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Mittelmeer-Aquaristik

Auf dieser Seite beschäftigen wir uns mit der Mittelmeer-Aquaristik. Früher waren Mittelmeeraquarien noch häufig in Privathand zu finden, doch heutzutage pflegen die meisten Meerwasser-Aquarianer tropische Meerestiere. Die Vielfalt an farbenprächtigen Korallen und Fischen und die leichte Verfügbarkeit im Fachhandel fördern diesen Trend. Wir finden, dass die Flora und Fauna unserer heimischen, europäischen Meere mindestens genauso interessant ist. Für den aufmerksamen Beobachter bietet ein schön gestaltetes Mittelmeerbecken lehrreiche und faszinierende Einblicke in biologische Zusammenhänge und Abläufe. 

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Gelbe Krustenanemonen (Parazoanthus axinellae) im Haus der Natur (Salzburg). Die Gelben Krustenanemonen in unseren Mittelmeerbecken  stammen von einem Ableger aus dem Haus der Natur ab.

Farbenfrohes Mittelmeer

Die Farbenpracht des Mittelmeeres bleibt dem Badegast und selbst dem Schnorchler häufig verborgen. Zwar gibt es bereits in der Gezeitenzone farbenprächtige Anemonen, wie die Pferdeaktinie oder die Wachsrose, doch viele der besonders bunten Korallen des Mittelmeeres kommen erst in Tiefen unterhalb von 10 Metern, oftmals erst ab 40 Metern Tiefe vor.

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Verschiedene Schwämme, Moostierchen und rote Edelkorallen (Corallium rubrum) gehören zu den Tieren, die man in der Regel erst unterhalb von 10 Metern findet. Edelkorallen gehören zu den schönsten und farbenprächtigsten Korallen im Mittelmeer.

Bezugsquellen von Mittelmeer-Bewohnern

Vorweg kann man grundsätzlich sagen, dass es so manche Mühen und viel Geduld erfordern kann bis man an die gewünschten Tiere herankommt. Regelmäßiges Googeln nach den Wunschtieren kann hin und wieder erfolgreich sein. Ab und zu haben Aquarianer überschüssige Tiere abzugeben. Dabei handelt es sich dann meist um einfach zu haltende oder vermehrungsfreudige Arten, wie Wachsrosen oder Pferdeaktinien, die häufig nicht in gekühlten Mittelmeeraquarien, sondern in tropischen Becken gehalten werden. Da diese, aus den Gezeitenzonen stammenden Tiere nicht sehr empfindlich sind, vermehren sie sich bei guten Haltungsparametern auch unter tropischen Bedingungen. Auch so manch unüberlegtes Urlaubsmitbringsel, dass sich später, als doch nicht so optimal, für die Haltung im tropischen Riffbecken herausstellte, beispielsweise wegen Vernesselung anderer Korallen, landet dann in den einschlägigen Kleinanzeigenportalen.
Weitere Mittelmeerarten, die hin und wieder im Handel auftauchen sind Felsengarnelen und Mittelmeer-Putzergarnelen. Beide Arten werden auch von einigen Spezialisten gezielt nachgezogen, so dass hier sogar hin und wieder Nachzuchten angeboten werden. 
Einige, wenige spezialisierte Händler - uns sind ein österreichischer und ein deutscher bekannt - haben in den letzten Jahren die Mittelmeer-Aquaristik ebenfalls aufgegeben. Aufgrund der geringen Nachfrage, aber auch aus Altersgründen importieren beide Händler keine Mittelmeertiere mehr. Es wird also immer schwieriger an solche Lebewesen heranzukommen, wenn man nicht selbst auf Fangreise gehen möchte.
Wir versuchen, da wir selbst leidenschaftliche Mittelmeer-Aquarianer sind, in unserer Korallenwelt ein gewisses Sortiment an Mittelmeertieren anzubieten. Dazu fahren wir selbst ein bis zwei mal im Jahr auf Fangreise an die Adria. Viele, gerade die bunten Korallen des Mittelmeeres kommen jedoch erst in Tiefen vor, die für einen Schnorchler nicht mehr erreichbar sind. Daher versuchen wir zusätzlich wieder ein Netzwerk mit Fängern vor Ort aufzubauen, was sich als recht schwierig herausstellt. Wir arbeiten deshalb auch mit Öffentlichen Aquarien zusammen, welche teilweise über andere Zoologische Einrichtungen gewisse Tiere besorgen können. 
Eine weitere Möglichkeit interessante Mittelmeertiere heranzukommen, ist es, diese direkt von Fischern vor Ort zu beziehen, indem man  auf die Fischer in den Herkunftsländern zugeht und nachfragt, ob man beispielsweise ihren Beifang durchsuchen darf. Dabei stößt man häufig auch auf Arten aus tieferen Gewässerzonen, welche besonders spannend sind. Sprachbarrieren können die Kontaktaufnahme mit den einheimischen Fischern zwar erschweren, ansonsten haben sie aber in der Regel nichts dagegen, da der Beifang ohnehin wieder über Bord geworfen wird.
Auch über den Speisefisch- bzw. Meeresfrüchtehandel kann man ein paar aquarientaugliche Arten beziehen. Viele Muschel- und Krebstierarten werden lebend am Markt angeboten. So kann man beispielsweise recht einfach Austern erhalten. Vorsicht ist jedoch geboten, Beim Putzen der Muscheln werden häufig die Bysusfäden die den Muscheln zur Befestigung am Substrat dienen, verletzt oder komplett abgetrennt. Manche Muscheln erholen sich davon nicht mehr. Mit etwas Glück erhält man fangfrische, lebende Seeigel, die in Frankreich für Speisezwecke gesammelt werden. Einige Online-Fischhändler versenden Seeigel auch in Deutschland, zumindest während der Saison (im Winter). Bei zu langen Transporten sterben allerdings viele Seeigel und häufig sind Mindestmengen-Abnahmen von einigen Kilogramm erforderlich, was daher für die meisten Aquarianer uninteressant sein dürfte. Sollte man sich dennoch Seeigel, beispielsweise bei einem Frankreich-Urlaub kaufen, so sind diese häufig bereits so angeschlagen, dass sie im Aquarium nach wenigen Tagen sterben. Zum einen werden beim Sammeln der Seeigel häufig die kleinen Saugfüßchen, mit denen sie über den Untergrund wandern abgerissen, da hier nicht besonders schonend mit den Tieren umgegangen wird, zum Anderen haben Steinseeigel, genau wie andere Seeigel, die Eigenschaft Luft ins Körperinnere aufzunehmen, wenn sie aus dem Wasser gehoben werden. Diese Luft werden sie nur schwer wieder los. Man muss dazu den Seeigel mit der Öffnung nach oben, unter Wasser kräftig schütteln, doch selbst dann ist es nicht gewiss, ob der Seeigel überlebt.

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Felsengarnelen werden manchmal im Handel angeboten und von einigen Spezialisten regelmäßig nachgezogen.

Fang- und Transport der Tiere

Die sicherste, aber auch aufwendigste Möglichkeit an die gewünschten Tiere zu kommen, ist und bleibt also der Eigenimport, also eine eigene Fangreise. Wenn man dabei noch einige Regeln, was Fang und Transport der Tiere angeht beachtet steht dem Traum vom eigenen Mittelmeer-Aquarium eigentlich nichts mehr im Wege. Eine solche Fangreise lässt sich auch gut mit einem Urlaub am Meer verbinden. Man nimmt sich sozusagen ein Stück vom Meer mit nach Hause. Bei guter Pflege kann man sich noch Jahre, bei einigen Tieren, wie z.B. Zylinderrosen sogar noch Jahrzehnte später, an seinen selbst gefangenen Organismen erfreuen. Die Beziehung zu einem selbst gesammelten Tier ist etwas ganz anderes, als wenn man beispielsweise ein Tier im Laden kauft. Die Strapazen beim Fang, die Reise an den Fangort, der Transport nach Hause und nicht zuletzt, dass umfangreiche Wissen über den natürlichen Standort des Tieres, welches man beim stundenlangen Beobachten der Unterwasserwelt durch die Taucherbrille erhält machen die Mittelmeer-Aquaristik so einzigartig und besonders faszinierend.

