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Mittelmeer-Fische im Portrait

​Im Mittelmeer kommen über 700 Fischarten vor. Darunter sind drei Rundmäuler, etwa 90 Knorpelfische, der Rest sind Knochenfische.

Auf dieser Seite wollen wir einige Arten vorstellen, die sich zur Haltung im Meerwasser-Aquarium eignen oder häufig in Mittelmeer-Becken zu finden sind.

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Der Meerbarbenkönig (Apogon imberbis), ein farbenprächtiger Vertreter der Kardinalbarsche aus dem Mittelmeer und dem Ost-Atlantik

Großer Roter Drachenkopf (Scorpaena scrofa)

Das Mittelmeer

Das Mittelmeer ist mit einer Fläche von 2,5 Mio. km² etwa fünfmal so groß wie die Nordsee und erreicht mit dem Calypsotief eine maximale Tiefe von 5.267 m. Durch die Italienische Halbinsel wird es in ein West- und ein Ostbecken geteilt, die klimatisch und ozeanografisch verschieden voneinander sind und sich beide in eine Anzahl kleinerer Becken gliedern.

 

Fische im Mittelmeer

Ein Teil der Fischarten des Mittelmeers stammt ursprünglich aus dem Nordatlantik und ist über die Straße von Gibraltar eingewandert, darunter die Sprotte, der Europäische Seehecht, der Europäische Wolfsbarsch, die Scholle und viele Rochenarten aus der Gattung Raja. Diese borealen Arten bewohnen vor allem das nordwestliche Mittelmeer und die Adria.

Wärmeliebende Arten, die aus den Tropen stammen, kommen vor allem im östlichen Teil, dem Levantischen Becken vor oder sind Küstenbewohner. Ein Teil dieser Arten, wie die Lippfische Meerjunker und Meerpfau, die Goldstrieme und der Gewöhnliche Stechrochen sind aus dem tropischen Atlantik eingewandert, andere, wie die Große Geißbrasse, der Kugelfisch Lagocephalus lagocephalus und die Große Seenadel sind indopazifischer Herkunft. Ihre Vorfahren erreichten das heutige Mittelmeergebiet über den Tethys-Ozean. Durch die Norddrift von Afrika zusammen mit der noch festverbundenen Arabischen Halbinsel und der heutigen Indischen Platte verschwand die Tethys bis zum Obereozän zunehmend und die Verbindung zum Indopazifik wurde unterbrochen. Seit dem Bau des Suezkanals sind fast 100 Fischarten neu aus dem Roten Meer in das Mittelmeer eingewandert, ein Vorgang, den man als Lessepssche Migration bezeichnet.

Fast weltweit verbreitete Arten, die auch im Mittelmeer vorkommen sind u. a. der Weiße Hai und der Blauhai, der Rote Thun, die Gemeine Goldmakrele, der Pilotfisch und die Großkopfmeeräsche. Im Mittelmeer leben etwa 70 endemische Arten, die also nur hier vorkommen.

Eberfische im Haus der Natur in Salzburg

Zweibinden-Brassen, Goldstriemen und Mönchsfische im Sea Life Konstanz

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Mittelmeer-Fische Art für Art

Im folgenden Abschnitt stellen wir einige mediterrane Fischarten vor, die sich für eine Haltung im Aquarium eignen. Die meisten davon haben wir bereits selbst erfolgreich gepflegt und können daher die ein oder andere Haltungsinformation für den interessierten Mittelmeer-Aquarianer zur Verfügung stellen!

Schriftbarsch
Serranus scriba

Der Schriftbarsch ist eine Fischart aus der Familie der Familie der Sägebarsche (Serranidae).

Der Schriftbarsch ähnelt in seiner Körperform den sehr viel größeren Zackenbarschen. Er besitzt einen gedrungenen Körper, einen großen Kopf und ein im Verhältnis zur Körpergröße sehr großes Maul, das vorstülpbar ist und dessen Kiefer mit spitzen Zähnen besetzt sind. Die Grundfarbe des Körpers ist gelb bis sandfarben, wobei die Farbe zum Hinterende hin intensiver wird. Am Körper besteht die Zeichnung aus vertikalen, dunkelbraunen Streifen. Kennzeichnend gegenüber nahe verwandten Arten, wie dem Sägebarsch (Serranus cabrilla) ist ein großer, hellblauer Fleck auf beiden Bauchseiten, der bei älteren Fischen intensiver himmelblau wird.
Die Durchschnittslänge beträgt zwischen 15 und 25 Zentimeter, wobei in seltenen Fällen auch Längen bis zu 36 Zentimeter bei einem Maximalalter von 16 Jahren erreicht werden.

Der Schriftbarsch kommt im Ostatlantik von der westafrikanischen Küste bis nach Nordspanien vor, ebenfalls an den Kanaren und Azoren, ebenso ist er eine relativ häufige Barschart des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres.

Die Fische bewohnen Küstenhabitate an Fels- und Kiesküsten in Tiefen von der Wasseroberfläche bis meistens etwa 30 Meter, maximal lebt er in Tiefen bis 150 Meter. Sandgrund wird meist gemieden, nur in See- und Neptunsgraswiesen kann man den Schriftbarsch hin und wieder antreffen.
Schriftbarsche sind Einzelgänger, die streng territorial sind und ihre Reviere aggressiv gegen Artgenossen verteidigen. Meistens halten sie in Felsspalten oder unter Steinen versteckt und gehen bevorzugt von dort aus auf die Jagd.

Die Fische ernähren sich ausschließlich tierisch, neben Garnelen, Kaisergranat, Strandkrabben, Würmern, kleinen Tintenfischen und Wasserschnecken stehen auch Fische bis etwa zehn Zentimeter Länge, wie etwa Sardellen, kleine Sardinen, Ährenfische oder junge Meerbrassen auf ihrem Speiseplan.

Schriftbarsche sind echte Zwitter, die gleichzeitig Samen- und Eizellen bilden. Dadurch ist bei fehlenden Partnern auch eine Selbstbefruchtung möglich. Die Eier werden fest an der Unterseite von Steinen nahe dem Ufer befestigt. Die Laichzeit liegt im späten Frühjahr bis in den Frühsommer.

Schriftbarsch "Franz" in unserem Mittelmeerbecken 

Junger Schriftbarsch mit Parasitenbefall, am Naturstandort (Seegraswiese)

Brauner Sägebarsch
Serranus hepatus

Der Braune Sägebarsch ist eine Meeresfischart, die im Mittelmeer, dem Schwarzen Meer und im östlichen Atlantik von Portugal bis zum Senegal und bei den Kanarischen Inseln vorkommt.

Der Braune Sägebarsch lebt in Tiefen von 3 bis 100 Metern über Seegraswiesen, Schlamm- und Sandböden und in felsigen Regionen. Er ernährt sich carnivor, vor allem von kleinen Zehnfußkrebsen, und ist ein Simultanzwitter, das heißt, der Fisch verfügt sowohl über weibliche als auch über männliche Gonaden und kann bei einer Paarung sowohl die Rolle des Männchens als auch die des Weibchens übernehmen.
 

Merkmale:

Der Braune Sägebarsch erreicht für gewöhnlich eine Länge von 15 cm, die Maximallänge liegt bei 25 cm. Der Körper ist seitlich abgeflacht und langgestreckt, die Standardlänge liegt beim 2,8 bis 3-fachen der Körperhöhe.

Braune Sägebarsche haben eine bräunlich-gelbe oder silbrige Grundfärbung. Auf den Körperseiten befinden sich vier oder fünf auffällige dunkle senkrechte Bänder, von denen der unter dem weichstrahligen Rückenflossenabschnitt am breitesten und dunkelsten ist. Er teilt sich an der Basis des weichstrahligen Rückenflossenabschnitts und umgibt einen schwarzen Augenfleck. Die Brustflossen sind transparent. Die Bauchflossen sind schwarz; ihre Basis und die Vorderkante sind manchmal weiß.

Auf dem Kiemendeckel befinden sich drei Stacheln; der oberste ist am kleinsten und oft nur schwer wahrzunehmen, der mittlere ist lang und flach und der unterste ist kleiner, aber deutlich zu sehen. Der Rand des Präoperculums ist gesägt. Die Stacheln sind flach und der am Winkel ist der größte. Auf der Prämaxillare sind die Zähne in einem schmalen Band angeordnet. Die äußeren stehen weiter auseinander und sind größer; darunter sind auch ein oder mehrere große Fangzähne.

Aquarien-Haltung:

Der Braune Sägebarsch ist in den Haltungsansprüchen, dem verwandten, aber größeren Schriftbarsch sehr ähnlich. Der einzige Unterschied liegt in der Nahrung. Diese muss für den Sägebarsch etwas kleiner ausfallen als für seinen Verwandten. Mysis, Krill, Garnelenstücke, kleine Stinte, Tintenfisch und Muschelfleisch werden gerne genommen.

Brauner Sägebarsch in unserem Mittelmeerbecken 

Goldstrieme
Sarpa salpa 

Die Goldstrieme, auch Goldstriemenbrasse genannt, ist ein Vertreter der Meerbrassen und einzige Art der Gattung Sarpa. Umgangssprachlich nennt man die Art auch Ulvenfresser, da sie auch Meersalat (Ulva lactuca) frisst.

Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich im östlichen Atlantik von der Biskaya bis an die Küsten von Sierra Leone. Ferner ist sie auch im Mittel- und im Schwarzen Meer sowie in den Küstengewässern um Südafrika zu Hause. Obwohl hauptsächlich Meeresbewohner sucht sie auch Brackwasserbereiche und Flussmündungen auf.
Die Goldstrieme ist eine sehr gesellige Art und zieht zumeist in Gruppen oder größeren Schwärmen umher. 

Die Art ist meistens über Fels- und Sandböden, sowie Seegraswiesen anzutreffen. Nicht selten schwimmt sie in Schwärmen im Freiwasser. Der Tiefenbereich bewegt sich hierbei von der Wasseroberfläche bis zu maximal 20 m Tiefe. 

Die adulten Tiere sind reine Pflanzenfresser, die sich hauptsächlich von Neptungras (Posidonia oceanica) sowie Algen ernähren. Hierzu zählt der Meersalat (Ulva lactuca) und die Gefiederte Rotalge (Laurencia pinnatifida). Die Art nimmt auch Phytoplankton zu sich. In bestimmten Regionen kommt es vor, dass die Goldstrieme die Kriechsprossalge Caulerpa taxifolia verzehrt. Diese Art wurde ins Mittelmeer eingeschleppt und hat sich in manchen Regionen rasend schnell verbreitet. Da die Alge toxisch ist, lagert die Goldstrieme das Gift in ihrem Fleisch ein, so wird immer wieder von giftigen Goldstriemen berichtet.
 

Aquarien-Haltung:

Für die Aquarienhaltung sind kleinere Exemplare gut geeignet. Ab einer bestimmten Größe (ca. 10 ccm) werden die Fische unter Aquarienbedingungen unverträglich und können dann häufig nur noch einzeln gehalten werden. Anderen Fischarten gegenüber sind sie jedoch absolut friedlich. Für größere Exemplare werden sehr geräumige Becken (ab 2000 Liter) benötigt, da Goldstriemen sehr schwimmfreudig sind. Gefüttert wird mit Algen und Doktorfischfutter, aber auch Zooplankton, Artemia und Mysis werden gerne gefressen.

Goldstrieme und Zweibindenbrassen im Sea Life Konstanz (2022)

Adulte Goldstrieme im Sea Life Konstanz (2022)

Junge Goldstrieme in unserem Mittelmeerbecken (2020)

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Mediterrane Lippfisch-Arten

Im Mittelmeer und im angrenzenden östlichen Atlantik leben 20 Arten von Lippfischen, davon sechs Arten auch in Teilen der Nordsee. Einige dieser "heimischen" Lippfischestellen wir im folgenden Abschnitt vor.

Meerjunker
Coris julis

Der Meerjunker ist eine Lippfischart, die im gesamten Mittelmeer sowie im Ostatlantik und dem Schwarzen Meer vorkommt. Die Fische sind zum Teil protogyne Hermaphroditen.

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Meerjunker (Coris julis) ♂ (c) Sylvain Le Bris

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Meerjunker (Coris julis) ♀ (c) tim h

Der Meerjunker hat eine längliche Form und ist weniger hochrückig als viele Vertreter der Labridae. Er hat einen endständigen Mund und wird bis zu 25 cm lang. Die Seitenlinie ist mit mindestens 70 Schuppen besetzt. Alle jungen Meerjunker sind entweder Weibchen oder „primäre“ Männchen. Später entwickeln sich aus den meisten Weibchen „sekundäre“ Männchen. Da Meerjunker deswegen zwei sehr unterschiedliche Färbungen aufweisen können, wurde in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts angenommen, es gäbe zwei Coris-Arten.
 

Verbreitung und Lebensraum:

Die Verbreitung des Meerjunkers reicht vom südlichen Schwarzen Meer über das gesamte Mittelmeer bis hin zum östlichen Atlantik. Dort kommt er von der Atlantikküste vor Schweden über die Biskaya bis zur zentralafrikanischen Küste vor Gabun vor. Weiter finden sich Populationen bei den Azoren, vor den Kanarischen Inseln und der Insel Madeira. Meerjunker leben häufig in Sympatrie mit der Schwesterart Coris atlantica. Ihr Lebensraum liegt in Küstennähe und ist vorzugsweise mit Algen bewachsenes Felslitoral oder Seegraswiesen. Letztere dienen vorwiegend der Aufzucht und bieten den juvenilen Meerjunkern Schutz. Die Tiere halten sich meist in flacherem Wasser bis zu 60 Metern Tiefe auf, im Winter tendenziell eher tiefer. Auch ältere Männchen bevorzugen tieferes Gewässer. Sie kommen jedoch bis zu einer Tiefe von 120 Metern vor.
 

Geschlechtsumwandlung:

Die natürliche Geschlechterverteilung liegt während der Fortpflanzungssaison, also Mitte Juli bis September, bei ungefähr 68 % Weibchen, 25 % primäre Männchen und 7 % sekundäre Männchen. Der hohe Anteil an Weibchen gewährleistet eine hohe Eiproduktion. Alle Weibchen sind kleiner 18 cm. Am Ende der Fortpflanzungssaison, etwa Mitte September bis Ende Oktober, findet die Geschlechtsumwandlung von Weibchen zu sekundären Männchen statt. Äußerlich wird zunächst allmählich eine noch blasse rot-blau-weiße Färbung auf der Rückenflosse sichtbar. Dann verfärben sich die braunen Flanken an der Stelle orange, wo später das charakteristische Zick-Zack-Band liegen wird. Die ersten drei Strahlen der Rückenflosse werden länger, der Lateralfleck wird langsam erkenntlich und der Kopf wird grünlicher. Schließlich nimmt der Lateralfleck eine dunkelblaue, das gezackte Band eine kräftig orange und der Bauch eine grün-weißliche Farbe an. Anatomisch beschränkt sich die Umwandlung auf die Veränderung der Gonaden. 

Im Allgemeinen liegen die Gründe für einen nacheinander folgenden (asynchronen) Hermaphroditismus in der Tatsache, dass manche Habitate jahreszeitlich nicht stabil sind und die Populationen in bestimmten Phasen im Jahr zurückgehen. In dem Falle, dass nur zwei Individuen einer Art überleben, liegt die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um ein Männchen und ein Weibchen handelt, bei 50 %. Angenommen, es wären beide Individuen gleichen Geschlechts, könnte beim asynchronen Hermaphroditismus eine künftige Fortpflanzung dennoch gesichert werden.
Mit einem Jahr ist der Meerjunker geschlechtsreif. Zur Paarung nimmt zunächst das Weibchen eine Balzstellung ein, woraufhin ein Umkreisen vom sekundären Männchen folgt. Anschließend schwimmen beide in einer Spirale Richtung Wasseroberfläche. Nach etwa drei Metern Anstieg dreht sich das Weibchen für einen kurzen Moment auf den Rücken und es werden von beiden Geschlechtern die Keimzellen ausgestoßen. Die großen, aber vergleichsweise wenigen Eier werden pelagisch befruchtet. Frisch geschlüpfte Meerjunker haben ein planktonisches Larvenstadium von vier bis sechs Wochen und leben in Seegraswiesen, wo sie bessere Versteckmöglichkeiten haben.
 

Ernährung:

Der Meerjunker ernährt sich insgesamt omnivor, hat jedoch eine Vorliebe für tierische Nahrung. Auf seinem Speiseplan stehen Schnecken (Gastropoda), Krustentiere (Crustacea), Muscheln (Bivalvia), kleinere Fische, Vielborster (Polychaeta), Stachelhäuter (Echinodermata), Asseln (Isopoda), Flohkrebse (Amphipoda) und benthische Algen. Juvenile Fische können auch fakultative Putzerfische sein.

 

Verhalten:

Bei einigen sekundären Männchen kann ein Territorialverhalten beobachtet werden. Diese beginnen mit der Suche nach einem Territorium mit Anfang des Sommers. Sobald ein sekundäres Männchen ein geeignetes Revier gefunden hat, wird es durch ein Imponierverhalten markiert. Dabei hält es sich im Zentrum des Territoriums auf, wo es weit sichtbar ist, oder es umschwimmt die Grenzen des Territoriums mit aufgerichteter Rückenflosse, sodass die rot-blau-weiße Färbung erkenntlich ist. Ein Territorium bietet einem Meerjunker einen Nahrungsplatz und einen Fortpflanzungsort. Meerjunker, die nicht territorial sind (also primäre Männchen und Weibchen), leben zeitlebens ortsgebunden. Der Meerjunker schläft im Sediment und das Eingraben in selbiges ist sowohl von den Lichtverhältnissen als auch von der Temperatur abhängig. Nicht nur durch die Dunkelheit, sondern auch durch kaltes Wasser kann bei Meerjunkern ein Schlafverhalten, also ein Eingraben im Sediment induziert werden. Im Hochsommer sind sie von 6 Uhr morgens bis 20 Uhr wach, während die Wachphase Ende des Winters nur von 8.30 Uhr bis 15.30 Uhr reicht. Auch als Fluchtreaktion graben sich Meerjunker bis zu fünf Zentimeter ins Sediment ein.
 

