Gattung Phyllangia gehört zur Familie Caryophylliidae.

Phyllangia americana mouchezii, vor Israel

Phyllangia americana mouchezii, bei Michmoret (Israel)
Die geologische Geschichte des Mittelmeers ist eine spannende Reise. Wie der offizielle wissenschaftliche Name dieser Koralle andeutet, besiedelte die Art das Mittelmeer vom Atlantischen Ozean aus nach dem Ende der messinischen Salzgehaltskrise vor 5,3 Millionen Jahren. Tatsächlich vertragen die Steinkorallen des Mittelmeers einen Temperaturbereich von 13 bis 31 Grad Celsius und einen Salzgehaltsbereich von 15 bis 36,4 Promille.
Die blütenartigen Polypen variieren in der Farbe von gelbbraun bis rotbraun und werden häufig von Algen und Schwämmen bewachsen. Die kreisförmige Skelettwand jedes Polypen hat sechs Septen, die nach innen ragen, während an der Außenseite kreisförmige Skelettkämme sichtbar sein können.
Wenn wir über Korallen sprechen, haben wir immer das ikonische Bild von äußerst fragilen tropischen, riffbildenden, symbiotischen Organismen in kristallklarem, flachem Wasser vor Augen. Auffallend sind dabei die in kalten Gewässern lebenden Steinkorallen. Sie zeigen, dass diese symbiotische Beziehung zwischen den beiden evolutionär weit entfernten Partnerorganismen recht schnell zusammenbrechen kann (Korallenbleiche), wenn die Bedingungen nicht optimal sind.
Das Mittelmeer ist ein eher nährstoffarmes Meer mit geringer Produktivität. Da die meisten Steinkorallenarten aus gemäßigten Gewässern, wie auch Phyllangia americana mouchezii keine Zooxanthellen als Photosynthesepartner haben, können sie nicht mit anderen Arten wie Schwämmen und Krustenalgen um Platz auf lichtexponierten, harten Felsoberflächen konkurrieren.
Dadurch werden Nährstoffe durch die Verdauung frei schwebender Mikroorganismen, die in hervorstehenden Tentakeln gefangen sind, oder aus gelöster organischer Substanz gewonnen. Die meisten Korallen, die dieses Verhalten zeigen, sind auf Tiefen beschränkt, in die kein Licht eindringt. Kolonien der versteckten Kelchkoralle wachsen durch eine Form der asexuellen Fortpflanzung, die als Knospenbildung bekannt ist und bei der sich der Mutterpolyp teilt, um neue Tochterpolypen zu bilden .
Dadurch sind die Steinkorallen des Mittelmeers auf Randlebensräume wie die Unterseite von Felsen, Felsvorsprünge, Höhlendecken und Höhlenwände beschränkt, in denen die Strömung gerade ausreicht, um genügend Nährstoffe zu transportieren. Diese Korallen sind auch in Wracks zu finden, die als künstliche Riffe in einer Tiefe von zwei bis über 80 Metern dienen. Dennoch bauen Steinkorallen weiterhin bescheidene Riffe durch eine einzellige dicke Gewebeschicht namens Calicoblastic Epithel auf . Diese Zellschicht erleichtert die Biomineralisierung von Kalzium in Form von Aragonit.

Phyllangia americana mouchezii

Phyllangia americana mouchezii
(Kanarische Inseln)

Phyllangia americana mouchezii
(Michmoret, Israel)
Polycyathus muellerae
Polycyathus muellerae ist eine kleine Korallenart aus der Familie der Caryophylliidae in der Ordnung der Steinkorallen. Sie ist im nordöstlichen Atlantik und im Mittelmeer beheimatet. Es handelt sich um Korallen, die unter Überhängen und in Höhlen als Teil einer Ansammlung von Organismen wachsen, die für solche schlecht beleuchteten Standorte typisch sind.

Polycyathus muellerae ist eine koloniale, großpolypige Steinkorallenart. Die einzelnen Polypen sind zunächst durch eine verkrustete Basallamina verbunden, die sich jedoch mit der Zeit abnutzen kann, sodass sich zwischen den Polypen andere Organismen ansiedeln können. Das Wachstum dieser Art erfolgt durch Austrieb aus der Basallamina, und die eher diffusen Kolonien können einen Durchmesser von etwa einem Meter haben.

Jeder einzelne Polyp sitzt in einer Korallit- oder Steinschale mit einem Durchmesser von etwa 6 mm und einer Höhe von 10 mm. Die Koralliten haben bis zu vier Zyklen gezahnter Septen (Steinkämme), was insgesamt 48 Septen ergibt. Sowohl Koralliten als auch Polypen sind braun und die 3 bis 4 mm langen Tentakel haben weiße Körnchen und weiße zylindrische Spitzen.
Verbreitung und Lebensraum:
Diese Art ist im nordöstlichen Atlantik, der Nordsee, dem Ärmelkanal und dem Mittelmeer beheimatet. Normalerweise meidet sie direktes Sonnenlicht und wächst in Höhlen und unter Überhängen in Tiefen von bis zu 30 Metern.

P. muellerae ist eine azooxanthellate Koralle; Sie geht keine Symbiose mit mikroskopisch kleinen Dinoflagellaten ein, sondern bezieht ihre gesamte Nahrung aus den Planktonorganismen, die von den Polypen gefangen werden. Die ungeschlechtliche Fortpflanzung durch Knospung vergrößert die Kolonie. Bei dieser Art wurde keine sexuelle Fortpflanzung beobachtet, aber die Tatsache, dass die Koralle weit verbreitet ist, legt nahe, dass sie sich auch auf sexuellem Wege vermehrt. Diese Koralle wird manchmal von Seepocken (Megatrema anglicum) parasitiert.

Eine Untersuchung der Ansammlungen von Organismen, die in Unterwasserhöhlen in Süditalien leben, ergab, dass es an den am besten beleuchteten Stellen in der Nähe des Eingangs reichlich Algen gab und in den tiefsten Teilen des Inneren Schwämme überwogen. In der Zwischenzone gab es Korallen, darunter Polycyathus muellerae, Hydroiden, Schlangenwürmer, Muscheln, Wurmschnecken, Bryozoen und Seescheiden.
Stephanocyathus spiniger
Stephanocyathus wird traditionell in die große und vielfältige Familie Caryophyllidae eingeordnet, die zahlreiche Gattungen von azooxanthellaten Tiefseekorallen umfasst. Stephanocyathus spiniger wird etwas weiter unten im Artikel: "Seltene Azoo-Steinkorallen in japanischen Aquarien" ausführlicher behandelt.

Skelett von Stephanocyathus spiniger

Skelette rezenter azooxanthellater Steinkorallen (Scleractinia)
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Ericiocyathus echinatus (Holotyp)
A und B: Calicular bzw. Seitenansicht -
Anthemiphyllia patera costata
C und D: Calicular bzw. Seitenansicht -
Stephanocyathus regius
E und F: Calicular bzw. Seitenansicht -
Stephanocyathus spiniger
G und H: Calicular bzw. Seitenansicht -
Stephanocyathus (Odontocyathus) coronatus
I und J: Calicular bzw. Seitenansicht -
Trochocyathus (Aplocyathus) brevispina
K, L und M: Calicular, Schräg- bzw. Seitenansicht.
(Maßstabsbalken: 5 mm)
Dendrophylliidae
Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)
Klasse: Hexacorallia (Sechsstrahlige Blumentiere)
Ordnung: Scleractinia (Steinkorallen)
Unterordnung: Dendrophylliina
Familie: Dendrophylliidae
Die Dendrophylliidae sind eine Familie von Steinkorallen.

Rhizopsammia minuta, eine Korallenart aus der Familie Dendrophylliidae.

Rhizopsammia bermudensis (c) Ben Eddy
Die meisten Arten der Dendrophylliidae sind ahermatypisch, das heißt, sie leben nicht in Symbiose mit Zooxanthellen und können Biotope fernab vom Sonnenlicht in Höhlen, unter Überständen oder auf dem tiefen Meeresgrund besiedeln. Azooxanthellate, ahermatypisch lebende Korallen müssen ihre Nahrung mit ihren Tentakeln fangen, anstatt sich beim Nahrungserwerb auf Photosynthese durch Zooxanthellen zu verlassen.
Viele Arten aus der Familie der Dendrophylliidae kommen in subtropischen und gemäßigten Zonen aller Weltmeere und mit mehreren Arten auch im Mittelmeer vor. Zu ihnen gehören beispielsweise die Sternkoralle (Astroides calycularis) aus dem Mittelmeer und die Baumkoralle (Dendrophyllia ramea) aus dem Mittelmeer und dem Atlantik, die ebenso wie die tropischen Tubastraea auch in größeren Tiefen leben und sich von Plankton ernähren.
Die Gattungen Turbinaria, Duncanopsammia sowie einige Arten von Heteropsammia dagegen leben in Symbiose mit Zooxanthellen, von deren Stoffwechselprodukten sie sich teilweise ernähren, und sind daher auf helle Standorte in den flachen, tropischen Korallenriffen angewiesen.
Das Weltregister der Meeresarten umfasst folgende Gattungen in der Familie Dendrophylliidae:
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Astroides
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Atlantia
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Balanophyllia
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Balanopsammia
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Bathypsammia
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Cladopsammia
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Dendrophyllia
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Dichopsammia
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Duncanopsammia
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Ednapsammia
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Eguchipsammia
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Enallopsammia
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Endopachys
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Endopsammie
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Heteropsammia
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Leptopsammia
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Lobopsammia †
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Notophyllia
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Pourtalopsammia
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Rhizopsammia
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Thecopsammia
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Trochopsammia
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Tubastraea
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Turbinaria
Astroides
Astroides ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae. Die Gattung ist monotypisch und die einzige Art ist Astroides calycularis, die im westlichen Mittelmeer endemisch ist. Die Art wurde erstmals 1766 vom deutschen Naturforscher Peter Simon Pallas beschrieben.
Sternkoralle
Astroides calycularis
Die Sternkoralle (Astroides calycularis) gehört zu den Steinkorallen (Scleractinia). Sie lebt im Süden des westlichen Mittelmeers, an den Küsten des Magreb, Südspaniens und des südlichen Italiens bis etwa Höhe Neapel. Ihr bevorzugter Lebensraum sind Höhlen, Überhänge und Steilwände bis in Tiefen von 30 Metern. Seltener kommt sie auch noch bis 70 Meter Wassertiefe vor.