 

Utensilien für Fang und Transport:
  • Netze und Kescher
    Zum einen sollte man immer einige der klassischen rechteckigen Aquarienkescher in verschiedenen Größen dabei haben. Zum anderen eignen sich aber auch die größeren, runden Kescher, die es häufig in Spielzeuggeschäften gibt, zum Fang kleinerer Fische.
    Auch beköderte Reusen oder Wurfnetze können zum Erfolg führen.
    Netze, Kescher und Reusenfallen sind vor allem zum Fangen "langsamerer" Fische, wie z.B. Schleimfische und Grundeln, sowie zum Garnelenfang geeignet.
     

  • Greifzange und Pinzette
    Hier eignet sich beispielsweise ein Greifer, wie er für die Aquaristik angeboten wird, sowie eine ebenfalls aquaristische Pflanzen-Pinzette. Benötigt werden solche Utensilien zum Greifen von ansonsten unerreichbaren Dingen, z.B. in Felsspalten oder zum Greifen von Seeigeln, auch wenn das Verletzungsrisiko bei richtigem Umgang gering ist.

 

  • Stabiles Seil 
    Notwendig, um die Hälterungsgefäße nicht im Meer zu verlieren. Ein Ende wird am Kübel, das andere am Ufer befestigt.

 

  • Stemmeisen und Hammer 
    Notwendig um kleine Gesteinsbrocken, Kalkröhrenwürmer etc. ablösen zu können.

 

  • Messer
    Zum Ablösen sessiler Tiere, wie z.B. Napfschnecken, vom Substrat,
    zum Durchtrennen von Seilen oder zum Zerkleinern von Ködern (für Fallen).
     

  • Künstlerspachtel oder Zahnbürste
    Mit diesen Utensilien lassen sich Anemonen behutsam vom Substrat entfernen. Wir nehmen aber mittlerweile meistens den Daumennagel um beispielsweise Aktinien vom Gestein zu lösen. Dazu schiebt man vorsichtig den Daumennagel unter die Fußscheibe der Aktinie und löst sie so vom Substrat.

 

  • Unterwassertaschenlampe
    Nicht unbedingt notwendig, wenn man nicht vor hat, auch in der Nacht zu schnorcheln. Empfehlenswert ist es aber allemal, da man in der Nacht ganz andere Tiere zu Gesicht bekommt als am Tag.

 

  • Schnorchel-Utelsilien
    Ohne diese wird man lediglich Ebbetümpel begutachten können, was zwar auch interessant ist, aber den Aktionsradius gehörig einschränkt. 

 

  • Hälterungsgefäße und -behälter
    Hierfür eignen sich beispielsweise verschließbare Eimer, welche zuvor mit Löchern versehen werden. Darin können die gefangenen Tiere bis zur Abreise aufbewahrt werden. Diese Eimer werden fest verschlossen an einem Seil ins Wasser gehängt und zusätzlich mit Steinen beschwert. Durch die Löcher gelangt Frischwasser in die Eimer, was für die darin befindlichen Tiere besonders wichtig ist. Für größere Tiere, wie Seeigel eignen sich auch Setzkescher aus Metall, die mit Steinen am Meeresboden versenkt werden. Diese Setzkescher sollten in einen entsprechend großen Eimer passen, so dass die Seeigel unter Wasser, samt Drahtkorb in die Eimer verfrachtet werden können.
     

  • Hälterungsbecken / Mobiles Aquarium
    Tiere, wie Fische, Seeigel, Garnelen, Schnecken, Einsiedlerkrebse usw. werden, wie oben beschrieben mit entsprechenden Gefäßen im Meer gehältert. Für sessile oder teilsessile Tiere, wie verschiedene Anemonen oder Korallenarten verwenden wir ein kleines mobiles Aquarium, z.B. eine IKEA-Box, da insbesondere Anemonen, wie Aktinien und Wachsrosen häufig auf Wanderschaft gehen und so von einer Flucht gehindert werden können. Diese kleinen "Aquarien" betreiben wir mit einem kleinen Abschäumer mit Lindenholz-Ausströmer, welcher mittels einer Membranpumpe betrieben wird. Zusätzlich sollte jeden Tag etwas Beckenwasser gegen frisches Meerwasser ausgetauscht werden, also ein kleiner Wasserwechsel von ein bis zwei Liter täglich. Außerdem kann etwas Aktivkohle eingebracht werden, um einer eventuellen Wasserbelastung mit Nesselgiften vorzubeugen, gerade wenn mehrere verschiedene Anemonenarten gemeinsam gehältert werden.
     

  • Membranpumpe (Luftpumpe mit Ausströmerstein)
    Solche Luftpumpen gibt es sowohl für Autosteckdosen, als auch akku- und batteriebetrieben. Wichtig sind sie sowohl für die Hälterung vor Ort, falls man ein Hälterungs-Aquarium betreiben möchte, als auch für die Belüftung der Transportgefäße bei der Heimreise.
     

  • Transportgefäße 
    Sollte der Transport im Sommer stattfinden ist es sinnvoll, die Transportgefäße in Styroporboxen zu platzieren. Zusätzlich können noch Kühl-Packs hineingegeben werden. Ein Transport im Frühjahr oder Herbst kommt in der Regel ohne zusätzliche Kühlung aus. Die Hälterungsgefäße (Eimer etc.) mit den Löchern werden einfach in etwas größere Behälter (ohne Löcher) gestellt und diese fest verschlossen, um ein Überschwappen des Wassers während der Fahrt zu verhindern. Eine Belüftung der Transportbehälter mit einer Membranpumpe und Ausströmerstein reichert das Wasser während des Transports mit Sauerstoff an und ist daher unbedingt zu empfehlen. Es empfiehlt sich in die Deckel ein Loch zu bohren, um den Luftschlauch dadurch in den Eimer zu führen. Vorsicht bei Stachelhäutern. Bei Seeigeln und Seesternen sollte auf einen Belüfterstein verzichtet bzw. dieser möglichst nah an der Wasseroberfläche im Transportbehälter angebracht werden, um zu verhindern, dass diese Tiere Luft in ihre Körper aufnehmen, die sie anschließend nicht mehr los werden.

 

  • Sauerstofftabletten
    Diese können ebenso für eine ausreichende Sauerstoffversorgung des Wassers, innerhalb der Transportbehälter, während der Heimreise verwendet werden. Die Dosierung richtet sich nach der Packungsbeilage.
     

  • Aktivkohle
    Kann in die Transportbehälter gegeben werden, um Nesselgifte und Stoffwechselprodukte der, im Behälter transportierten Tiere, aus dem Wasser zu ziehen und so einer Vergiftung oder auch Sauerstoffmangel, der durch die Zersetzungsprozesse der Ausscheidungen, aber auch durch unterwegs verstorbene Tiere entstehen kann, vorzubeugen.

 

  • Mittelmeer-Literatur und Bestimmungsbücher 
    Helfen bei der Bestimmung und Identifizierung der gefangenen Arten.