Besonderheiten:

Das optische Vermögen der Meerjunkers ist vergleichsweise gut entwickelt. Das Diencephalon, das die meisten optischen Schaltstationen im Gehirn enthält ist größer als das des Mönchsfischs Chromis chromis und die Netzhaut des Meerjunkers gehört zum Typ „Hell“-Retina mit vielen Zapfen, die wichtig für eine tagaktive Lebensweise sind. Auch eine Fovea ist vorhanden, die zentral liegt und eine deutliche Grube aufweist. Diese Eigenschaften zeugen von einer guten Sehleistung dieser Lippfischart. Da der Meerjunker nicht so thermophil ist wie der Meerpfau (Thalossoma pavo), wird er in vielen warmen und Flachwassergebieten von diesem verdrängt. Im Golfe du Lion (Frankreich) nehmen die Populationsgrößen hingegen zu; Gründe dafür sind der Bau von Staudämmen in der Rhone, die einen Kaltwasserzufluss verringern, und wahrscheinlich der Klimawandel.

Aquarien-Haltung:

Für die Aquarienhaltung sind diese Lippfische durchaus geeignet. Wichtig ist eine absolut dicht schließende Abdeckung (Meerjunker springen sehr gut) sowie ein ca. 5 cm hoher Bodengrund, in den die Fische als Schlafplatz benötigen. Das Becken für diese Vielschwimmer sollte wenigstens 150 cm Kantenlänge aufweisen. Aufgrund des ausgeprägten Territorialverhaltens ist in der Regel eine Einzelhaltung zu empfehlen. Anderen Fischen (auch Lippfischarten) ist der Meerjunker friedlich. Garnelen, Schnecken und kleinere Einsiedler werden gelegentlich erbeutet.

Meerjunker (Coris julis)

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Coris julis (c) Álvaro Alemany

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Coris julis (c) Frédéric ANDRE

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Coris julis (c) Sylvain Le Bris

Juvenile Meerjunker (Coris julis)

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Coris julis (c) Bernat Espigulé

Pfauen-Lippfisch
Symphodus tinca

Der Pfauen-Lippfisch ist ein im Mittelmeer und angrenzenden Schwarzen Meer vorkommender Vertreter der Gattung Symphodus innerhalb der Familie der Lippfische (Labridae). 

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Pfauen-Lippfisch (Symphodus tinca) ♂

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Pfauen-Lippfisch (Symphodus tinca) ♀ (c) François Roche

Anatomie und Aussehen:
Bei S. tinca handelt es sich um die größte Art der Gattung Symphodus im Mittelmeer. Die Männchen besitzen dabei eine größere mittlere Gesamtkörperlänge als die Weibchen. Wie bei allen Lippfischen, ist auch deren Maul durch sog. „Lippen“ gekennzeichnet, welche bei S. tinca spitz, wulstartig und stark ausgeprägt sind. Der Körper ist länglich oval und seitlich abgeflacht. Der Kopf ist länger als die Körperhöhe. Des Weiteren weist S. tinca eine sehr lange Rückenflosse (Dorsalis) auf, die sich fast bis zur Schwanzflosse (Caudalis) erstreckt. Wie bei vielen anderen Arten innerhalb der Familie der Lippfische, ist auch beim Pfauen-Lippfisch ein ausgeprägter Sexualdimorphismus hinsichtlich der Färbung zu erkennen. Während Weibchen gräulich bis grünlich bzw. olivfarben sind und zwei bis drei longitudinale dunkelbraune Streifen besitzen, zeichnen sich Männchen, vor allem während der Laichzeit, durch ein farbenprächtiges Erscheinungsbild aus. Aufgrund der homogenen Beigefärbung als Jungtier, kann der Pfauen-Lippfisch gegebenenfalls mit dem Grauen Lippfisch (S. cinereus) verwechselt werden. Als Adulttier bleibt der Graue Lippfisch allerdings viel kleiner, weist eine nicht so bunte Färbung auf und besitzt anders als der Pfauen-Lippfisch einen dunklen Fleck an der Basis der Rückenflosse (Dorsalis).

Lebensraum und Vorkommen:

S. tinca tritt im gesamten Mittelmeer, im angrenzenden Schwarzen Meer und im Ostatlantik von Nordspanien bis Marokko auf. Im Mittelmeer ist der Pfauen-Lippfisch eine der häufigsten Lippfischarten. Dabei bevorzugt diese Spezies vor allem felsige Küsten (Litoral). Primäres Habitat sind Gebiete mit großen Felsbrocken. Des Weiteren kommt er in salzhaltigen Lagunen und in Seegraswiesen vor. S. tinca ist sowohl im Flachwasser, als auch in größeren Tiefen bis zu 80 Meter anzutreffen. Am häufigsten trifft man auf den Pfauen-Lippfisch jedoch in einer Tiefe von drei bis zwölf Metern.


Ernährung:

S. tinca ernähren sich omnivor. Ihr Hauptnahrungsbestandteil sind benthische Wirbellose. Darunter fallen Seeigel, Schlangensterne, Muscheln, Polychaeten und Krebstiere, sowie Garnelen und vor allem Ruderfußkrebse (Copepoda). Bei S. tinca handelt es sich um einen Räuber, der als Lauerjäger handelt oder er kaut den Sand nach Fressbarem durch und spuckt die ungenießbaren Teile wieder aus.
Betrachtet man den Erfolg in der Nahrungssuche, spielt die Körpergröße eine starke Rolle. Wenn Fische wachsen, tendieren sie dazu, ihre Bandbreite an Beute zu erweitern, z. B. größere Beute zu fangen und einzunehmen. Dieses Phänomen ist auf die zunehmende ontogenetische Entwicklung des Mundes, der Sehschärfe, des digestiven Aufnahmevermögens (Verdauung) und eine verbesserte Schwimmleistung zurückzuführen.
 

Fortpflanzung und Aufzucht:

Die Weibchen des Pfauen-Lippfisches mit zwei Jahren und einer Körperlänge von zehn Zentimetern, die Männchen hingegen mit zwei bis drei Jahren und einer Körperlänge von ungefähr elf Zentimetern geschlechtsreif. Das maximal erreichbare Alter von S. tinca beträgt zwischen 14 und 15 Jahren. Die Reproduktion findet im Frühjahr statt. Die Laichzeit ist sehr regionsspezifisch, sie erstreckt sich allerdings grob von März bis Juni. Zum Beispiel laichen die Weibchen in Italien von April bis Mai, in Frankreich von April bis Juli und in Nordafrika von März bis Juni.
Bei S. tinca handelt es sich um eine ovipare Fortpflanzungsform, wobei das Weibchen bereits befruchtete Eier ablegt. Während alle anderen Arten der Gattung Symphodus ihre Nester selbst bauen, ist dies bei S. tinca nicht der Fall. Vielmehr legen die Weibchen ihre befruchteten Eier auf veralgten Felsblöcken ab. Die Aufgabe des Männchens besteht zum einen darin die Eier zu beschützen und zum anderen das Algennest für eine relativ lange Zeit, im Durchschnitt 31,4 Tage, aufrechtzuerhalten.
Es kann bei dieser Spezies ein protogyner Hermaphrodismus auftreten und es somit gelegentlich zu einem Geschlechtswechsel kommen. Dies ist jedoch eher selten der Fall.
 

Tätigkeit als Putzerfisch:

Neben dem Schwarzschwanz-Lippfisch (S. melanocercus) gibt es im Mittelmeer noch weitere Lippfische, die als Putzerfische „tätig sind“. Hierzu zählt auch der Pfauen-Lippfisch, der allerdings nur als Jungtier Putzerhandlungen ausführt. Unter Putzerhandlungen versteht man den Erwerb von Nahrung durch das Putzen anderer Fischarten. Fische, die geputzt werden wollen, um so ihre Hautparasiten loszuwerden, werden als Kunden bezeichnet. Jene Kunden stellen sich kopfunter oder -über senkrecht ins Wasser und positionieren ihre Flossen und Kiemen so, dass der Putzerfisch, z. B. S. tinca, die Hautparasiten in den Flossenfalten und den Kiemenhöhlen beseitigen kann. Gelegentlich öffnen die Kunden hierfür auch ihr Maul.
Neben S. tinca und S. melanocercus sind auch weitere Mittelmeer-Lippfische als Putzer aktiv, wie z. B. der Meerpfau (Thalassoma pavo) oder der Meerjunker (Coris julis). S. tinca ist nicht nur selbst Putzer, diese Spezies handelt auch oft als „Kunde“. Insbesondere Adulttiere lassen sich von einem anderen Putzerlippfisch, meist von S. melanocercus Jungtieren, marine Asseln entfernen.

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Grauer Lippfisch (Symphodus cinereus)

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Symphodus tinca (c) Regno d Nettuno

Schlafgewohnheiten:

Der Schlaf des tagaktiven Pfauen-Lippfisches zeichnet sich dadurch aus, dass er zu Nachtzeiten bewegungslos auf der Seite liegt und im Wasser treibt. Auch helles Scheinwerferlicht, etwa durch Boote oder Taucher, bringen ihn nur sehr gemächlich zum Aufwachen. Somit ist er insbesondere während dieser Schlafphase durch potentielle Prädatoren gefährdet.
Aufgrund der oft fehlenden Augenlider von Fischen wird „menschliches“ Schlafen in der Fischwelt nur selten wahrgenommen. Allerdings steht fest, dass bei Fischen, z. B. S. tinca, während der Ruhephasen die Frequenz der Kiemendeckelbewegung deutlich vermindert wird.

 

Aquarienhaltung:

Generell lässt sich festhalten, dass kleinere bis mittelgroße Lippfischarten, auch der Gattung Symphodus, durchaus in Aquarien privat gehalten werden können, insofern die Maße des Aquariums den anerkannten Normen entsprechen. Da Lippfische jedoch von Natur aus zu den Dauerschwimmern zählen und somit mehr Platz benötigen, sollte ihnen ein möglichst großes Aquarium zur Verfügung gestellt werden. Ist dies nicht der Fall, könnten sich Stereotypien, wie z. B. wiederholtes Auf- und Abschwimmen an den Aquarienwänden, entwickeln. Da es sich bei S. tinca allerdings um den größten Vertreter der Labriden im Mittelmeer handelt, kann speziell der Aquarienhaltung von adulten Pfauen-Lippfischen durchaus kritisch begegnet werden und sie dementsprechend als ungeeignet angesehen werden.

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Symphodus tinca (c) Donald Davesne

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Symphodus tinca (c) François Roche

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Symphodus tinca (c) Xavier Rufray

Meerpfau
Thalassoma pavo

Der Meerpfau ist eine Art der Lippfische (Labridae) und ist der wohl farbenprächtigste Fisch des Mittelmeeres. Der Meerpfau wird im Durchschnitt etwa 15 bis 20 cm groß, die Maximalgröße liegt bei 25 cm. Er hat einen schlanken Körper und weist einen starken Geschlechtsdimorphismus auf.

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Meerpfau (Thalassoma pavo) ♂

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Meerpfau (Thalassoma pavo) ♀

Verbreitung:
Der Meerpfau ist im kompletten Mittelmeer heimisch mit Ausnahme der nördlichen Adria und Teilen der nördlichen Gebiete des westlichen Beckens. Im Süden des Mittelmeers ist der Meerpfau häufiger anzutreffen als im Norden. Im Ostatlantik kommt er bis in den Golf von Guinea nördlich von Cap Lopez und an den Küsten der Azoren, Madeiras, der Kanarischen Inseln, São Tomés und Annobóns vor. Im Vergleich der letzten ein bis zwei Jahrzehnte sieht man eine Verschiebung der Verbreitung vom subtropischen Bereich nach Norden hin, sodass der Meerpfau nun im ganzen nordwestlichen Teil des Mittelmeers vorkommt.

Der Meerpfau hält sich am liebsten über Felsgrund und in Seegraswiesen auf, denn hier findet er genügend Versteckmöglichkeiten. Er kommt von Flachwassergebieten bis in Tiefen von bis zu 150 m vor, hält sich aber meist im Bereich der oberen 20 m auf. Der Meerpfau bewohnt aber neben Küstengewässern mit Felsen auch vom Menschen beeinflusste Ökosysteme wie Schiffswracks oder Anlegestege. Im Sommer besetzen die Männchen weitläufige Territorien an felsigen Küsten. Im Gegensatz zu seinem nahen Verwandten, dem Meerjunker (Coris julis), bevorzugt der Meerpfau noch wärmeres Wasser.


Weibchen:
Charakteristisch für seine Grundfärbung oder auch Anfangsfärbung, die nur die Weibchen zeigen, sind das blaue, ornamentartige Muster auf dem Kopf und fünf bläulich-grüne vertikale Streifen an den Körperseiten. Die Grundfarbe des Meerpfaus ist Bronze bis Goldgelb mit einem grünlichen bis orangen Ton, der individuell unterschiedlich ist. Außerdem besitzt der Meerpfau einen gut sichtbaren schwarzen Fleck auf dem Rücken in der Mitte der Rückenflosse, der von beiden Seiten gut zu erkennen ist. Die Schwanzflosse ist sichelförmig, die Flossenstrahlen sind also an beiden Enden verlängert. Bei Männchen sind die äußeren Strahlen der Schwanzflosse noch deutlicher fadenförmig verlängert. Die Einbuchtung der Flosse ist vor allem bei älteren Individuen besonders gut zu erkennen.

Die Jugendfärbung ist an der grünen Grundfarbe des Körpers erkennbar. Der schwarze Rückenfleck ist sehr auffällig und seine Färbung reicht weit in die Rückenflosse hinein. Der Rand der Schwanzflosse ist noch deutlich abgerundeter als bei den adulten Tieren. Die Übergangsfärbung der größten Weibchen, die in Kürze den Geschlechtswechsel vollziehen, wird durch den verblassenden Rückenfleck charakterisiert. Erst danach ändert sich die übrige Körperzeichnung.

Ab einer Länge von etwa 90 bis 120 mm wechseln alle Weibchen ausnahmslos ihr Geschlecht. Bei den entstandenen Männchen erfolgt nach dem Geschlechtswechsel ein Farbwechsel. Dieser hängt aber nicht direkt mit der Sexualinversion zusammen. Primärmännchen haben zu Beginn auch noch die Anfangsfärbung, die auch die Weibchen aufweisen. Sie ändern ihr Farbkleid erst mit einer Körperlänge von mehr als 130 mm. Somit weisen sowohl alle Sekundärmännchen als auch alle Primärmännchen, die größer als 130 mm sind, das Prachtkleid auf.


Männchen:
Die Färbung der Männchen wird von einem breiten blaugrünen Streifen hinter dem Kopf dominiert. Dieser ist das Unterscheidungsmerkmal zu den Weibchen und Jungfischen, die fünf grünblaue Querstreifen an den Seiten zeigen. Der Körper ausgewachsener Männchen ist massiver als der Körperbau von Weibchen und Jungtieren und die leierförmige Schwanzflosse ist stärker eingebuchtet. Ältere Männchen sind olivgrün bis grünblau gefärbt und weisen neben dem breiten blaugrün gefärbten Nackenband dicht hinter der Brustflosse ein weiteres Band mit rotbrauner Färbung auf. Der Kopf ist mit einem markanten rötlichen oder blauen Muster gefärbt. Spezifische Merkmale für die Gattung Thalassoma, in die der Meerpfau gehört, sind acht Stacheln in der Rückenflosse, 30 Schuppen in der Seitenlinie und labyrinthartige, blaue Streifen am Kopf.

Lebensweise:
Der Meerpfau ist ein emsiger Dauerschwimmer, der seine Umgebung ständig allein, in kleinen oder größeren Gruppen nach Fressbarem durchsucht. Die Fische fressen kleine Krebstiere, Schnecken und Muscheln. Zum Schlaf graben sie sich mit schnellen Schwanzflossenschlägen in den Sand ein. Meerpfaue betreiben keine Brutpflege und sind Freilaicher, die zur Fortpflanzung ins offene Wasser schwimmen und dort ihre Keimzellen abgeben. Die Eier treiben als Teil des Plankton fort. Zur Nahrungssuche bilden Jungfische und Weibchen oft größere Gruppen, sogenannte Nahrungsgemeinschaften.

Ernährung:
Bevorzugt ernährt sich der Meerpfau von kleinen Krebsen und Weichtieren wie Schnecken und Muscheln. Jungtiere zeigen auch ein Verhalten, das man von Putzerfischen kennt, denn sie putzen größere Fische und ernähren sich von deren Parasiten.

Fortpflanzung und Balzverhalten:
Eine Besonderheit des Meerpfaus ist, dass er ein protogyner Hermaphrodit ist. Diese Art von Zwittern durchläuft eine protogyne Geschlechtsentwicklung. Dies bedeutet, dass im Laufe der Entwicklung ein Geschlechtswechsel vom Weibchen zum Männchen stattfindet. Diese Männchen werden „Super-Männchen“ genannt, sie weisen ähnliche morphologische Charakteristika wie der Meerjunker auf.