Sternkoralle (Astroides calycularis)
Astroides calycularis ist eine koloniebildende Koralle, die aus einer Gruppe von Polypen besteht, von denen jeder in einer steinigen Schale sitzt, die als Kelch bezeichnet wird. Die Kolonien erreichen meist einen Durchmesser von 25 bis 30 cm und eine Höhe von 10 cm. Jeder Polyp hat einen Durchmesser von etwa 1 bis 2 cm. Die Polypen sind gelb oder orange und besitzen etwa dreißig sehr kurze Tentakeln, die das schlitzförmige Maul umgeben. Die Kolonie wächst durch asexuelle Fortpflanzung, wobei neue Polypen aus bestehenden Polypen hervorgehen und ihre eigenen Kelche bilden. Tiefwasserkolonien haben die Form eines Busches, die Polypenkelche sind kreisförmig und die Vermehrung erfolgt in unterschiedlichen Höhen an den Kelchwänden. Flachwasserkolonien neigen dazu, eine Ellipsenform zu bilden, die Kelche sind vieleckig und die Vermehrung erfolgt in der Mitte der Kolonie sowie an den Rändern.
Verbreitung und Lebensraum:
Während des Pleistozäns war Astroides calycularis weiter verbreitet als heute und kam im gesamten westlichen Mittelmeerraum vor. Seitdem ist sie aus dem nördlichen Teil dieses Gebietes, aufgrund der durch Eiszeiten verursachten niedrigeren Meerestemperaturen verschwunden. Heutzutage ist sie im westlichen Mittelmeer, südlich von Sardinien beheimatet und kommt auch im Atlantischen Ozean nahe der Straße von Gibraltar vor. Vor 1989 war die Art auf das Gebiet westlich von Sizilien beschränkt, doch in diesem Jahr tauchte sie erstmals in der Adria auf. Dies fiel mit einer plötzlichen Änderung der Zirkulation im östlichen Mittelmeer zusammen, die es den kurzlebigen pelagischen Larven ermöglicht haben könnte, lange genug zu überleben, um sich auf dem Meeresboden der kroatischen Küste niederzulassen. A. calycularis kommt auf Felsen und Mauern, unter Überhängen und in Unterwasserhöhlen in Tiefen bis zu etwa 70 m vor. An geeigneten Standorten können Kolonien 90 % des verfügbaren Substrats bedecken. In einer Höhle in Italien kam sie in besser beleuchteten Gegenden häufiger vor als die solitäre Steinkoralle (Leptopsammia pruvoti) und war in der Nähe der Stelle, an der schwefelhaltiges Quellwasser in die Höhle floss, häufiger anzutreffen.
Die Sternkoralle lebt nicht, wie die meisten anderen Steinkorallen, mit Zooxanthellen in Symbiose. Dadurch kann sie auch dunklere Lebensräume besiedeln. Astroides calycularis ist nachtaktiv, die Polypen bleiben tagsüber in ihre Kelche zurückgezogen. Sie breiten nachts ihre Tentakel zum Nahrungsfang aus und ernähren sich von gefangenem Plankton und möglicherweise Bakterien.
Sternkorallen erinnern wegen ihrer auffälligen Färbung, der Kolonieform und des Lebensraums an die Steinkorallen der Gattung Tubastraea aus dem tropischen Indopazifik. Beide Arten gehören der Famile Dendrophylliidae an. Tubastraea wird etwas weiter unten bei den azooxanthellaten Steinkorallen vorgestellt. Auch die Sternkoralle hätte in dieser Gruppe stehen können. Wir haben uns aber dazu entschieden sie hier, bei den Steinkorallen der gemäßigten- und subtropischen Meere aufzuführen.
Aquarienhaltung:
Bei einer Haltung im Aquarium sollte eine regelmäßige, aktive Fütterung erfolgen. Zusätzlich muss die Koralle nach den auf ihr parasitisch lebenden Copepoden Doridicola helmuti abgesucht und diese gegebenenfalls entfernt werden, beispielsweise durch die "Dipp-Methode". Für die Haltung im Aquarium sind Wassertemperaturen von 15 bis 20 °C geeignet, zeitweise (im Sommer) auch bis 25 °C, im Winter bis maximal 18°C.



Skelett von A. calycularis
Astroides calycularis (Insel Linosa, Italien)
Sternkoralle (Astroides calycularis)

Astroides calycularis (Insel Linosa, Italien)

Astroides calycularis (Insel Linosa, Italien)


Astroides calycularis mit teilweise geschlossenen Polypen
Astroides calycularis mit weit geöffneten Polypen
Balanophyllia
Balanophyllia ist eine Gattung von Solitärkorallen in der Ordnung der Steinkorallen. Solitärkoralle bedeutet, dass sie nur einen einzigen Polypen haben, der nicht in Gruppen bzw. Kolonien wächst sondern eben solitär, für sich alleine.
Einige Arten der Gattung Balanophyllia werden auf der Seite "Steinkorallen der gemäßigten Meere" genauer beschrieben.
Arten der Gattung Balanophyllia:
☛ Liste der Arten auf WoRMS (World Register of Marine Species)

Balanophyllia mit voll entfalteten Tentakeln, welche dem Planktonfang dienen.

Balanophyllia bonaespei

Balanophyllia regia

Balanophyllia europaea (Argeles, Frankreich)

Balanophyllia bairdiana (Magic Point, Maroubra)

Balanophyllia elegans
☛ Nähere Informationen zur Gattung Balanophyllia gibt es auf der Seite "Steinkorallen der gemäßigten Meere".
Balanophyllia bonaespei
Balanophyllia bonaespei ist eine Art der solitären Kelchkorallen, aus der Familie der Dendrophylliidae. Es handelt sich um eine azooxanthellate Art.

Balanophyllia bonaespei (Dome Rock Reef, Südafrika)
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Balanophyllia bonaespei (c) Georgina Jones
Kelchkorallen sind einzeln stehende (solitäre) Steinkorallen, die oberflächlich gesehen orangefarbenen Seeanemonen ähneln. Sie erreichen einen Durchmesser von 1–2 cm und haben fast transparente, perlenbesetzte Tentakel. Diese Art ist von der Saldanha Bay bis East London vor der südafrikanischen Küste bekannt und lebt in einer Tiefe von 5 bis 150 Metern.
Kelchkorallen
Cladopsammia
Cladopsammia ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae. Arten dieser Gattung kommen in Tiefen bis zu etwa 470 Metern vor. Es handelt sich um azooxanthellate Korallen, was bedeutet, dass sie keine symbiotischen, photosynthetischen Dinoflagellaten enthalten, welche die Koralle mit Nährstoffen versorgen. Azooxanthellate Korallen sind daher auf aktiven Nahrungsfang angewiesen.
Arten der Gattung Cladopsammia:
☛ Liste der Arten auf WoRMS (World Register of Marine Species)

Cladopsammia eguchii (c) shera

Cladopsammia gracilis (Rotes Meer, Ägypten)
Foto: Diego Delso, delso.photo, License CC-BY-SA
Cladopsammia eguchii
Cladopsammia eguchii ist eine koloniale und azooxanthellate Steinkoralle. Die Art kann riesige Kolonien an geeigneten Standorten, wie schattigen Felsüberhängen und an Höhlendächern in einer Wassertiefe von 1 bis zu etwa 85 Metern entwickeln.
Die Art ist im Nord- und Ostpazifik weit verbreitet, von Australien über Japan und Hawaii bis an die Westküste der USA.



Cladopsammia eguchii (c) David R

Cladopsammia eguchii (c) hokoonwong
Cladopsammia eguchii (c) David R

Cladopsammia eguchii (c) Josy Lai
Cladopsammia eguchii (c) D. Torres-Pulliza

Cladopsammia eguchii (c) David R
Cladopsammia gracilis
Cladopsammia gracilis wird häufig mit sehr ähnlich aussehenden Vertretern der Gattung Tubastrea verwechselt. Um sicher zu sein müssten die Koralliten bzw. das Skelett untersucht werden, was aber den Tod des Tieres nach sich ziehen würde.
Die Art ist sehr weit verbreitet, vom Roten Meer über den Indischen Ozean bis zum Ostpazifik.

Cladopsammia gracilis (c) Dennis Rabeling

Cladopsammia gracilis (c) Malcolm Francis

Cladopsammia gracilis (c) Billy Bensted-Smith

Cladopsammia gracilis (c) Sylvain Le Bris

Cladopsammia gracilis (c) Sylvain Le Bris

Cladopsammia gracilis (c) Carmelo López Abad
Cladopsammia manuelensis
Cladopsammia manuelensis, besser bekannt als Sonnenkoralle oder Kelchkoralle, ist eine azooxanthellate Steinkorallenart, die in den flachen und tieferen Gewässer des Atlantischen und Indischen Ozeans vorkommt.