 

  • Schreibzeug oder Handy
    macht es möglich, dass man Eindrücke und Bestimmungen gleich niederschreibt, da man sie ansonsten leicht vergisst. 

 

  • Neoprenanzug und Bleigürtel 
    sind für den enthusiastischeren und ernsthafteren Sammler in den gemäßigten Meeren während des Frühjahres und Herbstes fast unabdingbar. Ein Anzug verlängert die Zeit, die man ohne zu frieren im Wasser verbringen kann. Auch Schnorcheln in der Nacht wird so zum Genuss.

 

  • Unterwasserkamera / Unterwassergehäuse für Smartphone 
    Ist natürlich nicht für den Fang oder das Sammeln von Tieren nicht notwendig. Bei der Sammeltätigkeit unter Wasser erlebt man jedoch so manch überraschende Begegnung, die es Wert wäre, auf einem Foto festgehalten zu werden.

Fang mit Handangeln

Viele Fischarten sind zu schnell für den Fang mit einem Netz oder Kescher. Diese Fische werden am besten mit einer Angelrute gefischt. Dabei sind einige Dinge zu beachten. Zunächst sollte man sich über das Fischereigesetz und die Vorschriften im jeweiligen Land informieren. In Kroatien ist beispielsweise eine Fischereierlaubnis, eine so genannte Lizenz erforderlich, wie man sie auch in Deutschland oder Österreich für Fischgewässer benötigt. Ein Fischereischein, wie in Deutschland wird aber nicht verlangt. 

Ohne Genehmigung ist das Angeln weder auf hoher See, noch am Meeresufer, an einem Süßwassersee im Hinterland oder in einem Fluss in Kroatien erlaubt. Die Angel-Lizenz für Kroatien erhält man recht einfach. Benötigt wird für den Kauf lediglich ein gültiges Ausweisdokument – Personalausweis, Reisepass oder Führerschein.

Den Angelschein bzw. die Lizenz/Genehmigung kann man dann auf zwei Arten beantragen:
 

  • Online kaufen
    Bereits im Voraus kann die Lizenz zum Angeln im Meer auf der offiziellen Webseite der Fischereidirektion von Kroatien erworben werden. Nach beendeten Kaufvorgang wird die Kaufbestätigung inklussive Zulassungsnummer per Email zugeschickt. Angelschein online kaufen
     

  • Lokale Verkaufsstellen
    Der Angelschein ist auch in den regionalen Behörden Ämtern für „Mediterrane Fischerei und Landwirtschaft“ und bei authorisierten Verkaufsstellen erhältlich.

Köder und Fangmethoden

Da wir, anders als beim Sportangeln oder Speisefischfang hauptsächlich auf kleine Fische aus sind, die für eine Aquarienhaltung eher in Frage kommen, muss auch unser Angelgerät nicht allzu groß dimensioniert sein. Eine kleine Rute und vor allem ein sehr kleiner Haken kommen hier in Frage. Zudem sollte der Haken ein Einfachhaken und kein Drilling sein, da wir die Fische so wenig, wie möglich verletzen wollen. Deshalb sollte auch auf Widerhaken verzichtet werden, welche sich schwerer entfernen lassen. Beim Angeln ohne Widerhaken ist jedoch etwas mehr Geschick erforderlich. Da sich gefangene Fische hier relativ leicht wieder befreien können, muss die Angelschnur nach einem Biss stets auf Spannung gehalten und sehr schnell eingeholt (aufgekurbelt) werden. Für den Aquarienfischfang eignen sich am Besten relativ dünne, monofile, keinesfalls geflochtene Schnüre. Auf ein Stahlvorfach kann in der Regel ebenfalls verzichtet werden, auch wenn manche Barsche ordentlich zubeißen und womöglich sogar die Schnur durchbeißen könnten.

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Als Köder eignen sich gängige Meeresfrüchte, besonders Tintenfisch oder Garnelenfleisch, aber auch frische Miesmuscheln und selbst-geknackte Meeresschnecken. Mönchsfische beißen auch hervorragend auf das typische Weißbrot, dass man in Kroatien überall kaufen kann.
Wichtig ist auch, die Fische, die für eine Aquarienhaltung gefangen werden, erst unmittelbar vor der Abreise zu fangen und nicht unnötig lange zu hältern. Wir angeln meist an einem Hafen, an dem man mit dem Auto bis zur Hafenkante fahren kann, füllen dann unsere 40 bis 50 Liter-Behälter mit Meerwasser und schalten die Membranpumpe mit Luftausströmer ein, um eine ausreichende Sauerstoffversorgung der gefangenen Fische zu gewährleisten. Jeder gefangene Fisch kommt umgehend in diese Behälter, welche stets gut verschlossen sein müssen, da manche Fische, wie der schöne Meerjunker und andere Lippfische äußerst sprungfreudige Ausbruchskünstler sind. Fische, die vom Haken genommen werden dürfen nur mit nassen Händen angefasst werden, um ihre Schleimhaut nicht zu schädigen.

Folgende Fischarten konnten wir in Kroatien bereits erfolgreich angeln:

  • Schriftbarsch (Serranus scriba) 

  • Brauner Sägebarsch (Serranus hepatus) 

  • Drachenkopf (Scorpaena scrofa) 

  • Meerjunker (Coris julis) 

  • Pfauen-Lippfisch (Symphodus tinca) 

  • Mönchsfisch (Chromis chromis) 

  • Rotmaulgrundel (Gobius cruentatus)

  • Zweibindenbrasse (Diplodus vulgaris) 

  • Goldstrieme (Sarpa salpa) 

Rechtliche Bestimmungen für den Eigenimport

Bei Eigenimporten muss unbedingt auf die jeweilige Gesetzeslage vor Ort im Fang- und Sammelgebiet, sowie Einfuhrbestimmungen geachtet werden. Generell können nicht geschützte Arten, innerhalb der EU gefangen und transportiert werden, wenn nicht nationale oder regionale Gesetze und Regelungen dagegen sprechen. Das Sammeln von Tieren und Pflanzen in Naturschutzgebieten und anderen Schutzzonen ist natürlich generell verboten. Hier muss man sich besonders gewissenhaft informieren, da Schutzgebiete nicht immer auf den ersten Blick, als solche zu erkennen sind. Häufig weisen entsprechende Hinweistafeln auf Meeresschutzgebiete hin. Die Entnahme geschützter Arten, wie beispielsweise dem Langschnäuzigen Seepferdchen (Hippocampus guttulatus), der Großen Steckmuschel (Pinna nobilis) und vieler anderer streng geschützter Arten ist auch außerhalb von Schutzgebieten verboten und steht unter Strafe. In verschiedenen Ländern können unterschiedliche Arten geschützt sein, daher gilt es sich vorher gründlich zu informieren. In manchen Ländern ist eine Fischereierlaubnis für das Sammeln von Meerestieren zu beantragen. Am wichtigsten ist aber unserer Meinung, das Sammeln und Fangen von Tieren für das Aquarium nicht zu übertreiben, also niemals mehr Tiere mitzunehmen, als man art- und verhaltensgerecht unterbringen kann. Keinesfalls sollte man das Meer mit einem Gratis-Laden verwechseln. Lieber weniger Tiere mitnehmen und erst Erfahrungen zu verschiedenen Arten sammeln. Wenn alles gut läuft kann man Stück für Stück den Besatz erhöhen. Dieser Prozess kann mehrere Jahre in Anspruch nehmen, wenn man beispielsweise nur einmal im Jahr, etwa im Urlaub ans Meer kommt. Hier ist in erster Linie Geduld gefragt.