Super-Männchen entstehen, wenn in Gruppen aus vielen Weibchen und einem Männchen das Männchen wegfällt. Dann wandelt sich eines der stärksten Weibchen zu einem neuen Männchen um. Der Geschlechtswechsel beginnt frühestens Ende Juli, meist aber Anfang bis Mitte August. Meerpfau-Weibchen mit Intermediärgonaden (eine Mischform weiblicher und männlicher Geschlechtsdrüsen) wurden im Juli vereinzelt gefangen und Mitte August wurden die meisten Individuen gefangen. Ende September gab es überhaupt keine Weibchen mit Intermediärgonaden mehr. Der Vorgang der Geschlechtsumwandlung an sich dauert nur etwa drei bis sechs Wochen.

Nutzung und Handel:
Der Meerpfau ist ein beliebter Aquarienfisch, da er nicht nur schön aussieht, sondern auch sehr einfach zu halten ist. Gefangen wird der Meerpfau mit beköderten Reusen. Er wird vor Ort nur im östlichen Mittelmeer und auf den makaronesischen Inseln gefangen und vor allem an den Aquarienhandel weiterverkauft. Außer dem genannten lokalen Fischfang ist der Meerpfau keinen größeren Gefahren ausgesetzt.

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Thalassoma pavo (c) Luis P. B.

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Thalassoma pavo (c) Bernat Garrigós

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Thalassoma pavo (Juvenile Gruppe)
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Thalassoma pavo (c) francescochiaromonte

Mönchsfisch
Chromis chromis

Der Mönchsfisch ist eine der am häufigsten vorkommenden Fischarten und war vor dem Bau des Sueskanals (Lessepssche Migration) die einzige Art der Riffbarsche (Pomacentridae) im Mittelmeer. Es handelt sich hierbei um einen kleinen Fisch (typischerweise bis 15 cm), der in lockeren Schwärmen im Freiwasser über Felsriffen oder über Seegraswiesen zu finden ist.
Die Lebenserwartung liegt bei maximal 9 Jahren

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Chromis chromis (c) Donald Davesne

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Chromis chromis, juvenil (c) JMRoque

Aussehen und Merkmale:
Der Mönchsfisch erreicht eine Länge von 134 mm und ein Gewicht von bis zu 40 g. Er hat eine durchgehende Rückenflosse (Dorsalis), die im vorderen Teil mit 14 Hartstrahlen besetzt ist, gefolgt von 9-11 Weichstrahlen.

Adulte Tiere sind meist kastanienbraun bis blauschwarz gefärbt, dabei ist die Pigmentierung am Rand der Schuppen verdichtet und dunkler, wodurch eine leichte Längsstreifung entsteht. Bauch- und Brustflossen sind nahezu transparent.

Der Mönchsfisch kann eine Nachtfärbung einnehmen, diese zeichnet sich durch eine violett‑graue Färbung des Körpers und der Flossen aus. Die Längsstreifung sowie die Musterungen gehen verloren. Ausschließlich die Schwanzflosse bleibt dunkel. Diese Färbung kommt vor allem bei den Freiwasserschläfern vor. Die Versteckschläfer und die Territorialinhaber bleiben meist in ihrer Tagfärbung – auch bei Nacht. Im Gegensatz dazu, verharren im Winter die meisten Mönchsfische den ganzen Tag in der hellen Nachtfärbung. Das ist vorrangig auf die schlechten Licht- und Sichtverhältnisse zurückzuführen.

Die territorialen Männchen können eine Balzfärbung einnehmen, müssen es aber nicht. Diese Färbung besitzt eine beinahe schwarze, blauschimmernde Grundfärbung. 

Die heranwachsenden Jungfische haben alle eine dunkelbraune, blauschwarze Grundfärbung, auf der sich leuchtend blaue Muster abheben. Im frühesten Stadium überzieht diese Musterung noch den ganzen Körper, wird jedoch mit zunehmender Größe geringer. Bei den ältesten Jungfischen reduziert sich die Musterung auf ein kleines leuchtendes V auf der Stirn. Alle Jungfische, unabhängig von der Größe, können die Farbmuster verschwinden lassen, sobald sie sich vom Substrat entfernen.

Verbreitungsgebiet und Lebensraum:
Das Verbreitungsgebiet des Mönchsfischs erstreckt sich über das Mittelmeer, das Schwarze Meer und das Asowsche Meer. Die Verbreitungsgrenze liegt an den atlantischen Küsten vor der Straße von Gibraltar.
Die Fische leben im Freiwasser, über Felsriffen oder über Seegraswiesen, in  3 bis 35 Metern Wassertiefe.

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Verbreitungsgebiet von Chromis chromis

C. chromis hält sich tagsüber im Freiwasser in Gruppen einige Meter über Felsriffen oder Seegraswiesen (Posidonia sp.) auf. Anzutreffen sind die Fische in einer Tiefe von bis zu 35 Metern, teilweise auch tiefer, dabei liegt das Hauptverbreitungsgebiet zwischen 10‑25 m. Im Sommer mit guten Sichtverhältnissen sind die Fressaggregate bis zu 20 m über dem Substrat aufzufinden, während sie im Winter bei schlechten Sichtverhältnissen in Bodennähe bleiben.

Für den Lebensraum spielen vor allem drei Faktoren eine wichtige Rolle. Dieser sollte ein gutes Angebot an Unterschlupfmöglichkeiten bieten, möglichst strömungsreich sein und ein gutes Nahrungsangebot aufweisen. Bevorzugt besiedelt werden deshalb große, strömungsreiche Felsriffe, die bewachsen und stark strukturiert sind. Dort können übergroße Populationen angetroffen werden, die abends teilweise in benachbarte Seegraswiesen abwandern müssen, aufgrund von Versteck- und Schlafplatzmangel. Unattraktivere Gebiete sind beispielsweise weite Seegraswiesen oder unstrukturierte Sandflächen. Seegraswiesen weisen nahezu unbegrenzte Versteckmöglichkeiten auf, sind allerdings sehr wenig strukturiert und meist vor Strömungen geschützt. Dennoch reichen in wenig bevorzugten Flächen einige Felsblöcke aus, um kleinere Populationen anzulocken. Die Populationen beinhalten dabei nur so viele Individuen, wie es an Unterschlupfmöglichkeiten für die Nacht gibt.

Generell kommen Wanderungen über größere Distanzen ohne Versteckmöglichkeiten nur selten vor, da sie große Risiken mit sich bringen. Damit ist C. chromis eine sehr substratgebundene Art.
 

Ernährung:
Mönchsfische sind selektive Planktonschnapper und verbringen den ganzen Tag mit Nahrungssuche. Dafür befinden sie sich in einer lockeren Formation („Fresswolke“), die bevorzugt in Turbulenzzonen von Felsriffen oder Blöcken steht. Bei anderer Beschaffenheit des Substrates entstehen möglicherweise langgezogene „Fressbalken“. Diese Formationen können unterschiedlich viele Individuen beinhalten, von einigen wenigen bis hin zu Tausenden. Über synchrone Schwimmbewegungen der Brustflossen verbleiben die Tiere in den jeweiligen Formationen. Fressaggregate können bis auf 1 m unter der Wasseroberfläche vorkommen, wobei sich die Entfernung vom Substrat nach den Sichtverhältnissen richtet. Dies wird vor allem im Winter sichtbar, da die Aggregate dann nur noch auf 2‑3 m über das Substrat aufsteigen. Sobald die Wassertemperaturen zu stark absinken (auf 7-9 °C), sind die Tiere überwiegend immobilisiert und die Nahrungsaufnahme wird eingestellt.

Ansonsten richtet sich die Fressbereitschaft nach dem Planktonangebot und auch nach der Strömungsstärke. Die verschiedenen Größenklassen halten sich in meist getrennten Verbänden auf, die je nach Größe in unterschiedlichen Entfernungen zum Fressen aufsteigen. Die maximale Entfernung vom Substrat steigt mit zunehmender Körpergröße an.

Die Nahrung besteht hauptsächlich aus Zooplankton, dessen größten Anteil mit 50 % Copepoden ausmachen. Des Weiteren werden Salpen, Appendikularien, Nauplien und Fischeier gefressen, diese allerdings mit einem sehr geringen Anteil. Die pflanzliche Nahrung beschränkt sich mit 2,5 % auf Algen.

Paarungsverhalten:
C. chromis weist eine monomorphe (gleich gestaltete) Getrenntgeschlechtlichkeit auf. Die Fortpflanzungssaison erstreckt sich von Juni bis September. Dabei versuchen die Männchen mit möglichst vielen Weibchen ablaichen zu können. Anschließend passen die Männchen auf ihr Gelege auf, bis die Larven schlüpfen. In einer Saison werden mehrere Zyklen durchlaufen, in denen die Männchen immer neue Territorien aufbauen. Ein Zyklus kann zwischen 5 und 8 Tagen andauern. Adulte Männchen errichten in jeder Saison zwischen 6 und 8 eigenständige, kurzzeitige Territorien, die gruppenweise angelegt werden. In großen Populationen sind bis zu mehreren tausend Männchen daran beteiligt.

Der Gelegeort wird von den Männchen gereinigt, indem sie durch Zupfen Posidonienblätter und Algenbüschel vom Substrat entfernen und Steine sowie kleine Gehäuseschnecken mit dem Maul wegtragen. Freier Aufwuchs und Sedimentauflagen werden schließlich durch Körperschlagen und Zittern abgetragen.

Sobald die ersten Signal- und Flattersprünge der Männchen gezeigt werden, kommen manche der Weibchen aus den Fressaggregaten aus dem Freiwasser herunter und verharren zunächst in einer Weibchenschicht in 1‑2 m Höhe über den Territorien. Dann beginnen die Weibchen sich bei den Männchen ihrer Wahl anzubieten, mit dem Ziel in das Territorium eingelassen zu werden. Im Territorium erfolgt die Eiablage, die ungestört bis zu 10 Minuten dauern kann, wenn das Weibchen vom Männchen nicht vertrieben wird. Das Männchen schirmt das Weibchen währenddessen ab und vertreibt Nachbarn und andere aufdringliche Weibchen. Kommt während der Eiablage ein weiteres Weibchen dazu, werden meist direkt beide vertrieben. Nach Eiablage werden diese nach Möglichkeit sofort vom Männchen besamt. Die Eier werden dann mit Frischwasser befächelt und oft bieten sich dann schon die nächsten Weibchen an, wodurch die Männchen mehrere Gelege verschiedener Weibchen in ihren Territorien haben.

Mönchsfische können das Geschlecht ihrer eigenen Artgenossen anhand äußerlicher Merkmale nicht unterscheiden. Das machen sich einige der kleinen, geschlechtsreifen Männchen ohne Territorium zunutze und tricksen andere Territorieninhaber aus, um die Eier selbst zu besamen. Nicht selten sind die Besamungsraten von Kleptogamen höher als die der Territorieninhaber. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Strategien der kleptogamen Männchen.

Die „Flitzer“ versuchen schnell zu einem ablaichenden Weibchen zu gelangen und dessen Eier zu besamen. Dann flüchten sie sofort, bevor der Territorialinhaber überhaupt reagieren kann. Bei „Pseudoweibchen“ handelt es sich um Männchen, die sich bei Territorieninhabern als Weibchen präsentieren, um dann die Eier im Gelege nochmals zu besamen. Dabei bleibt es ungewiss, wie erfolgreich die nachträgliche Besamung ist. In den Laichfeldern wird es in dieser Phase sehr chaotisch, da um jeden Besamungserfolg gekämpft wird.


Brutpflege:
Die Gelege werden von den Territorieninhaber am ersten Tag eines Laichzyklus bezittert (zittern des ganzen Körpers mit Bauchkontakt zum Gelege) und im weiteren Verlauf hauptsächlich befächelt (heftiges Schlagen mit den Brustflossen). Dies wird auch während den Nächten praktiziert, weshalb Männchen in dieser Zeit nicht schlafen. Dauerte das Ablaichen mehrere Tage, werden die Eier vom Männchen in alte und neue Gelegebereiche eingeteilt und demnach bezittert oder befächelt. Unbefruchtete oder tote Eier werden herausgezupft und Laichräuber wie Labriden und Spariden werden verjagt.

Je nach Wassertemperatur schlüpfen die Larven nach 3-4 Tagen, allerdings immer zusammen zwischen 22 und 24 Uhr, wenn keine planktonivoren Fische mehr aktiv sind. Diese Uhrzeit ist unabhängig von der Tageszeit, an denen die Eier gelegt wurden. Die frisch geschlüpften Larven werden mit der Strömung abgetrieben. Die Männchen geben ihre Territorien am Morgen auf, nach dem die letzten Larven geschlüpft sind.

Feinde:
Die Prädatoren der subadulten und adulten Tiere sind beispielsweise die Bernsteinmakrele (Seriola dumerili), die Gemeine Meerbrasse (Sparus pagrus), der Zahnbrassen (Dentex dentex), der Europäische Wolfsbarsch (Dicentrarchus labrax) und der Braune Zackenbarsch (Epinephelus guaza). Weitere potentielle Fressfeinde sind die Mittelmeermuräne (Murena helena), der Meeraal (Conger conger), der Dunkle Gabeldorsch (Phycis phycis), Phycis blennoides, der Gewöhnliche Krake (Octopus vulgaris) und die Sepia (Sepia officinalis).
 

Taxonomie und Systematik:
Die Erstbeschreibung des Mönchsfischs erfolgte 1758 durch Carl von Linné in seiner Systema Naturae unter der Bezeichnung Sparus chromis. Die Gattung Chromis mit dem Mönchsfisch als Typusart, wurde im Jahr 1814 durch den französischen Zoologen Georges Cuvier eingeführt. Zu ihr gehören heute über 100 Arten.
 

Verwendung und Gefährdung:
Aufgrund der kleinen Größe wird C. chromis nur selten im kommerziellen Fischfang gefangen. Teilweise wird er als Köder verwendet, um größere Fische wie C. conger und D. dentex zu fangen.
In Aquarien wird die Art nur selten gehalten, meist nur in öffentlichen Einrichtungen mit Mittelmeerabteilung.

Nach der Einstufung im Jahr 2010 gilt die Art als nicht gefährdet 

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Chromis chromis

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Chromis chromis

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Chromis chromis

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Chromis chromis (c) Frédéric ANDRE

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Chromis chromis, juvenil (c) Gianfrs

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Chromis chromis (c) Luca Boscain

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Mönchsfisch teilt sein Versteck mit einer Scherengarnele (Stenopus spinosus) (c) Bernat Garrigós

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Chromis chromis (c) whodden

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Chromis chromis

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Mönchsfische im Sea Life Konstanz:

Mönchsfische im Aquarium Rovinj (Kroatien):

Mönchsfische im Aquarium Pula (Kroatien):

Zweibindenbrasse
Diplodus vulgaris

Die Zweibindenbrasse ist ein Fisch aus der Familie der Meerbrassen (Sparidae). Die Zweibindenbrasse ist eine von zwölf Arten der Gattung Diplodus.

Schule der Zweibindenbrasse im Mittelmeer

Die Zweibindenbrasse ist im Ostatlantik und im Mittelmeer beheimatet. Vorkommen werden im Ostatlantik von der Bretagne bis nach Afrika auf Höhe der Kapverdischen Inseln und bei den Inseln selbst angetroffen. Ein weiteres Verbreitungsgebiet ist an den Küsten Namibias und Südafrikas zu finden. Namensgebend sind zwei dunkle senkrechte Streifen, zum einen auf Höhe der Brustflosse und zum anderen vor dem Schwanzstiel.
 

Merkmale und Lebensweise 

Die Zweibindenbrasse hat einen seitlich abgeflachten und hochrückigen Körper und erreicht eine durchschnittliche Körperlänge von 30 Zentimetern. Maximal wurden eine Körperlänge von 45 cm bei einem Körpergewicht von 1300 g gemessen. Der Kopf besitzt sehr große Augen sowie ein kleines endständiges Maul. Der Rücken und die Flanken sind silbriggrau mit gelben Längsreihen, die jeweils eine Schuppenreihe einnehmen. Vor und hinter der Rückenflosse befindet sich jeweils eine schwarze Querbinde, die dem Fisch den Namen gegeben haben. Die Bauchflossen sind brustständig und dunkel.
Die ungeteilte Rückenflosse besitzt 11 bis 12 harte Flossendornen und danach 13 bis 16 weiche, die Afterflosse 3 harte und 12 bis 15 weiche Flossenstrahlen.

Die Fische schwimmen einzeln oder in kleinen Trupps. Sie leben im Küstenbereich vor allem auf Felsboden, seltener über Sandboden, Jungfische manchmal in Seegraswiesen. Die bevorzugten Tiefen liegen in den ersten 50 Metern des Eulitoral, sie kommen aber bis in 160 Meter Tiefe vor. Sie ernähren sich vor allem von kleinen Wirbellosen, meist Kleinkrebsen.
Zweibindenbrassen sind wie andere Meerbrassen, darunter etwa die Rotbrasse (Pagellus erythrinus), so genannte proterogyne Zwitter. Das bedeutet, dass alle Fische im Alter von etwa einem bis zwei Jahren als Weibchen geschlechtsreif werden und sich später in Männchen umwandeln. Die Laichzeit der Zweibindenbrasse liegt im Oktober und geht bis Januar.
 

Aquarien-Haltung

Für die Haltung dieser Freiwasserfische sind nur geräumige Aquarien ab 2000 Liter Fassungsvermögen geeignet. Kleinere Exemplare können für das erste Jahr in kleineren Becken gehalten werden, wobei bereits Jungfische ein 500 Liter-Becken benötigen.