Cladopsammia manuelensis in einem Korallenriff auf Aruba
Foto: Bert Hoeksema
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Cladopsammia manuelensis
(c) Pim Bongaerts
Anatomie und Ökologie:
Es wird beschrieben, dass Cladopsammia manuelensis einen matten olivfarbenen bis orangefarbenen Körper mit orange und gelb schattierten Tentakeln hat, die aus dem Polypen herausragen. Der stumpfe Körper der Koralle ist an einem harten Untergrund befestigt und der Polyp der Koralle zieht sich zusammen und zieht sich aus dem Körper zurück, um sich zu ernähren. C. manuelensis ist eine Azooxanthellat-Korallenart, was bedeutet, dass sie keine symbiotischen Zooxanthellen enthält und ihre Nahrung stattdessen durch Suspensionsfütterung bezieht. C. manuelensis gehört ebenfalls zur Ordnung der Scleractinia und ist daher eine Steinkorallenart, was einfach bedeutet, dass sie einen harten Skelettkörper haben. Aufgrund ihrer harten Skelettkörper sind Steinkorallen nicht nur wesentliche Riffbildner in Tiefseekorallenrifflebensräumen.
Verbreitung und Lebensraum:
Im letzten Jahrzehnt hat Cladopsammia manuelensis sowohl in der Tiefe als auch in geografischer Hinsicht an Häufigkeit zugenommen, insbesondere in der Karibik. Früher glaubte man, dass Cladopsammia manuelensis nur in der Tiefsee vorkommt, wurde aber kürzlich in seichten Gewässern entdeckt.
Cladopsammia manuelensis kommt im Atlantischen und Indischen Ozean vor und wurde in verschiedenen tropischen Regionen vor den Küsten Afrikas und Amerikas beobachtet, wo sie hauptsächlich in der Karibik vorkommt. Genauer gesagt wurde Cladopsammia manuelensis in der Nähe von Curaçao, Aruba, Haiti, der Dominikanischen Republik und Puerto Rico gesichtet. Insbesondere wurde er jedoch nicht in den Regionen Bonaire und Sint Eustatius gefunden, trotz der Ähnlichkeit zwischen den Umgebungen von Curaçao und Bonaire und ihrer unmittelbaren Nähe von 40 km. Kürzlich wurde Cladopsammia manuelensis auch vor der Küste Südfloridas lokalisiert, insbesondere in den Gebieten Pourtalès Terrace und Florida Straits. Mehrere Arten der Gattung Cladopsammia werden auch in der Nähe der Küsten Koreas, Japans und der Marquesas-Inseln in Französisch-Polynesien entdeckt, C. manuelensis muss jedoch in diesen Regionen noch gefunden werden. Dennoch wäre die Möglichkeit, in einer solchen Region auf C. manuelensis zu stoßen, nicht überwältigend, da ein Großteil des Ozeans noch erforscht werden muss und C. manuelensis die Fähigkeit gezeigt hat, sich an verschiedene Umgebungen anzupassen und zu gedeihen.
Tiefenverbreitung:
Cladopsammia manuelensis wurde in einem weiten Tiefenbereich beobachtet und kam sowohl in Flachwasserriffen als auch in Tiefseeriffen vor. Dies ist ein seltenes ökologisches Merkmal, das speziell für die Familie der Dendrophylliidae gilt. Da es sich bei C. manuelensis um eine azooxanthellate Korallenart handelt, gedeihen sie in Tiefseeumgebungen. Aufgrund ihrer Vielseitigkeit wurde jedoch neu entdeckt, dass C. manuelensis auch in einigen Flachwasser-Korallenriffumgebungen vorkommt. Der aktuelle Tiefenbereich dieser Art im Atlantischen Ozean beträgt 4–366 m: Vor der Westküste Afrikas beträgt der Tiefenbereich 55–150 m und vor der Küste Amerikas beträgt der Tiefenbereich 4–366 m. Während die Tiefenreichweite dieser Art vor der südöstlichen Küste Afrikas im Indischen Ozean 43–110 m beträgt. Allerdings wurde Cladopsammia manuelensis auch in flacheren Riffen in einer Tiefe von 4–19 m in der Nähe der Dominikanischen Republik gefunden.
Ernährung:
Wie die meisten Korallen sind C. manuelensis Suspensionsfresser, im Gegensatz zu den meisten Korallen enthält C. manuelensis keine symbiotischen Zooxanthellen. Da sie sesshaft sind und sich nicht auf die Sonne als Nahrung verlassen können, ist C. manuelensis für ihre Ernährung auf in der Wassersäule schwebende Partikel angewiesen. C. manuelensis fangen Detritus, indem sie die Tentakel ihres Polypen herausstrecken, die zur Nahrungsaufnahme zusammengezogen und aus dem Körper zurückgezogen werden können, und sammeln alles, was darauf landet. Durch die Methode der Suspensionsfütterung sind sie in der Lage, etwas Phytoplankton, Flohkrebse, Ruderfußkrebse und anderes Zooplankton zu fangen.


Cladopsammia manuelensis von Forschenden vor Curaçao entdeckt.
Dendrophyllia
Dendrophyllia ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae. Mitglieder dieser Gattung kommen in Tiefen bis zu etwa 900 Metern vor. Es handelt sich um azooxanthellate Korallen, was bedeutet, dass sie keine symbiotischen, photosynthetischen Dinoflagellaten enthalten, welche die Koralle mit Nährstoffen versorgen. Azooxanthellate Korallen sind daher auf aktiven Nahrungsfang angewiesen.
Arten der Gattung Dendrophyllia:
☛ Liste der Arten auf WoRMS (World Register of Marine Species)

Dendrophyllia arbuscula (c) Dickson Wong

Dendrophyllia arbuscula (c) even928

Dendrophyllia arbuscula (c) cwsoab_tonyyyyyy

Dendrophyllia arbuscula (c) Ingo Rogalla

Dendrophyllia arbuscula (c) Josy Lai

Dendrophyllia cornigera (c) François Roche

Dendrophyllia cornigera (c) Pierre Corbrion

Dendrophyllia cornigera (c) Sylvain Le Bris

Dendrophyllia cribrosa (c) Suwan

Dendrophyllia ramea (c) Dennis Rabeling

Dendrophyllia cribrosa (c) Suwan
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Dendrophyllia robusta (c) marieaurelia
Baumkoralle
Dendrophyllia ramea
Dendrophyllia ramea lebt in Wassertiefen von 30 bis 75 Metern auf Hartgrund. Die Art wächst baumförmig, nach allen Seiten unregelmäßig verzweigt mit kräftigen, derben Ästen. Sie bildet ein kalkhaltiges hartes Skelett. Die Färbung lebender Kolonien ist orange bis gelb. Die Polypen sind weiß und erreichen expandiert 2 - 4 cm.
Das Vorkommen von Dendrophyllia ramea erstreckt sich vom westlichen Mittelmeer bis zum Ostatlantik von Portugal bis Golf von Guinea in Westafrika.



Bilder oben: Dendrophyllia ramea (c) Dennis Rabeling
Kolonien der Baumkoralle (Dendrophyllia ramea) können bis zu einem Meter hoch werden. Die Art ist azooxanthellat, lebt nicht vom Licht und ist auf eine Ernährung durch Planktonfang angewiesen.
Die Bedeutung von Habitat-bildenden Arten, insbesondere Kaltwasserkorallen wie Dendrophyllia ramea, kann nicht genug betont werden, da sie wichtige physische Strukturen bilden, die einer Reihe anderer Arten Schutz, Nahrung und Laichhabitat bieten.
Aquarienhaltung:
Die Haltung und Pflege von Dendrophyllia ramea ist ähnlich, wie die von Korallen der Gattung Tubastrea. Kein Tier für den Anfänger. Die Art braucht kühlere Temperaturen und eine regelmäßige Fütterung mit geeigneten Futtermitteln, wie Plankton, Staubfutter etc.

Dendrophyllia ramea (c) Dennis Rabeling

Dendrophyllia ramea (c) Dennis Rabeling

Dendrophyllia ramea (c) Dennis Rabeling

Dendrophyllia ramea (c) Dennis Rabeling

Dendrophyllia ramea (c) Rino

Dendrophyllia ramea (c) luismartinezartola

Dendrophyllia ramea (c) João Pedro Silva

Dendrophyllia ramea (c) Susanne Spindler

Dendrophyllia ramea (c) Susanne Spindler
Heteropsammia
Heteropsammia ist eine Gattung von teilweise azooxanthellaten Korallen, die zur Familie der Dendrophylliidae gehören.
Arten der Gattung Heteropsammia:
☛ Liste der Arten auf WoRMS (World Register of Marine Species)



Heteropsammia cochlea (c) uwkwaj
Heteropsammia eupammides
Heteropsammia moretonensis (c) sue_churchill
Heteropsammia-Arten bestehen aus frei lebenden, einzelnen Polypen mit einem Durchmesser von etwa 2,5 cm. Sie gehen eine symbiotische Beziehung mit einem Wurm, Aspidosiphon corallicola, ein. Der Wurm lebt in einer Höhle an der Unterseite der Koralle und zieht den Polyp über sandige Untergründe. Sie weisen auch eine fakultative symbiotische Beziehung mit Zooxanthellen der Gattung Symbiodinium auf, da diese Verbindung in flachen Gewässern (unter 40 Metern), jedoch nicht in größeren Tiefen (wo die Korallen ohne Algen leben) beobachtet wurde. Heteropsammia-Korallen können manchmal symbiotische Beziehungen mit anderen Meeresarten wie Einsiedlerkrebsen eingehen, die in der Höhle leben, in der sich normalerweise der endosymbiotische Sipunculid-Wurm befindet.
Heteropsammia cochlea
H. cochlea ist eine Art kleiner Solitärkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae, die im Indopazifik beheimatet ist.