Das Mittelmeer-Aquarium:
Einrichtung, Technik & Pflege

Ein Großteil der Technik, die für ein tropisches Riffbecken benötigt wird kommt auch für Mittelmeer-Aquarien zum Einsatz. Neben Strömungspumpen, die für die nötige Wasserbewegung sorgen, sind dies beispielsweise Komponenten zur Kontrolle des Nährstoffgehalts im Becken. Vlies-Filter, Wirbelbettfilter, z.B. mit Aktivkohle oder Biopellets zur Reduzierung von Nitrat oder Phosphat können hier zum Einsatz kommen. Vor allem ein Abschäumer sollte nicht fehlen, da die meisten Korallen und Seeanemonen aus dem Mittelmeer keine oder nur eine unzureichende Anzahl an Zooxanthellen besitzen und somit auch keine Stoffwechselprodukte als Nahrung erhalten, muss in Aquarien mit solchen Tieren intensiv gefüttert werden, was ohne ausreichend dimensionierte Filterung und Abschäumung zwangsläufig zu Wasserbelastungen und erhöhten Nährstoffkonzentrationen führen würde. Als Nahrungsgrundlage für viele Anemonen eignen sich Mysis, Krill und Artemien. Gorgonien und Krustenanemonen des Mittelmeers werden mit Plankton und Cyclops gefüttert. Diese werden mittels Pipette direkt in die klebrigen Tentakel der Anemonen oder zu den Polypen der Gorgonien befördert. Mehrere solche Fütterungen pro Woche lassen Anemonen wachsen und gedeihen. Ein Zeichen, dass es den Anemonen gut geht ist, wenn diese wachsen und sich durch Teilung vermehren.
Aufgrund des Fehlens von Zooxanthellen brauchen Korallen und Anemonen des Mittelmeeres auch nicht so starke Beleuchtungen, wie etwa tropische Korallen. Ausnahmen gibt es allerdings auch bei diesen Tieren. So braucht beispielsweise die Wachsrose (Anemonia viridis), um gut zu gedeihen und sich zu vermehren eine stärkere Beleuchtung, als viele andere Blumentiere aus diesen Gefilden. Dies liegt aber auch daran das Wachsrosen, wie tropische Anemonen über Zooxanthellen verfügen. Auch Pferdeaktinien (Actinia equina) sollten, wie Wachsrosen trotz stärkerer Beleuchtung regelmäßig gefüttert werden, da die Zooxanthellen häufig nicht ausreichen, um die Tiere zu 100 Prozent zu ernähren. Als Futter eignen sich auch hier Mysis und andere Kleinkrebse.
Auch um höhere Algen zu halten sind stärkere Beleuchtungseinheiten zu empfehlen. Hier muss im Zweifel experimentiert werden, welche Lichtfarben und -stärken das Algenwachstum fördern. Unbedingt sollte regelmäßig eine ICP-Analyse gemacht werden. Aquarien mit höheren Algen weisen in der Regel einen erhöhten Verbrauch von Spurenelementen, wie Jod und Eisen auf. Durch ICP und ein Ausgleichen der verbrauchten Spurenelemente verhindert man ein Absterben großer Algenbestände. Ein solches Massenabsterben von Algen kann den Beatz eines Beckens komplett umbringen, weshalb man gerade bei der Pflege höherer Algen sehr gewissenhaft bei den Wasserwerten sein sollte.

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Meerwasser-Technik im Filter- bzw. Technikbecken.
Der Einsatz geeigneter Technik ist auch bei der Mittelmeer-Aquaristik von Vorteil. Dabei kommt es aber immer auf den jeweiligen Besatz an.

Kühlung

Ein großer technischer Unterschied zum tropischen Riffbecken ist die Notwendigkeit einer ausreichend dimensionierten Kühlung, meist in Form eines Kühlaggregats. Die ausreichende Dimensionierung eines solchen Aggregats ist vor allem im Sommer bei hohen Temperaturen äußerst wichtig, da zu klein bemessene Kühlgeräte hier häufig an ihre Grenzen stoßen, was sich sowohl negativ auf das Aquarien-Millieu und das Wohlbefinden der Aquarienbewohner als auch auf die Lebensdauer des Kühlaggregats auswirken kann.
Das Beschlagen der Scheiben, das bei gekühlten Aquarien häufig beobachtet werden kann, lässt sich etwa durch geeignete Ventilatoren größtenteils verhindern.
Das Temperatur-Profil, sollte auch jahreszeitlich bedingte Schwankungen mit einbeziehen, welche natürlich von den gepflegten Arten und deren Herkunft abhängen. Viele Mittelmeer-Tiere vertragen zwar eine Zeit lang die höheren Temperaturen eines tropischen Riffbeckens, jedoch brauchen sie für ihr Wohlbefinden auch jahreszeitlich schwankende Zyklen, was Beleuchtung und Temperatur angeht. Die meisten Tiere aus dem Mittelmeer quittieren eine zu warme Haltung mit vorzeitigem Ableben. Da die höheren Temperaturen ihren Stoffwechsel beschleunigen, werden zu warm gehaltene Mittelmeer-Bewohner niemals ihre volle Lebensspanne erreichen. In entsprechend gekühlten Aquarien und bei Einhaltung aller für die Haltung wichtiger Parameter werden solche Tiere aber häufig älter, als ihre Artgenossen in freier Wildbahn. So sind beispielsweise Mittelmeer-Zylinderrosen bekannt, die bereits seit über 60 Jahren in  Aquarien leben.

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Unser größtes Mittelmeerbecken mit Wachsrosen, Pferdeaktinien, Gelben Krustenanemonen, jeweils einem Schriftbarsch, Sägebarsch und einem Meerjunker, einigen Krabben, Schwämmen, Seeigeln und Einsiedlerkrebsen. Die Wassertemperatur wird konstant unter 20 °C gehalten. (Stand 2023)

Bilder von Naturstandorten unserer Aquarienbewohner

Wer Mittelmeer-Aquaristik betreiben will muss häufig selbst auf Fangreise gehen!
Viele Tierarten, wie Einsiedlerkrebse, Garnelen, Schnecken und Seeigel können bereits im knöcheltiefen Wasser oder bei Ebbe sogar über der Wasseroberfläche gesammelt werden. Mit Schnorchel und Taucherbrille bewaffnet kann man schon eine Vielzahl an aquariengeeigneten Tieren entdecken. Viele Fischarten sind am besten mit der Angel zu fangen. Hier müssen gesetzliche Bestimmungen der jeweiligen Länder unbedingt beachtet werden, z.B. Fischereierlaubniskarten etc. Für das Sammeln von Tieren für die Aquarienhaltung gilt: Innerhalb der EU dürfen nicht geschützte Arten gesammelt werden. Regionale Bestimmungen, beispielsweise für Naturschutzgebiete und Ähnliches sind unbedingt zu beachten. Natürlich sollte man sich beim Sammeln und Fangen von Tieren, allein aus Respekt zur Natur, auf die unbedingt benötigte Anzahl an Individuen beschränken, auch wenn es häufig leicht fallen würde größere Mengen an Tieren zu sammeln.

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An solchen Felsküsten, wie hier auf der kroatischen Insel Rab lassen sich viele Tierarten finden, die sich gut für eine Haltung im Mittelmeerbecken eignen. Besonders Arten aus der Gezeitenzone sind für den Einsteiger in die Mittelmeer-Aquaristik geeignet. Die starken Temperaturschwankungen, denen diese Tiere unterliegen, machen sie zu robusten Pfleglingen, die teilweise auch ohne Kühlung über viele Jahre im Aquarium gehalten werden können.