Zweibindenbrassen mit Goldstriemen und Mönchsfischen im Sea Life Konstanz:

Zweibindenbrassen mit Violetten Seeigeln und Gelben Schwämmen im Aquarium Rovinj (Kroatien):

Gestreifter Schleimfisch
Parablennius gattorugine

Der Gestreifte Schleimfisch ist eine Fischart aus der Familie der Schleimfische (Blenniidae). Er ist entlang der Küsten des nordöstlichen Atlantiks, von Südfrankreich bis Marokko und entlang der britischen Inseln heimisch. Auch im Mittelmeer und im Schwarzen Meer kommt der Schleimfisch vor.

Aussehen und Merkmale

Der Gestreifte Schleimfisch ist kräftig gebaut und hat eine durchschnittliche Körpergröße von 20 bis 25 Zentimetern, kann allerdings auch eine Größe von bis zu 30 Zentimetern erreichen. Die Standardfärbung ist bräunlich mit 6 bis 7 vertikalen Streifen entlang der Körperseite, welche sich auf der Rückenflosse fortsetzen. Der Gestreifte Schleimfisch hat eine langgezogene Rückenflosse, die durch eine Kerbe in einen vorderen und einen hinteren Teil gegliedert ist. Der vordere Teil besteht aus 13 Hartstrahlen und 18 bis 19 Weichstrahlen, während sich der hintere Teil aus zwei Hartstrahlen und 20 Weichstrahlen zusammensetzt. Geschlechtsreife Männchen sind schokoladig braun mit einer ausgeprägten, blumenkohlartigen Analdrüse, welche sich vor der Analflosse befindet. Diese Art besitzt buschige, weihnachtsbaumähnliche Tentakel über jedem Auge. Diese fallen bei Männchen größer aus als bei Weibchen. Es kann zu Verwechslungen mit dem Roten Schleimfisch (Parablennius ruber) kommen. Dies ist eine verwandte Art, deren Tentakel über den Augen in einer Ebene verzweigt sind. Das Aussehen von Parablennius gattorugine ist sehr markant und unterscheidet sich von Individuum zu Individuum. Dominante Männchen besitzen eine dunkle Färbung, während nicht dominante Männchen, ähnlich wie die Weibchen, blasser und kleiner sind. Ansonsten gibt es nur einen geringen Unterschied zwischen den Geschlechtern (Sexualdimorphismus).

 

Lebensraum

Parablennus gattorugine bewohnen felsige Küsten und Riffe in einer Tiefe von bis zu 32 Metern. In Ausnahmefällen können sie aber auch auf 40 Metern Tiefe gesichtet werden. Häufig jedoch kann diese Art in einer Tiefe von 1 bis 3 Metern angetroffen werden. Dieses vertikale Verbreitungsgebiet, von 1 bis 40 Metern Tiefe, ist größer als bei anderen Blenniiden. Sie bevorzugen einen felsigen Grund mit Nischen und Spalten, in welchen sie sich verstecken können. Manchmal sind sie auch unter leeren Schnecken- und Muschelschalen zu finden.
 

Ernährung

Parablennius gattorugine ist ein Allesfresser mit einer Präferenz für Pflanzenmaterial. Nach Untersuchungen des Verdauungstraktes ernährt sich diese Art von Polychaeten und Makroalgen. Allerdings wurde einmal beobachtet, wie sich diese Schleimfischart räuberisch von Tintenfischeiern ernährte. Dies unterstreicht die opportunistische Ernährungsweise dieser Art.
 

Fortpflanzung

Diese Spezies lebt polygam, wobei sich Männchen und Weibchen jeweils mit mehreren Partnern verpaaren. Die Brutpflege wird von den Männchen übernommen. Das Weibchen klebt die Eier, mit einem adhäsiven Sekret, in den von einem territorialen Männchen bewachten Felsspalt. Diese Eipakete können auch an die Felsdecke geklebt werden. Das Männchen befruchtet die Eier und hält den Felsspalt frei von Verschmutzungen. Es wird vermutet, dass wie bei anderen Blenniiden, die Männchen ein antibakterielles Sekret durch eine Analdrüse absondern können, welches zur Pflege über die Eier gestrichen wird. Die Eiablage findet meist von März bis Mitte Juli statt und kann mehrmals im Jahr wiederholt werden. Die Jungtiere leben im Freiwasser, bis sie ca. eine Länge von 18 Millimetern erreichen, bevor sie an die Felsen zurückkehren.

Variabler Schleimfisch
Parablennius pilicornis

Der Variable Schleimfisch ist ein meist an felsigen Ufern lebender Fisch, der zur Familie der Schleimfische (Blenniidae) gezählt wird.

Der Variable Schleimfisch ist ein meist an felsigen Ufern lebender Fisch, der zur Familie der Schleimfische (Blenniidae) gezählt wird. Parablennius pilicornis kommt im Ostatlantik, in Spanien, Portugal, südlich bis zur Möwebucht in Namibia vor, zudem im Mittelmeer, entlang der Küste Spaniens, Marokkos und Algeriens. Im südwestlichen Atlantik findet man ihn an den Küsten Brasiliens, Argentiniens und Patagoniens. Im westlichen indischen Ozean kommt er von Natal bis Knysna in Südafrika vor. Die maximale Tiefe, in der die Art vorkommt, liegt etwa bei 25 Metern.

Parablennius pilocornis kann eine maximale Länge von 13 cm erreichen, wobei auf die Größe bezogen kein Geschlechtsdimorphismus erkennbar ist. Sein Körper ist schuppenlos, langgestreckt und seitlich abgeflacht, diese Form findet man bei allen Arten der Schleimfische. Da der Körper keine Schuppen besitzt, schützt sich der Schleimfisch mit Schleimzellen vor einer Austrocknung. Wie die meisten bodenlebenden Fische, besitzt auch diese Art keine Schwimmblase.

Streifenschleimfisch
Parablennius rouxi

Der Streifenschleimfisch ist eine, im Mittelmeerraum vorkommende Fischart, aus der Familie der Schleimfische (Blenniidae). 

Der für Schleimfische charakteristische, schuppenlose Körper von P. rouxi zeichnet sich durch eine weiß-graue bis hellgelbliche Farbe und einen schwärzlichen Längsstreifen vom Auge bis zur Schwanzflosse (Caudale) aus. Parablennius rouxi ernährt sich bevorzugt von Periphyton, kleinen Krebstieren und Algen, aber auch von benthonischen Mollusken und Plankton. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den nördlichen und östlichen Mittelmeerraum bis hin zur Südküste Portugals. Die ovipare Fortpflanzung findet von Mai bis Juli statt.
 

Anatomie und Aussehen

Parablennius rouxi besitzt einen langgestreckten Körper und einen abgerundeten, stumpfen Kopf. Über den Augen befinden sich gefranste Tentakel, die etwas länger sind als der Augendurchmesser. Der deutsche Name "Schleimfische" kommt zustande, da die Haut der Fische schuppenlos und stattdessen durch zahlreiche Schleimdrüsen gekennzeichnet ist, wodurch ihre Oberfläche sehr schleimig ist. Schleimfisch-Arten, wie der P. rouxi, können auch noch in sehr sauerstoffarmen Gewässern überleben, da sie mit ihrer überwiegend schuppenlosen, schleimigen Haut in der Lage sind Hautatmung und Kiemenatmung zu verbinden. Zudem können sie Wasser in ihren Kiemen speichern und längere Zeit außerhalb des Wassers ausharren. Durch den Schleim, der ihren Körper überzieht, werden sie vor dem Austrocknen bewahrt. P. rouxi erreicht eine Maximallänge von 8 cm.

P. rouxi ist vor allem in subtropischen Gewässern anzutreffen. Das Verbreitungsgebiet erstreckt sich über den nördlichen und östlichen Mittelmeerraum, sowie von Syrien, den Libanon und Israel über die Küstenregion von Palestina. Zudem gibt es Aufzeichnungen von P. rouxi vom Ostatlantik entlang über die Südküste Portugals. P. rouxi gehört zu den benthonischen Fischarten und verbringt somit die meiste Zeit auf oder direkt über dem Untergrund. Adulte Individuen sind in der flachen Litoralzone in bis zu 42 Meter Wassertiefe zu finden. Hier sind sie vor starkem Wellengang geschützt. Sie leben bevorzugt über hellem, kahlem Felsgestein oder Kieselsteinen oder auf sekundär entstandenem Boden korallogener Herkunft und verstecken sich meist in kleinen Felslöchern. P. rouxi ist relativ anspruchslos gegenüber der Wahl seiner Mikrohabitate.

Blutstriemen-Schleimfisch
Parablennius sanguinolentus

Der Blutstriemen-Schleimfisch (Parablennius sanguinolentus) ist ein relativ großer, versteckt auf dem Meeresgrund lebender Fisch aus der Familie der Schleimfische (Blenniidae).

Der Blutstriemen-Schleimfisch weist als Schleimfisch familientypische Merkmale auf. Dazu gehören kehlständige Bauchflossen (Ventralia) eine durchgehende Rückenflosse (Dorsalis), fehlende Schuppen und kleine Tentakeln über den Augen. Er wird mit einer maximalen Länge von 20 cm etwas größer als die meisten anderen Schleimfisch-Arten.

Verbreitung und Lebensraum

Der Blutstriemen-Schleimfisch ist im Mittelmeer sowie der spanischen und portugiesischen Atlantikküste beheimatet, im Ostatlantik von der Loiremündung bis Marokko. Außerdem ist er im westlichen Schwarzen Meer verbreitet. Der Blutstriemen-Schleimfisch lebt benthisch in flachen Gewässern bis zu zwei Metern Tiefe, in der mesolitoralen Zone. Auf ihre kräftigen Brustflossen gestützt sitzt die Art zumeist reglos auf Steinen am Grund, sie kann aber auch recht weite Strecken zurücklegen. Die Tiere bevorzugen sonnenexponierte, mit Algen bewachsene Felsen oder Steine.
 

Verhalten und Ernährung

Der Blutstriemen-Schleimfisch hält sich häufig in geringen Tiefen zwischen Felsen und kahlem Geröll auf. Im Vergleich zu anderen Schleimfisch-Arten weist P. sanguinolentus auffällig lange Freischwimmphasen auf und ist besonders scheu.

Der Blutstriemen-Schleimfisch ernährt sich hauptsächlich herbivor und frisst größtenteils Algen, besonders der Gattung Ulva. Sind allerdings keine Algen zum Abweiden vorhanden, weicht er auf Alternativen wie Plankton aus.

Pfauenschleimfisch
Salaria pavo

Der Pfauenschleimfisch gehört zur Gattung Salaria innerhalb der Familie der Schleimfische (Blenniidae).

Der Pfauenschleimfisch ist im Ostatlantik, dem Mittelmeer und im westlichen Schwarzen Meer vorkommend. Es handelt sich um einen kleineren, unbeschuppten Fisch mit charakteristischer, geschlechtsspezifischer Färbung. Die Art ist auf felsigem Untergrund in der Gezeitenzone zu finden. Die Männchen der Art bewohnen kleine Spalten oder Löcher im Untergrund, welche ihnen als Nest dienen. Während der Paarungszeit wird ein Nest von verschiedenen Weibchen besucht, die ihren Laich dort deponieren.
 

Aussehen und Merkmale

Der Pfauenschleimfisch hat einen langgestreckten und seitlich abgeflachten Körper, dessen Länge zwischen 8 und 12 Zentimetern beträgt. Er besitzt eine durchgehende Rückenflosse (Dorsalis). Diese hat zwölf Hartstrahlen und 22 Weichstrahlen, dazwischen befindet sich keine Einkerbung. Die Analflosse (Analis) besteht aus zwei Hartstrahlen, gefolgt von 23–24 Weichstrahlen.
Der Pfauenschleimfisch besitzt kurze, ungefranste Tentakeln über den Augen, welche kürzer sind als der Augendurchmesser. Er weist einen starken Geschlechtsdimorphismus auf. Die Männchen sind gelbgrün-grün gefärbt, haben sechs bis sieben blaue Querstreifen oder Punkte auf dem Körper und tragen hinter dem Auge einen rotbraun-schwarzen, blau umrandeten Augenfleck. Sie sind deutlich größer als die Weibchen und tragen einen häutigen Kamm auf dem Kopf, welcher während der Paarungszeit stark anschwillt. Die Färbung der Weibchen ist mattgrün-bräunlich und ihre Querstreifung, sowie ihr Augenfleck, sind wesentlich unscheinbarer.
Eine Verwechslungsgefahr besteht mit Salaria basilisca. Dieser trägt auf dem Körper deutliche blaue vertikale Linien mit dunkler Färbung dazwischen, welche beim Pfauenschleimfisch weniger stark ausgeprägt sind. Zusätzlich fehlt Salaria basilisca der Augenfleck. Des Weiteren kann man den Pfauenschleimfisch mit Aidablennius sphinx verwechseln. Allerdings hat Aidablennius sphinx eine deutlich eingekerbte Rückenflosse (Dorsalis) und keinen Scheitelkamm.
 

Ernährung

Der Pfauenschleimfisch zeigt eine generalistische Ernährungsweise. Das bedeutet, dass sich die Art in ihrer Ernährung an die entsprechenden Umweltbedingungen anpassen kann. So wurde in Studien im westlichen Mittelmeer eine eher pflanzliche Ernährung festgestellt, im östlichen Mittelmeer nahe Israel hingegen eine eher tierisch-basierte Ernährung.

 

Einfluss von Umweltbedingungen

Der Salzgehalt des Meerwassers kann je nach Bereich variieren. So ist es möglich, dass zum Beispiel Gezeitentümpel in der Brandungszone bei Ebbe vom Rest des Meeres abgetrennt werden und das durch Verdunstung ein erhöhter Salzgehalt entsteht. Der Pfauenschleimfisch ist eine euryhaline Art. Das bedeutet, dass er Schwankungen im Salzgehalt (Salinität) des Wassers tolerieren kann. Im Kontrast hierzu kann er aber auch mit einer verringerten Salinität auskommen. Dies ist beispielsweise in der Brackwasserzone der Fall oder wenn Regen in Felsenpools fällt. Auch verschmutzte Gewässer können von dieser Art bewohnt werden.

Roter Spitzkopfschleimfisch
Tripterygion tripteronotum

Der Rote Spitzkopfschleimfisch ist eine Art aus der Familie der Dreiflossen-Schleimfische (Tripterygiidae), der einzigen, im Mittelmeer und Nord-Atlantik vorkommenden Gattung, dieser Familie. 

Die bodenbewohnenden Fische kommen in felsigen, algenbewachsenen Lebensräumen entlang der Küste des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres in einer Tiefe bis 3 m vor. Die Roten Spitzkopfschleimfische gehören zu den häufig bis sehr häufig vorkommenden Arten im Mittelmeer. Von April bis August kann man die geschlechtsreifen Männchen dieser Art gut an ihrem rot gefärbten Körper und dem schwarz gefärbten Kopf erkennen. Weibchen und junge Männchen sind beige bis graubraun und auf felsigem Grund nur schwer auszumachen. Rote Spitzkopfschleimfische ernähren sich carnivor und fressen hauptsächlich kleine Invertebraten.
 

Anatomie und Aussehen

Der Rote Spitzkopfschleimfisch ist an eine versteckt benthische Lebensweise angepasst. Wie bei vielen anderen bodenlebenden Fischen ist auch bei dieser Art die Schwimmblase reduziert und die Augen sind nach oben gerichtet. Auch die Größe der Kiemenöffnungen ist im Vergleich zu nicht-benthisch lebenden Fischen reduziert.

Da der Rote Spitzkopfschleimfisch zur Gruppe der Schleimfischartigen (Blennioidei) zählt, ist seine kehlständige Bauchflosse verkümmert. Die Haut der Schleimfischartigen ist charakteristisch schleimig und meist schuppenlos, nur selten mit winzigen Ctenoidschuppen besetzt. Wie alle Dreiflossenschleimfische besitzt auch diese Art drei nicht miteinander verbundene Rückenflossen. Die ersten beiden Rückenflossen bestehen aus Hartstrahlen, die dritte aus mindestens sieben Weichstrahlen. Die Fische erreichen eine Größe von 6–7 cm.
 

Ernährung

Der Rote Spitzkopfschleimfisch ernährt sich hauptsächlich von kleinen Invertebraten (Wirbellosen) wie Ruderfußkrebse, Flohkrebse und Widderkrebse. Er besitzt Tentakel-ähnliche Auswüchse im Nasen- und Augenbereich, welche von Hautlappen gebildet werden. Es wird angenommen, dass diese zur Anlockung von Beutetieren dienen, da sie fälschlicherweise für Nahrungspartikel gehalten werden. Die Beutetiere werden durch schnelles Öffnen des Maules angesaugt. Futter, welches am Substrat festsitzt, wird mit Hilfe einer Seitwärtsbewegung losgerissen. Der Rote-Spitzkopfschleimfisch ist nicht in der Lage, Stücke aus größeren Futterpartikeln herauszubeißen.

Aquarienhaltung von Schleimfischen

Die meisten Schleimfische sind im Mittelmeeraquarium problemlos zu halten und auch für Einsteiger zu empfehlen. Die Haltungsbedingungen sind ähnlich den tropischen Arten, die man aus der Riff-Aquaristik kennt. Die meisten Arten ernähren sich omnivor, viele Schleimfische sind gute Algenfresser und somit nützliche Helfer im Aquarium. Zu beachten ist nur, dass die sehr territorialen Tiere am besten einzeln gehalten werden. In sehr großen Becken können auch mehrere Schleimfische gemeinsam gehalten werden. Manchmal gelingt auch die Vergesellschaftung verschiedener Arten, solange sich diese nicht zu ähnlich sehen, also nicht zu nahe miteinander verwandt sind und genügend Platz zur Verfügung steht, um sich aus dem Weg gehen zu können. Da die meisten Schleimfischarten in seichtem Wasser vorkommen können sie leicht mit beköderten Reusen oder mit etwas Geschick mit Handkeschern gefangen werden und kommen auch mit höheren Wassertemperaturen, zumindest im Sommer gut klar. Als Futter eignet sich beinahe jedes handelsübliche Flocken-, Granulat und Frostfutter für Meerwasserfische. Man sollte jedoch auch auf eine ausreichende Versorgung mit pflanzlichen Futtermitteln achten, beispielsweise durch Verabreichung von Doktorfisch-Futter.