Zwei Exemplare von Heteropsammia cochlea
Heteropsammia cochlea (geschlossen)
Heteropsammia cochlea (geöffnet)
Merkmale:
Diese kleine, einzeln lebende Koralle mit einem Durchmesser von nicht mehr als 2,5 cm ist nicht am Meeresboden befestigt. Es besteht aus einem oder zwei Koralliten in Form einer Acht, wenn man es von oben betrachtet, was es leicht macht, es zu identifizieren. Die den Boden berührende Basis ist relativ kreisförmig, je nach Beschaffenheit des Untergrundes entweder flach oder leicht gekielt. Die Basis hat eine Öffnung, die einen Kommensalwurm beherbergt, der zur Familie der Aspidosiphonidae gehört. Die Gesamtfarbe ist gelblich, gräulich oder grünlich. Vor allem nachts sind die Polypententakel entfaltet zu sehen.
Verbreitung und Lebensraum:
Heteropsammia cochlea ist in den tropischen und subtropischen Gewässern des indisch-westpazifischen Raums weit verbreitet, von den Ostküsten Afrikas, einschließlich des Roten Meeres, bis zu den Philippinen und von Südjapan bis Australien und Neukaledonien und lebt am Meeresboden, in einer Tiefe von einem Meter bis 40 Metern.
Heteropsammia cochlea ist eine häufig vorkommende Art, die in manchen Gegenden relativ häufig vorkommen kann. Es kann sich sexuell durch die Freisetzung von Gameten oder ungeschlechtlich durch die Sprossung eines neuen Individuums aus dem „Elternkörper“ vermehren. Es gibt keinen offensichtlichen Geschlechtsdimorphismus zwischen Männern und Frauen. Bei der Fortpflanzung im offenen Wasser beginnt die Larve mit einem Planktonstadium, bevor sie landet und auf dem Panzer eines Mikrogastropoden wächst, den sie mit der Zeit vollständig umhüllt.
Um in ihrem Biotop zu überleben und insbesondere um nicht begraben zu werden, steht diese kleine Koralle in einer obligaten Kommensalbeziehung mit einem kleinen Sipunculid-Wurm, Aspidosiphon muelleri, der unter der Basis der Koralle haust. Die Bewegungen des Wurms bei der Nahrungssuche verhindern, dass die Koralle vergraben wird. Dies macht die Koralle jedoch darauf angewiesen, dass der Wurm in der Nähe bleibt.
Heteropsammia cochlea beherbergt wiederherum oft kleine parasitische Muscheln, Lithophaga lessepsiana.
Es wurde beobachtet, dass Heteropsammia cochlea Salpen in der Bucht von Leuk, Koh Tao, Golf von Thailand, schlucken, und zwar dank ihrer großen Öffnung, da die Salpen größer als die Mundöffnung der Korallen waren.

Heteropsammia cochlea (c) Francesco Ricciardi

Heteropsammia cochlea (c) uwkwaj

Heteropsammia cochlea (c) uwkwaj
Leptopsammia
Leptopsammia ist eine Gattung von Steinkorallen aus der Familie der Dendrophylliidae. Mitglieder dieser Gattung kommen in Tiefen bis zu etwa 900 Metern vor. Sie sind Azooxanthellat, was bedeutet, dass sie keine symbiotischen photosynthetischen Algen oder Dinoflagellaten enthalten, welche die Koralle mit Nährstoffen versorgen. Azooxanthellate Korallen sind daher auf aktiven Nahrungsfang angewiesen.
Arten der Gattung Leptopsammia:
☛ Liste der Arten auf WoRMS (World Register of Marine Species)
Gelbe Nelkenkoralle
Leptopsammia pruvoti
Leptopsammia pruvoti kommt im westlichen Mittelmeer und in der Adria sowie an den Atlantikküsten Portugals, der Bretagne, der Kanalinseln und im Südwesten Englands vor. Unabhängig vom Sonnenlicht kommt es unter Felsbrocken, auf Grundgestein, in Spalten, unter Überhängen und in Höhlen in Tiefen zwischen 10 und 40 Metern vor.

Gelb leuchtende Leptopsammia pruvoti zwischen Farbwechselnden Gorgonien (Paramuricea clavata) an einem Überhang (Capo Gallo, Sizilien)

Leptopsammia pruvoti

Leptopsammia pruvoti
Leptopsammia pruvoti ist eine solitäre Steinkoralle aus der Familie der Dendrophylliidae. Es handelt sich um eine azooxanthellate Art, was bedeutet, dass ihr Gewebe nicht die symbiotischen einzelligen Algen (Zooxanthellen) der Gattung Symbiodinium enthält, wie dies bei den meisten Korallen der Fall ist. Sie ist im Mittelmeer beheimatet. Die Art wurde 1897 von Henri de Lacaze-Duthiers beschrieben und zu Ehren des französischen Meeresbiologen Georges Pruvot benannt.L. pruvoti ist eine solitäre Steinkoralle und ähnelt oberflächlich einer Seeanemone. Der Polyp sitzt in einer Kalkschale, die an der Basis breiter als oben ist und deren Form von zylindrisch und kurz bis konisch und lang variiert. Er erreicht eine Höhe von etwa 60 mm und einen Durchmesser von 20 mm. Der Polyp ist gelb oder orange mit etwa sechsundneunzig langen, durchscheinenden gelben Tentakeln. Es kann sich in die Skelettschale zurückziehen, sodass die Tentakel kaum noch sichtbar sind. Diese Art kann mit einer anderen gelben oder orangefarbenen Kelchkoralle, Balanophyllia regia, verwechselt werden, aber diese Art wird nie so groß und hat weniger Tentakel.
In einer Meereshöhle in Italien wurde festgestellt, dass die Kolonialkoralle Astroides calycularis an gut beleuchteten Orten reichlich vorhanden war, in den dunkleren Teilen der Höhle jedoch weniger zahlreich wurde, während L. pruvoti an dunklen Orten häufiger vorkam. An Orten, an denen sich schwefelhaltiges Quellwasser mit dem Meerwasser vermischte, war die Situation jedoch umgekehrt und Astroides calycularis kam häufiger vor. Die relativen Anteile der beiden Arten könnten durch das Vorhandensein von Matten aus schwefelverdauenden Bakterien rund um die Quelle beeinflusst worden sein.

Leptopsammia pruvoti (c) josepvilanova

Leptopsammia pruvoti (c) Sylvain Le Bris

Leptopsammia pruvoti (c) Sylvain Le Bris


Leptopsammia pruvoti (c) Sylvain Le Bris
Leptopsammia pruvoti (c) Sylvain Le Bris

Leptopsammia pruvoti (c) Thomas Menut
Tubastraea
Die Steinkorallen der Gattung Tubastraea werden im deutschen Sonnenkorallen oder Kelchkorallen genannt. Im Unterschied zu den meisten anderen tropischen Steinkorallen leben sie nicht mit Zooxanthellen in Symbiose. Sie ernähren sich vom Planktonfang.
Arten der Gattung Tubastraea:
☛ Liste der Arten auf WoRMS (World Register of Marine Species)

Tubastraea faulkneri, umgangssprachlich als Sonnenkoralle oder Orange Kelchkoralle bezeichnet

Bei dem grünen Korallenstock in der linken Bildhälfte handelt es sich um eine Schwarze Kelchkoralle (Tubastraea micranthus). Sie ist die einzige riffbildende Tubastraea. Unterwasserfoto aus der Nähe von Ambon, Maluku, (Indonesien).
Merkmale und Lebensraum:
Eine genaue Zuordnung der einzelnen Arten ist nur anhand des Sitzes der Mesenterien, in der bei den meisten Tieren (Coelomata) der Darm aufgehängt ist) möglich, dazu muss allerdings das Korallenskelett untersucht werden. Alternativ müsste eine DNA-Untersuchung durchgeführt werden.
Die sehr gefräßigen, großen Polypen können recht große Beute überwältigen. Mit Ausnahme von Tubastraea micrantha sind die Kelchkorallen nicht riffbildend (ahermatypisch). Sie leben in den Korallenriffen des Indopazifik oft an dunkleren Standorten an Höhlendecken.
Aquarienhaltung:
Bei Meerwasseraquarianern gilt die Pflege von Tubastraeen als schwierig. Die meisten importierten Kolonien verhungern nach kurzer Zeit, da sie kaum eine Chance haben, in einem mit Fischen besetzten Aquarium an Futter zu gelangen. Eine gute Methode ist hier die Fütterung jedes einzelnen Polypen via Pipette (z. B. mit Artemien).
Bei guter Fütterung sind diese Korallen gut haltbar und vermehrungsfreudig. Außerdem können mit azooxanthellaten Korallen schattigere Beckenbereiche, die für andere Arten zu dunkel sind, besiedelt werden.

Tubastraea diaphana (c) Malcolm Francis

Tubastraea diaphana
(c) Marine Explorer (Dr John Turnbull)

Tubastraea diaphana (c) Dennis Rabeling


Tubastraea megacorallita (c) Ryan Yue Wah Chan
Tubastraea megacorallita (c) Ryan Yue Wah Chan

Tubastraea tagusensis (c) Billy Bensted-Smith



Tubastraea tagusensis (c) Billy Bensted-Smith
Tubastraea tagusensis (c) Billy Bensted-Smith
Tubastraea tagusensis (c) Billy Bensted-Smith



Tubastraea violacea (c) Dickson Wong
Tubastraea violacea (c) Josy Lai
Tubastraea violacea (c) Juan José Areso
Tubastraea aurea
Tubastraea aurea enthält im Gegensatz zu vielen anderen tropischen Korallen keine Zooxanthellen in ihrem Gewebe. Dadurch kann sie in völliger Dunkelheit wachsen, solange sie genügend Nahrung aufnehmen kann. Die Art kommt auf den Galápagos-Inseln, den Malediven, bei Neukaledonien, im Südchinesischen Meer und vor Vietnam vor.