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Einige, der potenziellen Kandidaten für eine Haltung im Mittelmeeraquarium, kann man bereits vom Ufer aus im knöcheltiefen Wasser finden. Eine Vielzahl verschiedener Arten kann man schnorchelnd erreichen oder in wenigen Metern Tiefe ertauchen. 

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Napfmuscheln sitzen häufig an Felsen oder auch an Hafenmauern. Als Bewohner der Gezeitenzone lassen sie sich bei Ebbe einfach sammeln. Man benötigt nur ein Taschenmesser oder einen Schraubenzieher um sie vom Substrat zu lösen, da sie sehr fest sitzen. 

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Auch Krabben lassen sich mit etwas Geschick fangen. Krabben aus der Gezeitenzone sind jedoch etwas für Spezialisten und für die meisten Becken völlig ungeeignet. Die ebenfalls häufig anzutreffenden Felsküsten-Einsiedlerkrebse sind dagegen ideale Bewohner für ein Mittelmeer-Aquarium.

Bewohner fürs Mittelmeer-Aquarium​

Fische

Im Mittelmeer kommen über 700 Fischarten vor, darunter drei Rundmäuler und 90 Knorpelfische. Der Rest sind Knochenfische.

Auf der Seite: Mittelmeer-Fische im Portrait werden viele, für eine Haltung im Mittelmeerbecken geeignete Fischarten genauer vorgestellt.

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Schriftbarsch (Serranus scriba)

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Meerjunker (Coris julis)

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Zwergspitzkopf-Schleimfisch (Tripterygion melanurus)

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Mittelmeer-Fahnenbarsch (Anthias anthias)

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Meerbarbenkönig (Tripterygion melanurus)

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Mönchsfisch (Chromis chromis)

Viele weitere Arten mit genauen Beschreibungen findet ihr auf der Seite: Mittelmeer-Fische im Portrait!

Wirbellose

Natürlich gehören in ein Mittelmeer-Aquarium auch wirbellose Tiere. Hier gibt es eine Vielzahl an Arten, die sich für eine Haltung im Aquarium eignen. Dazu gehören Schnecken, Muscheln, Garnelen, Krabben und weitere Krebstiere, Stachelhäuter, wie Seeigel, Seesterne, Schlangensterne und Seegurken, sowie Röhrenwürmer u.v.m.  Auf der Seite: Wirbellose im Mittelmeer-Becken werden viele Arten genauer vorgestellt.

Kleine Felsengarnele (Palaemon elegans)

Felsenküsten-Einsiedlerkrebs (Clibanarius erythropus)

Roter Seestern (Echinaster sepositus)

Violetter Seeigel (Sphaerechinus granularis)

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Borstenschwanz-Putzergarnele (Lysmata seticaudata)

Schraubensabelle (Sabella spallanzanii)

Viele weitere Arten mit genauen Beschreibungen findet ihr auf der Seite: Wirbellose im Mittelmeer-Becken!

Makroalgen & Seegräser

Neben Tieren gibt es natürlich auch eine pflanzliche Komponente im Mittelmeer-Aquarium. Während einige Makroalgen-Algen im Aquarium gut gedeihen ist es mit Seegräsern nicht ganz so einfach und eher dem erfahrenen Aquarianern vorbehalten.

Mittelmeer-Kriechsprossalge
Caulerpa prolifera

Die Mittelmeer-Kriechsprossalge ist eine Grünalge, die in flachen Gewässern Europas, im Mittelmeer, im warmen östlichen Atlantik, an der Ostküste der Vereinigten Staaten, in Mexiko, Brasilien und an einigen weiteren Standorten vorkommt.

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Die Mittelmeer-Kriechsprossalge wächst sehr schnell und bildet auf sandigen Untergründen im Meer eine dichte Vegetation.

Caulerpa prolifera sind schnellwüchsig, aber leicht im Zaum zu halten, da nicht so verzweigt wachsend, wie z.B. Caulerpa brachypus. Je mehr Licht sie hat, desto besser wächst sie. Gut geeignet für Makroalgenbecken, Algenrefugien oder Mittelmeerbecken.
Caulerpa prolifera ist eine schnellwüchsige Algenart, die leicht zu pflegen ist, da sie sich nicht verzweigt.
Je höher die Lichtintensität im Aquarium ist, desto schneller wächst sie. Algen dieser Gattung werden zum Beispiel häufig in Artaquarien zusammen mit Seepferdchen wie dem Dickbauchseepferdchen (Hippocampus abdominalis), dem Langschnäuzigen Seepferdchen (Hippocampus guttulatus) oder dem Kurzschnäuzigen Seepferdchen (Hippocampus hippocampus) gehalten.

Caulerpa prolifera ist eine weit verbreitete Makroalge, die in flachen europäischen Gewässern, im Mittelmeer, im warmen östlichen Atlantik, an der Ostküste der Vereinigten Staaten, in Mexiko, Brasilien und an einigen weiteren Standorten vorkommt. Man findet die Kriechsprossalge ausschließlich im Salzwasser und in Wassertiefen bis ca. 50 m.

☞ Weitere Informationen und Bilder zu dieser und vielen anderen Arten auf der Seite: Makroalgen im Portrait!

Gemeine Gabelzunge
Dictyota dichotoma

Die Gemeine Gabelzunge ist eine Braunalge aus der Gruppe der Dictyotales. Sie ist fast weltweit an Meeresküsten verbreitet und kommt auch in der Nordsee vor.

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Dictyota dichotoma gemeinsam mit Halimeda tuna am Naturstandort

Thallus ("Blatt") von Dictyota dichotoma

Beschreibung:

Die Gemeine Gabelzunge besitzt einen buschigen, gelbbraunen bis olivbraunen Thallus, der 10 bis 15 (selten bis 35) Zentimeter hoch wird. Er besteht aus ganz regelmäßig gabelig verzweigten flachen Bändern von 2 bis 15 (selten bis 30) Millimeter Breite. Sie sind im Aussehen sehr variabel, so können sie spiralig verdreht oder flach sein, und an der Spitze stumpf-abgerundet enden oder leicht spitz zulaufen.

Die dichotome Verzweigung kommt zustande, indem sich die Scheitelzelle am Thallusende längs teilt. Der Thallus besteht aus einem inneren Gewebe aus großen Zellen zwischen zwei äußeren Rindenschichten aus kleinen Zellen.

Vorkommen:

Die Gemeine Gabelzunge ist weltweit an den Meeresküsten verbreitet. Im Atlantik kommt sie von Skandinavien bis zu den Kanarischen Inseln und Westafrika vor sowie von der Karibik bis nach Brasilien. Sie gedeiht auch im Mittelmeer. Ihr Areal umfasst ebenfalls Küsten im Pazifik (Japan, China, Chile), im Indischen Ozean, vor Australien und Neuseeland sowie in der Subantarktis.

In der Nordsee wurde die Art bei Helgoland und im Nordfriesischen Wattenmeer nachgewiesen. Während sie bei Helgoland in den 1930er Jahren noch reichlich vorkam, wurde sie bis zu den 1980er Jahren immer seltener. Nachdem sie für einige Jahrzehnte verschwunden war, trat sie ab 1999 wieder auf. Die Ursachen für diese starken Schwankungen der Bestände sind nicht bekannt.

Die Gabelzunge wächst auf festem Untergrund von der mittleren bis unteren Gezeitenzone bis zum Sublitoral. Selbst in mehr als 50 Metern Tiefe wurde sie noch gefunden.