Juveniler Schleimfisch aus einem unserer Mittelmeerbecken beim Umsetzen in ein anderes Aquarium.

Roter Spitzkopfschleimfisch
Tripterygion tripteronotum

Der Rote Spitzkopfschleimfisch ist eine Art aus der Familie der Dreiflossen-Schleimfische (Tripterygiidae), der einzigen, im Mittelmeer und Nord-Atlantik vorkommenden Gattung, dieser Familie. 

Die bodenbewohnenden Fische kommen in felsigen, algenbewachsenen Lebensräumen entlang der Küste des Mittelmeeres und des Schwarzen Meeres in einer Tiefe bis 3 m vor. Die Roten Spitzkopfschleimfische gehören zu den häufig bis sehr häufig vorkommenden Arten im Mittelmeer. Von April bis August kann man die geschlechtsreifen Männchen dieser Art gut an ihrem rot gefärbten Körper und dem schwarz gefärbten Kopf erkennen. Weibchen und junge Männchen sind beige bis graubraun und auf felsigem Grund nur schwer auszumachen. Rote Spitzkopfschleimfische ernähren sich carnivor und fressen hauptsächlich kleine Invertebraten.
 

Anatomie und Aussehen

Der Rote Spitzkopfschleimfisch ist an eine versteckt benthische Lebensweise angepasst. Wie bei vielen anderen bodenlebenden Fischen ist auch bei dieser Art die Schwimmblase reduziert und die Augen sind nach oben gerichtet. Auch die Größe der Kiemenöffnungen ist im Vergleich zu nicht-benthisch lebenden Fischen reduziert.

Da der Rote Spitzkopfschleimfisch zur Gruppe der Schleimfischartigen (Blennioidei) zählt, ist seine kehlständige Bauchflosse verkümmert. Die Haut der Schleimfischartigen ist charakteristisch schleimig und meist schuppenlos, nur selten mit winzigen Ctenoidschuppen besetzt. Wie alle Dreiflossenschleimfische besitzt auch diese Art drei nicht miteinander verbundene Rückenflossen. Die ersten beiden Rückenflossen bestehen aus Hartstrahlen, die dritte aus mindestens sieben Weichstrahlen. Die Fische erreichen eine Größe von 6–7 cm.
 

Ernährung

Der Rote Spitzkopfschleimfisch ernährt sich hauptsächlich von kleinen Invertebraten (Wirbellosen) wie Ruderfußkrebse, Flohkrebse und Widderkrebse. Er besitzt Tentakel-ähnliche Auswüchse im Nasen- und Augenbereich, welche von Hautlappen gebildet werden. Es wird angenommen, dass diese zur Anlockung von Beutetieren dienen, da sie fälschlicherweise für Nahrungspartikel gehalten werden. Die Beutetiere werden durch schnelles Öffnen des Maules angesaugt. Futter, welches am Substrat festsitzt, wird mit Hilfe einer Seitwärtsbewegung losgerissen. Der Rote-Spitzkopfschleimfisch ist nicht in der Lage, Stücke aus größeren Futterpartikeln herauszubeißen.

Rotmaulgrundel
Gobius cruentatus 

Die Rotmaulgrundel ist eine Grundelart, die im Ostatlantik von Südwestirland bis zu den Küsten Marokkos und des Senegal sowie im Mittelmeer heimisch ist, wo sie in Küstengewässern in Tiefen von 15 bis 40 Metern auf felsigen oder sandigen Untergründen oder in Seegraswiesen lebt.

Aquarien-Haltung

Um diese, bis zu 18 cm langen Grundeln artgerecht zu halten, sind Aquarien ab einem Volumen von 500 Litern geeignet. Die Wassertemperatur für diese Fische sollte zwischen 18 und 24°C liegen. Als Futter eignet sich beispielsweise Artemia, Mysis, Stinte, Muschelfleisch, Garnelen- und Tintenfischstücke.

Skorpionfische (Scorpaeninae)

Die Skorpionfische sind eine Unterfamilie aus der Familie der Drachenköpfe (Scorpaenidae). Zu ihr gehören fast 20 Gattungen und ca. 200 Arten. Die meisten Arten leben in Fels- oder Korallenriffen, wenige auf ozeanischen Weichböden oder im offenen Meer. Alle Skorpionfische sind schlechte Schwimmer und halten sich vor allem auf dem Untergrund auf. Aufgeschreckt können sie allerdings für einige Meter sehr schnell beschleunigen. Sie ernähren sich räuberisch, jagen allerdings nicht aktiv, sondern lauern ihrer Beute gut getarnt auf. Sie wird durch das blitzschnelle Aufreißen des Mauls eingesaugt.

Merkmale:
Skorpionfische sind stämmige, großköpfige Fische. Ihr Körper ist meist rötlich oder bräunlich gefärbt und mit unregelmäßigen Flecken, Marmorierungen und Hautauswüchsen getarnt. Sie werden, je nach Art, zwischen wenigen Zentimetern und einen halben Meter lang. Die Brustflossen sind groß und bei einigen auffallend bunt. Sie werden benutzt, um Fressfeinde zu warnen.

Skorpionfische sind aktiv giftige Fische. Giftführend sind die, je nach Art 13 bis 18, vorderen harten Flossenstrahlen der Rückenflosse, meist die ersten drei der Afterflosse und der vorderste jeder Bauchflosse. Jeder dieser Flossenstrahlen besitzt rechts und links der Vorderkante jeweils eine giftführende Furche, die mit Giftdrüsen versehen und mit Haut bedeckt ist. Beim Stich reißt die Haut auf und das Gift dringt in die Wunde ein. Auch an den Kiemendeckeln tragen die Skorpionfische Stacheln, die blutige Wunden verursachen können, aber nicht giftig sind.

Gift:
Das Gift der Skorpionfische ist ein Gemisch, das vor allem aus verschiedenen Eiweißen besteht. Es bewirkt einen raschen Abfall des Blutdrucks, Lungenödeme, kann aber auch einen Anstieg des Blutdrucks in den Lungenarterien verursachen. Eventuell werden auch körpereigene Stoffe freigesetzt, die Muskelkrämpfe verursachen, wie z. B. Acetylcholin. Das Gift verursacht eine Gewebsschwellung im Bereich des Einstichs und starke Schmerzen, die sich in den Stunden nach dem Einstich verstärken und mehrere Tage anhalten können. Im Unterschied zu Vergiftungen durch Steinfische (Synanceiidae) sind allerdings keine Todesfälle durch Skorpionfischstiche bekannt.
 

Ernährung:
Alle Skorpionfische leben carnivor von kleineren Fischen, Kopffüßern und Krebstieren. Sie sind meist träge Lauerjäger, die ihre Beute nicht aktiv verfolgen, sondern warten, bis das Opfer in Reichweite ist und es dann durch plötzliches Öffnen des großen Mauls einsaugen.
 

Gattungen der Skorpionfische:

☛ Liste der Arten auf WoRMS (World Register of Marine Species)

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Kleiner Drachenkopf (Scorpaena notata).jpg

Nördlicher Skorpionsfisch
(Parascorpaena picta)

Großer Roter Drachenkopf
(Scorpaena scrofa) (c) whodden

Kleiner Drachenkopf (Scorpaena notata)
Foto: "Diego Delso, delso.photo, License CC BY-SA

Kleiner Drachenkopf
Scorpaena notata

Der Kleine Drachenkopf ist ein Fisch aus der Familie der Drachenköpfe (Scorpaenidae). Er lebt im Mittelmeer (selten in der Adria), im östlichen Atlantik, vom Golf von Biscaya bis zum Senegal und bei den Kanaren, Azoren und bei Madeira. Im Schwarzen Meer lebt die Unterart Scorpaena notata afimbria.

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Kleiner Drachenkopf (Scorpaena notata) (c) Pascal GIRARD

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Kleiner Drachenkopf (Scorpaena notata) (c) Sylvain Le Bris

Merkmale:

Der Kleine Drachenkopf hat einen gedrungenen, leicht hochrückigen Körper. Kopf und Maulspalte sind groß, die Augen groß und hochliegend. Über den Augen befindet sich ein kleiner Tentakel, der kürzer als der Augendurchmesser ist. Am Kinn hat er, anders als viele andere Skorpionfische keine Tentakel. Die Rückenflosse ist lang und hat zwischen dem vorderen, hartstrahligen und dem hinteren, weichstrahligen Teil eine Einbuchtung. Die Farbe des Kleinen Drachenkopfs ist meist rot oder rotbraun und mehr oder weniger stark gescheckt. Im hinteren Teil des hartstrahligen Teils der Rückenflosse befindet sich oft ein dunkler, über mehrere Flossenstrahlen reichender Fleck. Die Fische erreichen meist nur eine Länge von 15 Zentimeter, selten werden sie 20, maximal bis 24 Zentimeter lang.
 

Lebensweise:

Der Kleine Drachenkopf bevorzugt felsige Habitate in Tiefen von fünf bis 700 Metern, hält sich aber auch auf Sand- und Schlammböden und in Seegraswiesen auf. Er ernährt sich vor allem von Krebstieren. Kleine Fische machen nur 8 % seiner Nahrung aus. Im Mittelmeer laichen sie im Mai. Die Eier messen 0,88 × 0,76 mm, die gerade geschlüpften Larven haben eine Länge von zwei Millimetern.

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Scorpaena notata (c) Donald Davesne

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Scorpaena notata (c) jeyre

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Scorpaena notata (c) Bernat Espigulé

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Scorpaena notata (c) Donald Davesne

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Scorpaena notata (c) sebastien_lecomte

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Scorpaena notata (c) Frédéric ANDRE

Brauner Drachenkopf
Scorpaena porcus

Der Braune Drachenkopf ist ein Fisch aus der Familie der Drachenköpfe (Scorpaenidae). Er lebt im Mittelmeer, im Schwarzen Meer und im östlichen Atlantik, von den Britischen Inseln bis zum Senegal, sowie bei den Kanaren, Azoren und bei Madeira.

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Brauner Drachenkopf (Scorpaena porcus) (c) Gianfrs

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Brauner Drachenkopf (Scorpaena porcus) (c) whodden

Merkmale:
Der Braune Drachenkopf hat einen gedrungenen, leicht hochrückigen Körper. Der mit zahlreichen Hautlappen getarnte Kopf und die Maulspalte sind groß, die Augen groß und hochliegend. Über den Augen befinden sich große, geteilte Tentakel, die so lang wie der Augendurchmesser sind. Am Kinn hat er, anders als viele andere Skorpionfische keine Tentakel. Die Rückenflosse ist lang und hat zwischen dem vorderen, hartstrahligen und dem hinteren, weichstrahligen Teil eine Einbuchtung. Die Farbe des Braunen Drachenkopfs ist meist braun oder rotbraun und mehr oder weniger stark gescheckt. Im hinteren Teil des hartstrahligen Teils der Rückenflosse kann zwischen dem 8. und dem 9. harten Flossenstrahl ein dunkler Fleck auftreten. Die Fische erreichen meist eine Länge von 25 Zentimeter, maximal werden sie 37 Zentimeter lang.
 

Lebensweise:
Der Braune Drachenkopf lebt einzelgängerisch vor allem in felsigen, oft veralgten Habitaten in Tiefen von fünf bis 800 Metern, aber auch auf Sand- und Schlammböden und in Seegraswiesen. Er ernährt sich vor allem von Krabben, sonstigen Krebstieren und anderen Wirbellosen. Kleine Fische, wie Schleimfische, Lippfische und Grundeln machen nur 24 % seiner Nahrung aus. Sie laichen von Juli bis September. Die Eier messen 0,92 × 0,84 mm, die gerade geschlüpften Larven haben eine Länge von 1,72 Millimeter.

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Scorpaena porcus (c) josepvilanova

Scorpaena porcus (c) Prat

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Scorpaena porcus (c) Ana Santos

Scorpaena porcus 
(c) Falk Viczian Solarboot-Projekte gGmbH

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Scorpaena porcus (c) Marleen Schouten

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Scorpaena porcus (c) Bernat Espigulé

Großer Roter Drachenkopf
Scorpaena scrofa

Der Große Rote Drachenkopf, auch Meersau genannt, ist ein träger Bodenfisch des Mittelmeeres und des nordöstlichen Atlantik. Er gehört der Familie der Drachenköpfe (Scorpaenidae) und der Unterordnung der Drachenkopfverwandten (Scorpaenoidei) an.

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Großer Roter Drachenkopf (Scorpaena scrofa) (c) tim h

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Großer Roter Drachenkopf (Scorpaena scrofa) (c) Sylvain Le Bris

Verbreitung:

Der Drachenkopf kommt im Mittelmeer, im nordöstlichen Atlantik vom Senegal bis zu den Britischen Inseln, sowie bei Madeira, den Kanarischen- und den Kapverdischen Inseln vor. Am häufigsten trifft man ihn auf felsigen, algenbedeckten Gründen an. Gelegentlich findet man den Großen Roten Drachenkopf aber auch auf Sandboden in 20 bis 500 Metern Tiefe. Der Fisch verharrt meist bewegungslos am Grund, wo er gut getarnt auf Beute lauert. Nur wenn er aufgestört wird, schwimmt er davon und sucht eilig ein neues Versteck.

 

Erscheinungsbild:

Der Große Rote Drachenkopf wird maximal 50 Zentimeter lang, bleibt für gewöhnlich aber bei einer Länge von 30 Zentimetern. Er hat einen robusten, kräftigen Körper, der seitlich etwas abgeflacht ist. Sein großer, breiter Kopf ist mit Stacheln bewehrt. Über den Augen und auf den Nasenlöchern sitzen tentakelartige Hautfortsätze. Auch das Kinn ist durch zahlreiche Hautlappen gekennzeichnet. Der Drachenkopf besitzt auffällig wenige, jedoch recht große Schuppen. Entlang der Seitenlinie sind es etwa 35 bis 40. Er hat große, breite Brustflossen und keine Schwimmblase, die er als Bodenbewohner nicht benötigt. Die meist rötlich-braune Färbung ist je nach Lebensraum sehr unterschiedlich. Der Fisch häutet sich in regelmäßigen Abständen – oft mehrmals im Monat.
 

Giftigkeit:

Sowohl bei der Rückenflosse als auch bei der Afterflosse sind einige Strahlen zu Giftstacheln ausgebildet, die er bei Gefahr aufstellt. Das Gift kann auch für Menschen tödlich sein. Es verursacht sofort sehr heftige Schmerzen, die lange anhalten können. Noch nach Monaten können anfallartige Schmerzen und Kreislaufzusammenbrüche erfolgen. Das Serum gegen Steinfisch-Gift kann verwendet werden, es wird jedoch nur in Australien hergestellt und ist wegen geringer Haltbarkeit in Europa schwierig zu beschaffen. Da das Gift hitzeempfindlich ist, kann als Sofortmaßnahme mit ca. 50 °C heißem Wasser oder einer heißen Kompresse die Stelle behandelt werden. Diese Methode ist aber umstritten, da zu der Vergiftung noch eine Verbrühung durch zu heißes Wasser hinzu kommen kann.
 

Ernährung:

Der Große Rote Drachenkopf jagt während der Dämmerung und nachts. Als Lauerjäger verlässt er sich hauptsächlich auf seine perfekte Tarnung und wartet, bis potenzielle Beute, wie kleine Fische und Krebstiere, nahe genug an ihn herangekommen ist. Anschließend stößt der Drachenkopf blitzschnell darauf zu.
 

Vermehrung:

Die Laichzeit liegt im späten Frühling und Frühsommer. Die Eier werden als gelatineartiger, durchsichtiger Laichklumpen abgelegt.

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Großer Roter Drachenkopf (Scorpaena scrofa)

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Scorpaena scrofa (c) Glenn Biscop

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Scorpaena scrofa (c) whodden

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Scorpaena scrofa (c) Glenn Biscop

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Scorpaena scrofa (c) Jean-Paul Cassez

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Scorpaena scrofa (c) ealcaniz

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Scorpaena scrofa (c) Sylvain Le Bris

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Scorpaena scrofa (c) Sylvain Le Bris

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Scorpaena scrofa (c) Glenn Biscop

Katzenhaie (Scyliorhinidae)

Die Katzenhaie (Scyliorhinidae) sind eine große Familie der Grundhaie (Carcharhiniformes); sie besteht aus drei Gattungen mit ca. 35 Arten, die weltweit in den kühlen bis warmen Meeren vorkommen. Einzig und allein in den Polarmeeren kann man keine Katzenhaie finden. Ebenso kommen sie in sämtlichen Wassertiefen vom Flachwasser bis zur Tiefsee vor.

Ihren deutschen Namen verdanken sie großen Augen, die mit ihren länglichen Pupillen an die Augen von Katzen erinnern und eine Nickhaut besitzen (Augen werden mit dem unteren Augenlid geschlossen). Allen Arten ist gemeinsam, dass sie Eier legen.

Systematik:

​☛ Auflistung der Gattungen und Arten auf Wikipedia

Kleingefleckter Katzenhai
Scyliorhinus canicula

Der Kleingefleckte Katzenhai ist eine kleine und eierlegende Haiart aus der Familie der Katzenhaie (Scyliorhinidae). Er lebt im Mittelmeer, in der Nordsee und an der Westküste Nordafrikas bis nach Senegal. Seinen Namen verdankt er seinen kleinen Flecken und seinen katzenartigen Augen.