Tubastraea aurea (c) Erik Schlogl

Tubastraea aurea (c) Harry Rosenthal

Tubastraea aurea (c) Peter

Tubastraea aurea (c) Tony Strazzari
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Tubastraea aurea (c) Tony Strazzari

Tubastraea aurea (c) Tony Strazzari
Goldene Kelchkoralle
Tubastraea coccinea
Tubastraea coccinea gehört zu den großpolypigen Steinkorallen. Diese nicht riffbildende Koralle streckt nachts wunderschöne, durchscheinende Tentakeln aus. Tubastraea coccinea ist heterotroph und enthält keine Zooxanthellen in ihrem Gewebe. Dadurch kann sie in völliger Dunkelheit wachsen, solange sie genügend Nahrung aufnehmen kann.

Tubastraea coccinea (c) Andrés León-Reyes

Tubastraea coccinea (c) brock

Tubastraea coccinea (c) Captain Scott H. Sexton
Lebensraum:
Tubastraea coccinea bewohnt schattige, vertikale Oberflächen und Höhlen bis in große Tiefen. Vertreter aus der Familie Dendrophylliidae kommen weltweit auch in sehr kaltem Wasser vor. Arten der Gattung Tubastraea dominieren oft tropische Habitate, die nicht von anderen Korallenarten bewohnt werden, wie z. B. Schiffswracks, schattige Überhänge und Höhlen. In Brasilien kommen sie am häufigsten in der flachen subtidalen Zone in geringen Tiefen zwischen 0 und 3 Metern vor.
Invasivität und Verbreitung:
Tubastraea coccinea ist ursprünglich im Indopazifik heimisch. Die Art wurde jedoch auch im Atlantik, bei Brasilien, in der Karibik, im Golf von Mexiko, bei Neuseeland sowie vor Westafrika und im Mittelmeer (Malta) nachgewiesen. Diese Vorkommen sind auf Verschleppung durch den Menschen zurückzuführen.
Obwohl Tubastraea coccinea auf der Website und in der Datenbank des Übereinkommens über den internationalen Handel mit gefährdeten Arten (CITES) gelistet ist, konkurriert sie häufig mit anderen benthischen Wirbellosen um Bodengrund. Dies kann einheimische Arten, insbesondere Schwämme und Korallen, gefährden. Die Verdrängung einheimischer Arten kann die Produktion des gesamten Ökosystems reduzieren und so dessen Funktionen beeinträchtigen.

Tubastraea coccinea (c) David R

Tubastraea coccinea (c) momaz

Tubastraea coccinea (c) Shankar Meyer

Tubastraea coccinea (c) Sylvain Le Bris

Tubastraea coccinea (c) Tony Strazzari

Tubastraea coccinea (c) 吳政翰
Tubastraea faulkneri
Tubastraea faulkneri ist optisch kaum von der sehr ähnlichen Tubastraea coccinea zu unterscheiden. Die Art ist nicht riffbildend und enthält im Gegensatz zu vielen tropischen Korallen keine Zooxanthellen in ihrem Gewebe. Dadurch kann sie in völliger Dunkelheit wachsen, solange sie genügend Nahrung aufnehmen kann.
Verbreitung:
Australien, Equador, Galápagos-Inseln, Indischer Ozean, Indonesien, Indopazifik, Korea, Madagaskar, Mauritius, Molukken, Palau, Papua-Neuguinea, Philippinen, Süd-Pazifik, Taiwan, Westlicher Indischer Ozean

Tubastraea faulkneri (Great Barrier Reef)

Tubastraea faulkneri (Malediven)

Tubastraea faulkneri (Ost-Timor)
Schwarze Kelchkoralle
Tubastraea micranthus
Tubastraea micranthus ist eine Steinkoralle (Scleractinia), die in den Korallenriffen des Indopazifik meist an der Außenriffkante, in sehr starker Strömung in Tiefen unter 10 Metern, lebt. Sie wird im deutschen auch Schwarze Kelchkoralle genannt. Im Unterschied zu den meisten anderen Steinkorallen lebt sie nicht mit Zooxanthellen in Symbiose, ist also azooxanthelat. Sie ernährt sich vom Planktonfang. Die sehr gefräßigen, großen Polypen können recht große Beute überwältigen.

Tubastraea micranthus und weitere azooxanthellate Korallen auf den Phillipinen.

Tubastraea micranthus (c) brock

Tubastraea micranthus (c) aspearton
Merkmale:
Tubastraea micranthus bildet über einen Meter hohe, baumförmige, reich verzweigte Korallenstöcke, die immer quer zur Strömung stehen. Ihre Farbe ist für gewöhnlich braun bis schwarzbraun, die dämmerungs- und nachtaktiven Polypen sind heller gefärbt, oft fluoreszierend braungrün. Tubastraea micranthus ist die einzige tropische, azooxanthelate Steinkoralle, die riffbildend ist. Sie wächst auch zwischen langsam wachsenden zooxanthelaten Steinkorallen, hält aber eine Konkurrenz mit den schnellwachsenden Acroporen nicht aus. Tubastraea micranthus ist sehr robust und in zerstörten Riffen oft die letzte überlebende Steinkoralle.
Aquaristik:
Im Meerwasseraquarium gilt die Pflege von allen Tubastraeen als sehr schwierig. Die meisten importierten Kolonien verhungern nach kurzer Zeit, da sie keine Chance haben, in einem mit Fischen besetzten Aquarium an Futter zu gelangen. Tubastraea micranthus wird kaum importiert.

Tubastraea micranthus (c) CORDENOS Thierry

Tubastraea micranthus (c) Damien Brouste

Tubastraea micranthus (c) Jean-Paul Cassez

Tubastraea micranthus (c) Sylvain Le Bris

Tubastraea micranthus (c) Becky Brenner

Tubastraea micranthus (c) desertnaturalist


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Tubastraea micranthus (c) Jean-Paul Cassez
Tubastraea micranthus (c) Josy Lai
Tubastraea micranthus (c) lucasdif

Tubastraea micranthus
(c) New Heaven Reef Conservation Program
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Tubastraea micranthus (c) Rino

Tubastraea micranthus
(c) Silki Anisa Hidayat

Tubastraea micranthus (c) Sukinesh

Tubastraea micranthus (c) Sukinesh
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Tubastraea micranthus (c) Sylvain Le Bris
Oculinidae
Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)
Klasse: Anthozoa (Blumentiere)
Unterklasse: Hexacorallia
(Sechsstrahlige Blumentiere)
Ordnung: Scleractinia (Steinkorallen)
Familie: Oculinidae

Die Oculinidae sind eine Familie von koloniebildenden Steinkorallen.
Arten der Familie Oculinidae zeichnen sich dadurch aus, dass die Wände der Koralliten (die Becher, die die Polypen beherbergen) aus festwandigen, aber eher fragilen Röhren bestehen, die durch ein glattes Skelettmaterial namens Coenosteum verbunden sind. Die Koralliten sind weit auseinanderliegend und robust. Die Septen (Kämme an den Korallenwänden) sind deutlich nach außen gebogen und verleihen der Koralle ein stacheliges Aussehen. Viele Arten dieser Familie gehen eine Symbiose mit Zooxanthellen ein, die im Gewebe der Polypen leben. Hierbei handelt es sich um photosynthetische Algen, die den Polypen Nährstoffe liefern und gleichzeitig von einer sicheren Umgebung und einem erhöhten, sonnigen Standort profitieren.
Das World Register of Marine Species listet folgende Gattungen auf:
-
Bantamia †
-
Bathelia
-
Cyathelia
-
Madrepora
-
Oculina
-
Petrophyllia
-
Schizoculina
-
Sklerhelia
Weitere Informationen zur Familie der Oculinidae, insbesondere zur Gattung Madrepora gibt es auf der Seite "Steinkorallen der gemäßigten Meere"
Seltene Azoo-Steinkorallen in japanischen Aquarien
Die Auswahl an nicht photosynthetischen Steinkorallen in einem durchschnittlichen Meerwasserfachgeschäft ist normalerweise nicht sehr vielfältig. Möglicherweise finden sich ein oder zwei Arten von Tubastraea, mit viel Glück kann man eine Dendrophyllia oder Rhizopsammia entdecken. Wirklich seltene Arten, wie Rhizotrochus typus oder eine Petrophyllia rediviva wird man kaum einmal finden können.
Die in diesem Artikel behandelten Arten kommen regelmäßig nur in Japan in Gefangenschaft vor und werden offenbar als Beifang von kommerziellen Schleppnetzen gefangen. Japanische Aquarianer legen besonderen Wert auf die Haltung azooxanthellater Korallen und oft gelingt es ihnen, Exemplare zu erwerben, die unter europäischen und amerikanischen Aquarianern unbekannt sind. Es versteht sich von selbst, dass es eine ziemliche Herausforderung sein kann, diese zu identifizieren.