Kultur im Aquarium:

Dictyota dichotoma kommt oft auf Lebenden Steinen vor und gelangt häufig durch diese ins Aquarium. Die Grundfarbe kann stark variieren von einem kräftigen braunton bis zu einem hellen grünton, blau oder grün irisierend. Bei guter Wasserqualität kann sie sehr stark wachsen und dichte Polster bilden. Die Gabelzunge bietet gute Versteckmöglichkeiten für viele Kleinstlebewesen im Aquarium.

D. dichotoma auf einer Kleinen Mittelmeer-Seespinne (Maja_crispata)  bei Muggia, Italien

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Beschreibung:
Halimeda tuna ist eine kalkhaltige grüne Meeresalge, die sich am Meeresboden befestigt. Jeder einzelne Thallus (Wedel) besteht aus einer einzelnen Zelle, die eine Röhre mit mehreren Zellkernen bildet. Auf der Oberfläche der Segmente befinden sich geschwollene Bereiche, sogenannte Utrikel, die zusammen ein tafelförmiges „Zellpflaster“ bilden. Unterhalb und zwischen diesen Utrikeln gibt es Lücken und hier ist die Flüssigkeit mit Kalziumkarbonat und kristallinen Nadeln in Aragonitform gesättigt. Diese versteifen die Segmente und machen die Algen für Fische ungenießbar. Wenn die Algen absterben, zerfällt dieses Skelettmaterial in „Sand“. Vertreter der Gattung Halimeda sind wahrscheinlich die größten Kalkbildner und in tropischen Meeren wesentlich produktiver als Steinkorallen.


Verbreitung und Lebensraum:
Halimeda tuna kommt im tropischen und subtropischen Indopazifik, im Mittelmeer und im westlichen Atlantik vor. Sie wächst auf felsigen Riffen von der flachen Gezeitenzone bis in Tiefen von etwa 70 m. Im Mittelmeer kommt sie in zwei verschiedenen Lebensraumtypen vor; flache, warme Lagunen und geschützte Orte im zentralen Mittelmeer sowie felsige Lebensräume mit tiefem Wasser (18 m) im nordwestlichen Mittelmeer. Ebenso ist sie in den Florida Keys die vorherrschende Grünalge an flachen Riffstandorten und in tieferen, weniger gut beleuchteten Lebensräumen an Riffhängen.
 

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Trichteralge
Padina pavonica

Die Trichteralge ist eine fächerförmige Braunalge mit konzentrischen Ringen. Beheimatet ist diese leicht zu erkennende Alge in fast allen Meeren.

Padina pavonica (Madeira, Portugal) Foto: "Diego Delso, delso.photo, License CC BY-SA"

Vorkommen:

Die Trichteralge wächst knapp unterhalb der Wasseroberfläche an sturmgeschützten Meeresküsten und kann bis in 20 m Wassertiefe vordringen. Sie ist weit verbreitet: Im Nordost-Atlantik von Irland bis zu den Kanarischen Inseln und Westafrika, im Mittelmeer, in der Karibik, im Pazifik (Philippinen, Pazifische Inseln) sowie im Indischen Ozean.

Kultur im Aquarium:

Diese wunderschöne Alge ist kaum längere Zeit im Aquarium haltbar. Sie zersetzt sich innerhalb weniger Tage bis Wochen und wird von vielen Schnecken, Einsiedlerkrebsen und Seeigel sehr gerne verspeist, was ein zusätzliches Problem bei der Pflege darstellt. Schade, da es sich um eine wirklich interessante Art handelt mit einer skurrilen Wuchsform und einem Aussehen, dass an plattenförmige Steinkorallen (Montipora) erinnert.

Padina pavonica (Porec, Istrien, Kroatien)

Padina pavonica am Naturstandort

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Rasierpinsel-Alge
Penicillus capitatus

Penicillus capitatus ist eine Grünalgenart, die zu den Udoteaceae, einer größeren Algenfamilie, gehört. Diese Grünalge sieht einem Rasierpinsel oder einem Kochlöffel mit langen Griff recht ähnlich.

Verbreitung und Lebensraum: 
Diese Alge siedelt in flachem Wasser auf Sand- und Schlickböden, gerne auch zwischen Seegras- und Mangrovenwurzeln.
In flachen Wasser erhält die Alge das volle Licht und kann die Fotosynthese gut durchführen und wachsen.
Sie wächst in tropischen und subtropischen Gewässern in der Karibik und an den Küsten des Mittelmeers, oft unbemerkt in Seegraswiesen oder Sandarealen in bis zu 30 Meter tiefe. Die Art verschwindet in der Natur bereits, wenn der Rest des Biotops scheinbar noch vollkommen intakt ist.

Penicillus capitatus am Naturstandort

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Rote Traubenalge
Botryocladia botryoides 

Botryocladia botryoides wächst dicht verzweigt und kann sowohl im kühlen Mittelmeerbecken, als auch im tropischen Meerwasseraquarium gepflegt werden, da sie relativ geringe Temperaturansprüche hat. Wenn die Botryocladia an die Luft kommt verlieren ihre "Trauben" ihr Volumen, unter Wasser dehnen sie sich aber wieder aus.

Vorkommen:
Australien, Azoren, Europäische Gewässer, Indischer Ozean, Indonesien, Japan, Kenia, Madagaskar, Mittelmeer, Nord-Atlantik, Rotes Meer, Süd-Afrika, Tansania
 

Größe:
bis zu 10 cm
 

Temperatur:
16°C - 28°C

Botryocladia botryoides in unserer Aquarien-Anlage:

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Flammen-Rotalge
Halymenia floresii

Halymenia durvillaei ist eine Rotalge, die in vielen tropischen und subtropischen Meeren vorkommt. Sie wächst häufig an Felsen, die nur einer mäßigen Wellentätigkeit ausgesetzt sind. Diese Alge wird manchmal mit Lebendgestein importiert.

Vorkommen:
Adria (Mittelmeer), Ägypten, Amerikanische Jungferninseln, Australien, Bangladesch, Barbados, Belize, Bermuda, Brasilien, Britische Jungferninseln, China, Fidschi, Florida, Golf von Mexiko, Indien, Indischer Ozean, Indonesien, Indopazifik, Israel, Jamaika, Japan, Jemen, Jordanien, Kanarische Inseln, Karibik, Kolumbien, Komoren, Kuba, Madeira, Malaysia, Mayotte, Mikronesien, Mittelmeer, Neukaledonien, Neuseeland, Nördliche Mariannen, Ost-Afrika, Philippinen, Portugal, Rotes Meer, Singapur, Spanien, Sri Lanka, Süd-Afrika, Süd-Pazifik, Südchinesisches Meer, Taiwan, USA, Venezuela, West-Afrika, West-Atlantik, West-Pazifik, Westlicher Indischer Ozean

Meereszone:
Intertidal (Eulitoral), Gezeitenzone zwischen der Hoch- und Niedrigwasserlinie, die vom Wechsel zwischen Ebbe und Flut geprägt ist

Meerestiefe:
0 - 40 Meter

Größe:
bis zu 50cm

Temperatur:
12 bis 25°C

Kultur im Aquarium:

Diese Alge kann in kurzer Zeit sehr große und dichte Bestände bilden, die aber auch genau so schnell wieder verschwinden können. Wichtig ist wie bei den meisten Algen eine gute Spurenelementversorgung, vor allem Jod! Die roten, leicht transparenten Blätter setzen schöne Farbakzente im Becken. 

Halymenia floresii in unserer Aquarienanlage

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Tanggras
Cymodocea nodosa

Cymodocea nodosa ist ein Seegras aus der Gattung Cymodocea in der Pflanzenfamilie Cymodoceaceae.
Tanggras ist ein wichtiger Lebensraum für Seepferdchen.