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Bilder oben: Kleingefleckter Katzenhai im Hafen von Brest (Bretagne, frankreich)

Merkmale:

Kleingefleckte Katzenhaie sind schlank, haben eine keilförmige Figur und können bis zu 100 Zentimeter lang werden; normalerweise bewegt sich ihre Länge allerdings zwischen 60 und 80 cm, während das Gewicht etwa 1000 bis 1500 g beträgt. Das Alter der Katzenhaie liegt höchstens bei acht Jahren. Ihre Haut besteht aus kleinen, harten Schuppen, die sich wie Sandpapier anfühlen. Die Oberseite ist bräunlich gefleckt, während die Unterseite hell und fast fleckenlos ist. Im Gegensatz zu seinem nächsten Verwandten, dem Großgefleckten Katzenhai, hat er sehr kleine Flecken und eine längere Nasenflügelspalte, die bis zum Maul läuft. Dieses ist klein und fast doppelt so breit wie lang. Die schwarzen Augen sind groß und besitzen den typischen Augenstrich der Katzenhaie. Er hat nur eine kleine Rückenflosse, die sehr weit hinten sitzt. Die fünf Kiemen liegen weit unten und sind kaum sichtbar.

Verbreitung und Lebensweise:

Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Südwestskandinavien über Großbritannien und Spanien bis zur Küste Senegals. Sie leben auch im gesamten Mittelmeer und der Nordsee.
Kleingefleckte Katzenhaie sind in ihrem Verbreitungsgebiet recht zahlreich und nicht gefährdet.
Obwohl die nachtaktiven Katzenhaie normalerweise einzelgängerisch sind, sieht man sie immer wieder in Schwärmen von gleichgeschlechtlichen Artgenossen. Sie leben am Meeresgrund in bis zu 150 Metern Tiefe, aber auch gerne an Küstengebieten. Vor allem jüngere Haie halten sich öfter in seichteren Gewässern auf.

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Nahrung:

Der Kleingefleckte Katzenhai jagt langsame Krebs- und Weichtiere, die auf dem Meeresgrund leben. Er frisst vor allem Garnelen, Krebse, Tintenfische, Kraken, Würmer, kleine Fische und Schnecken. Mit Hilfe tausender Elektrosensoren an seiner Schnauze und einem gut entwickelten Geruchssinn kann er auch bei schlechter Sicht seine Beute aufspüren. Mit den Sensoren kann er das elektromagnetische Feld von Tieren fühlen. Zum Zerbeißen der Schalen von Schnecken benutzt er seine kleinen, borstenhaften Zähne.

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Scyliorhinus canicula (c) Brenton Prigge

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Scyliorhinus canicula (c) Xaime Beiro

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Scyliorhinus canicula (c) Luis P. B.

Fortpflanzung:

Bei der Paarung schlingen sich die beiden Partner umeinander, das Männchen führt einen seiner zwei Penisse in die Geschlechtsöffnung des Weibchens ein und spritzt sein Sperma hinein. Einige Wochen später legt das Weibchen die 18–20 Eier in seichten Gewässern ab. Diese befinden sich in hornigen, gelblichen Kapseln von 6 cm Länge, den sogenannten Seemäusen (engl. „Mermaid's Purses“). Die Kapseln sind anfangs noch sehr transparent und werden immer milchiger. Ihre Form ist langgezogen und rechteckig; an den vier Ecken befinden sich zusammengerollte Fäden. Rollt man diese aus, sind sie etwa 1 Meter lang. Sie dienen dazu, dass sich die Kapsel an Unterwasserpflanzen oder Seetang verfängt.

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Während der Entwicklungszeit von 5 bis 11 Monaten macht der Embryo manchmal Schwimmbewegungen, um frisches Wasser durch die durchlässigen Wände zu pumpen. Normalerweise reift nur ein Embryo pro Seemaus heran, allerdings gibt es einen bekannten Fall, in dem zwei Haie in einer Kapsel entdeckt wurden. Nach fünf Monaten wurden sie erfolgreich getrennt.
Beim Schlüpfen ist der Hai etwa 10 cm lang und trägt noch die Überreste seines Dottersacks herum und muss ab diesem Zeitpunkt selbständig ums Überleben kämpfen. Mit einer Länge von 45 bis 50 cm wird der junge Hai schließlich geschlechtsreif. 

Aquarienhaltung:

Für die Aquarienhaltung sind ausgewachsene Katzenhaie nur für sehr große Becken (mindestens 3 x 2 Meter) geeignet. Ein hochspannendes Unterfangen kann es sein, ein Haiei auszubrüten und den jungen Katzenhai für ca. ein Jahr aufzuziehen. Im nächsten Jahr nimmt man den jungen Hai wieder mit an den Fundort des Eies und entlässt ihn in die Freiheit.

Katzenhai-Eier im Aquarium Pula (Kroatien)

Katzenhai-Nachwuchs im Aquarium Pula

Katzenhaie im Aquarium Pula

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Katzenhaie und Nagelrochen im Sea Life Konstanz

Großer Katzenhai
Scyliorhinus stellaris

Der Großgefleckte Katzenhai oder Große Katzenhai (Scyliorhinus stellaris) ist eine Haiart aus der Familie der Katzenhaie (Scyliorhinidae). Er lebt im östlichen Atlantik an den Küsten Europas und Nordafrikas sowie im Mittelmeer und findet sich normalerweise über felsigem Grund in Tiefen von 20 bis 60 Metern. Dabei kommt er in weiten Teilen ihres Verbreitungsgebietes gemeinsam mit dem Kleingefleckten Katzenhai (S. canicula) vor, von dem er sich durch eine Zeichnung aus größeren Flecken unterscheidet.

Merkmale:

Der Hai erreicht eine Körperlänge von durchschnittlich etwa 1,3 Metern und kann maximal 1,6 Meter lang werden. Er ist nachtaktiv und verbringt den Tag in der Regel versteckt in Höhlen oder auf dem Meeresboden liegend. Er ernährt sich vor allem von bodenlebenden Fischen, kleineren Haien und wirbellosen Tieren. Wie andere Katzenhaie ist er eierlegend, wobei das Weibchen dickwandige Eier mit langen Haltefäden an Seetang ablegt. In weiten Teilen Europas wird der Großgefleckte Katzenhai kommerziell befischt und als Speisefisch vermarktet.

Verbreitung und Lebensraum:

Das Verbreitungsgebiet der Art umfasst das Mittelmeer und die Schelfgebiete des Ostatlantiks von Südskandinavien über die Britischen Inseln und die europäische Atlantikküste sowie das Gebiet der Kanarischen Inseln bis Senegal. Möglicherweise reicht es weiter bis zur Mündung des Kongo, wobei entsprechende Sichtungen auch auf Verwechslungen mit dem Westafrikanischen Katzenhai (S. cervigoni) zurückgehen können.

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Die bevorzugte Wassertiefe liegt bei 20 bis 63 Metern, die maximal besiedelte Tiefe bei bis zu 125 Metern. Bevorzugt werden ruhige Meeresküsten mit rauem bis felsigem Untergrund, häufig mit Algen- oder Korallenbewuchs. Im Mittelmeer bevorzugt die Art Biotope mit Algen und Korallen.

Lebensweise:
Großgefleckte Katzenhaie sind vorwiegend nachtaktive Bodenbewohner, die einzelgängerisch oder in großen Schulen teilweise nach der Körpergröße aufgeteilt leben. Tagsüber ruhen sie auf dem Grund, wobei sie sich häufig mit den Brustflossen hochstemmen, um über die Sauglöcher verstärkt Wasser zur Atmung aufzunehmen, oder oft zu mehreren Individuen in kleinen Höhlen. In einer Studie wurde beobachtet, dass ein einzelner, noch nicht geschlechtsreifer Hai innerhalb von 168 Tagen fünf unterschiedliche Zufluchten in Folge nutzte, wobei er jede für einige Tage aufsuchte und danach weiterzog. Die Haie nutzen diese Zufluchtsstätten, um sich vor Fressfeinden zu verstecken, Belästigungen durch geschlechtsreife Artgenossen zu entgehen und die Thermoregulation zu erleichtern. Zur Jagd schwimmen sie nachts häufig in tiefere Wasserschichten.

In Gefangenschaft sind Großgefleckte Katzenhaie gesellig und ruhen in der Regel in Gruppen, wobei sich deren Zusammensetzung häufig ändert. Die Art ist seltener anzutreffen als der Kleingefleckte Katzenhai (S. canicula).

Ernährung:
Als Nahrung dienen vorwiegend bodenlebende Tiere, also verschiedene Krebstiere wie Krabben, Einsiedlerkrebse und große Garnelen, aber auch Weichtiere, Stachelhäuter, verschiedene Würmer und kleinere Knochenfische und Haie. Dabei erbeutet er unter anderen Makrelen, Heringe, Plattfische, Knurrhähne, Leierfische und Tiefsee-Kardinalbarsche sowie kleinere Haie wie den Kleingefleckten Katzenhai (S. canicula). Außerdem ist dieser Hai als Aasfresser bekannt.

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Scyliorhinus stellaris (c) zachaframa

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Scyliorhinus stellaris (c) james_chatfield14

Mittelmeer-Fahnenbarsch
Anthias anthias

Der Mittelmeer-Fahnenbarsch ist eine Art der Fahnenbarsche (Anthiadidae). Trotz seines deutschen Namens lebt er nicht nur im Mittelmeer, sondern auch nahe der Küste des östlichen Atlantik von Portugal, den Azoren, Madeira, den Kanaren und die westafrikanische Küste entlang bis nach Angola.

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Anthias anthias ♂ (c) Dennis Rabeling

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Anthias anthias (c) whodden

Merkmale und Lebensweise:
Mittelmeer-Fahnenbarsche haben die rötliche Färbung fast aller Fahnenbarsche. Am Kopf zeigen sich, mehr oder weniger deutlich, einige gelbe Bänder. Die Schwanzflosse ist sichelförmig und tief eingeschnitten, der untere Teil ist länger als der obere. Charakteristisch sind die sehr lang ausgezogenen Bauchflossen und der verlängerte dritte Strahl der Rückenflosse der Männchen. Mittelmeer-Fahnenbarsche werden 15, in seltenen Fällen bis zu 27 Zentimeter lang.

Die Fische halten sich in kleinen Schwärmen in Tiefen von 25 bis 300 Metern immer in der Nähe der Felsküste auf. Die Art ist sehr lichtscheu und verbringt den Tag in geringeren Tiefen in Höhlen und Unterständen. Sie ernähren sich von Zooplankton und Fischlarven.
Wie die meisten Fahnenbarsche sind die Tiere Hermaphroditen, die zunächst eine Weile als Weibchen leben, um später eine Umwandlung zum männlichen Geschlecht zu vollziehen. Die Fische leben in Haremsverbänden mit einem Männchen und mehreren Weibchen, haben aber im Gegensatz zu den tropischen Fahnenbarscharten außerhalb der Laichzeit keine festen Reviere. Aufgrund des gegenüber dem Lebensraum Korallenriff verminderten Feinddrucks im Mittelmeer wagen sich die Tiere viel weiter ins freie Wasser hinaus. Während der Fortpflanzungszeit im Sommer bilden die Männchen Reviere, die von ihnen äußerst heftig verteidigt werden. Gelaicht wird immer nur in der Abenddämmerung. Dabei schwimmt das Männchen rasch mit einem Weibchen aus seinem Territorium, die Fische drehen sich sehr schnell umeinander und geben dabei ihre Gameten ab. Anschließend schwimmen sie in ihr Revier zurück. Nun balzt das Männchen mit einem anderen Weibchen, um auch mit diesem abzulaichen. Wie alle Fahnenbarsche ist Anthias anthias ein Freilaicher, der keine Brutpflege betreibt.

Verbreitungsgebiet von Anthias anthias

Verbreitung:
Anthias anthias kommt im östlichen Atlantik und im Mittelmeer vor. Im Ostatlantik kommt die Art von Portugal südlich bis Angola und Nordnamibia vor. Mittelmeer-Fahnenbarsche kommen auch rund um die Azoren, Madeira, die Kanarischen- und die Kapverdischen Inseln sowie auf den Inseln im Golf von Guinea vor. Anthias anthias ist im Mittelmeer weit verbreitet und wurde auch in der Canakkale-Straße vor Gallipoli nachgewiesen, jedoch nicht im Schwarzen Meer.

Aquarienhaltung:

Der wunderschöne Mittelmeer-Fahnenbarsch ist ein Highlight für strukturreiche und geräumige Mittelmeer-Aquarien.
Wichtig bei der Haltung ist das Einhalten der Temperaturansprüche, welche sich im Bereich von 16°C - 22°C befinden. Temperaturen über 20 °C werden jedoch nicht gut vertragen und sollten durch entsprechende Kühltechnik vermieden werden.
Ansonsten aber, von den Ansprüchen an die Haltung und das Futter, vergleichbar zu tropischen Arten!
Diese Art benötigt tägliche Fütterungen mit Lebend- oder Frostfutter wie z.B. Artemia-Nauplien, Artemia, adult (Salzwasserkrebschen), Bosmiden (Rüsselflohkrebse), Cyclops (Ruderfußkrebse), Frostfutter (kleine Sorten), Krill (Euphausiidae), Lobstereier, Mysis (Schwebegarnelen), Ruderfußkrebse (Copepoden), Salzwasserflöhe (Cladocera) und Zooplankton.

Bilder oben: Mittelmeer-Fahnenbarsche im Aquarium Pula, Kroatien

Bilder oben: Mittelmeer-Fahnenbarsche im Sea Life Konstanz

Bilder oben: Mittelmeer-Fahnenbarsche im Haus der Natur, Salzburg

Mittelmeer-Fahnenbarsche im Portrait:

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Anthias anthias (c) Dennis Rabeling

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Anthias anthias (c) Dennis Rabeling

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Anthias anthias (c) Bernat Garrigós

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Anthias anthias (c) Jean-Paul Cassez

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Anthias anthias (c) lucasdif

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Anthias anthias (c) Dennis Rabeling

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Anthias anthias (c) Susanne Spindler

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Anthias anthias (c) Dennis Rabeling

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Anthias anthias (c) Susanne Spindler

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Anthias anthias (c) Susanne Spindler

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Anthias anthias (c) Sylvain Le Bris

Anthias anthias (c) Sylvain Le Bris

Anthias anthias (c) Sylvain Le Bris

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Anthias anthias (c) whodden

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Anthias anthias (c) whodden

Eberfisch
Capros aper

Der Eberfisch ist ein kleiner Meeresfisch, der im östlichen Nordatlantik von der Küste des südlichen Norwegens bis zum Senegal beheimatet ist. Er lebt auch im Mittelmeer, vor allem im westlichen Teil und im Skagerrak, nicht aber in der Nordsee.

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Capros aper (Wilhelma, Stuttgart)

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Capros aper (SEA LIFE Scheveningen, Den Haag)

Verbreitung und Lebensraum:
Capros aper ist im Ostatlantik weit verbreitet, von Westnorwegen, Skagerrak, Shetland und Westschottland bis Senegal. Er kommt auch im Mittelmeer vor, insbesondere im westlichen Teil. Er kommt in Tiefen zwischen 40 und 600 m vor, wobei sein Tiefenbereich in der östlichen Ägäis zwischen 288 und 700 m liegt. Der Eberfisch kommt über Korallen, Felsen und Sand vor und ist am häufigsten am Rand des Kontinentalschelfs und in Gebieten mit hoher Produktivität anzutreffen.

 

Merkmale:
Der Eberfisch soll maximal 30 Zentimeter lang werden, bleibt aber meist bei einer Länge von 13 bis 15 Zentimeter. Männchen bleiben kleiner als die weiblichen Fische. Der Eberfisch ist hochrückig und von ziegelroter Farbe. Die Stirn ist konkav eingedellt. Seine Augen sind groß, die Schnauze spitz und so lang wie der Augendurchmesser. Das Maul ist sehr weit vorstreckbar (protraktil) und formt dann eine kurze Röhre, mit der die aus pelagischen Krebstieren und Würmern bestehende Beute eingesaugt wird. 

Biologie:
Capros aper ernährt sich hauptsächlich von kleinen Krebstieren und Vielborstern sowie Weichtieren und Hydrozoen.
Der Eberfisch produziert eine große Anzahl pelagischer Eier, aus denen sehr kleine Larven schlüpfen. Sie sind langlebig und erreichen nur langsam die Geschlechtsreife. Das Laichen findet in der Ägäis zwischen April und August statt, anderswo im Mittelmeer wurde es von März bis August und im nordöstlichen Atlantik zwischen April und September beobachtet. In der Ägäis erreichen beide Geschlechter die Geschlechtsreife bei einer Gesamtlänge von 6,69 cm, aber die Weibchen scheinen früher geschlechtsreif zu sein als die Männchen.
Bei Eberfischen handelt es sich um eine gesellige Art, die sich in Schwärmen versammelt. Trotz ihrer gut gepanzerten Körper werden Eberfische bekanntermaßen von einer Reihe von Tieren gefressen, darunter Rochen, Meeraale, Thunfische sowie verschiedene Vögel, wie z. B. Sturmtaucher.

Systematik:
Der Eberfisch wurde schon im Jahr 1758 durch den schwedischen Naturforscher Carl von Linné unter der Bezeichnung Zeus aper zusammen mit dem Petersfisch (Zeus faber) erstmals beschrieben. Der französische Naturforscher Bernard Germain Lacépède führte die Gattung Capros ein, die seitdem monotypisch geblieben ist. 1843 beschrieb der englische Naturforscher Richard Thomas Lowe die Familie Caproidae zusammen mit der Gattung Antigonia, die neben Capros die zweite Gattung der Caproidae wurde. Die Familie der Caproidae wurde traditionell in die Ordnung der Petersfischartigen (Zeiformes) gestellt, später zeitweise den Barschartigen (Perciformes) zugeordnet oder in eine eigenständige Ordnung, die Caproiformes gestellt.