Cyathelia axillaris-Kolonie
Petrophyllia rediviva
(Image by Jason Wong reefhobbyistmagazine)
Rhizotrochus typus (c) rubychens
Cyathelia axillaris
Die Steinkoralle Cyathelia axillaris ist die einzige Vertreterin ihrer Gattung und ihre Klassifizierung ist derzeit höchst ungewiss. Traditionell wurde sie in die Familie der Oculinidae eingeordnet, aber neuere molekulare Untersuchungen deuten darauf hin, dass es sich um eine isolierte Abstammungslinie handelt, die weit von dieser Klassifizierung entfernt ist. Sie scheint die Schwester einer unbekannten, einsamen Tiefwasserkoralle – Trochocyathus – zu sein, und beide sind Schwestern der relativ seltenen Art Plesiastrea versipora. Diese wiederum ist eng mit Euphyllia verwandt. Augenscheinlich gibt es keinerlei Ähnlichkeiten unter diesen Arten. Es handelt sich wahrscheinlich um eine Nuance der Biomineralisation des Skeletts, das diese Korallen gemeinsam haben.
Die Polypen von Cyathelia axillaris sind ziemlich groß (bis zu 11 mm) und etwas eiförmig, mit einer ungewöhnlichen papillierten Columella in der Mitte, die in der lebenden Koralle etwas sichtbar ist. Die Färbung ist meist weiß, obwohl die Polypen braun sein können und gelegentlich grün fluoreszieren.

Cyathelia axillaris (c) Josy Lai

Cyathelia axillaris (c) 黃淑真

Aquariuenexemplar mit grüner Fluoreszenz.(Bildnachweis: B-Box Marine)
Den wenigen Bildern von Naturstandorten, die man finden kann, nach zu urteilen, scheint Cyathelia häufig auf felsigen Riffen zu wachsen. Der Exxperte Dr. Stephen Cairns berichtet, dass Cyathelia axillaris eurythermisch ist, was heißt, dass sie in der Lage ist, einen weiten Temperaturbereich zu tolerieren. Das Verbreitungsgebiet dieser Koralle erstreckt sich über die tropischen Gewässer des Indopazifiks. Offensichtlich bewohnt die Koralle in japanischen Gewässern flachere Bereiche zwischen 15 und 366 Metern. Dagegen liegen die aufgezeichneten Tiefen im Indischen Ozean zwischen 161 und 1590 Metern.
Stephanocyathus spiniger
Das bringt uns zu einer ungewöhnlichen Koralle. Stephanocyathus spiniger aus der Familie der Caryophylliidae ist eine solitäre Steinkoralle, die ein besonderes Skelett ausbildet, das an die Wurzeln eines Baumes erinnert.
Die seitlichen Ausläufer des Skeletts sind offensichtlich Anpassungen zur Verankerung dieses Tieres in weichen Sedimenten, wahrscheinlich in Gebieten mit mäßigem Wasserfluss. Mehrere andere Korallen haben unabhängig voneinander ähnliche Strukturen entwickelt und könnten möglicherweise mit Stephanocyathus verwechselt werden. Caryophyllia spinigera hat ein analoges Skelett, aber es fehlen die vergrößerten Septen, die dieser Koralle ihr kronenartiges Aussehen verleihen und ihren Namen, vom griechischen „stephanos“, was Krone bedeutet.

Stephanocyathus spiniger
Aufgrund der Form ihres Skeletts wird sie auch als Königin der Tiefsee-Azoo-Korallen bezeichnet. (Bildnachweis: Sea Bros)

Stephanocyathus spiniger
Eine wirklich unverwechselbare Koralle.
(Bildnachweis: Hanapapa)

Caryophyllia spinigera hat ein Skelett, das dem von Stephanocyathus spiniger ähnelt. Die Septen von C. spinigera sind jedoch kleiner.
Stephanocyathus wird traditionell in die große und vielfältige Familie Caryophyllidae eingeordnet, die zahlreiche Gattungen von azooxanthellaten Tiefseekorallen umfasst, von denen die meisten Arten niemals in Aquarien gelangen. Die maximal aufgezeichnete Größe, ohne Berücksichtigung der seitlichen Verlängerungen beträgt 47 mm im Durchmesser und 26 mm in der Höhe. In Japan wird Stephanocyathus spiniger aus Tiefen unter 100 m gemeldet. Auf den Philippinen wurde die Art in Tiefen zwischen 120 und 695 m dokumentiert. Japanische Aquarianer berichten, dass diese Art relativ anspruchslos ist. Die Exemplare wurden über ein Jahr lang erfolgreich mit zwei Fütterungen pro Woche und bei einer Wassertemperatur maximal 18° C gehalten.
Azooxanthellate Korallen
(Hexacorallia, Ordnung Zoanthidea)
Die Krustenanemonen (Zoanthidea), auch Zoantharia oder Zoanthinaria genannt, sind eine weltweit verbreitete, aber nur sehr unzureichend untersuchte Ordnung der Blumentiere (Anthozoa), denen im Gegensatz zu ihren Verwandten, den Steinkorallen, jegliches Skelett fehlt. Die meisten Vertreter erreichen eine Größe von nur wenigen Zentimetern. In dieser Ordnung sind solitär lebende und auch koloniebildende Arten vertreten.
Epizoanthidae
Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)
Klasse: Hexacorallia
(Sechsstrahlige Blumentiere)
Ordnung: Zoantharia (Krustenanemonen)
Familie: Epizoanthidae
Die Epizoanthidae sind eine Familie sechsstrahliger Blumentiere aus der Ordnung der Krustenanemonen (Zoantharia).
Zu den Gattungen in der Familie Epizoanthidae :
-
Epizoanthus
-
Paleozoanthus (Taxon fraglich)
-
Thoracactis

Epizoanthus arenaceus

Epizoanthus arenaceus (c) Frédéric ANDRE
Hydrozoanthidae
Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)
Klasse: Hexacorallia
(Sechsstrahlige Blumentiere)
Ordnung: Zoantharia (Krustenanemonen)
Familie: Hydrozoanthidae
Die Hydrozoanthidae sind eine Familie sechsstrahliger Blumentiere aus der Ordnung der Krustenanemonen (Zoantharia).
Zu den Gattungen in der Familie Epizoanthidae :
-
Aenigmanthus
-
Hydrozoanthus
-
Terrazoanthus

Hydrozoanthus gracilis (c) 黃淑真

Hydrozoanthus antumbrosus (c) terence zahner
Terrazoanthus
Terrazoanthus ist eine Gattung von Krustenanemonen (Zoantharia) aus der Familie der Hydrozoanthidae.
Die Arten dieser Gattung kommen an den Küsten Amerikas, Afrikas und Japans vor.
Arten in der Gattung :
-
Terrazoanthus californicus
-
Terrazoanthus minutus
-
Terrazoanthus patagonichus
-
Terrazoanthus sinnigeri
Terrazoanthus patagonichus
Terrazoanthus patagonichus ist eine Art der Krustenanemonen, die erstmals auf den Galapagosinseln gefunden wurde. Sie kann durch die leuchtend rote Färbung ihrer Mundscheibe von anderen Arten unterschieden werden. Terrazoanthus patagonichus besitzt etwa 32–40 Tentakeln.
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Terrazoanthus patagonichus (c) Alberto Alcalá

Terrazoanthus patagonichus (c) Alberto Alcalá

Terrazoanthus patagonichus (c) Billy Bensted-Smith

Terrazoanthus patagonichus (c) ponkyjoe
Microzoanthidae
Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)
Klasse: Hexacorallia
(Sechsstrahlige Blumentiere)
Ordnung: Zoantharia (Krustenanemonen)
Familie: Microzoanthidae
Die Microzoanthidae sind eine Familie sechsstrahliger Blumentiere aus der Ordnung der Krustenanemonen (Zoantharia).
Die Familie ist monogenerisch und enthält nur die Gattung Microzoanthus.
Arten der Gattung Microzoanthus:
-
Microzoanthus kagerou
-
Microzoanthus occultus

Microzoanthus occultus (c) Florida Museum of Natural History

Microzoanthus occultus (c) Florida Museum of Natural History
Parazoanthidae
Stamm: Cnidaria (Nesseltiere)
Klasse: Hexacorallia
(Sechsstrahlige Blumentiere)
Ordnung: Zoantharia (Krustenanemonen)
Familie: Parazoanthidae
Die Parazoanthidae sind eine Familie sechsstrahliger Blumentiere aus der Ordnung der Krustenanemonen (Zoantharia).
Zu den Gattungen in der Familie Parazoanthidae:

Bergia catenularis
(c) Robin White

Zibrowius sp.
(c) dfopacific
Antipathozoanthus
Antipathozoanthus ist eine Gattung von Krustenanemonen aus der Familie Parazoanthidae.
Arten in der Gattung:



Antipathozoanthus macaronesicus
(c) Dennis Rabeling
Antipathozoanthus macaronesicus
(c) Dennis Rabeling

Antipathozoanthus hickmani
(c) Billy Bensted-Smith

Antipathozoanthus remengesaui
(c) uwkwaj

Antipathozoanthus remengesaui
(c) uwkwaj
Isozoanthus
Isozoanthus ist eine Gattung von Krustenanemonen aus der Familie Parazoanthidae. Zur Gattung Isozoanthus gehören ca. 16 Arten.
Isozoanthus capensis
Isozoanthus capensis ist eine Art von Krustenanemonen aus der Familie der Parazoanthidae. Es handelt sich bei dieser Art um kleine koloniale, anemonenartige Blumentiere. Der Durchmesser der Polypen beträgt bis zu 0,5 cm. Isozoanthus capensis hat einen aufrechten, hohlen, säulenförmigen Körper mit einem von Tentakeln umgebenen Mund. Die Farbe ist orange bis rosa mit ein paar stacheligen Tentakeln und einer mit Sand bedeckten Körpersäule.
Verbreitung und Ökologie:
Bisher wurde die Art nur von der Kaphalbinsel und bis Port St. Johns an der südafrikanischen Küste gefunden. Isozoanthus capensis scheint in diesem Gebiet endemisch zu sein und lebt im flachen Wasser. Diese Krustenanemonen finden sich meist in kleinen Kolonien von etwa 20–50 Individuen unter Überhängen. Die Art ist azooxanthellat und ernährt sich von Plankton.