Tanggraswiese im Mittelmeer

Vegetative Merkmale:
Das Tanggras ist eine am Meeresgrund wachsende (submerse), ausdauernde krautige Pflanze. Die kriechende Sprossachse (ein Rhizom) liegt innerhalb des Bodensubstrats, frei sichtbar sind normalerweise nur die grasartigen Laubblätter. Diese stehen in Bündeln zu zwei bis fünf. Sie sind gegliedert in eine kurze, den Spross umhüllende Blattscheide, am Übergang zur Spreite einem kurzen Blatthäutchen (Ligula) und eine lange, freie, bandförmige Blattspreite. Diese ist zwischen 10 und 45 Zentimeter lang und 2 bis 4 Millimeter breit und ähnelt derjenigen des Gewöhnlichen Seegrases Zostera marina. Jede besitzt sieben bis neun parallele Blattnerven, ihre Spitze ist stumpf mit sehr kleinen zwei- oder dreispitzigen Zähnchen. Abgeworfene Blätter hinterlassen am vertikalen, aus zahlreichen Knoten mit sehr kurzen Internodien aufgebauten Sprossstück kreisförmige Blattnarben. Der sehr kurze oberirdische Spross bildet nur die Spitze eines kurzen senkrecht nach oben wachsenden (vertikalen) Rhizoms, das von langen, waagrecht (horizontal) verlaufenden monopodialen weiß bis rosa gefärbten Kriechsprossen mit etwa 1 bis 6 Zentimeter langen Internodien abgeht; an deren Knoten sitzt, neben diesen kurzen vertikalen Rhizomabschnitten, jeweils mit nur eine stark verzweigte Wurzel, die bis zu 35 Zentimeter lang werden kann. Die kriechenden, horizontalen Rhizome erreichen Wuchsleistungen von mehreren Metern pro Jahr, was die Art zu einer effektiven Pionierpflanze macht, die gut bisher freie Habitate erobern und kolonisieren kann.

Cymodocea nodosa, am Strand angespühlt (Cala Cartoe, Sardinien)
Gut zu erkennen sind Rhizom und Wurzeln. 

Unterscheidung zu anderen Seegras-Arten:
Cymodocea nodosa kann von den drei anderen europäischen Seegras-Arten (plus dem Neophyten Halophila stipulacea) an den langen horizontalen und kurzen aufsitzenden vertikalen Rhizomen unterschieden werden, die der sonst ähnlichen Gattung Posidonia fehlen. außerdem sind die Früchte merklich größer als diejenigen der Zostera-Arten.

Vorkommen:
Cymodocea nodosa ist im gesamten Mittelmeer verbreitet. Das Verbreitungsgebiet reicht bis in den Atlantischen Ozean und erstreckt sich dort nach Norden bis zum südlichen Portugal (Parque Natural da Ria Formosa) und südlich bis Madeira, den Kanarischen Inseln und Kapverdischen Inseln sowie bis an die Küsten der afrikanischen Länder Mauretanien und Senegal.
Eine Cymodocea nodosa-Seegraswiese grenzt zum Beispiel unmittelbar an den neuen Sandstrand der St. George's Bay (Paceville, San Giljan) auf Malta.
Im westlichen Mittelmeer wächst Cymodocea nodosa gewöhnlich im Flachwasser in Tiefen von wenigen cm bis zu 2,5 m, es kann aber auch in Tiefen von 30 bis 40 Metern vorkommen. In der Regel wächst die Pflanze an geschützten Stellen auf sandigem Substrat. Im östlichen Mittelmeer findet man Tanggras häufig in kleinen, sandigen Zonen, die sich in Spalten oder kleinen Mulden auf flachen Felsen bilden. Gelegentlich wird das Tanggras dort von der Kriechsprossalge Caulerpa prolifera begleitet, die bis zu 20 % der Pflanzendecke ausmachen kann. Neben reinen Tanggraswiesen kann die Art im Mittelmeer auch zusammen mit Neptungras vorkommen. In Israel unterliegen die Bestände großen saisonalen Schwankungen und Schwankungen von Jahr zu Jahr. Gelegentlich verschwinden die Tanggras Wiesen vollständig um sich anschließend aus den Samenbeständen im Sediment zu erneuern.

Kultur im Aquarium:
Die Kultur von Tanggras im Aquarium ist, wie die Kultur von Seegras generell, recht schwierig. Das Tanggras eignet sich nach unserer Erfahrung mit am besten für einen Versuch. Es benötigt eine wenigstens 5 cm dicke Sandschicht, eine gute Beleuchtung und keine zu hohen Wassertemperaturen. Im Sommer bis 26° C, im Winter bis 18° C.

Verbreitungskarte der Gattung Cymodocea

☞ Weitere Informationen und Bilder zu dieser und vielen anderen Arten auf der Seite: Seegräser!

Mittelmeer-Neptungras
Posidonia oceanica

Das Neptungras (Posidonia oceanica) ist eine Pflanzenart aus der Familie der Neptungrasgewächse (Posidoniaceae). Diese Wasserpflanze gedeiht im Salzwasser. Sie ist – als einzige Art der ansonsten vollständig in Australien heimischen Gattung Posidonia – im Mittelmeer heimisch. Die von ihr dort gebildeten Seegraswiesen sind die Grundlage bedeutender mariner Ökosysteme. Bekannt sind sie für die aus ihnen entstehenden Seebälle.

Neptungras auf albanischer Briefmarke

Beschreibung:

Das Neptungras ist eine untergetaucht lebende (submerse), ausdauernde krautige Pflanze. Ihre kompakten und verzweigten Rhizome weisen einen Durchmesser von 5 bis 10 Millimeter auf und ihre Internodien sind nur 0,5 bis 2 Millimeter lang. Die stark verzweigten Wurzeln besitzen eine Länge von bis zu 40 Zentimeter und einen Durchmesser von 3 bis 4 Millimeter.

Kleinerer Neptungras-Bestand (Posidonia oceanica) umgeben von verschiedenen Makroalgen

Meist vier bis sechs, selten bis zu zehn Laubblätter stehen in Bündeln am Ende der Verzweigungen zusammen. Die Blattscheide ist 3 bis 5 Zentimeter lang und 10 bis 12 Millimeter breit, Öhrchen fehlen, im Alter reißen sie längs ein und bilden bürstenähnliche Bündel aus steifen Fasern. Die einfache, flache Blattspreite ist bei einer Länge von 40 bis 50 Zentimeter und einer Breite von 5 bis 9 Millimeter linealisch und an ihrer Spitze eingekerbt bis stumpf. Es sind 13 bis 17 Blattadern vorhanden.

Die Blütezeit reicht von Mai bis Juni (Malta). Die Pflanze bildet einen 7 bis 15 Zentimeter langen Blütenstandsschaft mit 4 bis 6 Zentimeter langen und 0,5 bis 0,8 Zentimeter breiten, laubblattähnlichen Hochblättern. Der ährige Blütenstand ist 2,5 bis 4,5 Zentimeter lang. Die Vorblätter sind kleiner als die Hochblätter. Jeder Blütenstand enthält drei bis sieben zwittrige Blüten, die endständige Blüte ist stets funktional männlich. Ein Perianth fehlt. Es sind drei Staubblätter vorhanden, die rötlichen, 2 bis 4,5 Millimeter langen Staubbeutel sind sitzend. Die sitzenden Narben sind mit sternförmigen Papillen besetzt. Die eiförmigen Früchte sind bis zu 10 Millimeter lang.