Die Gattung Antigonia ist mit dem Eberfisch jedoch nicht besonders nah verwandt und die Zuordnung der beiden Gattungen in eine Familie war nur provisorisch. Die australischen Ichthyologen Anthony Gill und Jeffrey M. Leis führten im Oktober 2019 die Familie Antigoniidae ein mit Antigonia als einziger Art. Gleichzeitig stellten sie die Caproidae und die Antigoniidae in die Ordnung der Doktorfischartigen (Acanthuriformes). Antigonia und der Eberfisch teilen mit den übrigen Doktorfischartigen ein einzigartiges Merkmal, die zur Diagnose der Ordnung herangezogen wurde. Bei den Larven und adulten Exemplaren von Antigonia, Capros und den übrigen Doktorfischartigen wachsen die nachwachsenden Zähne an den Außenseiten der Kiefer und ersetzen gruppenweise ihre Vorgänger.

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Capros aper

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Capros aper (Aquarium de Nancy, Frankreich)

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Capros aper (Aquarium Saint-Malo, Frankreich)

Eberfische im Haus der Natur, Salzburg:

Eberfische mit Fahnenbarschen und Schnepfenfischen, im Aquarium Pula, Kroatien

Meerbarbenkönig
Apogon imberbis

Der Meerbarbenkönig, auch Roter Mittelmeer-Kardinalbarsch genannt, ist ein kleiner orangeroter Fisch aus der Familie der Kardinalbarsche (Apogonidae), der in der Schwachlichtzone (Circalittoral) an Felsküsten des Mittelmeers vorkommt.

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Apogon imberbis (c) jtorrella

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Gruppe von Apogon imberbis (c) Frédéric ANDRE

Merkmale:
Apogon imberbis ist ein 10–12 cm (maximal bis 15 cm) langer Fisch mit einem ovalen und lateral abgeflachten Körperbau. Die Färbung ist einheitlich leuchtend orange bis zinnoberrot, mit leichten schwarzen Sprenkeln an Rücken und Kiemendeckeln. In direktem Tageslicht oder in Stresssituationen kann die Färbung stark ausblassen.
Der Rand des Praeoperculums ist leicht gezahnt. Der Unterkiefer steht leicht vor, was zu einem leicht oberständigen Maul führt. Die Zähne sind sehr klein und dünn (villiform) und in Bändern im Kiefer angeordnet.
Der Kopf hat eine auffällig große Mundspalte, die schräg nach oben gerichtet ist und weit hinter dem Auge endet. Die schwarzen Augen sind ebenfalls sehr groß und können einen Durchmesser haben, der fast die Länge der ersten Rückenflosse (Dorsalis) erreicht. Außerdem befinden sich oberhalb und unterhalb der Pupille zwei weiße, horizontale Längsstreifen. Der hohe Schwanzstiel ist deutlich vom Körper abgesetzt und oft mit 2–3 dicht nebeneinanderliegenden, manchmal verbundenen, schwarzen Punkten besetzt.

Verbreitung:
Der Meerbarbenkönig ist der einzige heimische Vertreter der Kardinalbarsche (Apogonidae), der im Mittelmeer vorkommt. Er ist im gesamten Mittelmeer anzutreffen und sein Verbreitungsgebiet erstreckt sich außerdem auch in den Ostatlantik, von Portugal die Westküste Afrikas entlang, bis zum Golf von Guinea. Auch bei den Kanaren, Madeira und den Azoren kommt er häufig vor.
Der Meerbarbenkönig war lange der einzige Vertreter der Familie der Kardinalbarsche, der im Mittelmeer anzutreffen war. In jüngerer Vergangenheit sind allerdings einige andere Apogon-Arten wie z. B. Apogon pharaonis und Apogon queketti über den Suez-Kanal ins östliche Mittelmeer eingewandert.

Auf der Karte:
Verbreitungsgebiet von Apogon imberbis im Mittelmeer und angrenzenden Teilen des östlichen Atlantiks

Lebensweise:

Der Meerbarbenkönig kommt vorwiegend in der Schwachlichtzone (Circalitoral) von Felsküsten vor. Tagsüber versteckt er sich einzeln oder in kleinen Gruppen an dunklen Stellen wie in Höhlen, Spalten und unter Steinen und Überhängen. In der Dämmerung und Nacht verlässt er sein Versteck und macht sich freischwimmend auf die Suche nach Nahrung.

Der Meerbarbenkönig kommt vorwiegend in einer Tiefe von 10–200 m vor, während er in geringer Tiefe sehr selten anzutreffen ist. Im Winter werden oft größere Tiefen aufgesucht.

Ernährung:
Die bevorzugte Nahrung des Meerbarbenkönigs sind Krustentiere und kleine Fische, aber auch Zooplankton, Fischlaich und Fischbrut stehen auf seinem Speiseplan.

Fortpflanzung:
Die Tiere erreichen ihre Geschlechtsreife, wenn sie eine Größe von ungefähr 5,5 cm erreichen, was einem Alter von ca. einem Jahr entspricht. Die Paarung des Meerbarbenkönigs findet zwischen Juni und September statt. Männchen und Weibchen schwimmen zuerst nebeneinanderher, bis das Männchen seine Afterflosse um das Abdomen des Weibchens legt. Die Geschlechtspapillen berühren sich und die Spermien werden auf Weibchen übertragen. Es handelt sich bei der Paarung der Meerbarbenkönige als um eine innere Befruchtung.

Eine Besonderheit von A. imberbis ist die Zusammensetzung des Spermas. Es enthält nämlich sowohl Spermazellen mit einer Geißel (monoflagellat) als auch Spermazellen mit zwei Geißeln (biflagellat), was sehr ungewöhnlich ist. Normalerweise besteht das Sperma von Fischen immer nur aus Spermatozoen mit gleicher Anzahl an Flagellen.

Die Laichzeit findet zwischen Juli und Oktober mit einem Aktivitätsmaximum im August statt.

Es handelt sich bei den Tieren um paternale Maulbrüter. Die abgelegten Eier des Weibchens verkleben zu einem Klumpen und werden vom Männchen in sein stark dehnbares Maul aufgenommen.

Die Anzahl der aufgenommenen Eier korreliert linear mit der Größe des Männchens. Es können bis zu 20000 Eier im Maul eines großen männlichen Tiers ausgebrütet werden. Die Schale der Eier ist nur 1,5 µm dick und damit weitaus dünner als bei vielen anderen marinen Knochenfischen. Die Eier werden im Maul mit sauerstoffreichem Wasser umspült und sind geschützt vor Räubern und Fraßfeinden. Das Männchen bewegt die Eier stetig in seinem Maul, um allen genug Sauerstoff zugänglich zu machen und sie sauber zu halten.

Den Eiklumpen behält das Männchen bis zum Schlüpfern der Larven in seinem Maul (ca. eine Woche) und nimmt in dieser Zeit keine Nahrung zu sich. Nach dem Schlüpfen werden die Larven nicht mehr ins Maul aufgenommen.

Nutzung:
Der Meerbarbenkönig wird manchmal als Köder für Angeln und Langleinenfischerei benutzt, aber in manchen Gebieten auch zum menschlichen Verzehr gefangen. Außerdem ist er ein schöner Aquarienfisch, allerdings anspruchsvoll bezüglich der Wasserqualität.​​

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Apogon imberbis (c) Donald Davesne

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Apogon imberbis (c) Ronald Werson

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Apogon imberbis (c) Xavier Rufray

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Apogon imberbis (c) Jean-Paul Cassez

Apogon imberbis (c) Pierre Corbrion

Apogon imberbis (c) Jean-Paul Cassez

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Apogon imberbis 
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Apogon imberbis 
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Apogon imberbis
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Apogon imberbis (c) Sylvain Le Bris

Apogon imberbis (c) Sylvain Le Bris

Apogon imberbis (c) whodden

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Seenadelartige (Syngnathiformes)

Gewöhnlicher Schnepfenfisch
Macroramphosus scolopax

Der Gewöhnliche Schnepfenfisch ist die bekannteste Art der Schnepfenfische und ist weltweit vor allem in gemäßigten Meeresgebieten verbreitet.

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Macroramphosus scolopax 

(c) AcquarioVillage

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Schwarm des Gewöhnlichen Schnepfenfisches bei den Azoren.
© Diego Delso, delso.photo, License CC BY-SA

Merkmale:
Der Gewöhnliche Schnepfenfisch besitzt einen hohen, seitlich stark abgeflachten Körper und eine auffällige, lang ausgezogene und röhrenförmige Schnauze, der er seinen Namen verdankt. Er erreicht eine Körperlänge von etwa 15 bis 20 Zentimetern, etwa 6 Zentimeter entfallen auf die Schnauze. Während die Jungfische silbrig sind, sind die Adulten rosa bis rot gefärbt. Der unbeschuppte Körper ist zwischen der Brust- und der Rückenflosse sowie an der Bauchkante durch Knochenplatten gepanzert.
Der Fisch besitzt eine zweiteilige Rückenflosse, wobei die erste aus vier bis sieben Flossenstacheln besteht und der zweite Stachel nach hinten weisend verlängert und gesägt ist. Er erreicht eine Länge von etwa vier Zentimetern. Die zweite Rückenflosse besteht aus 10 bis 14 und die Afterflosse aus 18 bis 20 Flossenstrahlen.
 

Verbreitung:
Der Schnepfenfisch ist in den Küstenbereichen vieler verschiedener Meere anzutreffen. So lebt er im Östlichen Atlantik an den Küsten Europas und Afrikas sowie in der Nordsee und dem Mittelmeer, außerdem an der westatlantischen Küste vom Golf von Maine bis Argentinien sowie im Westpazifik und dem Indischen Ozean an den Küsten Asiens und Australiens sowie der Indopazifischen Inseln. Den Verbreitungsschwerpunkt hat der Fisch in gemäßigten Klimazonen zwischen 20 und 40 Grad nördlicher Breite.
 

Lebensweise:
Die Fische leben vor allem an sandigen und felsigen Küsten in Tiefen von 25 bis 600 Metern (Kontinentalschelf), wobei sie sich vor allem tagsüber am Grund und nachts im Oberflächenbereich aufhalten. Die Jungfische leben kontinuierlich pelagisch im Oberflächenwasser. Sie ernähren sich von kleinen Wirbellosen, die sie mit dem Maul aufsaugen. Dabei fressen die Jungfische vor allem Copepoden, während die Altfische bodenlebende Tiere suchen.

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Macroramphosus scolopax (c) Lara Orselli 

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Macroramphosus scolopax (c) Lara Orselli 

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Macroramphosus scolopax (c) CarlaCorazza

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M. scolopax im Aquarium Barcelona
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Macroramphosus scolopax im Haus der Natur in Salzburg

Macroramphosus scolopax aus dem Werk: The fishes of Great Britain and Ireland (Plate LXIX)

Unsere ersten Schnepfenfische:

Im März 2024 haben wir einen lang ersehnten Import aus Portugal erhalten. Darunter eine Fischart, die wir uns schon lange gewünscht haben. Schnepfenfische (Macroramphosus scolopax) sind weltweit vor allem in gemäßigten Meeresgebieten verbreitet und kommen in Tiefen von 25 bis 600 m vor. Sie sind interessante Bewohner für ein "gekühltes"Mittelmeer-Aquarium.

Langschnäuziges Seepferdchen 
Hippocampus guttulatus

Das Langschnäuzige Seepferdchen ist eine Art von Knochenfischen (Strahlenflossern) aus der Gattung der Seepferdchen, die als Bewohner von Seegraswiesen und Tangwald im nordöstlichen Atlantischen Ozean und im Mittelmeer verbreitet ist.

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Hippocampus guttulatus (c) Ronald Werson

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Hippocampus guttulatus (c) Bernat Espigulé

Merkmale:
Das Langschnäuzige Seepferdchen erreicht meist eine Körperlänge von etwa 15 Zentimeter, maximal bis zu 21,5. Im Nacken hat es vom Kopf bis zur Rückenflosse meist mehrere Fortsätze, die den Eindruck einer Pferdemähne vermitteln. Die lange Schnauze von Hippocampus guttulatus macht mehr als ein Drittel der Kopflänge aus. Die dem Antrieb dienende Rückenflosse hat 18 bis 21 Strahlen. Die 15- bis 18-strahligen Brustflossen setzen unterhalb der Kiemenöffnungen an und dienen insbesondere der Stabilisierung und Steuerung. Die winzige Afterflosse befindet sich nicht am tiefsten Teil des Bauches, sondern näher am Schwanz. Bauchflossen fehlen ebenso wie eine Schwanzflosse. Die Knochenplatten, mit ihren Knötchen, geben dem Seepferdchen seine gebogene und gleichzeitig knotige Gestalt. Die Färbung dieses Seepferdchens variiert von grünlich gelb bis rötlich braun mit bläulich weißen Flecken. Oft wird die Farbe der umgebenden Vegetation angenommen. Der sich verjüngende, geringelte Greifschwanz dient der Befestigung an Pflanzen und kann nicht aktiv nach hinten gebogen werden.
 

Verbreitung und Lebensraum:
Hippocampus guttulatus ist im nordöstlichen Atlantischen Ozean von der Nordseeküste der Niederlande entlang der europäischen Atlantikküste bis nach Marokko und Senegal sowie im Mittelmeer verbreitet, wo es an den Küsten Italiens, Maltas, Kroatiens, Griechenlands und Zyperns belegt ist.

Das Seepferdchen lebt bevorzugt im seichten Meereswasser von 1 m bis 20 m Tiefe in Seegraswiesen mit Posidonia und Zostera sowie in Tangwald, wo es sich mit dem Greifschwanz an den Pflanzen festhält.
 

Fortpflanzung:
Das Langschnäuzige Seepferdchen wird zwei bis vier Jahre alt. Wie bei anderen Seepferchenarten ist es das Männchen, das die Eier in seiner Bauchtasche ausbrütet. Die Paarungszeit ist von April bis August. Nach der Balz überträgt das Weibchen seine Eier in die Bauchtasche des Männchens, wo sie vom Sperma des Männchens befruchtet werden. Die befruchteten Eier werden in der Bauchtasche von einem Gewebe umwachsen, durch das die Embryonen über Kapillaren mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut versorgt werden und das somit die Funktion einer Placenta übernimmt. Darüber hinaus werden die Embryonen auch durch den aus dem Weibchen stammenden Dotter der Eier versorgt. Etwa 4 bis 5 Wochen nach der Übertragung und Befruchtung der Eier gebiert das Männchen etwa 100 bis maximal 300 Jungtiere mit einer Länge von rund 1,6 cm. Die Jungfische sind sofort nach der Geburt sich selbst überlassen.
 

Ernährung:
Das Langschnäuzige Seepferdchen ernährt sich von kleinen Krebstieren, Larven und Fischeiern, die durch die zahnlose Schnauze eingesogen werden.

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Hippocampus guttulatus (c) Pauline Fey

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Hippocampus guttulatus (c) Marjolein Vereijken

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Hippocampus guttulatus (c) Bernat Espigulé

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Hippocampus guttulatus (c) Roberto Pillon

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Hippocampus guttulatus (c) Pierre Corbrion

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Hippocampus guttulatus (c) Julie Hatcher

Kurzschnäuziges Seepferdchen
Hippocampus hippocampus

Das Kurzschnäuzige Seepferdchen ist eine Art von Knochenfischen (Strahlenflossern) aus der Gattung der Seepferdchen, die als Bewohner von Seegraswiesen im nordöstlichen Atlantischen Ozean und im Mittelmeer verbreitet ist.

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Hippocampus hippocampus (c) Dennis Rabeling

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Hippocampus hippocampus (c) whodden

Merkmale:

Das Kurzschnäuzige Seepferdchen wird bis zu 15 cm lang. Es hat über jedem Auge einen hervorstechenden Dorn. Die leicht nach oben gebogene Schnauze von Hippocampus hippocampus ist mit weniger als einem Drittel der Kopflänge für die Verhältnisse eines Seepferdchens kurz. Die dem Antrieb dienende Rückenflosse hat 16 bis 18 Strahlen mit einem dunklen, parallel zum Rand verlaufenden Streifen. Die 13- bis 15-strahligen Brustflossen setzen unterhalb der Kiemenöffnungen an und dienen insbesondere der Stabilisierung und Steuerung. Bauchflossen fehlen ebenso wie eine Schwanzflosse. Die Knochenplatten mit ihren Knötchen geben dem Seepferdchen seine gebogene und gleichzeitig knotige Gestalt. Die Körperoberfläche des Tieres ist schwarz, rosa, orange oder braun und manchmal blass gefleckt. Der sich verjüngende, geringelte Greifschwanz dient der Befestigung an Pflanzen und kann nicht aktiv nach hinten gebogen werden.
 

Verbreitung und Lebensraum:
Hippocampus hippocampus ist im nordöstlichen Atlantischen Ozean von der Nordsee und der nördlichen Küste Schottlands über die Azoren, Madeira und die Kanarischen Inseln bis zum Senegal sowie im Mittelmeer verbreitet, wo es besonders an den Küsten Italiens häufig ist. Das Seepferdchen lebt bevorzugt im seichten Meereswasser in Seegraswiesen auf schlammigem Untergrund wie auch in Flussmündungen (Ästuaren), wobei es in Meerestiefen bis zu 77 m angetroffen worden ist. Die dichten Pflanzen bieten ihm eine gute Tarnung. Als sehr langsamer Schwimmer hat es ein begrenztes Verbreitungsgebiet und wird vor allem von starken Strömungen bei Stürmen angeklammert an abgerissenen Pflanzen transportiert.