Isozoanthus capensis
(c) Chelsea van Rensburg

Isozoanthus capensis
(c) Peter Southwood

Isozoanthus capensis
(c) Peter Southwood
Isozoanthus sulcatus
Isozoanthus sulcatus ist eine kleine koloniale Krustenanemone, die in europäischen Gewässern vorkommt. Die Polypen erreichen einen Durchmesser von 2 mm und kommen in Flecken vor, die typischerweise einen Durchmesser von etwa 50 mm haben. Der Körper ist groß und dünn mit einem von Tentakeln umsäumten Maul. Typischerweise entstehen Kolonien von etwa 50 oder mehr Individuen. Einzelne Polypen können jeweils 16–30 Tentakel haben und zeichnen sich durch ihre braune Farbe aus, die auf das Vorhandensein symbiotischer photosynthetischer Zooxanthellen in ihrem Gewebe zurückzuführen ist. Diese Art ist auch aufgrund ihres gebänderten Coenenchyms einzigartig, das die Individuen miteinander verbindet.
Lebensraum und Verbreitung:
Diese Art kommt im nordöstlichen Atlantik, an den Südwestküsten von England und Wales sowie an der Süd-, West- und Nordküste Irlands vor. Isozoanthus sulcatus kommt auch häufig in gemäßigten Gewässern an der Westküste Frankreichs, sowie im Osten bis zur Südwestküste Norwegens vor. Sie leben von der Gezeitenzone bis etwa 42 m Wassertiefe in der Sublitoralzone auf horizontalem, schlammbedecktem Untergrund, leeren Muschelschalen und sogar in felsigen Gezeitenbecken.

Isozoanthus sulcatus
(c) Frédéric ANDRE

Isozoanthus sulcatus
(c) Xavier Rufray

Isozoanthus sulcatus
(c) Bernard Picton
Parazoanthus
Parazoanthus ist eine Gattung von Krustenanemonen aus der Familie Parazoanthidae. Zur Gattung Parazoanthus gehören ca. 14 Arten, darunter Parazoanthus axinellae aus dem Mittelmeer.
Gelbe Krustenanemonen
Parazoanthus axinellae
Parazoanthus axinellae ist eine Art von Krustenanemonen (Zoanthidea) aus der Familie der Parazoanthidae.
Die Gelbe Krustenanemone kommt an steilen, teiweise überhängenden Felswänden, in Höhlen und auf Schwämmen der Art Axinella im Mittelmeer, vor allem in der Adria und im Ligurischen Meer vor.

Parazoanthus axinellae (c) ealcaniz

Parazoanthus axinellae (c) Jean-Paul Cassez
Beschreibung:
Die Färbung variiert leicht von gelb bis zu orangefarben. Im nordwestlichen Mittelmeerraum kommen zwei Morphotypen von Parazoanthus axinellae vor, die sich in Größe, Farbe und bevorzugtem Substrat unterscheiden. Jeder Polyp hat 24 bis 36 Tentakel, die in zwei Wirbeln angeordnet sind. Die Polypen haben einen Durchmesser von 5 Millimetern und eine Höhe von bis zu 20 Millimetern. Sie sind in kleinen Kolonien durch eine durchgehende Gewebeschicht, das Coenenchym, miteinander verbunden. Bei dieser Art befinden sich manchmal dicke, gelbe, schwammartige Gewebemassen an der Basis der Polypen.
Verbreitung und Lebensraum:
Parazoanthus axinellae kommt im gemäßigten östlichen Atlantik und im Mittelmeer, meist in Tiefen zwischen 23 und 45 Metern, manchmal auch deutlich tiefer, auf felsigen Untergründen vor. Die Art kann hin und wieder auch in geringen Wassertiefen gefunden werden, dann allerdings nur in schattigen Höhlen.
Ökologie:
Im Mittelmeer bildet Parazoanthus axinellae häufig dichte Kolonien und Ansammlungen, oft in Verbindung mit der Weichkoralle Alcyonium acaule. Andere häufig auftretende Organismen in diesen artenreichen Lebensräumen sind Suspensionsfresser wie Schwämme, Nesseltiere, Moostierchen und Manteltiere. Das Gestein ist häufig mit Korallenalgen verkrustet. Die Kolonien von Parazoanthus axinellae teilen sich manchmal und bilden zwei nahe beieinander liegende, aber getrennte Kolonien, und in unmittelbarer Nähe wachsende Kolonien verschmelzen gelegentlich.



Parazoanthus axinellae
(c) Sylvain Le Bris
Große Kolonie von Parazoanthus axinellae im Mittelmeer
Parazoanthus axinellae
(c) clairebayon

Parazoanthus axinellae
(c) Sylvain Le Bris

Parazoanthus axinellae
(c) Xavier Rufray

Parazoanthus axinellae und Schleimfisch (Microlipophrys nigriceps) (c) Pierre Corbrion
Aquarienhaltung:
Die Gelbe Krustenanemone kann dauerhaft nur in Aquarien gehalten werden, deren Temperatur 18 °C nicht übersteigt. In gekühlten Becken und bei ausreichender Fütterung sind diese Krustenanemonen jedoch dankbare Pfleglinge. Dabei nehmen sie jegliches Futter von Cyclops, über Staubfutter bis zu Phytoplankton gerne an und vermehren sich rege.
Die Beleuchtung darf auch nicht zu hell sein. Lieber an schattigen Plätzen, unter Felsvorsprüngen oder in Höhlen ansiedeln. Man merkt, das ihr das Lichtangebot zusagt, wenn sie auch tagsüber die Polypen öffnet.


Gelbe Krustenanemonen (Parazoanthus axinellae) im Aquarium Pula, Kroatien



Parazoanthus axinellae im Haus der Natur (Salzburg). In unseren eigenen Becken gepflegte P. axinellae stammen von Ablegern aus dem Haus der Natur ab.
Mittelmeerbecken im Haus der Natur. Neben den Gorgonien wachsen auf den Steinen viele Gelbe Krustenanemonen.
Parazoanthus darwini
Parazoanthus darwini ist eine Art von Krustenanemonen (Zoanthidea), die erstmals auf den Galapagosinseln gefunden wurde. Die Art lebt in in einer Beziehung mit Schwämmen und kann dadurch bestimmt werden. Parazoanthus darwini besitzt etwa 24–30 Tentakeln.

Eine Kolonie von Parazoanthus darwini, die einen nicht genauer identifizierten orangefarbenen Schwamm bedeckt. Foto aufgenommen in einer Tiefe von 17 Metern in der Nähe von San Cristobel (Galápagos-Inseln). Maßstabsbalken: 1 cm.

Nahaufnahme von Parazoanthus darwini, gefunden auf Geröll, in einer Tiefe von 6 Metern, nahe der Insel Fernandina (Galápagos-Inseln). Maßstabsleiste – 1 cm.
Parazoanthus swiftii
Parazoanthus swiftii ist eine Art von Krustenanemonen (Zoanthidea) aus der Familie der Parazoanthidae, die symbiotisch auf mehreren Schwammarten wächst. Die Art kommt in flachen Gewässern im Karibischen Meer und im westlichen Atlantik vor und bildet Kolonien, die in kleinen, unregelmäßigen Gruppen und linearen Reihen wachsen, die sich über die Oberfläche ihres Wirtsschwamms verteilen. Die Polypen sind durch eine membranöse Basalverbindung verbunden und sehen aus wie kleine Seeanemonen. Sie sind orange oder leuchtend gelb und haben einen Durchmesser von etwa 0,6 Zentimetern. Sie haben außerdem eine schlanke Basis und bis zu 26 lange, dünne, hellgelbe Tentakel. Bis zur Hälfte der Oberfläche des Schwamms kann von den Krustenanemonen bedeckt sein. Kolonien von bis zu 200 Polypen sind keine Seltenheit.
Verbreitung und Lebensraum:
Parazoanthus swiftii ist im Karibischen Meer und rund um die Bahamas verbreitet. Die Art ist auch aus Jamaika, Puerto Rico und von den Jungferninseln bekannt. Man findet sie meist in Tiefen zwischen 10 und 20 Metern. Sie kommt aber gelegentlich auch in flacherem Wasser vor. Die Art besiedelt immer Schwämme, oft den Braunen Röhrenschwamm (Agelas conifera), den Grünfingerschwamm (Iotrochota birotulata) oder den rosafarbenen oder braunen Topsentia ophiraphidites. Parazoanthus swiftii kommt meist an sandigen oder schlammigen Standorten vor.
Biologie:
Parazoanthus swiftii bildet oft einen deutlichen farblichen Kontrast zu seinem Wirtsschwamm, wodurch potenzielle Schwammräuber auf seine Anwesenheit aufmerksam gemacht werden sollen. Es enthält giftige Substanzen, die Fische wie die Holacanthus tricolor davon abhalten, den Wirtsschwamm zu fressen. Auch das Leben auf einem Schwamm kann für die Krustenanemonen von Vorteil sein, da der Schwamm als Filtrierer fungiert und aktiv einen Wasserstrom durch seine Poren ansaugt. Er kommt nur mit den kleinsten Partikeln zurecht Die Polypen der Krustenanemonen sind dagegen in der Lage, die größeren Nahrungsbestandteile einzufangen, die in der Strömung mitgeschwemmt werden.