Vorkommen:
Anders als alle anderen Arten der Gattung Posidonia findet sich das Neptungras ausschließlich im Mittelmeer. Es kommt im Flachwasser bis in 40 Meter Tiefe vor, bei sehr klarem Wasser auch bis in eine Tiefe von 50 bis 60 Meter. Es besiedelt bewegte bis leicht geschützte Standorte in feinem Sand mit guter Wasserzirkulation wie offene Küsten oder die Spitzen von Landzungen und ist dort oft bestandsbildend. Posidonia oceanica besiedelt aber auch größere Felsblöcke, wobei die Wurzeln zu Haftscheiben umgebildet werden. Die Pflanzen bedürfen sauerstoffhaltigen Wassers ohne große Salzgehalts- (33 bis 40 ppt) oder Temperaturschwankungen. Bei Wassertemperaturen oberhalb von 20 bis 22 °C sterben die Pflanzen ab, bei Temperaturen unter 10 °C ebenfalls.

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Verbreitungsgebiet des Neptungrases im Mittelmeer

Kultur im Aquarium:

Die Kultur von Neptungras im Aquarium ist sehr schwierig. Es benötigt dicke Böden und keine zu hohen Temperaturen. 22° C sind das absolute Maximum. Dazu kommt, dass Neptungras zu den geschützten Pflanzenarten zählt und nicht aus der Natur entnommen werden darf. Wir finden es jedoch vertretbar angespülte Triebe am Strand zu sammeln, um diese ins Aquarium einzubringen.

Solche Triebe werden häufig von ankernden Booten aus dem Meeresboden herausgerissen und treiben dann durchs Wasser. Auch Stürme können einzelne Neptungrastriebe mit sich reißen. Ausgerissenen Triebe haben leider in der Regel keine intakten Wurzel und sind daher auf Dauer nicht überlebensfähig. Sie können jedoch als natürliche Dekoration, ein Mittelmeer-Aquarium durchaus bereichern. Bei uns haben wurzellose Triebe des Neptungrases schon bis zu zwei Jahre unter Aquarienbedingungen überdauert. Wir gehen davon aus, dass die Pflanzen noch lange Zeit von ihren, im dicken Stamm gespeicherten Nährstoffen zehren können und auch ohne Wurzeln einen gewissen Stoffwechsel betreiben.

Links und Downloads zum Seegras:

👉 Heimische Seegräser im Aquarium von Gerald Wicht (PDF-Datei)
👉 Mensch und Klima bedrohen Lunge des Mittelmeers (ntv)
👉 Rettet das Neptungras (YouTube)

Mittelmeer-Aquarien im Portrait

Im folgenden Abschnitt stellen wir einige schöne und sehr gelungene Mittelmeerbecken vor. Diese befinden oder befanden sich sowohl in öffentlichen Aquarien, als auch bei Privatpersonen

Mittelmeer-Aquaristik im Haus der Natur (Salzburg)

Das wunderschöne Mittelmeerbecken im Haus der Natur zeigt u. A. Eberfische (Capros aper), über 40 Jahre alte Zylinderrosen, Gorgonien, Sternkorallen, Geweihschwämme und Krustenanemonen.

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Mittelmeerbecken (2012)

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Mittelmeerbecken (2015)

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Mittelmeerbecken (2023)

Mittelmeer-Aquaristik im Sea Life Konstanz

Auch im Sea Life Konstanz am Bodensee finden sich einige Aquarien, die sich der Fauna des Mittelmeeres widmen.

Zweibinden-Brassen, Goldstriemen und Mönchsfische mit Wachsrosen (Anemonia viridis) im Sea Life Konstanz

Mittelmeer-Fahnenbarsche (Anthias anthias) im Sea Life Konstanz

Das Mittelmeer-Aquarium von Karl Guba

Beim Mittelmeerbecken des Wiener Aquarianers Karl Guba handelte es sich um eines der schönsten privaten Mittelmeerbecken überhaupt. Leider gibt es das Becken heute nicht mehr. Unten die technischen Daten sowie die Verlinkung zum Video.

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Die Anlage bestand aus:

  • einem Schaubecken mit 1600 Litern (Größe 1,90 m x 1,20 m x 0,77 m, Glasstärke 19 mm)

  • einem angeschlossenen Filterbecken (Größe 1,60 m x 0,50 m x 0,55 m)

  • drei Hälterungsbecken mit jeweils 80 Liter Inhalt

  • einem Aquarienturm, bestehend aus drei Becken mit einem Gesamtvolumen von rund 700 Litern; darin werden die Tiere, die abzugeben sind, gehältert.

  • zwei Arthemia-Zuchtanlagen

  • einem Auffangbecken (250 Liter) für Osmosewasser

  • einem Becken (200 Liter) mit immer frisch angesetztem Seewasser (Strömungspumpe 1000 Liter/Stunde)


Filterung:

  • Zeolith-Filter mit 2000 Liter/Stunde Durchsatz (Zusatz von Bakterien und Futter)

  • Dispergator-Eiweißabschäumer, Marke Marine Conzept für 2000 Liter

  • Nitratfilter (Jaubert-Methode im Filterbecken) mit 70 Liter Korallensand

  • Eheim-Filtertopf, wahlweise Kohlefüllung/Selektivadsorber


Kühlung:

  • Aquamedic Titan 2500, Wasserdurchsatz 3000 Liter/Stunde (Oceanrunner), Wassertemperatur 17 Grad


Strömung:

  • 8 Strömungspumpen von 250-1000 Litern/Stunde (die Stärke richtet sich nach der jeweils zu beströmenden Tiergruppe)


Beleuchtung:

  • 2 mal 70 Watt HQI / 15.000 Kelvin (Beleuchtungszeit: 11.00 bis 18.00 Uhr)

  • 1 mal 150 Watt HQI / 15.000 Kelvin (12.00 bis 15.00 Uhr)

  • 3 Neonröhren je 58 Watt, 2xO sram blue/67, 1x 10.000 Kelvin (Beleuchtungszeit von 8.00 bis 20.00 Uhr/22 Uhr/23 Uhr)

  • 1 Nachtlicht


Hier geht´s zum Video des wunderschönen Mittelmeer-Aquariums auf Youtube!

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Das Mittelmeer-Aquarium von Pietro Astone

Auch das Becken von Pietro Astone aus Sizilien veranschaulicht auf wunderbare Weise, wie farbenprächtig ein Mittelmeer-Aquarium sein kann.

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Besatz:

Fische:

  • Tripterygion tripteronotus

  • Lepadogaster candollei

  • Crenilabrus cinereus

  • Crenilabrus scina

  • Crenilabrus ocellatus

  • Crenilabrus quinquemaculatus

  • Blennius rouxi

  • Chromis chromis

  • Coris julis


Krebstiere:

  • Stenopus spinosus

  • Gnatophyllum elegans

  • Lysmata seticaudata

  • Palaemon serratus

  • Hippolyte longirostris

  • Macropodia longirostris

  • Clibanarius erytropus

  • Pagurus anachoretus

  • Alpheus glaber

Blumentiere:

  • Cerianthus membranaceus

  • Cerianthus solitarius

  • Actinia equina

  • Actinia cari

  • Aiptasia mutabilis

  • Corynactis viridis

  • Calliactis parasitica

  • Astroides calycularis

  • Leptopsammia pruvoti

  • Phyllangia mouchezii

  • Parerythropodium coralloides

  • Cladocora cespitosa

  • Cladopsammia rolandi

  • Balanophyllia europea

  • Caryophillia smithi

  • Epizoanthus arenaceus

  • Parazoanthus axinellae

  • Eunicella cavolinii

  • Eunicella singularis

  • Paramuricea clavata

  • Paralcyonium spinulosum

  • Alcyonium palmatum

  • Cornularia cornucopiae

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