In der Deutschen Bucht galt es auf Grund der Zerstörung der Seegraswiesen durch Pilzinfektionen seit den 1930er Jahren als ausgestorben, doch wurde in den Jahren 2003, 2008, 2020 und 2022 jeweils mindestens ein Seepferdchen gefunden, was schon vor dem dritten Fund wiederum als Anzeichen für eine Rückkehr der Seegraswiesen gedeutet wurde. 2007 wurden Seepferdchenkolonien in der Themse bei London und Southend-on-Sea gefunden.

Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist die Rückkehr der Seepferdchen auch darauf zurückzuführen, dass der Japanische Beerentang (Sargassum muticum) ihnen die Möglichkeiten bietet, sich in der Strömung festzuhalten. Ähnlich wie Seegras bildet die invasive Braunalge Unterwasserwälder, die den Seepferdchen Unterschlupf vor Feinden gewähren. Davon abgesehen überleben mittlerweile mehr Tiere den Winter, weil die Nordsee aufgrund der Klimaerwärmung im Winter nicht mehr so stark abkühlt.
 

Fortpflanzung:
Beim Kurzschnäuzigen Seepferdchen erreichen Männchen wie auch Weibchen ihre Geschlechtsreife zur ersten Paarungszeit nach ihrer Geburt, was von Temperatur, Wasser und Wasserströmung abhängig ist. Das geschlechtsreife Männchen ist an seiner Bauchtasche zu erkennen, die dem Ausbrüten der Eier dient.

Das Kurzschnäuzige Seepferdchen lebt meist in einer monogamen Paarbeziehung, in der sich Männchen und Weibchen regelmäßig für einige Minuten begrüßen. Die Männchen haben ein Revier, das sie gegen männliche Artgenossen verteidigen, in dem der Gegner mit der Schnauze angegriffen wird oder zwei Männchen mit ineinander verschlungenen Schwänzen ringen. Der Unterlegene flacht sich ab und wird dunkler.

Ist das Männchen paarungsbereit, pumpt es Wasser in die und aus der Bauchtasche. Das Weibchen richtet seinen Kopf gegen die Wasseroberfläche aus und zeigt so, dass es auch paarungsbereit ist. Sie orientiert nun ihre Geschlechtsöffnung zur Bauchtasche des Männchens und legt ihre birnenförmigen Eier hinein, wo sie vom Sperma des Männchens befruchtet werden. Nach etwa 6 bis 10 Sekunden sind die Eier übertragen, und die Bauchtasche des Männchens schließt sich.

Die befruchteten Eier werden in der Bauchtasche von einem Gewebe umwachsen, durch das die Embryonen über Kapillaren mit sauerstoff- und nährstoffreichem Blut versorgt werden und das somit die Funktion einer Placenta übernimmt. Darüber hinaus werden die Embryonen auch durch den aus dem Weibchen stammenden Dotter der Eier versorgt. Das Männchen produziert in dieser Zeit das Hormon Prolactin, das die Auflösung der äußersten Schicht der Eier auslöst, so dass eine nährstoffreiche Placentaflüssigkeit entsteht. 20 bis 21 Tage nach der Übertragung und Befruchtung der Eier gebiert das Männchen die Jungtiere, deren Anzahl in Abhängigkeit vom Alter des Männchens bei etwa 50 bis 100 liegt, wobei ältere Männchen mehr Kinder gebären. Die Jungfische sind sofort nach der Geburt sich selbst überlassen. Das Männchen kann sich bereits wenige Stunden danach erneut mit dem Weibchen paaren, um weitere Jungtiere in seinem Bauchbeutel heranwachsen zu lassen. Im Weibchen sind nämlich inzwischen neue Eier herangereift.
 

Ernährung:
Das Kurzschnäuzige Seepferdchen ernährt sich von kleinen Krebstieren, vorzugsweise kleinen Garnelen, Flohkrebsen und Ruderfußkrebsen, auf die es in Lauerstellung wartet. Schwimmt Beute vorbei, streckt es seinen Kopf hervor und saugt sie durch die zahnlose Schnauze ein. Das Seepferdchen hat nur einen einfachen Darmkanal ohne magenartige Erweiterung, so dass die Beute den Darm schnell passiert. Ein durchschnittliches erwachsenes Seepferdchen frisst etwa 30 bis 50 kleine Garnelen pro Tag, um satt zu werden.

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Hippocampus hippocampus (c) Dennis Rabeling

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Hippocampus hippocampus (c) Stefan

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Hippocampus hippocampus (c) Stefan

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Hippocampus hippocampus (c) Stefan

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H. hippocampus (c) MARIA SYNATIKA

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Hippocampus hippocampus (c) Frédéric ANDRE

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Hippocampus hippocampus (c) Alba Iglesias

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Hippocampus hippocampus (c) Rino

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Hippocampus hippocampus (c) Dennis Rabeling

Nerophis

Nerophis ist eine artenarme Seenadelgattung die im nordöstlichen Atlantik von Norwegen bis Marokko, bei den Azoren, im Mittelmeer und im Schwarzen Meer vorkommt. Sie fehlen in der Nordsee, die Kleine Schlangennadel erreicht über die Südküste Norwegens und den Kattegat aber die westliche Ostsee.
 

Merkmale:
Nerophis-Arten werden 15 bis 30 cm lang, besitzen einen sehr langgezogenen, dünnen Körper und sind ohne Schwanzflosse. Wie alle Seenadeln ist Nerophis durch ringförmig angeordnete Knochenplatten gepanzert. Die Brutzone der Männchen liegt unter dem Rumpf und ist ohne schützende Tasche. In einer Brut werden etwa 120 bis 180 Eier erbrütet. Nerophis-Arten leben vor allem in Küstengewässern.

Es gibt drei rezente Arten:

  • Krummschnauzige Schlangennadel
    (Nerophis lumbriciformis)

  • Gefleckte Schlangennadel
    (Nerophis maculatus)

Nerophis lumbriciformis (c) João Pedro S

Nerophis lumbriciformis (c) João Pedro Silva

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Nerophis lumbriciformis (c) Sylvain Le Bris

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Nerophis maculatus (c) Sylvain Le Bris

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Nerophis maculatus (c) Sylvain Le Bris

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Nerophis ophidion (c) Chris Isaacs

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Nerophis ophidion (c) Chris Isaacs

  • Kleine Schlangennadel
    (Nerophis ophidion)

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Nerophis maculatus (c) Sylvain Le Bris

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Nerophis ophidion (c) Bianca Bahlert

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Nerophis ophidion (c) Dennis Rabeling

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Nerophis ophidion (c) Thomas Menut

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Neben den rezenten Arten ist aus dem Mittleren Miozän der Paratethys von Österreich und der Republik Moldau die fossile Art Nerophis zapfei bekannt.

Mittelmeer-Muräne
Muraena helena

Die Mittelmeer-Muräne ist ein versteckt lebender, nachtaktiver Räuber aus der Familie der Muränen (Muraenidae). Der schwedische Naturforscher Carl von Linné beschrieb Muraena helena erstmals im Jahre 1758.

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Muraena helena (c) josepvilanova

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Muraena helena (c) Ana Ferro

Merkmale:
Der Körper der Mittelmeer-Muräne ist länglich, seitlich abgeflacht und anterior komprimiert, was der Muräne ein schlangenartiges Aussehen verleiht. Ihr Kopf ist kurz, massiv und im dorsalen Profil erscheint er konvex. Muraena helena besitzt zwei Nasenlöcherpaare, welche hintereinander liegen und röhrenförmig sind. Die vorderen und hinteren Nasenlöcher sind durch Kanäle verbunden, in welchen Sinneszellen eingelagert sind, die den Tieren erlauben, Geruchsstoffe in höchst geringen Konzentrationen wahrzunehmen. Dies verleiht M. helena einen äußerst guten Geruchssinn. Ober- und Unterkiefer der Mittelmeer-Muräne sind gleich lang. Sie sind besetzt von langen, spitzen und kegelförmigen Zähnen. Die Kiemenöffnungen sind verengt und beschränken sich auf kleine, seitliche Öffnungen. Der Anus liegt leicht vor dem Mittelpunkt des Körpers. Das Seitenlinienorgan, mit welchem die Tiere Bewegungen wahrnehmen können, ist auf den Kopf konzentriert.

Die Färbung der Mittelmeer-Muräne ist sehr variabel und kann sich zwischen den einzelnen Individuen beträchtlich unterscheiden. Die Grundfarbe ist schokoladenbraun, mehr oder weniger dunkel, mit regelmäßigen schwarzen, gelben, cremefarbenen oder weißen Flecken. Die Kiemenöffnungen und die Mundwinkel sind schwarzrandig.

Die größte gefangene Mittelmeer-Muräne war 150 cm groß, jedoch erreicht Muraena helena normalerweise nur eine Länge von etwa 80–130 cm. Das schwerste je gefangene Tier wog 6,5 Kilogramm und das älteste je gefangene Tier hatte ein Alter von 38 Jahren. Normalerweise werden die Tiere etwa 12–15 Jahre alt. Um das Alter der Tiere zu bestimmen, können die Ohrsteine (Otolithen) herauspräpariert werden.

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Verbreitung und Lebensraum:

Die Mittelmeer-Muräne hält sich vor allem in der Küstenregion auf.
Muraena helena ist im gesamten Mittelmeer, sowie im Ostatlantik von den Britischen Inseln bis zur Straße von Gibraltar verbreitet. Ihr Verbreitungsgebiet zieht sich weiterhin entlang der Küste von Marokko bis zum Golf von Guinea und umfasst außerdem die Kanaren, die Azoren, die Kapverdischen Inseln und Madeira.

Der Lebensraum der Mittelmeer-Muräne besteht vor allem aus felsigen Küsten mit vielen Spalten, Höhlen, Löchern und durch Überhänge oder Algen geschützte Stellen, welche ihr als Versteck dienen. Sie kommt im Flachwasser von wenigen Metern Tiefe bis zu einer Tiefe von 100–300 m vor. Nach Matic-Skoko et al. (2011) soll Muraena helena in noch tiefere Gewässer von unter 600 m vordringen, um dort zur Sommerzeit abzulaichen.

Karte oben: Verbreitung von Muraena helena orange hinterlegt
(Abbildung: A. Beuttner, verändert nach IUCN, 2017).

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Muraena helena (c) Dennis Rabeling

Muraena helena (c) Sylvain Le Bris

Muraena helena (c) Bernat Espigulé

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Muraena helena (c) frahome

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Muraena helena (c) einhornkuecken

Muraena helena

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Flughahn
Dactylopterus volitans

Der Flughahn (Dactylopterus volitans) ist eine Art der Knochenfische aus der Familie der Flughähne. Er ist gekennzeichnet durch sehr stark vergrößerte Brustflossen, die er wie Tragflächen beim Schwimmen einsetzt. Dass er wie sein Artname suggeriert und früher in der Fisch-Literatur behauptet wurde, wie Fliegende Fische außerhalb des Wassers mit ihnen fliegen könne, ist ein Märchen. Die Art ist sowohl im östlichen wie im westlichen Atlantik anzutreffen.

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Dactylopterus volitans (c) Pauline Walsh Jacobson

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Dactylopterus volitans (c) Rachel Munger

Merkmale:
Der Flughahn besitzt einen langgestreckten, kegelförmigen Körper mit einem großen Kopf, der im Querschnitt fast viereckig ist. Er erreicht eine Körperlänge von durchschnittlich 15 Zentimeter, die Maximallänge kann bis zu 50 Zentimeter betragen. Die flügelartig erweiterten Brustflossen besitzen einen leuchtend blauen Saum und zahlreiche, in Mustern angeordnete blaue Flecken und Linien.

Die Brustflossen sind flügelartig ausgebildet und sehr stark vergrößert.
 

Verbreitung:
Sein Verbreitungsgebiet reicht im Ostatlantik von Großbritannien bis Angola einschließlich des Mittelmeeres, der Azoren und Madeira. Im Westatlantik ist er von Kanada bis Massachusetts, im Golf von Mexiko und bis zur Küste Argentiniens anzutreffen.
 

Lebensweise:
Der Fisch lebt vor allem auf Sand- und Schlammboden in 10 bis 30 Metern Tiefe, seltener in tieferen Bereichen bis 80 Meter. Er ernährt sich vor allem von wirbellosen Tieren wie Krebsen, Weichtieren und Würmern.

Die Laichzeit fällt in den Sommer. Die Eier werden in das Freiwasser abgegeben und schweben aufgrund von eingelagerten Öltröpfchen im Oberflächenwasser.

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Dactylopterus volitans
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Dactylopterus volitans (c) Luca Sattin

Dactylopterus volitans (c) Golfopolikayak

Gestreifter Leierfisch
Callionymus lyra

Der Gestreifte Leierfisch (auch Goldgrundel genannt) ist ein extravaganter Meeresfisch, der an den Küsten des nordwestlichen Europas und des nördlichen und westlichen Mittelmeeres lebt.

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Callionymus lyra © Xavier Rufray

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Callionymus lyra © Ana Santos

Ökologie:
Der Gestreifte Leierfisch lebt auf Sand und Schlammböden, oberflächennah (auch in Fluttümpeln), immer seltener bis in über 400 m Tiefe, aber bevorzugt bei 15-20 °C. Wegen seiner großen Flossen wurde er, etwa wie Dactylopterus volitans, früher zu den „fliegenden Fischen“ gezählt, wie sein Name in Norwegen noch bekundet.- Er kann seine Färbung dem Grund bis zu einem gewissen Grad anpassen. Bei Gefahr gräbt er sich auch ein, besonders über Nacht. Die Nahrung besteht vorwiegend in benthischen Krebstieren, ferner auch in Vielborstern, kleinen Weichtieren, Stachelhäutern u. a.; auch aus dem freien Wasser über Grund kann, mit heftigem Schwanzschlagen, Nahrung aufgeschnappt werden, etwa Jungfische und Garnelen.


Sexualverhalten und Entwicklung:
Der Geschlechtsdimorphismus weist schon darauf hin, dass die reifen Männchen unverträglich und territorial sind und vor ihren Weibchen balzen. Die Brautwerbung ist noch ungenügend beobachtet. Gelaicht wird zwischen Januar und August, meist aber von Februar bis Juni (Maximum: März und April). Die Eier sind kugelig, haben 0,7 bis 0,95 mm Durchmesser und keine Öltropfen. Ihre Oberfläche ist wabig strukturiert. Es werden jeweils einige hundert bis etwa viertausend abgegeben.- Die Larven zählen zu den kleinsten der Teleosteer: Wenn die Larve zu fressen beginnt, ist sie mitunter weniger als 2 mm lang. Der Fisch wächst dann aber sehr rasch und kann mit 14 cm (Alter 3+) geschlechtsreif werden. Es gibt etwas mehr Männchen als Weibchen. Die Männchen werden drei-, vier- oder fünfjährig reif und sterben nach dem Akt an Erschöpfung – sie laichen also nur einmal (ob dies auch für die Weibchen gilt, ist noch nicht geklärt.
 

Verbreitung:
Am häufigsten ist der Gestreifte Leierfisch zwischen England, dem Ärmelkanal und der Biscaya, immer in Küstennähe. Häufig ist er rund um Großbritannien und Irland und in der südlichen Nordsee (mit Ausbreitungstendenz). Das gesamte Gebiet erstreckt sich aber von Island, den Färöern, Norwegen in die westliche Ostsee, ins Mittelmeer (außer dessen Südostteil; auch ins Schwarze Meer) bis zu den Kanaren und Azoren, Madeira und Mauretanien. Mitunter dringt er sogar in Flussmündungen vor.
 

Bedeutung:
Der Gestreifte Leierfisch selbst ist ein wichtiges Nährtier für größere Fische (wie Meeraal, Kabeljau, Petersfisch, Krokodilsfische), für Grund-Haie, Rochen und Robben. Obwohl sein weißes Fleisch als vorzüglich gilt (Brehms Tierleben, Bd. 8, 1892, S. 145), wird er, da er zu klein ist, kaum gezielt gefangen. Verluste als Beifang haben immerhin zur Folge, dass alte Tiere immer seltener werden. Fast 100 % der als nicht erwünschter Beifang ins Meer zurück geworfenen Leierfische überleben die Prozedur nicht. Überhaupt sind sie gegenüber gröberer Behandlung sehr empfindlich. Für viele physiologische Experimente, besonders zu Atmung, Sehsinn und Schadstoff-Wirkungen, haben sie sich aber als gut geeignete Objekte erwiesen.- Als bunte Grundfische sind sie in öffentlichen Meeresaquarien gelegentlich vertreten und laichen hier mitunter auch ab. Nach einigem Zögern nehmen sie Gefrier- und sogar Trockenfutter an (etwa im Gegensatz zu Synchiropus splendidus).
 

Verwandtschaft:
Die Gattung Callionymus umfasst derzeit fast 100 Arten mit Verbreitungszentrum im Indopazifik. Sie kommt in den Tropen weltweit vor, am wenigsten noch im Ostpazifik.

Über die Verwandtschaft der Callionymidae hat man sich lange den Kopf zerbrochen. Die Otolithen sind denen der Lippfische ähnlich. Gregory (1933) erwägt auf Grund osteologischer Merkmale, sie könnten abgeleitete Antarktisfische (Notothenioidei) sein. Heute denkt man eher an ein Schwestergruppenverhältnis zu den Flughähnen (Dactylopteridae), was auf molekularbiologische Übereinstimmungen begründet wird. 

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Callionymus lyra (c) Bianca Bahlert

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Callionymus lyra (c) Pål A. Olsvik

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Callionymus lyra (c) Titouan Gelez

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