Parazoanthus swiftii
© Dan Schofield

Parazoanthus swiftii
© uwkwaj

Parazoanthus swiftii
© Robin White

Parazoanthus swiftii wächst auf einem Schwamm (Iotrochota birotulata) im Bari Reef, Bonaire.
Foto: Jessica Rosenkrantz

Parazoanthus swiftii
© uwkwaj

Parazoanthus swiftii
© Robin White
Savalia lucifica
Savalia lucifica ist eine Krustenanemonenart aus der Familie der Parazoanthidae und wird manchmal als leuchtende Krustenanemone bezeichnet. Die Art ist aus dem Pazifischen Ozean bekannt, wo sie in Tiefen von etwa 700 Metern vor der Küste Kaliforniens lebt. 2011 wurde Savalia lucifica im Mittelmeer in einer Tiefe von 270 m entdeckt. Dieser Zoanthid weist Biolumineszenz auf.
Verbreitung:
Savalia lucifica wurde erstmals 1960 von Cutress & Pequegnat beschrieben. Das Typusexemplar wurde aus dem Meeresboden im Pazifischen Ozean vor der Küste Kaliforniens geborgen. Im Jahr 2011 wurde dieselbe Art aus einer Tiefe von 270 m im Mittelmeer von einem Roboter-Tauchboot des italienischen Ozeanographieschiffs „Astrea“ geborgen. Dieses Schiff führte zu dieser Zeit Erkundungs- und Forschungsarbeiten zu den Tiefsee-Rotkorallenpopulationen der Ägäis durch.
Ökologie:
Savalia lucifica strahlt Licht aus, wenn sie stimuliert wird, beispielsweise wenn sie sanft mit dem Finger gestreichelt wird. Im Mittelmeer nutzt S. lucifica die Tiefseegorgonie Callogorgia verticillata als bevorzugte Siedlungsoberfläche.

Savalia lucifica
(c) Sara Thiebaud

Savalia lucifica
(c) Tom Turner

Savalia lucifica
(c) Jeremy_Jodoin
Savalia savaglia
Savalia savaglia ist eine Krustenanemonenart aus der Familie der Parazoanthidae. Arten der Gattung Savalia werden aufgrund ihrer Fähigkeit, ein dunkles, meist schwarzes Hornskelett zu bilden, auch als falsche schwarze Korallen bezeichnet. Die Kolonien siedeln sich im Allgemeinen auf den Skeletten bereits vorhandener Gorgonien an und können sich mit Verzweigungen entwickeln, die über einen Meter lang sind.
Beschreibung:
Savalia savaglia bildet große, baumartige Kolonien. Die Polypen sind gelb, etwa 3 cm groß und scheiden ein gelbliches, braunes oder schwarzes Skelett aus, aus welchem sie herausragen. Jeder Polyp hat oben eine Mundscheibe, die von etwa dreißig Tentakeln umgeben ist, welche in zwei Wirbeln angeordnet und nicht gefiedert sind, was es leicht macht, zu erkennen, dass es sich bei dieser Art um eine Krustenanemone und nicht um eine Octokoralle (Gorgonie) oder Schwarze Koralle handelt..
Verbreitung:
Savalia savaglia ist im westlichen Mittelmeer zwischen der Straße von Gibraltar und Sardinien verbreitet. Außerdem kommt die Art im Atlantischen Ozean vor. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst dort die Kanarischen Inseln, Madeira und die Atlantikküsten Spaniens und Portugals. Die Art ist im größten Teil ihres Verbreitungsgebiets selten, im Golf von Korinth und im Marmarameer jedoch etwas häufiger. Ihre Tiefenverbreitung liegt normalerweise zwischen 10 und 120 Metern. Untersuchungen haben gezeigt, dass der bevorzugte Lebensraum von Savalia savaglia raue Meeresböden mit steil nach Nordosten geneigten Felsen in einer Tiefe von 34 bis 77 Metern sind.
Ökologie:
Eine Kolonie von Savalia savaglia beginnt oft mit der Besiedlung der Oberfläche einer Gorgonie wie Paramuricea clavata oder Eunicella singularis. Mit der Zeit überwächst sie diese Gorgonien und bildet ihr eigenes starres Skelett, das selbsttragend ist. Savalia savaglia kann Höhen von 2 Metern und einen Stammdurchmesser von 14 cm erreichen. Das Skelett ist reich an Histidin und enthält das ungewöhnliche Ecdysteron Ajugasteron-C. Die Wachstumsrate der Kolonie ist langsam und mithilfe von Kohlenstoff-14-Datierungsmethoden wurde ein Alter von 2.700 Jahren ermittelt, was dieser Krrustenanemone eine der längsten Lebensspannen aller Organismen auf der Erde beschert. Aufgrund ihrer Langlebigkeit und ihres großen, starren dreidimensionalen Skeletts gilt sie als Lebensraumveränderer, der Strömungen in seiner Umgebung verändert Strömungsgeschwindigkeiten verringert, die Sedimentation stabilisiert und lokale Ablagerungen feiner Partikel erhöht. Savalia savaglia fördert auch die Artenvielfalt auf dem Meeresboden. Die Polypen von S. savaglia ernähren sich, indem sie Plankton und andere Partikel aus dem Wasser fangen oder gelöste Nährstoffe aufnehmen. Kolonien von S. savaglia sind entweder männlich oder weiblich. An einem Untersuchungsort im nordwestlichen Mittelmeer in 67 Metern Tiefe wurden mehr weibliche als männliche Kolonien gefunden. Das Laichen fand im Dezember statt, als das Meerwasser abzukühlen begann. Die Art kann sich wie die meisten Blumentiere auch ungeschlechtlich vermehren.

Savalia savaglia
(c) Rino

Savalia savaglia
(c) Sylvain Le Bris

Savalia savaglia
(c) Lara Orselli
Umimayanthus
Umimayanthus ist eine Gattung von Krustenanemonen (Zoanthidea) aus der Familie Parazoanthidae mit ca. 11 Arten.
Umimayanthus parasiticus
Umimayanthus parasiticus ist eine Krustenanemonenart aus der Familie der Parazoanthidae, die symbiotisch auf mehreren Schwammarten wächst. Sie kommt in flachen Gewässern im Karibischen Meer und im Golf von Mexiko vor.
Beschreibung:
Die Polypen von Umimayanthus parasiticus ähneln oberflächlich eher kleinen Seeanemonen. Sie wachsen entweder einzeln oder in kleinen Gruppen von zwei oder drei Individuen auf der Oberfläche bestimmter Schwammarten. Die Polypen sind durch eine dünne Gewebeschicht namens Coenenchym verbunden und kommen in einer Dichte von 3 bis 10 Stück pro Quadratzentimeter vor. Die Abstände zwischen den Polypen vergrößern sich, wenn sie sich durch Sprossung über die Oberfläche des Wirtsschwamms ausbreiten. Die Säule des Polypen ist mit Sandpartikeln und Kalkmaterial verkrustet und weiß. Die Mundscheibe hat einen Durchmesser von bis zu 6 Millimetern und am Rand befinden sich zwei Tentakelringe mit jeweils etwa 14 Tentakeln. Diese sind braun und enthalten symbiotische Zooxanthellen, einzellige photosynthetische Algen, welche die Polypen mit Nährstoffen versorgen und gleichzeitig von ihren stickstoffhaltigen Abfällen profitieren
Verbreitung und Lebensraum:
Umimayanthus parasiticus kommt im Karibischen Meer, im Golf von Mexiko, in Florida, auf den Bermudas und auf den Bahamas in Tiefen zwischen 7,5 und 30 Metern vor. Sie ist häufig dort zu finden, wo ihre Wirtsschwämme vorkommen. Dazu gehören Cliona deletrix und andere Cliona-Arten, Gelloides ramosa, Callyspongia vaginalis und Spheciospongia-Arten.
Ökologie:
Wie andere Korallen strecken die Polypen von Umimayanthus parasiticus ihre Tentakel aus, um sich von Zooplankton zu ernähren. Es ist wahrscheinlich, dass Umimayanthus parasiticus vom Wasserfluss in den und aus dem Schwamm profitiert, der die Anzahl der Nahrungspartikel erhöht, die in ihre Reichweite gelangen. Der Schwamm ist ein Filtrierer und ernährt sich von den Bakterien und gelösten organischen Stoffen, die er aus dem durch sein Gewebe fließenden Wasser herausfiltert. Die Anwesenheit der Krustenanemonen behindert den Wasserzufluss. Einige Schwämme produzieren chemische Verbindungen, die sie in das umgebende Wasser abgeben, um zu verhindern, dass sich andere Organismen auf ihrer Oberfläche ansiedeln. Dennoch zeigte eine laufende Studie an besiedelten Schwämmen positive Auswirkungen auf das Wachstum und die Überlebensraten des Schwamms, sodass der Zusammenhang offenbar auf Gegenseitigkeit beruht. Bei Umimayanthus parasiticus sind die Geschlechter getrennt. Die Entwicklung der Eizellen beginnt im Februar. Diese werden reif, wenn die Wassertemperatur im Juli auf etwa 27 °C ansteigt. Das Laichen findet in den darauffolgenden drei Monaten genau zwei Nächte nach Vollmond statt, wobei das Hauptlaichereignis im September stattfindet. Die Eier werden einzeln abgeworfen und enthalten keine Zooxanthellen. Die Befruchtung erfolgt in der Wassersäule. Über die Entwicklung der Larven ist wenig bekannt.

Umimayanthus parasiticus
(c) Pauline Walsh Jacobson

Umimayanthus parasiticus
(c) Matthew Bokach

Umimayanthus parasiticus
(c) terence zahner



